Die UV-Strahlen der Sonne und der Sonnenbank haben positive wie negative Auswirkungen. Das ist eine Plattitüde, weil sie im Prinzip für jedes gesundheitswirksame Phänomen gilt. Dermatologen und Krebsorganisationen erinnern uns täglich an die “bösen” Seiten der Sonne. Und damit wir`s auch kapieren, wird gelegentlich der Wahrheit ein wenig auf die Sprünge geholfen mit statistischen Manipulationen und dem schlichten Auslassen von Fakten und Daten.

Jetzt versucht eine norwegischen Forschergruppe unter Leitung des bekannten Biophysikers und Photobiologen, Prof. Johan Moan, eine ehrliche Bilanz der “guten” und der “bösen” Seiten der Sonnen-, insbesondere der UV-Strahlen, für die menschliche Gesundheit zu ziehen.  In einer Auswertung bisheriger Forschungsergebnisse kommen die Wissenschaftler zu einem eindeutigen Ergebnis: Die positiven Wirkungen der UV-Strahlen übersteigen die negativen Wirkungen um ein Vielfaches.

Die Studie zitiert ein Beispiel:
Bei der schlimmsten annehmbaren Folge zusätzlicher Sonnen- oder Sonnenbank-Bestrahlung mit einem Anstieg des Vitamin D-Spiegels von 25 nmol/L könnte es in Norwegen zu etwa 200-300 zusätzlichen Todesfällen aufgrund von Hautkrebs, genauer: Malignem Melanom, kommen. Soviel zur “bösen” Sonne.
Gleichzeitig aber würde allein durch die Steigerung des Vitamin D-Spiegels in der norwegischen Bevölkerung die Zahl der Todesfälle durch andere Krebsarten um 3.000 Fälle abnehmen.

Bei dieser spektakulären Bilanz sind alle anderen positiven Gesundheitswirkungen der optimierten Versorgung mit dem “Sonnenschein Vitamin D”, etwa durch den Rückgang der Diabetes-, MS-, Infektionsfälle und tödliche Folgen von Knochenbrüchen im Alter, noch garnicht eingerechnet.

Ausserdem meldet Prof. Moan auch Zweifel an seiner eigenen pessimistischen Hochrechnung der zusätzlichen Melanom-Fälle an: “Unsere eigenen Ergebnisse (aus anderen Studien, d. Red), dass Sonnen-Exposition, vermutlich durch Vitamin D, sogar gegen Melanoma an wenig bestrahlen Körperpartien schützt, wurde jünst wieder bestätigt durch die Studienergebnisse von Prof. Dixon und anderen, dass das aktive Vitamin D (Calcitriol) vor krebserregenden Schäden schützt, die durch die UV-Strahlen verursacht werden.

In diesem Zusammenhang kritisierte Prof. Moan auch die  einseitigen Kampagnen gegen die Sonnenbänke. Auch hier sei die Bilanz, wie bei der Natursonne, in Wirklichkeit eher positiv.

Quelle: PubMed

Studie:  Johan Moan et al.,  Vitamin D, sun, sunbeds and health, Public Health Nutrition,  24. Oktober 2011:1-5 (online vorab publiziert)

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