Sonnenschutz

Vorbräunen oder Eincremen - was ist der bessere Sonnenschutz?

Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, wo manche Presseagenturen ins Archiv greifen und die Vorjahrsmeldungen zum Thema Sonnenschutz und “Vorbräunen” recyclen. Beispiel hier die AFP.

Die Argumentation ist seit jeher ebenso stereotyp wie falsch:
Vorbräunen auf der Sonnenbank führe nicht zu mehr Sonnenschutz, weil Solarien (fast) nur UVA abstrahle. UVA sei aber nur für die “Sofortbräune”, also das Einfärben des Melanins zuständig. Für den Melanin-Nachschub und die Bildung der sogenannten “Lichtschwiele” dagegen sei das UVB verantwortlich.

Tatsache ist, dass moderne Solarien zwar im Vergleich zur Natursonne einen höheren UVA-Anteil im Strahlenspektrum haben, dass aber zumeist der UVB-Anteil durchaus noch ausreicht für ein schützendes Vorbräunen.

Mehr noch: Wenn durch ebenso schonendes wie erholsames Vorbräunen etwa ein Lichtschutzfaktor (LSF) 4 erreicht wird, ist das in vielen Fällen ein wirksamerer Sonnenschutz, als das Einreiben mit Sonnencremes mit LSF 15 oder mehr.

Der Grund:
Der Lichtschutzfaktor wird berechnet nach einer Formel (2 mg pro cm²), d.h. mit einer Menge pro Fläche, die beim gewöhnlichen Eincremen so gut wie nie erreicht wird. Dadurch verringert sich der tatsächliche Lichtschutzfaktor – und zwar nicht linear sondern exponentiell.
Am Beispiel: Ein Mensch, der sich üblicherweise gründlich aber sparsam vor dem Sonnenbad am Strand mit Creme der LSF 30 einreibt, erzielt in Wirklichkeit einen Sonnenschutz von z.B. LSF 4. Das aber hätte er ohne ständig wiederholte Einreib-Übungen auch mit dem Vorbräunen auf der Sonnenbank erreichen können.

Und mehr noch:
Während die Sonnenbank nicht nur “vorbräunt”, sondern auch noch – wieder mit den ausreichenden UVB-Strahlen – die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D über die Haut anregt, muten viele Sonnenschutzmittel dem Körper schädliche Chemikalien oder möglicherweise ebenso schädliche Nanopartikel zu.

Um diesem Argument gleich vorzubeugen, schieben Pressemeldungen in jüngster Zeit schnell noch ein Argument nach, das nun aber zu einer absurden Schlussfolgerung führt: Mit den UV-Stahlen auf der Sonnenbank erhöhe sich ja das Hautkrebs-Risiko, schon deshalb sei von einem Solarienbesuch abzuraten.

Absurd deshalb, weil ein mäßig-regelmäßiger Besuch im Sonnenstudio das Melanom-Risiko keineswegs erhöht, wohl aber das unvorbereitete, intensive Sonnenbaden etwa im Urlaub. Konsequenz der medialen Ratgeber: Überhaupt keine Sonne! Stattdessen dichte Kleidung und UV-feste Sonnenbrillen.

Dass mit solchen “Strategien” der ohnehin “epidemische” Mangel an lebenswichtigem Sonnenschein-Vitamin D gefördert würde, mit fatalen Konsequenzen für Gesundheit und Gesundheitskosten, scheint weder den Autoren der Meldung noch ihren Gesprächspartnern in der Barmer Ersatzkasse aufzufallen.

Quelle: AFP (Agence France Press)

2 Kommentare zu “Alle Jahre wieder – Presse-Feldzug gegen das Vorbräunen”

  1. [...] Gleichzeitig mit diesem Ozon-News-Tsunami und den ersten fast sommerlichen Sonnentagen spülte eine andere, aber thematisch eng verbundene Welle über die deutsche Medienlandschaft: Sonnenschutz per Sonnencreme = gut! Vorbräunen, vor allem im Solarium = böse! (Wir berichteten hier und hier). [...]

  2. Gesunde Frau » Sonnenschutzam 13.04.2011 um 08:04

    [...] Fall wird beim Bräunen im Solarium die gleiche Lichtschwiele aufgebaut, die auch durch normale Sonneneinstrahlung aufgebaut [...]

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