Kinder, Sonne, Vitamin D und Anämie

"Sonnen-Kinder" haben es besser

Immer häufiger entdecken Wissenschaftler neue Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen durch einen Mangel an  “Sonnenschein-Vitamin D.” Jetzt präsentierten Forscher der bekannten Johns Hopkins Universität eine Studie, die den Einfluss des Vitamin D-Mangels auf die Entwicklung einer Anämie, einer “Blutarmut”, bei Kindern nachweist.

Bei einer Anämie ist die Anzahl der roten Blutkörperchen, der Anteil der Blutzellen und das Hämoglobin (Blutfarbstoff) zu niedrig. Das Blut kann den Körper nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgen. Abgeschlafftheit, Antriebs- und Lustlosigkeit sind noch die harmloseren Folgen.

Die Forscher untersuchten 9.400 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 2 und 18 Jahren und verglichen die Vitamin D- mit den Hämoglobin-Werten. Ergebnis: Je niedriger der Vitamin D-Spiegel im Blut der Kinder desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Anämie-Erkrankung. Kinder mit Vitamin D-Werten unter 20 ng/ml (50 nmol/l) hatten ein um 50 Prozent erhöhtes Anämie-Risiko im Vergleich zu ihren Altersgenossen mit höheren Vitamin D-Werten.

Jedes zusätzliche Nanogramm an Vitamin D senkte das Erkrankungsrisiko um volle drei Prozent.

Seit etlichen Jahren beobachten Wissenschaftler einen steigenden Vitamin D-Mangel bei Kindern und Jugendlichen und führen diesen Trend zurück auf die Zunahme der Freizeittätigkeiten in geschlossenen Räumen, vor allem die steigenden Zeitanteile von Fernsehen und Computerspielen.  Sonnenmangel führt zu Vitamin D-Mangel, der wiederum die Blutarmut befördert.

Dass auch ein Zuviel an Sonnenschutz für diesen Zusammenhang verantwortlich sein kann, zeigte sich in der Studie beim Unterschied zwischen Kindern unterschiedlicher Hautfarbe. Dunkelhäutige Kinder erkrankten wesentlich häufiger an Anämie als weisse Kinder.  Die Pigmentierung der Haut ist von der Natur als Schutz gegen übermäßige UV-Strahlen der Sonne gedacht, eine Art “Sonnenschirm der Natur”.  Die dunkle Hautfärbung ist also die Anpassung an die intensiven Sonnenstrahlen in der Nähe des Äquators. In den sonnenärmeren, nördlichen und südlichen Regionen reicht das UV-Licht der Sonne nicht mehr aus, um genügend “Sonnenschein-Vitamin D”  über die Haut im Körper zu produzieren. In Kombination mit den modernen Lebensgewohnheiten liegt hier der Grund für die fast acht Mal so große Anfälligkeit der afro-amerikanischen Kinder bei Blutarmut.

Die Studie wurde am 1. Mai bei der Jahrestagung der Pediatric Academic Societies in Denver, Colorado, vorgestellt.

Quelle: Newswise

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