Pillen schlucken

Vorsicht vor Überdosierung beim Pillen-Schlucken

Fälle von Vitamin D-Vergiftung haben in USA die Diskussion um die optimale Quelle für die Vitamin D-Versorgung verstärkt. Aufgrund von Fehlern beim Druck von Etiketten und – bedenklicher – bei der Produktion der Pillen selbst, war es in mehreren Fällen zu einer Vitamin D-Vergiftung gekommen.

Die Patienten hatten das 1.000fache der verschriebenen Dosis geschluckt. Die Folge war ein drastische Überversorgung mit Kalzium mit der Gefahr der Gefäßverkalkung. Es dauerte ein Jahr, bevor sich die Vitamin D-Werte im Blut in etwa normalisiert hatten, ebenso wie der Kalzium-Spiegel.

Untersuchungen der Fälle durch ein Gruppe von US-Wissenschaftlern, darunter Prof. Michael F. Holick, konnten allerdings am Ende dieser Periode Entwarnung geben. Bleibende Schäden (dauerhafte Hyperkalzämie, Niereninsuffizienz) der Vitamin D-Vergiftung liessen sich nicht nachweisen.

Dennoch warnen die Experten vor einer Zunahme solcher Fälle durch die sprunghaft ansteigende Nutzung von Vitamin D als Nahrungsergänzung und fordern eine sorgfältige Untersuchung der Patienten, ihrer Vitamin D- und Kalzium-Werte, vor einer Verabreichung bzw. Verschreibung von Vitamin D-Präparaten.

Der steigende Vitamin D-Mangel in weiten Teilen der Bevölkerung durch sonnenfeindliche Lebensstile und Gewohnheiten und das zunehmende Wissen um die gesundheitlichen Folgen dieses Mangels hat die Nachfrage nach Vitamin D-Präparaten nicht nur in den USA und damit die Gefahr von Überdosierungen sprunghaft ansteigen lassen.

Regelmäßiger, kurzzeitiger Aufenthalt an der (Mittags-)Sonne dagegen könnte zumindest in den sonnigeren Regionen den Jahresbedarf an Vitamin D ohne Gefahr einer Überdosierung sichern.  Der Körper stellt natürliche Vitamin D-Bildung über die Haut ein und sorgt für den “Abtransport” überschüssiger Mengen, sobald die “Speicher voll” sind.

Für den Tagesbedarf an Vitamin D reicht eine Besonnung (im Freien oder auf der Sonnenbank) von einem Viertel MED (Minimal Erythema Dosis, die Dosis, die eine erste Hautrötung hervorruft) auf einem Viertel der Hautoberfläche, gleichbedeutend mit – je nach Hauttyp – wenigen Minuten an der Sommersonne zur Mittagszeit oder auf einer modernen Sonnenbank. So eine kürzlich veröffentlichte Studie mit einer Modellrechung vom renommierten Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York.

Quelle: PubMed

Studien:
Takako Araki et al., Vitamin D Intoxication with Severe Hypercalcemia due to Manufacturing and Labeling Errors of Two Dietary Supplements Made in the United States,  The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Dezember 2011, 96/12, 3603-3608

Vitaly Terushkin et al., Estimated equivalency of vitamin D production from natural sun exposure versus oral vitamin D supplementation across seasons at two US latitudes, Journal of the American Academy of Dermatology,
62/6 , 929.e1-929.e9

 

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