Eine weitere medizinische Fachgesellschaft hat sich jetzt neue Leitlinien für den Umgang mit dem Sonnenschein-Vitamin D gegeben: Die US Endocrine Society. Die Endokrinologen als “Spezialisten für den Stoffwechsel” sind in dieser Frage in besonderer Weise “zuständig”.

Eine Task Force der Gesellschaft hatte die Leitlinien erarbeitet und setzt sich bewusst sehr deutlich gegenüber den umstrittenen, restriktiven Empfehlungen des Institute of Medicine (IOM) aus dem vergangenen Jahr ab. Grundsätzlich empfiehlt die Task Force für alle Erwachsenen mit Vitamin D-Mangel die Gabe von 6000 IE Vitamin D3 pro Tag für 8 Wochen, bis ein Vitamin D Spiegel über 75 nmol/l erreicht ist, dann sollte auf eine Erhaltungstherapie von 1500-2000 IE pro Tag Vitamin D3 umgestellt werden. Die Empfehlungen werden darüber hinaus für die unterschiedlichen Patientengruppen präzisiert.

Ein flächendeckendes Vitamin D-Screening halten die Autoren nicht für notwendig. Lediglich die bekannte Riskiogruppen für einen Vitamin D-Mangel sollten regelmäßig getestet werden.

Quelle: Science Daily

Studie/Leitlinie: Michael F. Holick, Neil C. Binkley, Heike A. Bischoff-Ferrari, Catherine M. Gordon, David A. Hanley, Robert P. Heaney, M. Hassan Murad, Connie M. Weaver, Evaluation, Treatment, and Prevention of Vitamin Deficiency: an Endocrine Society Clinical Practice Guideline, Journal of Clinical Endocrinological Metabolism, vorab online publiziert 6. Juni, 2011


Ein Kommentar zu “Endokrinologen erhöhen die Grenzwerte für Vitamin D”

  1. Ingo Koppelmannam 13.07.2011 um 15:31

    Hallo,

    75 nmol/L entsprechen dem gebräuchlicheren Maß von 30 ng/ml. Der Umrechnungsfaktor ist 2,5. Wenn man schon 6.000 IE von Vitamin D pro Tag benötigt um auf diesen Wert zu kommen, wieviel braucht man dann wohl, um auf optimale Werte von 40-80 ng/ml zu kommen?

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