Sonnenschein-Vitamin gegen Tod durch Lungenentzündung

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Das Risiko, an einer Lungenentzündung zu sterben, hängt ganz wesentlich ab vom Vitamin D-Spiegel im Blut des Erkrankten. Forscher an den Universitäten von Waikato und Otago in Neuseeland kommen zu diesem Ergebnis in einer Studie, in der sie 112 erwachsene Patienten mit beginnender Lungenentzündung auf ihre Vitamin D-Werte untersuchten und dann den weiteren Verlauf der Krankheit beobachteten.

Ihr Ausgangspunkt war die in vielen früheren Studien nachgewiesene Wirkung des Sonnenschein-Vitamins auf das Immunsystem, bei der Bekämpfung von bakteriellen und Virus-Infektionen und bei der Steuerung antibakterieller Eiweissmoleküle wie Cathelicidin und Beta-Defensin-2. (Erst vor einigen Tagen hatten wir über zwei Studien dazu berichtet)

Die Frage, die sich die neuseeländischen Wissenschaftler stellten, war daher:
Haben die Patienten mit höheren Werten an Vitamin D-Serum im Blut eine bessere Chance, die Lungenentzündung zu überleben, als die Patienten mit einem Vitamin D-Mangel.

Die Antwort war eindeutig: Patienten mit einem gravierenden Vitamin D-Defizit von weniger als 30 nmol/L starben deutlich häufiger innerhalb der ersten 30 Tage nach der Einlieferung in die Klinik als die Patienten mit einem Ausgangswert von 50 nmol/L und mehr. Experten halten überwiegend einen Vitamin D-Spiegel im Blut von 75 nmol/L für ausreichend. 80-90 Prozent der Vitamin D-Versorgung geschieht durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium.

Ob die Verabreichung von Vitamin D bei akuter Lungenentzündung tatsächlich Todesfälle durch Lungenentzündung verhindern könnte, ist damit noch nicht bewiesen. Unstreitig dagegen, dass eine dauerhaft gute Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin durch regelmäßigen Aufenthalt an der (natürlichen oder künstlichen) Sonne, einer Lungenentzündung – und anderen Infektionserkrankungen – vorbeugen hilft und in jedem Fall die Gefahr vermindert, daran zu sterben.

Quelle: Science Daily

Studie: Leong Leow et al., Vitamin D, innate immunity and outcomes in community acquired pneumonia, Respirology, 2011; 16 (4): 611

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