Schwangere und ihre Neugeborenen leiden unter Vitamin D-Mangel. Richtlinien und Verhalten ändern!

Schwangere Frauen sind eine der “Problemgruppen” bei der Versorgung mit dem lebenswichtigen “Sonnenschein-Vitamin D”. Die Folgen für Mutter und Kind können gravierend sein. Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder über entsprechende Studien berichtet (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Eine aktuelle Studie an der Universität Giessen unterstreicht jetzt das dramatische Ausmaß dieses Problems:
90 Prozent der schwangeren Frauen in dieser Studie und 88 Prozent ihrer Neugeborenen leiden unter einem Vitamin D-Mangel.

Als unteren Schwellenwert nahmen die Forscher die jüngsten Werte des US Institute of Medicine von 50 nmol/L, obwohl selbst dieser untere Grenzwert des “Normalen” von vielen Wissenschaftlern als zu niedrig kritisiert wird. Er berücksichtigt lediglich die Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” auf den Knochenstoffwechsel.

In der Giessener Studie unter Leitung des Ernährungswissenschaftlers Prof. Dr. Clemens Kunz wurden von Oktober bis Dezember 2010 bei 84 schwangeren Frauen Blutproben entnommen. Gleichzeitig wurde eine Probe aus dem Nabelschnurblut des Babies nach der Entbindung entnommen, und jeweils der Vitamin D-Spiegel im Blut (25 (OH)D) bestimmt.

In den zahlreichen internationalen Studien (s.o.) konnte ein eindeutiger Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin D-Werten in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Atemwegsinfektionen/Asthma, Rachitis und gestörtem Knochenstoffwechsel bis hin zur Osteoporose, Autismus, Gehirn- und allgemeinen Entwicklungsstörungen bei Neugeborenen nachgewiesen werden.

Die Autoren kritisieren, dass die offiziellen “Zufuhrempfehlungen in Deutschland keinen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Vitamin D-Status in dieser kritischen Phase leisten“.
Ihre Studienergebnisse hätten gezeigt, dass “eine wesentlich höhere Vitamin D-Zufuhr für schwangere Frauen wie auch für viele andere Bevölkerungsgruppen dringend erforderlich ist, um gesundheitliche Folgen wie Störungen des Knochenaufbaus zu vermeiden,” so die Pressemitteilung der Universität Giessen.

Auffällig allerdings – aber nicht untypisch für öffentliche Äusserungen auch von Wissenschaftlern in Deutschland zum Vitamin d-Mangel – dass bei der Aufzählung der Quellen für eine bessere Vitamin D-Versorgung die Sonne überhaupt nicht genannt wird. Immerhin liefern die UVB-Strahlen der Sonne in unseren Breiten etwa 90 Prozent der Vitamin D-”Produktion” über die Haut. Mit der empfohlenen Zufuhr über Ernährung, Nahrungsergänzung und Vitamin D-Pillen ist das Problem kaum zu lösen.
Könnte es sein, dass die unablässigen Kampagnen einiger Dermatologen- und Krebsorganisationen auch bei den Kollegen anderer Fakultäten zu gelegentlichen Denkblockaden führen?

Quelle: Pressemitteilung der Universität Giessen

Studie: Noch nicht veröffentlicht

 

 

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