Jungeldiche als "moderne Höhlenbewohner"

Früher ..................Heute Foto:Philartphace/Fotolia

Das “metabolische Syndrom” ist ein oft tödlicher Mix aus verschiedenen Risikofaktoren für koronare Herz-Erkrankungen: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Werte der “bösen” Fette (LDL, Triglyzeride) und Insulinresistenz (Vorstufe und Anzeichen für Diabetes). Diese gefährliche “Entgleisung” des Stoffwechsels tritt immer häufiger auch schon bei Jugendlichen auf. Neben falscher Ernährung ist Grund dafür ein zunehmender Bewegungsmangel und immer weniger Zeit für den Aufenthalt im Freien und an der Sonne. Auch die Jugendlichen werden zunehmend zu “modernen Höhlenbewohnern” (Prof. Spitz).

Weniger Sonne bedeutet weniger “Sonnenschein-Vitamin”. Die Frage lag also nahe, wie wirkt sich dieser grassierende Mangel auf das “metabolische Syndrom” und damit auf die Gefahr einer gefährlichen Herzerkrankung aus.

Forscher der Universität von Georgia, USA, widmeten sich dieser Frage und nutzten dafür die Daten aus einer der weltweit umfangreichsten Sammlung von Gesundheitsdaten,  der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), darunter vor allem die Vitamin D-Werte aus der jüngsten Erhebungswellen von 2010. Die Daten von 5.867 Jugendlichen im Alter 12–19 Jahren wurden in drei Gruppen eingeteilt nach der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut.

Es stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, an dem “metabolischen Syndrom” und anderen Riskiofaktoren für koronare Herzerkrankheit zu erkranken, bei der Gruppe mit den niedrigsten Vitamin D-Werten um 71 Prozent höher lag als in der Gruppe im oberen Drittel der Vitamin D-Werte. Oder umgekehrt: Je größer der Mangel an Sonnenschein-Vitamin, desto größer die Gefahr, ein “metabolisches Syndrom” und damit eine schwere Herzkrankheit zu entwickeln.

Das galt auch für sämtliche Bestandteile dieses “metabolischen Syndroms“: Ein höherer Vitamin D-Spiegel im Blut bedeutete in der Regel – sogar völlig unabhängig von Übergewicht – einen geringeren Bauchumfang, bessere Blutduckwerte, geringer Insulinresistenz und daher geringere Diabetes-Gefahr sowie besser Werte bei den “guten” Blutfetten (HDL).

Quelle: PubClawler

Studie: Vijay Ganji et al., Serum 25-hydroxyvitamin D concentrations are associated with prevalence of metabolic syndrome and various cardiometabolic risk factors in US children and adolescents based on assay-adjusted serum 25-hydroxyvitamin D data from NHANES 2001–2006, American Journal of Clinical Nutrition, Juli 2011,  94 /1 S. 225-233

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben