Foto: Gerd Altmann/PixelioEine “normale” Versorgung mit Vitamin D durch Ernährung oder Nahrungsergänzung (600 Internationale Einheiten, IE, pro Tag) senkt das Riskio, an einem Herzleiden zu erkranken – aber nur bei den Männern! So das auch für die Autoren etwas überraschende Ergebnis einer aktuellen Studie an der Harvard Universität.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 74.272 Frauen und 44.592 Männern aus den umfassenden Nurses’ Health und  Health Professionals Follow-Up Untersuchungen, die zwischen 1984 und 2006 durchführt worden waren. Zu Beginn hatten keine der Studienteilnehmer eine Herz-oder Herzgefäßerkrankung. Am Ende des mehr als 20jährigen Untersuchungszeitraums wurden insgesamt 9.886 Fälle von Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder von Schlaganfällen dokumentiert.

Bei Männern, die täglich 600 IE aufnahmen – eine Menge deutlich im unteren Bereich der von den meisten Experten empfohlenen Versorgung – traten diese Erkrankungen zu 16 Prozent seltener auf als bei Männern, die täglich nur 100 IE aufnahmen. Bei Frauen zeigte sich dieser Unterschied allerdings nicht.

Eine Erklärung für dieses unerwartete Phänomen liegt in der vermutlich zu niedrigen Dosis (600 IE), die für diese Studie als Grenzwert definiert wurde. Wichtiger vermutlich noch die Tatsache, dass hier nur die Vitamin D-Zufuhr per Nahrung und Nahrungsergänzung, nicht aber der Unterschied in der viel wichtigeren Versorgung durch die UVB-Strahlen der Sonne gemessen wurden. Bereits bei früheren Studien auf Basis dieser Daten war es zu erheblichen Unterschieden in den Ergebnissen im Vergleich zu Studien mit höherer Zufuhr an Vitamin D gekommen.

Berichte über diese Studien finden Sie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Ob die zu niedrige Dosis tatsächlich für dieses Ergebnis verantwortlich ist, wird sich zeigen, wenn eine umfassende Studie mit 20.000 Probanden abgeschlossen sein wird, die derzeit mit wesentlich höheren Mengen durchgeführt wird, .

Eine weitere Überraschung zeigte sich bei der Analyse der Daten: Für den besseren Schutz vor Herzerkrankungen war bei dieser Studie nicht das Vitamin D verantwortlich, das über die Ernährung aufgenommen worden war, sondern ausschließlich die Zufuhr über die Nahrungsergänzung (Vitamin D-Pillen). Ein Grund mehr anzunehmen, dass die Einbeziehung der Vitamin D-Synthese durch Sonnenstrahlen das Studienergebnis erheblich beeinflusst hätte.

Quelle: Eurekalert

Studie: Q. Sun et al., Vitamin D intake and risk of cardiovascular disease in US men and women, American Journal of Clinical Nutrition, vorab online publiziert, 08. Juni 2011 – Endgültige Fassung: Am J Clin Nutr August 2011 vol. 94 no. 2 534-542

Ein Kommentar zu “Geht das Sonnenschein-Vitamin nur den Männern ans Herz?”

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