Archiv für die Kategorie 'Solarium'

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Sonne macht glücklich - und süchtig?

Sonnenbank macht süchtig!

Ähnlich wie das Monster von Loch Ness taucht dieses Thema jedes Jahr um diese Zeit wieder auf.  Die erste Studie dazu datiert von 2004.  Seither kommt jedes Jahr eine neue dazu.  Das Kind hat sogar damals einen Namen bekommen: Tanerexia, vom Englischen “to tan”, bräunen.
Die Autoren machen garkein Hehl daraus, worum es ihnen geht: Die Sonnenbank-Nutzung als geistige Verwirrung zu qualifizieren und ein Verbot zu rechtfertigen.

Was aber steckt wirklich hinter den tatsächlich ganz interessanten Ergebnissen:
Die Sonnenstrahlen haben – das ist ja nicht überraschend – eine vitalisierende, stimmungsaufhellende Wirkung. Diese Wirkung kommt auf zwei Wegen zustande. Verkürzt gesagt

  1. durch das sichtbare Licht, das die Produktion des “Glückshormons” Serotonin und von Endorphinen  im Hirn stimuliert und die Menschen heiterer werden lässt – hallo  Frühling!
  2. durch das UV-Licht (UVB), das über die Haut das lebenswichtige Vitamin D im Körper aus Cholesterol herstellt. Dieses Vitamin D in seiner aktiven Form hat seinerseits erhebliche Auswirkungen auf die Hirnfunktionen und auf die Serotonin-Stimulierung.

Also: Sonne macht glücklich. Und da der Mensch nun mal süchtig ist nach Glücksgefühlen, liebt er die Sonne – gelegentlich auch zu sehr, Folge: Sonnenbrand.

Auf der Sonnenbank funktioniert nur die zweite Wirkungsweise der Sonnenstrahlen, nämlich die UVB-Produktion von Vitamin D.  Insofern macht die Sonnenbank zwar auch süchtig nach Sonnen-Glück, die Sonne aber sogar doppelt, mit ihrem sichtbaren und dem UV-Licht.

Sollten wir also die Sonne abschaffen? Oder die Sonnenbank? und überhaupt alles, was uns Glücksgefühle verschafft und daher süchtig macht? Sex zum Beispiel, oder Schokoklade (wann kommt die erste Studie zu Schokolexia?)?

Wohl kaum, denn das wäre tödlich! Die Natur nämlich steuert uns listig über die Glücksgefühle zu Tätigkeiten, die wir für`s Überleben brauchen. Und dazu gehört der Aufenthalt an der Sonne und das Vitamin D.  Zugegeben, nicht unbedingt das Sonnen auf der Sonnenbank, aber als Sonnenersatz kann sie sehr wohl einspringen, beim Glücksgefühl wie beim Vitamin D.

Und da das Vitamin D eine unglaubliche Fülle von Funktionen im Körper steuert und so zum Beispiel Schmerzen (Muskelschmerz, unspezifische Schmerzen: Fibromylagie) lindert und verhindert, kann es ja nicht verwundern, dass der Mensch auch “süchtig” wird nach Schmerzfreiheit, oder Osteoporose-Freiheit, oder Diabetes-Freiheit etc. etc. , alles Wirkungen ausreichender Vitamin D-Versorgung.

Was sagt uns das? Brüder (und natürlich Schwerstern) zur Sonne….!

Quelle: pte

Studie:  Catherine E. Mosher et al., Addiction to Indoor Tanning – Relation to Anxiety, Depression, and Substance Use, Archives of Dermatology, vol. 146 No. 4, April 2010

Wissenschaftler kritisiert unsaubere Untersuchungsmethodik der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) – IARC-Bericht sei fehlerhaft, da unterschiedliche Hauttypen nicht berücksichtigt wurden.

Einer der weltweit renommiertesten Vitamin-D-Forscher, William B. Grant, geht mit der Methodik, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer – IARC) bei ihren Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko anwendet, hart ins Gericht.

Die IARC hat für eine sogenannte Meta-Analyse insgesamt 19 Studien als Basis herangezogen und kam nach der Datenauswertung zu dem Schluss, dass für die Altersgruppe der unter 35jährigen eine Verbindung zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko besteht. Von diesen 19 Studien bezogen sich fünf auf Menschen, die den Hauttyp eins aufweisen. Da dieser Hauttyp genetisch bedingt mit einem höheren Risiko, an Hautkrebs zu erkranken verbunden ist, wird dieser Bevölkerungsgruppe seit jeher dringend geraten, Besonnung – sei es unter dem Solarium oder im Freien – zu vermeiden. Um methodisch sauber zu arbeiten, muss man diese Gruppe gesondert betrachten. Das hat die IARC ganz offensichtlich versäumt“, erläutert William B. Grant.

Nehme man, so Grant weiter, diese getrennte Betrachtung vor, ergäben sich keine kausalen Zusammenhänge zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko. Über die kritische Beurteilung der IARC-Ergebnisse durch führende internationale Wissenschaftler hatten wir hier, hier und hier berichtet. Eine kritische Einschätzung der IARC-Kategorisierung von Sonne und Solarien finde Sie hier.

Studie: William B. Grant, Critique of the International Agency for Research on Cancer’s meta-analyses of the association of sunbed use with risk of cutaneous malignant melanoma (A critical review of Vitamin D and Cancer ), in: Dermato-Endocrinology 1:6, 1-7; November/December 2009“.

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In einer Übersichtsstudie zum aktuellen Stadt der Forschung um Vitamin D, Sonne und UV-Strahlen kommt einer der bekanntesten deutschen Vitamin D-Forscher (wir haben über Studien seiner Forschergruppe hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet), Dr. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, zu dem Ergebnis, dass durch eine deutliche Verbesserung der Unterversorgung mit Vitamin D (40-45 Prozent der deutschen Bevölkerung) und vor allem des akuten Vitamin D Mangels (weitere 15-30 Prozent) im deutschen Gesundheitssystem jährlich ein Betrag von fast 40 Milliarden Euro eingespart werden könnte.

Zittermann berücksichtigt bei seinen Kalkulationen lediglich die “tragfähigsten” Ergebnisse der jüngeren Forschung, vor allem Studien zu Osteoporose und einigen chronischem Erkrankungen wie Diabetes, MS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es müsse, so der Forscher, möglich sein, in Deutschland den Vitamin D-Mangel innerhalb von 5 – 10 Jahren zu beseitigen – durch kontrollierte UV-Bestrahlung (Sonne und Solarium) und/oder Nahrungsergänzung in einer Größenordnung von 25 g täglich.

Dr. Zittermann:
Die derzeitigen offiziellen Sonnenschutz- und Ernährungs-Empfehlungen verursachen zweifellos den gegenwärtigen Vitamin-Mangel. Daher ist es dringend notwendig, die Sonnenschutz-Politik und die Vitamin D-Empfehlungen für Ernährung und Nahrungsergänzung drastisch zu ändern.”

Gleichzeitig erscheint eine Studie zu den gesundheitsökonomischen Effekten des Vitamin D-Mangels in Kanada. Die Autoren vom Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, kommen in ihren Berechnungen  zu dem Ergebnis, dass bei ausreichender Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung durch UVB-Strahlen der Sonnen oder im Solarium bzw. durch Nahrungsergänzung in Kanada allein 37.000, also etwa 16 Prozent, der jährlichen Todesfälle vermieden werden könnten. Die eingeparten Gesundheitskosten lägen bei 14,4 Milliarden Dollar, knapp 7 Prozent der Gesamtkosten.

Quelle: PubCrawler

Studien:
A. Zittermann, The estimated benefits of vitamin D for Germany, Molecular Nutrition & Food Research, online vorab publiziert 01.04.2010

W.B. Grant et al., An estimate of the economic burden and premature deaths due to vitamin D deficiency in Canada, Mol Nutr Food Res., 29. März 2010, vorab online publiziert

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John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

Dunkle Haut im Nachteil

Dunkle Haut im Nachteil - Foto: iStockphoto

Wer sonnt lebt länger! Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 führt zum früheren Herztod. Oder genauer: Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben liegt für Menschen mit einem drastischen Vitamin-D-Mangel um volle 40 Prozent höher als bei Menschen mit optimaler Vitamin D-Versorgung.

Ein Forschergruppe am University of Rochester Medical Center untersuchte 15.000 gesunde, erwachsene Amerikaner auf ihren Vitamin D-Spiegel und die Anzahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen. Dabei berücksichtigten die Forscher auch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und bestimmte Proteine.

Besonders bemerkenswert vor allem ein Ergebnis: Dunkelhäutige Teilnehmer hatten ein um 38 Prozent höheres Risiko, an einer Herzattacke zu sterben als weisse Probanden. Der Grund: Die pigmentierte Haut hindert die Vitamin D-Synthese in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium. Je mehr sich dann der Vitamin D-Spiegel der beiden Hauttypen-Gruppen in der Studie anglich, desto geringer wurde auch der Risiko-Unterschied bei den Herzerkrankungen.

Unsere Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass sich durch die sehr einfache Veränderung des Vitamin D-Status der Menschen (durch Besonnung im Freien und im Solarium sowie durch Supplementierung, d.Red.)  das Risiko einer Herzkrankheit deutlich reduzieren liesse, ” so der Leiter der Studiengruppe, Prof. Kevin Fiscella.

Quelle: EurekAlert/University of Rochester

Studie: Kevin Fiscella, Peter Franks, Vitamin D, Race, and Cardiovascular Mortality: Findings From a National US Sample,  Annals of Family Medicine 8:11-18 (2010) – PDF

Sonnenschutz ist wichtig. Allumfassender Sonnenschutz, wie von der Kosmetikindustrie und einigen Dermatologen immer wieder propagiert, hat dagegen fatale Folgen für die Gesundheit!

Zwei grundlegende Studien haben sich jetzt mit der “Güterabwägung” zwischen der “guten” und der “bösen” Sonne befasst und kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass der gesundheitliche Nutzen einer kontrollierten, regelmäßigen Besonnung die möglichen Gefahren der UV-Strahlen um ein Vielfaches übersteigt.

Prof. Dr. Jörg Reichrath, Universität des Saarlands, einer der Autoren einer umfassenden Review-Studie: “Wir und andere Forscher haben gezeigt, dass strikter Sonnenschutz zu Vitamin D-Defiziten führt und dass die Diagnose und Behandlung dieses Vitamin D-Defizits, vor allem bei Gruppen mit geringer Sonnen-Exposition, von höchster Wichtigkeit ist.“  Forschungen der letzten Jahre hätten immer wieder nachweisen können, dass Vitamin D-Mangel von großer Bedeutung sei für Vorbeugung und Behandlung vieler Krankheiten wie etlicher Krebsarten, Knochen- und Muskelschwäche, Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose, Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.

Die Studie kommt aufgrund einer gründlichen Analyse der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse zu konkreten Empfehlungen für eine ausgewogene Balance zwischen ausreichender Besonnung im Freien oder im Solarium für eine gleichmäßige Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 einerseits und der Vermeidung von Hautschäden durch angemessenen Sonnenschutz auf der anderen Seite.

400.000 Leben könnten jedes Jahr gerettet werden

Spektakulärer die Schlussfolgerungen einer Studie von Prof. William B. Grant vom Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC),  San Francisco, USA.
Prof. Grant macht den Versuch, in einer Modellrechnung die positiven wie negativen Folgen einer erhöhten Vitamin D-Versorgung durch UVB-Strahlen von Sonne oder Solarium zu bestimmen.

Kurz zusammengefasst lautet sein Fazit für die USA:
Eine  Erhöhung des durchschnittlichen Vitamin D-Spiegels (25-hydroxyvitamin D) im Blut von derzeit 25 auf 45 Nanogramm pro Milliliter (45 ng/ml) durch eine in etwa Verdoppelung der Sonnen/UVB-Exposition würde zwar einerseits zu einem Ansteig der Hautkrebserkrankungen und Sterbefälle um einige tausend führen.  Der “Gewinn” aber an geretteten Leben durch die mit Hilfe des “Sonnenschein-Vitamins” drastisch verminderte Sterberate bei vielen Volkskrankheiten von Osteoporose über Diabetes bis hin zu Brust-,  Prostata- und Darmkrebs liege bei geschätzten 400.000 pro Jahr allein in den USA. Ein gewaltiger Unterschied in den positiven und negativen Folgen einer verdoppelten UVB-Nutzung.

In einer detaillierten Hochrechnung auf Basis der Forschungsergebnisse vergangener Jahre zu den Auswirkungen von Vitamin D-Mangel auf das Erkrankungs- und Sterberisiko bei den wichtigsten Krankheiten kommt Grant zu dem Schluss: “Die Empfehlung, das UV-Licht der Sonne oder der künstlichen Besonnung zu meiden ist konterproduktiv.” Die ständig wachsende Zahl der einschlägigen Studien sollte dringend zu einer Umkehr der Gesundheitspolitik und öffentlichen Aufklärung führen: Vernünftige Nutzung statt Vermeidung der UV-Strahlen!

Quelle: PubCrawler

Studien:
Jörg Reichrath, Bernd Nürnberg, Cutaneous vitamin D synthesis versus skin cancer development: The Janus-faces of solar UV-radiationDermato-Endocrinology, Volume 1, Issue 5, September/October 2009

William B. Grant, In defense of the sun – An estimate of changes in mortality rates in the United States if mean serum 25-hydroxyvitamin D
levels were raised to 45 ng/mL by solar ultraviolet-B irradiance
, Dermato-Endocrinology 1:4, 207-214

Gleichmäßige Vitamin D-Versorgung durch Solarien im Herbst und Winter

Gleichmäßige Vitamin D-Versorgung durch Solarien im Herbst und Winter

Für die positiven Gesundheitswirkungen des Vitamin D3, des Sonnenschein-Vitamins, ist eine gleichmäßige Versorgung des menschlichen Körpers wichtig.
Solarien können diese gleichmäßige Versorgung im Herbst und Winter sicherstellen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsgruppe um Professor Johan Moan von der Universität Oslo in einer Studie, die soeben in der Fachzeitschrift ‚Photochemistry and Photobiology’ erschienen ist.

Prof. Johan Moan: „In den Wintermonaten sinkt der Vitamin D-Spiegel deutlich, da das Sonnenlicht dann zu wenig ultraviolettes Licht enthält, um die Vitamin D-Produktion in der menschlichen Haut anzukurbeln. Nutzt man in dieser Zeit Solarien, kann dieser Einbruch vermieden und der Vitamin D-Spiegel auf einem gleichbleibend hohen Niveau gehalten werden.

Vitamin D, das belegen weltweite medizinische Studien, zeitigt positive Effekte auf die Zell- Knochen- und Organgesundheit und wirkt Autoimmun- sowie Hauterkrankungen entgegen. Es wird, angeregt durch UV-Strahlung, zu 90 Prozent über die Haut gebildet.

Über ähnliche Ergebnisse internationaler Forschung haben wir bereits hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Sunlight Research Forum

Studie: Johan Moan, Zoya Lagunova, Emanuela Cicarma, Lage Aksnes, Arne Dahlback, William B. Grant, Alina Carmen Porojnicu,  Sunbeds as Vitamin D Sources, Photochemistry and Photobiology, 24 Sep 2009 (vorab online veröffentlicht)

Kühe in Sonnenschutz-Kleidung  Foto: Farming UK/Hansen
Kühe in Sonnenschutz-Kleidung  Foto: Farming UK/Hansen

Milch ist neben fettem Fisch und Pilzen eines der wenigen Nahrungsmittel, die etwas zur Vitamin D-Versorgung des Menschen beisteuern kann. Vitamin D wird deshalb Sonnen-Vitamin genannt, weil es zu 80-90 Prozent im Körper selbst entsteht – und zwar durch die UVB-Strahlen der Sonne oder des Solariums auf der Haut. Im Herst und Winter aber ist die Sonne zu schwach für diese Arbeit. Die Menschen sind dann entweder auf das Solarium oder auf die Nahrung bzw. Nahrungsergänzung angewiesen, so eben auch auf die Milch.

Und da liegt der Hase – oder besser hier: die Kuh – im Pfeffer!

Die Kuh nämlich ist für die Vitamin D-Bildung genau wie der Mensch auf die Sonne angewiesen. Vorräte an Sonnenschein Vitamin im Fettgewebe des Körpers sind begrenzt und irgendwann im Laufe der dunklen Saison verbraucht.  Der Vitamin D-Gehalt in der Milch nimmt ab, gerade dann, wenn der Milchtrinker ihn am dringendsten braucht.

Und da die künstliche Besonnung das Problem beim Menschen auf einfachste Weise löst, kam jetzt Wissenschaftlern an der landwirtschaftlichen Universität Aarhaus der Gedanke, die Kühe ebenfalls ins Solarium zu schicken, in der Hoffnung, dass die Besonnung den Vitamin D-Spiegel bei den Kühen und dadurch auch in der Milch erhöhen könnte.

Zuerst aber wollten die Wissenschaftler wissen, in welcher Körperregion der Kuh die UV-Strahlen am effektivsten eingesetzt werden könnten. Sie schneiderten ihren Kühen eine Art von Kleidern, die ganz unterschiedliche Körperteile der Tiere bedeckten und so vor der Sonne verbargen. Nach drei Wochen an der Sonne verlichen die Forscher dann die Vitamin D-Haltigkeit der Milch von den unterschiedlich bekleideten Kühen.

Die so entdeckten Vitamin D-sensiblen Körperzonen werden dann mit einer Art Solarium mit viel UVB-Licht bestrahlt und der Effekt auf die Milch gemessen.

Ziel der Untersuchungen ist es, einen gleichmäßigen Gehalt an Vitamin D über das gesamte Jahr hin zu garantieren,”  so der Studienleiter,  Lone Hymøller. Das Projekt wird von der dänischen Vereinigung der Milchbauern und von der dänischen Regierung unterstützt.

Ob diese Methode der natürlichen Vitamin D-Versorgung im “Vitamin D-Winter” bereits den Widerstand der Dermatologen provoziert hat, die gegen diese Methode der Gesundheitsvorsorge beim Menschen Sturm laufen, ist nicht bekannt.

Quelle:  Farming UK

Im polnischen Unterhaus geht die (künstliche) Sonne unter. Die Verwaltung hat das Solarium im Abgeordneten-Hotel abgebaut und versteigert. Die Abgeordneten wurden bei dieser Nachricht blass – und werden es nun wohl auch bleiben.

Gerüchten zufolge hatte der Abgerodnete der radikalen Bauernpartei “Samoobrona” (Selbstverteidigung), Andrzej Lepper, den Kauf des Solariums in die Wege geleitet , um als Ex-Agrarminister bei seiner auf den Feldern in der Sonne arbeitenden Kernwählerschicht authentisch rüberzukommen.

Nach Angaben der Sejm-Verwaltung ersteigerte ein Unternehmer das Solarium.

Besser soll es den vierbeinigen Lieblingen von Frauchen und Herrchen ergehen, wenn es nach diesem Angebot im Internet geht:

Hund, Du hast es besser!

Hund, Du hast es besser!

Solarien für das Wohlgefühl und die Gesundheit von Pferden sind ja durchaus Standard.  Weniger bekannt die Möglichkeit, auch Hunde selbst im skchlimmsten Herbst-Schmuddelwetter bei Laune zu halten – mit dem Hunde-Solarium.  Der Hersteller garantiert den Erfolg gegen den Winter-Blues von Zwergpinscher bis Pitbull.

Quellen: Rooster 24 und Paradise Image

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