Die vorbeugende und schützende Wirkung des Sonnenschein-Vitamin D bei Multipler Sklerose, ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen, ist sehr gut belegt. Aber bisher war nicht bekannt, wie es zu dieser Wirkung von Vitamin D auf den Verlauf der Multiplen Sklerose kommt. Eine gemeinsame Studien der University of Medicine and Dentistry of New Jersey und der Stanford University deckt diesen Zusammenhang jetzt auf: Das Vitamin D blockt die Zufuhr eines Proteins, das für die Entwicklung der Multiplen Sklerose wichtig ist.

Multiple Sklerose ist eine der am weitesten verbreiteten Erkrankungen des Nervensystems. Betroffen sind weltweit 2,5 Millionen, zumeist junge Erwachsene.

Bei allen Autoimmunerkrankungen wendet sich das Immunsystem gegen die gesunden Körperzellen und zerstört sie. Bei der Multiplen Sklerose produzieren die Zellen das zerstörerische Protein Interleukin-17 (IL-17)  im menschlichen Gehirn.  Wenn nun das Vitamin D sich über den sogenannten Vitamin D-Rezeptor an die Zelle bindet, blockiert der Rezeptor die Produktion von IL-17, indem es ein Protein, NFAT, verdrängt, das den Prozess an- und abschaltet.  Die Produktion des IL-17 sinkt ab.

Gleichzeitig aber aktiviert der Vitamin D-Rezeptor auch ein anderes Gen, das seinerseits die dämpfenden T-Zellen zum Kampf gegen die zerstörerische Produktion von IL-17 mobilisiert.

Damit wäre eine weitere Lücke im Wissen um die Wirkungsketten des Sonnenschein-Vitamins bei der Vorbeugung und Heilung chronischer Erkrankungen geschlossen.

Genetische Ursachen der Multiplen Sklerose entschlüsselt – Vitamin D wirkt auf entscheidende Gene

29 Genvarianten, die mit Entstehung und Entwicklung der Multiplen Sklerose in Verbindung stehen, wurden jetzt von einem internationalen Forschungskonsortium unter Leitung von Wissenschaftlern der Universitäten von  Oxford und Cambridge identifiziert. Beteiligt auch Forscher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und des Schleswig-Holsteinischen Exzellenzclusters Entzündungsforschung. 250 Wissenschaftler untersuchten die DNA von 9.772 MS-Betroffenen und 17.376 nicht betroffenen Kontrollpersonen.

Auch diese Forschungen werfen ein neues Licht auf die Bedeutung des Vitamin D für die Entstehung und Entwicklung von Autoimmunerkrankungen, vor allem der Multiplen Sklerose.  Insbesondere zwei Gene wurden identifiziert, die am Vitamin D-Stoffwechsel beteiligt sind und damit auch auf dieser Ebene die Rolle des Sonnenschein-Vitamins für die Regulierung des Immunsystems belegen.

Quellen: NewsWise, idw

Studien:
S. Joshi et al., 1,25-Dihydroxyvitamin D3 Ameliorates Th17 Autoimmunity via Transcriptional Modulation of Interleukin-17A, Molecular and Cellular Biology, Sept.  2011;31(17):3653-69.

The International Multiple Sclerosis Genetics Consortium & The Wellcome Trust Case Control Consortium 2, Genetic risk and a primary role for cell-mediated immune mechanisms in multiple sclerosis, Nature 476, 214–219, vorab online 11 August 2011

 

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