So wird`s ein langes Leben - Höhe, Sonne, Vitamin D

Oben bleiben !” Klingt nach einem Slogan aus den Massendemonstrationen zum Stuttgater Bahnhof S21. Dass man aber “oben bleiben” auch als einen Gesundheits-Rat verstehen kann, der sogar ein längeres Leben verspricht, das wissen wir erst seit der jüngsten Studie der US-Universitäten von Harvard und Colorado, mit ihrem Vergleich der Lebenserwartung von Menschen auf den Bergen und im Tal.

Die Wissenschaftler analysierten in einem vier Jahre dauernden Prozess die Lebensdaten, Lebensalter, Todesursachen, soziale Schicht und viele andere Faktoren in allen Kreisen (counties) der USA. Die Regionen mit der höchsten Lebenserwartung lagen in den bergigen Staaten Colorado und Utah. Alle diese Gebiete lagen in einer Höhe von durchschnittlich knapp 2.000 Metern.

Bei näherer Analyse stellte sich heraus, dass Männer in diesen Höhenregionen zwischen 1,2 und 3,6 Jahre länger lebten, als die Männer in den Tälern und generell auf Höhe des Meerespiegels. Bei den Frauen war der Unterschied nicht ganz so groß, machte aber immer noch erstaunliche 0,5  bis 2,5 Jahre aus.

Bei der Suche nach den Gründen für dieses Phänomen hatten die Forscher zwei Vermutungen zu bieten:

  1. Da in der Höhe die UVB-Strahlen der Sonne stärker sind, wird die Vitamin D-Bildung über die Haut beschleunigt und intensiviert.  Dass eine optimale Vitamin D-Versorgung lebensverlängernd wirkt, ist in vielen Studien in letzter Zeit immer wieder belegt worden. (Wir haben verschiedentlich darüber berichtet: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier)
  2. Ein niedrigerer Sauerstoffgehalt der Luft mobilisiert bestimmte Gene, die wiederum die Art verändern, wie der Herzmuskel funktioniert“, so der Leiter der Studiengruppe, Prof.Benjamin Honigman. “Es entstehen so neue Blutgefäße, die neue Wege für die optimale Blutversorgung des Herzens schaffen.”

Die Kehrseite der Medaille lieferten die Wissenschaftler gleich mit: Bei Menschen mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen verschlechtert sich der Zustand ab einer Höhe von etwa 1.500 Metern.

Quelle: Eurekalert

Studie: Majid Ezzati et al., Altitude, life expectancy and mortality from ischaemic heart disease, stroke, COPD and cancers: national population-based analysis of US counties, Journal of Epidemiology and Community Health, vorab online veröffentlicht 15. März 2011

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