Gene Gern genommen von Dermatologen und Medien die Behauptung: zu mehr als 90 Prozent seien die UV-Strahlen der Sonne oder der Sonnenbank “schuld” am “schwarzen” Hautkrebs, dem Melanom. Das war immer schon Unsinn, aber mit den Fortschritten bei der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, tauchen immer mehr Belege dafür auf, dass ein Großteil der Melanom-Fälle durch diese Erbfaktoren erklärt werden können.

Forschern an der Universität von Leed, Großbritannien, ist jetzt im Rahmen des europaweiten GenoMEL-Projekts ein weiterer Durchbruch gelungen. Beim Vergleich der Gene von 3000 Menschen mit schwarzem Hautkrebs und mit dem Erbgut gesunder Menschen entdeckten sie Gene, die bislang nicht im Zusammenhang mit Hautkrebs in Verbindung gebracht worden waren:
Das Gen MX2, das bislang vor allem im Zusammenhang mit Schlafstörung bekannt war, darüber hinaus das DNA-Reparatur-Gen ATM sowie das Gen CASP8, das bei der Teilung/Vermehrung der Zellen eine Rolle spielt.

Bei Menschen, die  alle drei dieser Risikogene geerbt haben, steigt das Risiko für ein Melanom um mehr als ein Drittel. Keines dieser drei Risikogene hat etwas zu tun mit den bereits bekannten erblichen Melanom-Risiken wie besonders helle Haut, rote Haare oder zahlreiche Muttermale (Nävi).

Weitere Entdeckungen werden berichtet von einem australischen Forschungsprojekt (CIBER of Rare Diseases). Hier konnten auf dem sog. Chromosom 1 eine Serie von Genen mit dem Melanom in Verbindung gebracht werden.

Die Forscher gehen nach eigenen Aussagen davon aus, dass in Kürze weitere Genvarianten als Risikofaktoren für den “schwarzen” Hautkrebs entdeckt werden.

Quelle: Eurekalert

Studien:
Jennifer H Barret et al., Genome-wide association study identifies three new melanoma susceptibility loci, Nature Genetics, 09. Oktober 2011, vorab online publiziert

Stuart MacGregor et al., Genome-wide association study identifies a new melanoma susceptibility locus at 1q21.3, Nature Genetics, 09. Oktober 2011, online vorab publiziert

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