Archiv für die Kategorie 'Solarkosmetik'

Sonne oder Selbstbräuner

Bräunen aber wie? Sonne vs. Selbstbräuner

So erfolgreich Dermatologen- Verbände auch sind in ihren Kampagnen gegen Sonne und Sonnenbank, die gebräunte Haut als Schönheitsideal haben sie damit kaum beeinflussen können. Nach wie vor geniessen die Menschen ein Sonnenbad im Freien oder auf der Sonnenbank, um ihrer Haut die sanfte, als attraktiv empfundene Bräune, zu geben – allerdings zunehmend mit schlechtem Gewissen.

In die Lücke zwischen Schönheitsideal und Sonnenangst platziert die Kosmetikindustrie erfolgreich die chemischen “Selbstbräuner”.

Aber bringt die Nutzung der Bräunungscremes  die Menschen tatsächlich dazu, die natürlichen Sonnenstrahlen zu meiden und sich mit der aufgetragenen oder aufgesprühten Farbe zu begnügen? Den ganzen Beitrag lesen »

Die Stiftung Warntest untersuchte 12 Sonnenschutzmittel für Kinder mit Lichtschutzfaktor 30.

Zwei waren mangelhaft und wurden vom Hersteller inzwischen zurückgezogen. Ein “sehr gut” gab es diesmal nicht, dafür aber schaffte die Hälfte der getesteten Präparate ein “gut“.

Wie so oft bei Kosmetika: Preis und Qualität gehen weit auseinander. Die beiden teuersten von den noch am Markt verbliebenen Mittel bekamen die schlechtesten Noten, das billigste verfehlte nur knapp die Spitzenposition.

Quelle: test – tabellarischer Überblick hier

Bodylotion mit Selbstbräuner im TestSo allmählich wird es Frühling und die textilfreien Zonen wachsen. Da sind die sanft gebräunten Sonnenstudio-Gänger im Vorteil. Wer aber auf die künstliche Sonne verzichten muss oder will, der kann zu einer der zahlreichen Bodylotions mit Selbstbräunern greifen. Die spenden zwar nur wenig Farbe für die Haut, sind dafür aber weniger kompliziert zu handhaben und mit weniger Nebenwirkungen versehen als die üblichen Selbstbräunungs-Präparate.

Die Zeitschrift der Stiftung Warentest, test, hat 12 Lotionen untersucht und konnte nur vier davon mit dem Prädikat “gut” auszeichnen. Die restlichen acht kamen insgesamt nur auf “befriedigend”. Oft stimmte die Balance zwischen Pflege und Feuchtigkeitsspender einerseits und leichter Bräunung andererseits nicht so recht. Das günstigste Produkt bekam die meisten Punkte. Ein fast zehnmal so teures Produkt brachte es nur auf ein mageres “befriedigend”.

Wie beim Selbstbräuner ist auch hier der Wirkstoff DHA, eine chemisch nachgebaute Zuckerart, die mit Eiweißen in der obersten Hautschicht reagiert und sie bräunlich einfärbt. Und auch hier mit den gleichen “Nebenwirkungen” wie etwa ein eigenartiger Geruch, der mit reichlich Parfum übertönt werden muss, und ungewollte Hautreaktionen – oder garkeine, denn nicht jede Haut reagiert mit Bräune auf die Zuckerbehandlung.

Quelle: test

Selbstbräuner im Öko-TestMit den Angst-Kampagnen einiger Dermatologen-Initiativen und der Krebshilfe werden immer mehr Menschen von der natürlichen Bräune durch vernünftiges Sonnen im Freien oder in Solarien zur Bräune aus der Tube oder der Spray-Düse gedrängt.

Nicht ohne freundliche Unterstützung der einschlägigen Kosmetik-Industrie wird diese Form der künstlichen Bräune als völlig “gesund und unbedenklich” gepriesen.

Öko-Test hat in seiner jüngsten Ausgabe vom Februar 2008 17 verschiedene Selbstbräunern getestet und kommt zu völlig anderen Erkenntnissen:

” … leider sind viele, im Handel angebotene Produkte nicht wirklich eine Alternative für die Haut, denn sie enthalten Duftstoffe, die Allergien auslösen können oder bedenkliche Hilfsstoffe,” so die Redaktion in einer Pressemeldung. “Hauptursache für das schlechte Abschneiden vieler Marken ist ausgerechnet der Inhaltsstoff, der die Bräune bewirken soll. Diese Substanz mit der Abkürzung DHA zerfällt nämlich unter Wärmeeinwirkung und wenn sie über längere Zeit gelagert wird. Dabei entsteht Formaldehyd – ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann.”

Auch die vorzeitige Hautalterung, die oft mit der Sonnenbank verbunden wird,  ist eine der zahlreich möglichen Hautschädigungen durch Formaldehyd.

Und das ist noch nicht alles: Neben anderen Wirkstoffen wurde in einigen Produkten auch Polyethylenglykole nachgewiesen. Diese wirken als Emulgatoren und verbinden Wasser und Fett, können aber auch die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe.

Positiver fielen die Tests bei Medikamenten und Nahrungsergänzung zur Stärkung der Knochen und zur Vermeidung von Osteoporose: Calcium und Vitamin D3.

Quelle: pressrelations/ÖKO-TEST (Selbstbräuner)/Öko-Test (Vitamin D + Calcium)

Gesichtscremes mit UV-Schutz im TestAuf den Lichtschutz in Gesichtscremes kann man sich oft nicht verlassen. Bei einem Test von 12 Gesichtscremes, dessen Ergenbnis in der Januarausgabe der zeitschrift “test” veröffentlich wird, musste die Stiftung Warentest über die Hälfte der Cremes „Mangelhaft“ nennen, weil sie den ausgelobten Lichtschutzfaktor von 15 und mehr nicht einhielten.

Zum „Gut“ im Qualitätsurteil reichte es nur bei drei der Cremes: frei, Eucerin und Avon, die die Haut auch „gut“ mit Feuchtigkeit versorgen. Sie gehören im übrigen zu den preiswerteren Cremes im Test.

Quelle: test

Sonnenschutz mit niedrigem LichtschutzfaktorWer vorgebräunt in den Sommerurlaub geht, kann Sonnenschutzmittel mit niedrigem Lichtschutzfaktor verwenden.

Bereits mit Faktor 10 filtern sie rund 90 Prozent der sonnenbrandauslösenden UV-B Strahlen heraus. Vorteil: Sonnenschutzmittel mit niedrigem Lichtschutzfilter sind meist billiger als die mit hohem.

TEST hat in der Juli-Ausgabe 2007 die Besten identifiziert.13 Lotionen mit Lichtschutzfaktor 8 und 10. Preise zwischen 60 Cent und 18,50 Euro je 100 Milliliter wurden von der Stiftung Warentest getestet.

Quelle: TEST

Foto: djd

SolarkosmetikDer deutsche Markt für Sonnenkosmetik ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 128 Millionen Euro gewachsen und wird auch in diesem Jahr leicht zulegen.

Als wachstumsstärkstes Marktsegment erwiesen sich mit einem Plus von mehr als fünf Prozent die Produkte zur Selbstbräunung, ergab eine Studie des Hamburger Beiersdorf-Konzerns, des führenden deutschen Herstellers von Sonnenschutzmitteln. Insgesamt machen Selbstbräuner knapp ein Fünftel des Marktes für Sonnenkosmetik aus.

Bei den Sonnenschutzmitteln greifen die Verbraucher in Deutschland zu immer höheren Lichtschutzfaktoren. Die hohen Lichtschutzfaktoren von 15 bis 25 bilden mit knapp 40 Prozent Marktanteil das wichtigste Marktsegment, gefolgt von den sehr hohen Lichtschutzfaktoren über 30 mit 29 Prozent. Die Nachfrage nach Produkten mit mittlerem oder geringem Schutzfaktor nehme dagegen stetig ab.

Quelle: dpa

Sonnenschutzmittel schützen die Haut gerade vor den UV-Strahlen, die für die Versorgung des Körpers mit Vitamin D benötigt werden. Es ist also nicht angezeigt, jede freie Hautfläche ständig mit Sonnenschutzmitteln zu bedecken.“
Vitamin D spielt, wie wir inzwischen wissen, eine schützende Rolle in einer Fülle von Krankheiten auch ausserhalb des Knochengerüsts, wie Darm-, Brust-, Prostata- und Eierstock-Krebs oder bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Diabetes.“

So Prof. Mary Norval von der Medizischen Fakultät der Universität Edinburgh in der Zeitschrift der „Royal Society of Chemistry“. Ein Team unter ihrer Leitung hatte die Blockade der Vitamin D-Synthese in der Haut durch permanenten Sonnenschutz auf allen unbedeckten Hautflächen untersucht.

Wir sollten eine Balance finden zwischen den positiven Effekten (der Sonnenstrahlen) bei der Bildung von Vitamin D und den negativen Effekten von zu viel Sonne.”

Die Cancer Research UK, vergleichbar etwa mit der Deutschen Krebshilfe, reagierte prompt: “Wir sind besorgt, dass eine solche gemischte Botschaft ein gefährliches Durcheinander in den Köpfen der Leute verursacht.”

(Übersetzung: Photomed Redaktion)

Quelle: scotsman.com
Foto: djd

spray-tan-3.jpgJohn Horvath aus Oxford, UK, ist überzeugt: Er ist der erste ambulante “Spray-On-Dienst” im Vereinigten Königreich, wenn nicht weltweit.

Horvath bringt Bräune ins Haus! In den eigenen vier Wänden können sich seine Kunden einen professionellen “Spray-On-Teint” verpassen lassen. Vor allem Männer, die sich nicht so recht in ein professionelles Sonnenstudio trauen, gehören zu seinen bevorzugten Kunden. Mit der Gründung seiner Bräunungs-Ambulanz “Tropical Sunrise” Mitte letzten Jahres glaubt er, eine echte Marktlücke entdeckt zu haben. Mit seinen Sprüh-Geräten bereist er den gesamten Heimatberzirk Oxfordshire und den Nachbarbezirk Buckinghamshire.

Zu seinen Kunden gehören, so der stolze Sprayer, Models und Filmstars.

Quelle: ClickPress, Foto: TropicalSunrise

Spray On - Chemische BräunungDer Markt der künstlichen Bräunung ohne UV-Bestrahlung in USA, 2006 auf etwa 185 Mio. Dollar geschätzt, wird nach Meinung von Marktanalysten bis 2011 auf über 500 Mio. Dollar wachsen.

Als Gründe dafür nennen die Analysten das unveränderte Bedüfnis nach einer “gesund schimmernden Bräune” bei wachsender Scheu vor potentiellen Risiken der UV-Bestrahlung bei falscher Dosierung sowie wesentliche Produktinnovationen.

Damit ist ein Ende des Booms nicht in Sicht. Das Wachstum am US-Markt hatte bereits in den vergangenen Jahren (2001 bis 2006) satte 429% betragen.

Anders als in Deutschland machen Verkäufe von Solarkosmetik, Selbstbräunern und Bräunungsbeschleunigern einen erheblichen Anteil am Umsatz der Sonnenstudios aus.

Quelle: Research and Markets