Die immunregulierende Wirkung von Vitamin D und seine Bedeutung für die Vorbeugung und Therapie von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes 1 ist bekannt. Dass das Sonnenschein-Vitamin eine schützende Wirkung auch vor der Diabetes 2 hat, oft als “Altersdiabetes” bezeichnet, wurde erst in den letzten Jahren überzeugend belegt (wir berichteten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Jetzt unterstreicht eine australische Studie diese Erkenntnis im Rahmen einer Langzeit-Untersuchung (Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study). Über 6.000 Probanden, deren Vitamin D- und Kalzium-Werte im Jahre 1999 erhoben wurden, stellten sich fünf Jahre später der Überprüfung ihrer Werte.

Beim Vergleich der Werte von 199 Teilnehmern, die in der Zwischenzeit einen Diabetes 2 entwickelt hatten und gesund gebliebenen Teilnehmern stellte sich heraus, dass die Vitamin D Werte bei den Diabetes Patienten zu Beginn der Untersuchungen deutlich niedriger lagen als die der gesunden Teilnehmer.  Das Risiko, an Diabetes 2 zu erkranken, verringerte sich um jeweils 24 Prozent mit jedem Anstieg der Vitamin D-Werte um 25 nmol/l. Das änderte sich auch nicht nachdem etliche andere Faktoren ausgeschlossen worden waren, die diesen Unterscheid möglicherweise hätten erklären können.

Während also Vitamin D offensichtlich einen schützenden Einfluss ausübte, ließ sich das für Kalzium nicht nachweisen.

Bei der ersten Studie in dieser Größenordnung sei “es kaum möglich, die Bedeutung dieser Ergebnisse zu unterschätzen“. So Dr. Ken Sikaris, einer der Autoren.

Vitamin D schützt bereits vor Diabetes-Vorformen

Um dem “Henne-und-Ei”-Streit (ist Vitamin D-Mangel Ursache oder Folge der Krankheit) aus dem Wege zu gehen, untersuchte eine Studie an der University of Pennsyvania, Philadelphia, die Auswirkungen des Vitamin D-Mangels bereits auf Vor- und Frühformen der Diabetes in einer für die USA repräsentativen Gruppe von 12.719 Teilnehmern. Dabei wurden sämtliche bekannten Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes ausgeschlossen.

Das Ergebnis auch hier eindeutig: Da obere Viertel der Teilnehmer mit den besten Vitamin D-Werten hatte gegenüber dem unteren Viertel ein um fast 50 Prozent geringeres Risiko an diesen Frühformen der Diabetes zu erkranken.

Quelle: PubMed

Studien:
Claudia Gagnon et al,  Serum 25-Hydroxyvitamin D, Calcium Intake, and Risk of Type 2 Diabetes After 5 Years – Results from a national, population-based prospective study (The Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study)Diabetes Care, online vorab veröffentlicht 23. März 2011

Anoop Shankar et al., Serum 25-Hydroxyvitamin D Levels and Prediabetes Among Subjects Free of Diabetes, Diabetes Care, online vorab veröffentlicht 23. März 2011

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