Warum kommen wissenschaftliche Studien über die Rolle von Vitamin D bei der Vorbeugung und Heilung bestimmten Krebsarten zu widersprüchlichen Ergebnissen? Spanische Wissenschaftler um Professor Hector Palmer  vom  Krebsforschungsinstitut in Barcelona scheinen jetzt eine Antwort gefunden zu haben:
Die gute Nachricht: Das Sonnenschein-Vitamin – bzw. der Vitamin D-Rezeptor – bremst in der Tat die Entwicklung etwa eines Darmtumors.
Die schlechte Nachricht: Das Sonnen-Hormon verliert an Wirkung, je weiter der Tumor fortschreitet.

Das Vitamin D hemmt ein Protein, das Beta-Catenin, das bei der Entwicklung des Tumors ein entscheidende Rolle spielt. “Unsere Untersuchungen bestätigen die entscheidende Rolle des Vitamin D-Rezeptors bei der Blockade von entarteten Signalen in der Zelle, die das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen auslösen und schließlich zur Entstehung eines Tumors führen, ” so Prof. Palmer.

Je weiter allerdings der Krebs fortschreitet, desto geringer wird die Anzahl der Vitamin D-Rezeptoren an den Zellen. Die Zufuhr von Vitamin D verliert zunehmend seine Wirkung. Der Krebs scheint sich im entwickelten Zustand erfolgreich gegen seinen “Feind”, das Vitamin D, zu wehren.

Das bedeutet, dass das Sonnenschein-Vitamin D seine Krebs-verhindernde Rolle vor allem bei der Vorbeugung und in der Anfangsphase der Tumor-Entwicklung spielen kann. Vitamin D-Mangel begünstigt also die Entstehung und das frühe Wachstum des Darmkrebs. Hat der Krebs einmal dieses Stadium verlassen, kann auch die Zufuhr von mehr Vitamin D sein Wachstum nicht mehr aufhalten.

Damit erklärt sich auch der Unterschied in den Studien zum  Zusammenhang von Vitamin D und Darmkrebs. Je später in der Entwicklung des Krebses die Untersuchung ansetzt, desto geringer die positive Wirkung des Vitamin D.

Fazit: Ein ausreichender Vitamin D-Spiegel (als Richtlinie wird heute ein Wert von 75 nmol/l bzw. 30 ng/ml von den meisten Experten genannt) über den gesamten Jahresverlauf ist vor allem für die Vorbeugung von vielen Krebsarten von ausschlaggebender Bedeutung.

Quelle: Vitamin D Council

Studie: M.J. Larriba  et al., Vitamin D Receptor Deficiency Enhances Wnt/ß-Catenin Signaling and Tumor Burden in Colon Cancer. PLoS ONE 6(8): e23524, 16. August 2011

Ein Kommentar zu “Vitamin D bremst den Darmkrebs aus – aber nur im Frühstadium”

  1. [...] Meta-Studie berichtet. Über einzelne Studien zum Sonnenschein-Vitamin D und Darmkrebs wurde hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [...]

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