Papillomviren

Papillomviren. (c)Deutsches Krebsforschungszentrum

Schuld ist nicht immer nur die Sonne! Neben ererbten Veranlagungen gibt es eine Fülle von Faktoren, die bei der Entstehung von “weißem” und “schwarzem” Hautkrebs mitwirken. Einen solchen “Mittäter” haben jetzt die Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gemeinsam mit Kollegen am IARC (WHO-Institut) in Lyon dingfest gemacht: Der Papillomvirus.

Dieses Virus wirkt wie ein UV-Verstärker. Es sorgt dafür, dass die von der Sonne bestrahlten Hautzellen entarten und sich so ein “weisser” Hautkrebs bilden kann. Die Forscher hatten im Labor besonders präparierte Mäuse mit dem Virus infiziert. Die obere Hautschicht der infizierten Tiere bildete unter UV-Strahlen sehr schnell ein Vorstufe des Hautkrebs, eine aktinische Keratose aus, die sich dann oft zu einer Form des “weissen” Hautkrebs, dem Spinaliom, weiterentwickelte. Die nicht infizierten Mäuse dagegen blieben bei gleicher UV-Bestrahlung frei von Hautkrebs.

Offensichtlich machen die beta-Papillomviren die Hautzellen anfälliger für schädliche UV-Strahlung und sind damit ursächlich an der Krebsentstehung beteiligt“, erklärt Prof. Lutz Gissmann, Leiter der Studiengruppe in Heidelberg. Es sei denkbar, künftig besonders gefährdete Personen gegen den Papillomvirus zu impfen und so die Entstehung des Hautkrebs zu verhindern.

Auf einen Fehler von einiger Tragweite in der Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum weist der Lichtbiologe Alexander Wunsch auf seinem PhotonBlog hin und kritisiert die “Gleichsetzung der aktinischen Keratose mit der “Lichtschwiele”. Die Lichtschwiele ist ein physiologischer Anpassungsmechanismus der gesunden Haut unter dem Einfluß von UV-Strahlung und trägt maßgeblich zum natürlichen Schutz der tieferen Epidermis vor UV-Strahlung bei. Die Tatsache, dass die  Aktinische Keratose auch mit einer (pathologischen) Verhornung einhergeht, berechtigt nicht dazu, den natürlichen Vorgang der Bildung einer Lichtschwiele … mit einer negativen Konnotation zu belegen!

Von Bedeutung ist diese Richtigstellung vor allem deshalb, weil solche “Grenzverwischungen” schon in der Vergangenheit immer wieder in den Angstkampagnen einiger Dermatologenverbände gegen Sonne und Sonnenbank für Effekthascherei genutzt wurden und werden. So wird in den öffentlichen Diskussionen und in den Medien gern nicht nur die völlig unterschiedlichen Hautkrebs-Arten in einen Topf geworfen, sondern zur Steigerung der Horrorzahlen über die “Hautkrebs-Epidemie”  flugs auch noch die diversen Vorformen wie etwa die aktinische Keratose beigemischt.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums

Ein Kommentar zu “Viele Wege führen zum weissen Haukrebs – auch Viren beteiligt”

  1. Maria Audleyam 20.07.2011 um 20:11

    You are right! Facts are stubborn things :-D

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