Medikamenten-Metabolismus

Pillen wirken besser mit Vitamin D

Wie Medikamente im Körper “verarbeitet” werden, wirken und entsprechend dosiert werden müssen, ist individuell sehr unterschiedlich. Die Leber spielt dabei die entscheidende Rolle.

Sonnenlicht, insbesondere das UV-Licht und damit die Synthese von Vitamin D3, hat einen bedeutenden Einfluss auf die Medikamenten-”Verwertung” in der Leber. Im Winter, vor allem in den späteren Wintermonaten, geht diese “Verwertung” auf einen Tiefpunkt zurück, um sich dann bis Juli wieder zu “erholen” und bis September auf hohem Niveau zu verharren.

Über diese Beobachtung berichtet jetzt eine Forschergruppe am Karolinska-Institut in Stockholm.

Verantwortlich für diesen Zyklus ist das CYP3A4-Gen, das seinerseits abhängig ist vom Vitamin D-Spiegel im Blut. Die Forscher testeten diesen Zusammenhang an mehreren Medkamenten gegen Auto-Immunerkrankungen. Das Ergebnis zeigte, dass die wirksame Dosis der Medikamente um so höher ausfallen musste, je niedriger der Vitamin D-Spiegel im Blut absank.

Verallgemeinert würden diese Erkennisse bedeuten, dass ein Patient mit optimaler Vitamin D-Versorgung mit niedrigeren Dosen von Medikamenten auskommen könnte als ein Patient mit Vitamin D-Mangel. Um das zu bestätigen, so die Autoren, brauche es allerdings weitere Studien.

Quelle: Newswise

Studie:  Jonatan D. Lindh et al., Seasonal Variation in Blood Drug Concentrations and a Potential Relationship to Vitamin D, Drug Metabolism & Disposition, Mai 2011, 39/5, S. 933-937

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