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Schwangere gehören zu den “Risikogruppen” für die ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D. Zudem kann der Vitamin D-Mangel bei Schwangeren gravierende gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind, Für Geburt und Neugeborenes haben.

In der Vergangenheit  haben viele Ärzte aus Sorge über mögliche Nebenwirkungen vor allem bei hochdosierten Vitamin D-Gaben in der Überprüfung und Therapie des Vitamin D-Mangels sehr zurückhaltend agiert.

Jetzt scheinen diese Bedenken zerstreut zu werden. In einer klinischen Studie mit knapp 500 schwangeren Frauen in der 12. bis 16.  Schwangerschaftswoche wurden entweder 400, 2.000 oder 4.000 IE (Internationale Einheiten) Vitamin D täglich verabreicht – bis zur Geburt des Kindes. Kontrolliert wurde während dieser Zeit und im Anschluss sämtliche Werte, die auf eine negative Wirkung der Vitamin D-Gaben hätten hindeuten können. Der Vitamin D-Spiegel im Blut der Schwangeren wurde zu Beginn der Untersuchung und dann einen Monat vor und unmittelbar nach der Geburt gemessen.

Die Frauen, die täglich 2.000 IE genommen hatten erreichten einen Monat vor Ende der Schwangerschaft den Zielwert von 80 nmol/l im Blut um über 50 Prozent häufiger als die Frauen, die nur 400 IE erhalten hatten, Dagegen gab es zwischen der Gruppe mit 4.000 IE und der Gruppe mit 2.000 IE so gut wie keinen Unterschied in der Wirkung auf den Vitamin D-Spiegel (25 (OH)D. Allerdings erzielte die Gruppe mit 4.000 IE bessere Werte bei den Messungen des “wirksamen” Vitamin D (1,25(OH)2D).

Die Versorgung mit Vitamin D wird in der Regel mit dem “zirkulierenden” 25 (OH) D gemessen. Diese Form des Vitamin D aber wird nicht unmittelbar in den Zellen der menschlichen Körpers “verarbeitet”, ist also zunächst einmal nicht “wirksam”. Erst in einem weiteren Umwandlungsschritt wird daraus das wirksame “Endprodukt” 1,25 (OH) 2D, das “Sonnen-Hormon”.

Während der gesamten Studiendauer tauchte nicht ein einziger Fall von Nebenwirkungen oder Unverträglichkeit auf – auch nicht bei der Gruppe der Frauen, die täglich 4.000 IE einnahmen.

Dazu Prof Bruce Hollis, Leiter der Forschungsgruppe an der Medical University of South Carolina, Charleston, USA: “Nach Jahrzehnte währenden Spekulationen über die Sicherheit von Vitamin D als Nahrungsergänzung für Schwangere hat unsere Studie nun eindeutig bewiesen, dass Vitamin D-Gaben sowohl sicher als auch wirksam sind.

Ernährung ist nicht annähernd ausreichend für die Vitamin D-Versorgung in der Schwangerschaft

Eine gleichzeitig erschienene Studie beschäftigt sich mit der Rolle, die die Ernährung in der Schwangerschaft für die Versorgung mit ausreichendem Vitamin D hat und haben könnte.

Bekanntemaßen enthalten nur wenige Nahrungsmittel, vor allem aber fetter Fisch, nennenswerte Mengen an Vitamin D. Die Studie untersuchten nun die Ernährungsgewohnheiten von Schwangernen und fand heraus, dass nicht einmal ien Viertel der schwangeren Frauen jemals fetten Fisch zu sich nahmen.

So war es denn kein Wunder, dass die Aufnahme von Vitamin D über die Nahrung volle 80 Prozent unter den für die Gesundheit offiziell empfohlenen Werten lag. (Ähnliche Werte hatte die Nationale Verzehrsstudie von 2008 auch für Deutschland festgestellt).

Das wenige Vitamin D, das überhaupt auf diesem Wege aufgenommen wurde, stammte aus dem Verzehr von Eiern, Fleisch und Frühstücks-Müsli, das in den USA häufiger als bei uns mit Vitamin D angereichert wird.

Die naheliegende Schlussfolgerung: Vergesst die Ernährung, geht lieber an die Sonne (oder ins Solarium)! ziehen die Autoren allerdings erwartungsgemäß nicht. Vielmehr empfehlen sie “erzieherische” Maßnahmen nun eine breitere Ergänzung von Nahrungsmitteln mit Vitamin D.

Welche Wirkungen für Schwangere und ihre Babys ein Vitamin D-Mangel haben kann, haben wir in verschiedenen Studienberichten in diesem Blog beschrieben (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle: NCBI

Studien:

B.W. Hollis et al., Vitamin D supplementation during pregnancy: Double blind, randomized clinical trial of safety and effectivenessBone Mineral Research, vorab online 27. Juni 2011

C.A. McGowan et al., Insufficient vitamin D intakes among pregnant women, European Journal of Clinical Nutrition, vorab online 22. Juni 2011.

Ein Kommentar zu “Vitamin D auch als Nahrungsergänzung von Schwangeren problemlos vertragen”

  1. [...] in der Vergangenheit immer wieder über entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen berichtet (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, [...]

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