Eine Kombination aus Kalzium und Vitamin D kann das Risiko halbieren, an einem Melanom zu erkranken – jedenfalls bei Frauen mit einem erhöhten Melanom-Risiko und bei Frauen, die schon einmal an einem vergleichsweise harmlosen “weissen” Hautkrebs erkrankt waren. Das ergab jetzt eine Studie an der Stanford University School of Medicine.

Studienleiterin Prof. Jean Tang: “In der Präventivmedizin konzentrieren wir uns auf die Menschen mit dem größten Risiko, die untersuchte Krankheit zu bekommen.  Wer früher schon einmal einen “weissen” Hautkrebs hatte, für den verringert sich durch Kalzium und Vitamin D das Risiko, auch einen “schwaren” Hautkrebs, ein Melanom, zu bekommen.”

Die Forscher analysierten die vorhandenen Daten von 36.000 Frauen im Alter zwischen  50 und 79 Jahren aus der umfassenden klinischen Studie Women’s Health Initiative. Der Nachteil bei diesem Rückgriff auf verfügbare Daten: Die waren eigentlich für einen anderen Forschungszweck gesammelt worden. Daher lag die Vitamin D-Dosis, die den Frauen in der Teilnehmerinnen-Gruppe verabreicht worden war mit lediglich 400 IE pro Tag sehr niedrig, während bei den Frauen in der Kontrollgruppe, also der Gruppe ohne direkte Verabreichung von Kalzium und Vitamin D, nicht völlig ausgeschlossen worden war, dass sie gewohnheitsmäßig ebenfalls Vitamin D als Nahrungsergänzung einnahmen oder höhere Vitamin D-Werte durch mehr Aufenthalt an der Sonne aufwiesen. Damit würde aber der Unterschied zwischen den beiden Gruppen zu gering, um die Wirkung erhöhter Vitamin D-Zufuhr auf das Melanom-Risiko für alle Teilnehmerinnen zu messen.

Das ist, so vermuten auch die Autoren, der Grund dafür, dass sich bei den Teilnehmerinnen ohne erhöhte Melanom-Gefahr die vorbeugende Wirkung von Kalzium und niedrig dosiertem Vitamin D nicht zeigte. Die Vermutung liegt daher nah, dass  eine Studie mit höheren Vitamin D-Gaben und einer Kontrolle des Verhaltens an der Sonne diese Wirkung auch für alle Teilnehmerinnen gezeigt hätte.

Aus vielen anderen Untersuchungen ist bekannt, dass das Sonnenschein-Vitamin D eine entscheidende Rolle spielt bei der Teilung/Vermehrung von Zellen und der Beseitigung (Apoptose) von entarteten Zellen. Da auch die Zellen der Haut über sogenannte Vitamin D-Rezeptoren verfügen, eine Art Eintrittspforte in die Zellen, liegt diese Vermutung auch für den Hautkrebs nah.

Angesichts dieses so geringen Unterschieds zwischen den beiden Gruppen ist es erstaunlich, dass sich überhaupt eine so deutlich Wirkung (d. Red: für die Frauen mit einem erhöhten Melanom-Risiko) auf das Melanom-Risiko ergeben hat. Ich denke, dass sich auf diese Weise viele positive Wirkungen (d. Red.: des “Sonnenschein-Vitamins”) noch garnicht gezeigt haben,” kommentierte der Mit-Autor und bekannte Endokrinologe Prof. David Feldman das Ergebnis.

Eine weitere Schwierigkeit der Studie ist die Tatsache, dass der “schwarze” Hautkrebs eine so seltene Erkrankung ist, dass bei einer Teilnehmerzahl von 36.000 über die Jahre der Studiendurchführung nur 176 Fälle von Melanom aufgetreten waren.

Quelle: Eurekalert

Studie: J.Y. Tang et al.,  Calcium Plus Vitamin D Supplementation and the Risk of Nonmelanoma and Melanoma Skin Cancer: Post Hoc Analyses of the Women’s Health Initiative Randomized Controlled Trial, Journal of Clinical Oncology, vorab online 27, Juni 2011.

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