Mozart

Blass - das Gesicht, nicht die Musik

Was auf den ersten Blick wie ein dummer Scherz erscheint, gibt beim zweiten Blick dann doch zu denken! Der Frage haben sich nämlich zwei internationale Top-Wissenschaftler angenommen und sind zu – sehr verkürzt gesagt – genau diesem Ergebnis gekommen: Mozart litt allem Anschein nach unter einem aktuen Vitamin D-Mangel.

Mozarts früher Tod hat schon immer Anlässe für alle möglichen Spekulationen geliefert – von Verschwörungstheorien (Vergiftung durch den Konkurrenten Salieri) bis hin zu schweren Verdauungsstörungen.

Auf sehr viel verlässlichere Beobachtungen stützt sich nun die These von Prof. William Grant, San Franzisko, USA, und Prof. Stefan Pilz, Graz. In einem Kommentar zu einem Artikel, der die verschiedensten Theorien kritisch beleuchtete, kommen die beiden Vitamin D-Experten zu dem Schluss, dass Mozarts Lebenswandel ein entscheidender Grund für sein frühes Ableben sein müsse.

Mozart hatte die Angewohnheit, bei Nacht zu arbeiten und häufig bis in die frühen Morgenstunden mit seinen Freunden um die Häuser zu ziehen (und was daher auch immer pleite), und den Tag mehr oder weniger zu verschlafen. Die Sonne sah er daher nur selten.

Außerdem lebte Mozart in “nördlichen Breiten” (Wien, 48 Grad N), wo die Sonne zwischen Okober und März selbst am Mittag nicht die Kraft hat, die Vitamin D-Synthese in der Haut anzustoßen.

Hinweise darauf, dass Sonnenmangel an seinem Tod (mit) verantwortlich war, fanden die beiden Forscher in der Krankheitsgeschichte des Komponisten. Er litt immer wieder an den verschiedensten  Infektionskrankheiten, Übelkeit und Erbrechen und fieberte oft. Gewöhnlich fielen diese Anfälle in die sonnenarme Zeit von Oktober bis März, in den sogenannten “Vitamin D-Winter”. So auch sein Tod am 05. Dezember 1791.

Für die lange Liste der Mozart´schen Leiden gilt inzwischen ein Vitamin D-Mangel als einer der entscheidenden Risikofaktoren. Der heute von den meisten Experten für “normal” gehaltene Vitamin D-Spiegel von 75-100 nmol/l im Blut konnte von Mozart bei diesem Lebensstil nicht einmal annähernd erreicht werden.

Spekulation? Sicher, aber anders als bei vielen anderen Vermutungen mit einer soliden Grundlage in der Realität. “Mehr Sonne für Mozart!” wäre zweifellos eine etwas verspätete Forderung. “Mehr Sonne für alle!” träfe wohl eher die Moral von der Geschicht´.

Quelle: W.B. Grant , S. Pilz, Vitamin D deficiency contributed to Wolfgang Amadeus Mozart’s death. Medical Problems of Performing Artists, June 2011;26(2):117.

Studie (auf die sich der Kommentar bezieht): W.J. Dawson, Wolfgang Amadeus Mozart—controversies regarding his illnesses and death: a bibliographic review. Med Probl Perform Art , 2010;25(2):49-53.

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