Zum ersten Mal: Ozonloch über der Arktis

Ozonloch über der Arktis - ernst nehmen, aber die Kirche im Dorf lassen!

Eigentlich ist die Nachricht inzwischen ziemlich abgestanden: Im Spätwinter/Frühling 2011 hatte sich zum ersten Mal über der Arktis ein Ozonloch gebildet. Das kannten wir bisher nur aus der Antarktis – aus sicherer Entfernung, sozusagen.

Plötzlich im Herbst und lange nach dem Verschwinden des Ozonlochs taucht es nun  in den Medien wieder auf. Ob das  einfach auf den beliebten Gänsehaut-Effekt schauriger Nachrichten zurückzuführen ist oder doch auf die gezielte PR-Strategie der Anti-Sonnen-Kamarilla, ist nicht mehr auszumachen.

Sicher ist, dass das Phänomen – im Gegensatz zu seinem “Loch-Namenvetter”, dem Monster von Loch Ness – ernst und ernstzunehmen ist. Die Ozonschicht absorbiert erhebliche Teile der UV-Strahlen (so gut wie das gesamte UVC und sehr viel UVB, besonders wenn die Sonne schräg einfällt wie im Herbst und Winter oder ausserhalb der Mittagszeit). Ihre Ausdünnung oder gar ihr Verschwinden hätte erhebliche Auswirkungen auf unser Verhältnis zur Sonne. Die zusätzlich auf der Erde ankommenden UVC- und UVB-Strahlen würden die Sonnenbrand-Gefahr drastisch erhöhen und so zu Schädigung der Haut führen, wenn wir uns nicht auf die neue Situation einstellen würden.

Genau dieser Gefahr sind wir, wenn es nach den aktuellen Meldungen in den Medien geht, jetzt hier in Deutschland ausgesetzt. Sprich: Die Sonne ist noch viel gefährlicher als bisher schon – und ist wo immer möglich zu meiden.

Tatsache ist allerdings, dass das arktische Ozonloch

  1. ein vermutlich singuläres Phänomen war, das sich nur unter bestimmten Extrembedingungen wiederholen könnte,
  2. Deutschland überhaupt nicht betraf! Weiter südlich als Grönland und den Norden von Russland reichte das Ozonloch im Frühjahr nicht.

Wie schon die seit Jahren laufenden Angst-Kampagnen gegen Sonne und Sonnenbank hat auch diese Medien-Karriere des Ozonlochs einen doppelt negativen Effekt:

  1. Sie führt zur Verstärkung der Angst vor der Sonne (mit dem gewünscht günstigen Effekt für die Kosmetikindustrie) und damit zu dem ohnehin ständig ansteigenden Mangel an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin – vom Verlust der guten Laune mal ganz abgesehen.
  2. Andererseits aber führt das ständige Beschwören von schrecklichen Gefahren, wo (noch) garkeine Gefahren sind, zu einer Art “Alarm-Verschleiß”. Die Leute gewöhnen sich an den Lärm und reagieren dann nicht mehr, wenn es wirklich gefährlich wird. Das kennen wir von der Geschichte mit den falschen “Wolf”-Alarmrufen: An Ende nahm die Rufe auch hier keiner mehr ernst und der Wolf hatte freie Bahn bei den Schafen.

Es wäre hilfreich, wenn einige Organisationen und einige Redaktionen über dieses Dilemma einmal nachdenken würden, bevor sie das nachstemal “Wolf!!” rufen und die Sonne meinen.

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