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Vitamin D reguliert die Zellteilung und hilft, beschädigte DNA-Zellen zu reparieren. Menschen mit einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel verbessern ihre Chance, ein Melanom ohne Rückfall zu überleben um mehr als 20 Prozent gegenüber anderen mit einem um lediglich 20 nmol/L niedrigerem Serum-Gehalt im Blut.

Wissenschaftler von der Universität Leeds in England und der University of Pennsylvania, USA, kommen zu diesem Schluss in einer Studie über knapp 5 Jahre mit 872 Patienten aus der Leeds Melanoma Cohort.

Ein Zusammenhang zeigte sich bei höherem Vitamin D-Spiegel mit sowohl einem dünneren Melanom zum Zeitpunkt der Diagnose als auch einer deutlich erhöhten Überlebensrate.

Über frühere Studien mit ähnlichen Ergebnissen haben wir hier und hier berichtet.

Quelle: HighWire

Studie:  Julia A. Newton-Bishop et al.,  Serum 25-Hydroxyvitamin D3 Levels Are Associated With Breslow Thickness at Presentation and Survival From Melanoma,   Journal of  Clin Oncology,  2009, 21. Sepeptember, online vorab publiziert

Regelmäßig erschrecken Dermatologen und Krebshilfe die Menschen mit neuen Horrormeldungen über eine wachsende Melanom- (“schwarzer” Hautkrebs) Epidemie.  Und wenn dann der Schreck groß genug ist, dann nennen sie auch die Verantwortlichen für diese Katastrophe: Sonne und Solarien.

Tatsächlich aber ist das Argument auf beiden Seiten falsch – bei der Katastrophe und den Schuldigen gleichermassen.

Dass die gern zitierten 90 Prozent “Schuld” der UV-Strahlen am “schwarzen” Hautkrebs durch nichts belegt ist und einfach mal testweise in den Raum gestellt wird, ist für Fachleute leicht, für das breite Publikum und leider auch für die meisten Medien nur sehr schwer erkennbar.

Komplizierter schon die Widerlegung der Behauptung, der “schwarze” Hautkrebs breite sich – durch die Nutzung von Sonnenbänken ständig beschleunigt – epidemisch aus. Denn tatsächlich weisen die offiziellen Statistiken weltweit einen dramatischen Anstieg der Hautkrebsfälle (Inzidenz) aus.

Verschwiegen wird hier nur, dass dieser statistische Anstieg durchaus andere Gründe haben kann und hat.  Die Gründe sind bekannt und einige davon werden von den verantwortlichen Herausgebern der offiziellen Krebsstatitiken auch regelmäßig genannt, verschwinden dann aber hinter der publikumswirksamen Dramatik steil ansteigender Kurven.

In einer gründlichen Studie widmen sich jetzt britische Wissenschaftler einer der wichtigsten “Treiber” der Hautkrebsstatistik, dem sogeannten “diagnostic Drift“.  Verkürzt zusammengefasst wird damit ausgedrückt, dass die Melanom-Statistiken weniger durch den tatsächlichen Anstieg der Erkrankungen nach oben getrieben werden, sondern durch die einfache Tatsache, dass heute sowohl die diagnostischen Mittel, die bessere ärzliche Betreuung und die frühere Einordnung einer Hautveränderung als Melanom zu einer sehr viel häufigeren Entdeckung von Melanomen führt, die dann in die Krebsstatistiken eingehen.

Tatsächlich fanden die Forscher von der britischen Universität Norwich bei einer Analyse der 3.971 Melanome, die in der Zeit zwischen 1991 and 2004 in der Region East Anglia gemeldet worden waren, einen Anstieg fast ausschließlich bei den “flacheren” (Stufe 1), noch nicht streuenden Geschwulsten, die durch frühere Diagnose erkannt und beseitigt wurden.

In der Tat ist auch weder in Großbritannien noch in Deutschland oder in den USA der Anteil der Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung angestiegen und geht in einigen westlichen Ländern seit einigen Jahren sogar zurück.

In der Studie weisen die Autoren nach, dass darüber hinaus die Zahl der harmlosen Hautveränderungen, die als Melanom diagnostiziert und gemeldet – und oft auch fälschlicherweise so behandelt – werden, sprunghaft angestiegen ist.

Dr. Nick J. Levell, Leiter der Studiengruppe, betont, dass Sonne und Solarium die Ergebnisse der Untersuchung nicht erklären können:  “Sonnenlicht ist zweifellos eine Ursache für den weissen Hautkrebs,” so Levell, “und hier konzentriert sich die steigende Anzahl  auf Gesicht und Nacken.” Aber die neu diagnostizierten Melanome seinen an Stellen des Körpers gefunden worden,  die normalerweise nicht von der Sonne erreicht würden. Die Sonne könne also nicht für die Anzahl der als bösartig deklarierten Hautveränderungen verantwortlich sein.

Auch ohne die simple Tatsache, dass die Zahl der “schwarzen” Hautkrebse – als überwiegende Alterserkrankung -  quasi “automatisch” mit der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft zunimmt, sollten diese Erkenntnisse eigentlich genügen, um den Schreckensszenarien interessierter Fachkreise und der Verteufelung von Sonne und Solarien die Spitze abzubrechen.

In einem Interview mit der New York Times meinte dazu Prof. Marianne Berwick, eine der weltweit führenden UV- und Melanom-Forscherinnen:  “Dermatologen bezeichnen heute Hautveränderungen als “schwarzen Hautkrebs”, die noch vor 20 jahren nicht als Melanom diagnostiziert worden wären.

Teilweise gestützt werden diese Aussagen durch eine statistische Analyse der US-Melanoma-Daten (SEER): Der Anteil der diagnostizierten Melanoma “in situ”, der örtlich begrenzten und – laut US-Statistik zu 98,5% heilbaren – Hauttumore,  an der Gesamtheit aller erfassten Melanome hat sich danach in den Jahren 1988-2006 verdreifacht im Verhältnis zu den gefährlicheren verbreiteten und metastasierenden Melanoma.

Die SEER-Daten belegen auch, dass die Steigerungsraten der Erkrankungen pro Jahr beim “schwarzen” Hautkrebs kontinuierlich zurückgeht – nicht etwa ansteigt, wie Medienberichte gern andeuten.

Kein Zweifel: Durch die Einführung des flächendeckenden Hautkrebs-Screenings in Deutschland wird sich die Statistik der diagnsotizierten Melanom-Fälle sprunghaft erhöhen, auch wenn in der Realität nicht ein einziges Melanom mehr entstanden sein wird als in den Jahren zuvor.

Damit ist weder der Nutzen des Hautkrebs-Screenings noch die Bedeutung der Aufklärung über einen vernünftigen Gebrauch von Sonne und Solarium zur Hautkrebs-Vermeidung infrage gestellt. Aber statstische Redlichkeit kann sicher auch von überengagierten Interessenvertretern erwartet werden.

Quelle: HighWire

Studien:

N. J. Levell et al.,  Melanoma epidemic: a midsummer night’s dream? The British Journal of Dermatology 2009;161(3):630-4

V.D. Criscione , M.A. Weinstock , Melanoma Thickness Trends in the United States, 1988-2006. Journal of Investigative Dermatology, 2009 15. Oktober (ahead of print)

Für Menschen, die fast täglich mit Horrormeldungen über Sonne und Hautkrebs gefüttert werden, ist diese Nachricht erstaunlich: Vitamin D  schützt Menschen, die einmal von einem “schwarzen Hautkrebs”, einem Melanom,  geheilt wurden, vor einer neuerlichen Tumorbildung. Das Sonnenschein-Vitamin, so genannt weil es zu 90 Prozent in der Haut durch die Sonne oder im Solarium gebildet wird,  verringert dabei nicht nur die Gefahr eines Rückfalls sondern unterstützt auch den milderen Verlauf der Krankheit und senkt das Risikio, am Melanom zu sterben.

Diese Ergebnisse einer Studie an den Universitäten von Leed, England, und Pennsylvania, USA,  mit mehr als 1.000 Melanom-Patienten wurde jetzt beim Kongress der American Society of Clinical Oncology vorgestellt. Danach senkt schon eine Erhöhung des Vitmain D-Spiegels im Blut um 20 nmol/L die Gefahr einer Wiederkehr des Melanoms um mehr als 25 Prozent.

Wie falsch und tatsächlich gefährlich die einseitige und unausgewogene Warnung vor dem Sonnen im Freien oder im Solarium sein kann, wird durch eine weitere bei diesem Kongress präsentiert Studie belegt, die zeigt, dass der Einfluss von Ernährung bei der Versorgung von Krebskranken mit dem schützenden Vitamin D gering  ist.  Selbst optimal ernährte Patienten wiesen keinen höheren Vitamin D-Status auf als unzureichend und/oder falsch ernährte Teilnehmer.

Ähnlich eine soeben erschienene Langzeitstudie zur Aufnahme von Vitamin D über die Ernährung (und Nahrungsergänzung) und das Risiko an einem Melanom zu erkranken. Die Forscher entdeckten keinen Zusammenhang weder durch vitamin-d-reiche Ernährung noch durch Supplements.

Quelle:  HighWire

Studien:

J. A. Newton Bishop et al.,  Serum vitamin D levels, VDR, and survival from melanoma, Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, 2009 (May  Supplement)

K. Trukova et al.,  Serum 25-hydroxy vitamin D and nutritional status: Implications for vitamin D assessment and dietary supplementation in oncology,  Journal of Clinical Oncology, 2009 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol 27, No 15S  (May Supplement), 2009: 9638

Maryam M Asgari et al., A Cohort Study of Vitamin D Intake and Melanoma Risk, Journal of Investigative Dermatology (2009) 129, 1675–1680

Der Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Krebsrisiko wird für unterschiedliche Krebsarten sehr unterschiedlich kontrovers diskutiert.

Eine Meta-Studie mit Daten aus 67 Studien bis einschliesslich Januar 2009 kommt zu dem Schluss, dass die beiden wichtigsten Formen von Vitamin D-Rezeptoren, FokI and BsmI,  eindeutig das Risiko von Brust-, Prostata- und Hautkrebs beeinflussen – und augenscheinlich auch alle übrigen Krebsrisiken.

Die Forscher am Europäischen Krebsforschungsinstitut in Mailand hatten sich auf diese beiden Erscheinungsformen von Vitamin D-Rezeptoren -  eine Art “Türhüter” und “Platzanweiser” unserer DNA für das im Blut vorhandene Vitamin D-Serum bei seiner Einwirkung auf die hunderte von unterschiedlichen Zellfunktionen im Körper – in der bisherigen Forschung zu Vitamin D und Krebs konzentriert.

Die Ergebnisse bestätigen auch die Wirksamkeit der Vitamin D-Rezeptoren beim Hautkrebs (Melanom).  In anderen Worten: Besonnung, ob natürlich oder künstlich, hat sowohl krebserzeugende als auch krebsverhindernde Wirkung, entscheidend ist die kontrollierte Dosis.

Quelle:  ScienceDaily

Studie: S. Raimondi et al., Review and meta-analysis on Vitamin D Receptor polymorphisms and cancer risk. Carcinogenesis. 2009, 29. April (vorab online)

Aussagen von interessierter Seite, dass der Hautkrebs, und vor allem der “schwarze” Hautkrebs (Melanom), zu 90 oder gar 95 Prozent auf das Konto der Sonnenstrahlen gehe, war immer schon eher abwegig und gehörte zum Repertoire der Angst-Kampagnen gegen Sonne und Solarien.  Vor allem Muttermale und Hautkrebs in der Familie zählten auch bisher schon neben Sonnenbränden vor allem in jungen Jahren zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren.

Jetzt entdeckten Forscher an der New York University einen Zusammenhang zwischen einer bestimmten Anordnung von Erbfaktoren, dem Östrogenspiegel von Frauen und dem Hautkrebsrisiko. Die Studie wird Anfang April  in der Fachzeitschrift Clinical Cancer Research veröffentlicht.

Die New Yorker Wissenschaftler um Prof. David Polsky untersuchten 227 Melanompatienten in den Jahren 2002 bis 2006 und fanden bei Frauen unter 50 Jahren eine Genvariante,  MDM2,  die für ein  fast  um das Vierfache erhöhtes Melanom-Risiko verantwortlich zu sein scheint. Dieses Gen wird offensichtlich durch das Andocken von  Östrogenen aktiviert und liefert damit eine plausible Erklärung dafür, dass bei Frauen vor der Menopause deutlich mehr Melanome auftreten als bei Männern. Im späteren Alter gleichen sich beide Geschlechter dann an.

Wenn sich unsere Daten bestätigen, ist das Gen wesentlich gefährlicher als eine Reihe anderer klinischer Risikofaktoren, die wir bisher kennen,  wie etwa schwere Sonnenbrände, Leberflecken oder Hautkrebs in der Familie,” so Prof. Polsky gegenüber der Presseagentur Newswise.

Die Forscher hoffen mit Ihren Ergebnissen in Zukunft Frauen frühzeitig identifizieren zu können, die ein besonders hohes Hautkrebs-Risiko tragen.

Quelle: Newswise

Studie: David Polsky et al., Association of MDM2 SNP309, Age of Onset, and Gender in Cutaneous Melanoma, Clinical Cancer Research 15, 2573, April 1, 2009

IARC-Report

IARC-Report

Eine der von Solariengegnern gern aber sehr selektiv zitierten Beiträge zur Frage:  “macht die Sonnenbank Hautkrebs (Melanom)?” ist die vor einigen Jahren erschienene Review-Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsbehörde WHO, die aus vier von 19 untersuchten Studien eine schwache Beziehung zwischen Sonnenbank-Nutzung und Melanom herausgefiltert hatte.

Schon damals wurde von internationalen Experten die einseitige Auswahl der untersuchten Studien kritisiert.

Michael F. Holick

Michael F. Holick

Ausgebaut zu einem “Report” erschien die Untersuchung der IARC Ende vergangenen Jahres und bestätigte in seinen Schlussfolgerungen die 2007 getroffenen Aussagen.  Zwei der weltweit renommiertesten Experten auf dem Feld der Vitamin-D-Forschung üben jetzt nachhaltige Kritik an Methode und Ergenbnis dieses Reports:

William B. Grant und Michael F. Holick monieren in Beiträgen für die internationale Fachzeitschrift Dermato-Endocrinology die unausgewogene Zusammensetzung der für den Bericht verantwortlichen IARC-Arbeitsgruppe und die fehlerhafte Bewertung der dem Bericht zugrundeliegenden Datenbasis.

William B. Grant

William B. Grant

Nicht nur sei die Arbeitsgruppe in einem Verhältnis von 4:1 zuungunsten der internationalen Vitamin D-Experten zusammengesetzt (einige der profiliertesten Köpfe wurden übergangen) sondern wichtiger:  Vor allem Grant deckt eine Reihe methodischer Fehler und Schwächen in der Analyse auf, die Holick in seinem Betrag bestätigt. Er entdeckt “viele Mängel bei der Auswertung der Daten, auf der die Empfehlungen der Arbeitsgruppe aufbauen, zur Kenntnis bringt.“

Beide loben die gründliche Zusammenstellung der Literatur bis dato, aber Grant stellt fest, dass “lediglich zwei der insgesamt sieben Schlussfolgerungen, die der IARC-Bericht zieht, tatsächlich mit den in den Referenzen enthaltenen Daten übereinstimmen.  Mit Blick auf den Beitrag von Vitamin D und Calcium zur Krebsvermeidung dagegen fallen die Schlussfolgerungen des Berichts sehr viel schwächer aus, als die ihm zugrundeliegenden wissenschaftlichen Befunde eigentlich nahelegen würden“.

Für die derzeit laufende Diskussion um das Solariengesetz in der Bundesrepublik könnte der IARC-Report eine ähnlich verzerrende Rolle spielen wie sein Vorgänger von 2007.

Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Gängige Ansichten, die auch als  Basis für die Vorschläge zum “Solariengesetz” und seinen Ausführungsverordnungen dienen, lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:

  1. Der “schwarze” Hautkrebs, das Melanom, wird hauptsächlich und immer durch die Bestrahlung der Haut mit UVB-Strahlen (290–320 nm) verursacht.
  2. Dabei spielen die Solarien in jeder Form eine wesentliche, verstärkende Rolle.

Beide Behauptungen sind falsch, wie jetzt eine Meta-Studie der offiziellen US Food and Drug Administration nachweist.

Ohnehin hatte sich als wissenschaftlicher Konsens aus Studien der vergangenen Jahre und Monate herausgebildet, dass nicht etwa die Bestrahlung mit UVB-Strahlen an sich krebsauslösend sind, sondern nur die unvorbereitete, abrupte, oft mit einem Sonnenbrand verbundene Besonnung die Bildung eines Melanoms unter bestimmten Voraussetzungen fördere – die regelmäßige und maßvolle Besonnung dagegen habe  eine eher schützende Wirkung .  (Wir hatten verschiedentlich über diese Studien berichtet).

Die neue Untersuchung der Food and Drug Administration unter Leitung der renommierten Dermatologin und Radiologin Dianne Godar aber kommt darüber hinaus zu bemerkenswerten Ergebnissen:

  1. Die Zahl der Melanom-Neuerkrankungen (in den USA, aber ebenso in allen anderen Ländern mit überwiegend hellhäutiger Bevölkerung) nimmt seit den 40ger Jahren des vorigen Jahrhundert ständig zu. Dabei ändert sich die Steigung der Wachstumskurve über die Jahrzehnte kaum. Mit der Einführung der Sonnenbank und der massenhaften Verbreitung in den 90ger Jahren ist keine zusätzliche Steigerung verbunden.  Der Einfluss der Solarien auf die Hautkrebsrate ist also gleich oder nahe Null. (Im übrigen zeigen sich ähnliche Steigerungen auch in Ländern, in denen Solarien keine oder nur eine geringe Rolle spielen.)
  2. Die Zuwächse bei den Melanom-Erkrankungen treffen nur auf Büroarbeiter und andere Berufe zu, die in geschlossenen Räumen, nicht aber auf Berufe wie Gärtner oder Landwirte, die ständig im Freien ausgeübt werden. Die Studie weist nach, dass regelmäßige UV-B-Bestrahlung die Gefahr einer Melanom-Erkrankung sogar senkt.

Die Autoren führen dieses Phänomen auf die unterschiedliche Versorgung mit Vitamin D3 zurück, das zum weit überwiegenden Teil durch die kontinuiertliche und maßvolle Bestrahlung der Haut mit UVB gebildet wird. Vitamin D3, umgeformt in das Serum Calcitriol (1,25-dihydroxyvitamin D), bremst das Wachstum der Krebszellen und beschleunigt ihren Zelltod.

Tatsächlich ist  der Vitamin D-Spiegel etwa eines durchschnittlichen Büroarbeiters um ein Vielfaches niedriger als der eines Gärtners. Darüber hinaus ist die Vitamin D-Bildung bei diesen gleichmäßig und konstant, während die Büroarbeiter unter der Woche so gut wie keine UVB-Strahlung aufnehmen und kein Vitamin D bilden können. Lediglich am Wochenende und vor allem – mit negativen Konsequenzen – in den Ferien steigt ihr Vitamin D-Spiegel an. Einzige Möglichkeit: Regelmäßiges Sonnen im Solarium – auch als Hautkrebs-Prävention!

Ist UVA und nicht UVB der Schuldige?

Warum aber der so krasse Unterschied zwischen Büroarbeitern und Arbeitern unter freiem Himmel?

Die Antwort der Forscher:  UVA-Strahlen!
Anders als die UVB-Strahlung wird das UVA nicht durch die Fensterscheiben des Büros absorbiert. UVA-Bestrahlung in den Räumen hat damit immerhin noch 25% der Bestrahlungstärke draußen.

Folge:
Einerseits erhalten die Bürarbeiter zu wenig Sonne (UVB) für eine ausreichende Vitamin D-Synthese, andererseits aber sorgt die UVA-Strahlung nicht nur für Schädigungen der Hautzellen sondern wichtiger noch für die Unterdrückung des bereits gebildeten Vitamin D, das auf diese Weise seine Funktion als “Hautkrebs-Bremse” nicht mehr ausreichend ausüben kann.

Als die Menschheit sich von der Evolution abkoppelte durch ein Arbeitsleben tagsüber in geschlossenen Räumen und durch künstliche Barrieren, Fensterglas, UVB von UVA trennte, erhöhte sie gleichzeitig damit Ihre Hautkrebsrate,” so die Forscher in ihrem Resume.

Quelle: PubCrawler

Studie:  D.E. Godar et al.,  Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D(3) levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma, Medical Hypotheses. April 2009 ;72(4):434-43 (online vorab veröffentlicht.

kinder-strand-hochsitz2Der tägliche Aufenthalt zuhause an der Sonne scheint keine Auswirkungen auf die Bildung von Muttermalen (Nävi) zu haben. Der Ferienaufenthalt am Strand aber sehr wohl! Damit bilden die Ferien bei Kindern ein gesteigertes Risiko für eine Melanom-Bildung”.  So fasst Prof. Lori Crane von der Colorado School of Public Health, USA,  eine Studie mit 681 Kindern im Alter von sieben Jahren aus dem US-Bundesstaat Colorado zusammen.

Die Zahl der Muttermale ist eines der Risikofaktoren für den “schwarzen Hautkrebs”.  Ferien am Strand lassen, wie die Forscher herausfanden, bei Kindern in diesem Alter die Zahl der Muttermale  jedes Mal um 5 Prozent ansteigen.  Jungen sind dabei stärker gefährdet als Mädchen.

Wie schon bei anderen Studien mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen erwies sich der Schutz mit Sonnencreme als wenig wirksam.  Eincremen verführte zu übermäßig langem Aufenthalt in der Sonne am Strand.

Bestätigt werden auch Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren, die belegen, dass regelmäßiger aber mäßiger Aufenthalt an der Sonne keinen Einfluss hat auf die Bildung von zusätzlichen Muttermalen und im Gefolge auf die Entstehung von Hautkrebs (Melanom) – im Gegenteil, dass aber die unvorbereitete und extreme Sonnenexposition, wie sie für den Strandurlaub im Sommer typisch ist, das Melanom-Risiko deutlich verstärken kann – ganz besonders bei kleinen Kindern.

Quelle: Newswise

Sex and Shock Sells! Auch und gerade negative Botschaften und Diffamierungen lassen sich so wirkungsvoll transportieren. Die australischen Sonnen- und Solariengegner haben die Technik zur Meisterschaft entwickelt (früheres Beispiel hier).

Mit Hip Hop und Trick mischt jetzt ein Video des australischen Rappers mit dem sprechenden Namen Al Bino die Video-Portale wie YouTube auf.

Titel: “It`s a beautiful day for cancer” (Es ist ein wunderschöner Tag für Krebs).  Anschauen macht Kommentar überflüssig:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=rDE8HvGIt2U]

Ob damit der Unvernunft am Sonnenstrand wirklich zu steuern ist, oder just wieder die Falschen mir Panik reagieren, sei dahingestellt.

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Wieviel Sonne ist genug gegen den Hautkrebs

Was früher absurd erschien, wird jetzt durch immer neue wissenschaftliche Studienergebnisse zur Gewissheit: Die UV-Strahlen der Sonne spielen nicht nur bei der Entstehung von (vor allem “weißem”) Hautkrebs eine Rolle sondern auch bei der Verhinderung des gefährlichen “schwarzen” Hautkrebses, des Melanoms. (Über eine erst kürzlich erschienene Studien mit diesem Ergebnis haben wir bereits berichtet)

Zwei wissenschaftliche Präsentationen beim diesjährigen Kongress des American Institute for Cancer Research (AICR) mit dem Thema Ernährung, Bewegung und Krebs (Food, Nutrition, Physical Activity and Cancer) in Wahington D.C. behandelten dieses augenscheinliche Paradox mit neuen bahnbrechenden Erkenntnissen:

Zwar ist seit langem die vorbeugende und heilende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” D3 bei vielen Krebsarten bekannt, aber im wesentlich unbekannt geblieben ist die Art und Weise, wie dieses Vitamin – oder besser: Hormon – seine schützende Wirkung erreicht.  Auf dem Kongress nun berichtete Prof. John White von der  McGill University über Versuche, die zeigen, dass der Vitamin-Rezeptor bestimmte Proteine anregt, die den Zell-Zyklus zwischen Entstehung und Absterben regulieren und Gene aktivieren, die die Ausbreitung von Tumor-Zellen unterdrücken.

Dass Vitamin D diese schützende und krebsverhindernde Wirkung auch beim Hautkrebs ausübt, belegt die Forschung einer Gruppe von Wissenschaftlern an der University of California, San Francisco unter Leitung von Prof. Daniel Bikle.  Bei Labor-Experimente zeigte sich, dass Mäuse, denen das Vitamin D-Rezeptoren-Gen fehlt, die also Vitamin D nicht im Körper “verarbeiten” und für die Zellregulierung nutzen können, sehr viel häufiger unter  starker UV-Bestrahlung an einem Melanom erkrankten als “normale” Mäuse.

Es habe sich gezeigt, so Prof. Bikle, dass eine relativ kurze Besonnung von 10-15 Minuten den Vitamin D-Rezeptor anregte, zwei unterschiedliche Prozesse in Gang zu setzten, die offensichtlich einen wirksamen Schutz gegen den Hautkrebs bildeten.

Kontrovers diskutiert wurde also nicht mehr die Frage: Schützt die Sonne vor Hautkrebs, ja oder nein! sondern lediglich die Frage nach der richtigen Dosierung zwischen krebsverhindernder und krebserzeugender Wirkung der Sonnenstrahlen. Dr. Mary Frances Picciano vom regierungsoffiziellen National Institutes of Health forderte daher weitere Forschungen zu den Grenzen “sicherer” Besonnung für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung. Andererseits aber kündigte Sie eine Anpassung nach oben der Empfehlungen öffentlicher US-Gesundheitsorganisationen für die optimale Vitamin D-Zufuhr an.

Quelle: AICR-Presseinfo

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