Archiv für die Kategorie 'Sonnenstudio'

Sonne oder Selbstbräuner

Bräunen aber wie? Sonne vs. Selbstbräuner

So erfolgreich Dermatologen- Verbände auch sind in ihren Kampagnen gegen Sonne und Sonnenbank, die gebräunte Haut als Schönheitsideal haben sie damit kaum beeinflussen können. Nach wie vor geniessen die Menschen ein Sonnenbad im Freien oder auf der Sonnenbank, um ihrer Haut die sanfte, als attraktiv empfundene Bräune, zu geben – allerdings zunehmend mit schlechtem Gewissen.

In die Lücke zwischen Schönheitsideal und Sonnenangst platziert die Kosmetikindustrie erfolgreich die chemischen “Selbstbräuner”.

Aber bringt die Nutzung der Bräunungscremes  die Menschen tatsächlich dazu, die natürlichen Sonnenstrahlen zu meiden und sich mit der aufgetragenen oder aufgesprühten Farbe zu begnügen? Den ganzen Beitrag lesen »

Menschen, die in Ihrem Urlaub im Süden regelmäßig Sonnencremes benutzen, erleiden fast doppelt so  häufig (OR 1,91) einen Sonnenbrand wie die Sonnenschutz-Muffel.

Das ist eines der interessanten Ergebnisse einer umfassenden Studie der Dänischen Krebsgesellschaft (Danish Cancer Sociey) über mehrere Jahre. Die Forscher befragten 11.158 repräsentativ ausgewählte Dänen im Alter von 15—59 Jahren nach ihren Urlaubsreisen, ihrem Verhalten an der Sonne, mit welcher Absicht sie in die sonnigen Gefilde reisten und wie oft sie sich dabei einen Sonnenbrand zuzogen. Den ganzen Beitrag lesen »

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John Dalli, Eu-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz

Für die Presse war es wieder einmal ein gefundenes Fressen und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so genau ins Maul.

Jede siebte Sonnenbank macht krank“,  “Sonnenstudios gefährden die Gesundheit”, “Burn Baby Burn: Strahlende Sonnenbänke“, “Neueste Horrormeldung…” – es rauschte mal wieder im deutschen Blätterwald, und wie so oft bei diesem Thema spielten die Fakten eine eher untergeordnete Rolle. Was war passiert?

Der neue EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, hatte in Brüssel eine Erhebung aus den letzten beiden Jahren vorgestellt, bei der sich zeigte, dass knapp 15 Prozent der europaweit untersuchten Sonnenstudios nicht den neuen EU-Bestimmungen (Euronorm) zum Beispiel über Bestrahlungsstärken von 0,3 W/m² entsprachen.

Hätten nun die deutschen Medien und Presseagenturen genauer hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass

  1. diese neuen EU-Regulierungen, vor allem die o,3 W/m² für alle Geräte,  in Deutschland überhaupt noch nicht gelten. Das passiert erst mit der Verabschiedung der noch in Arbeit befindlichen Verordnung zum sog. “Solariengesetz” vom Juli vergangenen Jahres, und u.a. aus diesem Grund,
  2. in Deutschland nur ganze zwei (2) Studios, davon ein Selbstbedienungsstudio, in die Untersuchung einbezogen worden waren, und dass sich folglich
  3. das Entsetzen über die Verfehlung eines nicht gültigen Standards durch 0,04 Prozent der deutschen Sonnenstudios sich eigentlich in Grenzen halten sollte.

Soviel journalistische Sorgfalt, dass auch noch der Unterschied zwischen Bestrahlungsstärke und der für die Wirkung ausschlaggebenden Bestrahlungsdosis berücksichtigt würde, mag man den überlasteten Redakteuren erst garnicht zumuten. Dass

  • zwei Stunden in der Mittagssonne am Ballermann mehr Schaden in der Haut anrichten und weniger positive Wirkungen wie etwa Vitamin D-Synthese bewirken kann als
  • 10 Minuten auf einer Sonnenbank mit 0,6 W/m²

ist allerdings auch ohne umfassende Recherche nachvollziehbar.

Erst garnicht erwähnt wird die auch vom EU-Kommissar ausdrücklich gewürdigte Tatsache, dass sich die Solarienverbände, vertreten durch die European Sunlight Association (ESA), seit Jahren aktiv und in enger Kooperation mit der europäischen Kontroll-Initiative PROSAFE im Rahmen der “Joint Action on Sunbeds (JAS)” an der Entwicklung und Durchsetzung einheitlicher Regularien in Europa beteiligt hat.  Ein einheitlicher Standard und durchsichtige Kontrollmechanismen sind – leicht nachvollziehbar – durchaus auch im Interesse der europäischen Solarienbranche! (Hier die Stellungnahme der ESA dazu).

Nun mangelt es sicher am deutschen Besonnungmarkt – wie in allen anderen Branchen auch – nicht an “schwarzen Schafen”, die sich auch nach der offiziellen Einführung von allgemein akzeptierten Standards als anpassungsresistent erweisen werden.  Aber das kann dann erst nach Einführung der Standards durch Kontrollen festgestellt und dann – sicher wieder mit dramatisch-semantischem Aufwand – von den einschlägigen Medien beklagt werden.

Quelle: Pressemeldungen EU-Kommission und ESA/diverse Veröffentlichungen in der Tagespresse

Sonnenbank-Nutzer sind besser informiert - und besser drauf!

Sonnenbank-Nutzer sind besser informiert - und besser drauf!

Junge Leute, die gut informiert sind über Gefahren und Nutzen der UV-Strahlen, gehen häufiger in ein Sonnenstudio als die weniger gut Informierten.

Mit einer Art spürbarem Entsetzen haben jetzt Wissenschaftler der Wake Forest Universität in den USA dieses offenbar unerwartete Ergebnis ihrer eigenen Forschung zur Kenntnis genommen.  Offenbar, so die Forscher, liessen sich die Menschen eher von ihrer Überzeugung leiten, dass sie durch die Sonnenbank-Nutzung vitaler und attraktiver würden und sich insgesamt wohler fühlten.

Ihre nicht so ganz wissenschaftliche Schlussfolgerung: Um die Menschen von der Sonnenbank fernzuhalten, müsse man in  Anti-Solarien-Kampagnen diese Motivation aufnehmen und nutzen, um chemische Bräunungsmittel (“sunless tanning”) zu empfehlen. Auf die Idee, dass Wohlgefühl und Vitalität ihre Gründe in den positiven Gesundheits- und Stimmungseffekten der Sonnenstrahlen oder ihrer “Stellvertreter” auf der Sonnenbank haben könnten, scheint ihnen garnicht gekommen zu sein.

Genau diese positiven Effekte aber haben bereits früher anderen Forschern den Verdacht nahegelegt, Sonnenstrahlen und Sonnenbank könnten süchtig machen. Erst bei näherem Hinsehen kam dann die Erkenntnis, dass hier die Motivation schlicht das verbesserte Köpergefühl war und z.B. das Verschwinden chronischer Schmerzen und nicht eine wie auch immer ausgelöste Sucht.

(Kuriosität am Rande: Forscherkollegen an der gleichen Universität hatten erst kürzlich in einer Studie die lindernde und heilende Wirkung der Sonnenbank bei chronischen Schmerzen bestätigt).

Erst vor wenigen Monaten hatte auch eine deutsche Studie festgestellt, dass gründliche Information über die UV-Strahlen von Sonne und Solarium den Besuch von (gut geführten) Sonnenstudios eher fördert als verhindert.
Kurios auch hier: Die Studie war im Auftrag einer Organisation gefertigt worden, die in in regelmäßigen öffentlichen Äusserungen Menschen von der Verderblichkeit der künstlichen Besonnung überzeugen möchte.

Quelle: PubMed

Studie:  Leslie K Dennis et al.,  Tanning behaviour among young frequent tanners is related to attitudes and not lack of knowledge about the dangers, Health Education Journal, Vol. 68, No. 3, 232-243 (2009)

Frauen, die häufiger als drei mal pro Jahr eine  Sonnenbank benutzen, verringern ihr Risiko, an einem Gebärmutter-Krebs zu erkranken, um 50 Prozent im Vergleich zu Frauen, die nie oder selten ein Solarium benutzen.  Sonnenbaden im Sommer führt immerhin noch zu einer Risiko-Senkung um etwa 20 Prozent.

So das Ergebnis einer Langzeitstudie mit fast  30.000 Teilnehmerinnen über 15 Jahre hinweg.  Die Forscher am Institute of Clinical Sciences der Universität Lund in Schweden hatten mit dieser Studie den Zusammenhang von Sonne, UV-Strahlen und Gebährmutterkrebs untersucht.

Der Gebärmutterkrebs ist die vierthäufigste Krebsart bei Frauen und die häufgste der weiblichen Geschlechtsorgane mit etwa 12.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland.

Wissenschaftliche Erkenntnisse wie diese (und hunderte ähnlicher Studie über die positiven Gesundheitswirkungen der Sonnenstrahlen) werden in der derzeit wieder hoch schwappenden Diskussion um gesetzliche Regulierungen von Solarien völlig ausgeblendet – eine Diskussion, bei der sich die meisten Medien ohne Gegenwehr dermatologische Scheuklappen aufsetzen lassen.

In einer Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) vor einigen Tagen wurde die längst wissenschaftlich gesicherte Bedeutung der UV-Strahlen und des “Sonnenschein-Vitamins” D – zu etwa 90 Prozent “Produkt” dieser Strahlen -  für die Prävention und Therapie vieler “Volkskrankheiten” wie Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs völlig ausgeblendet.

Mehr noch, die Protagonisten dieser Inszenierung forderten auch ein Verbot aller Aussagen über diese positiven Wirkungen der UV-Strahlen in Zusammenhang mit der künstlichen Besonnung auf der Sonnenbank. Ziel dabei ist der Druck auf die Autoren der kommenden Ausführungsverordnung zum “Solariengesetz”, das seit Anfang August in Kraft ist und die Nutzung von Solarien durch Jugendliche unter 18 Jahre verbietet.

Bei derartig aggressiven Versuchen, eigene standespolitische Interessen durchzusetzen ohne Rücksicht auf die fatalen Auswirkungen solcher Verbote für die Gesundheit der Bevölkerung, bleibt nur die Hoffnung auf die Weisheit und Belesenheit der Verordnungsgeber.

Quelle: ScienceDaily

Studie:  E. Epstein , P.G. Lindqvist, B. Geppert , H. Olsson,  A population-based cohort study on sun habits and endometrial cancer, British Journal of  Cancer, 2009 Aug 4;101(3):537-40

Kaum war das Umweltgesetzbuch am Widerstand vor allem der CSU gescheitert, schon legte das Bundesumweltministerium ein gesondertes „Solariengesetz“ vor, das praktisch wortgleich dem IV. Buch des Umweltgesetzbuchs formuliert war („Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung, NISG“). Der Entwurf ist auf der Website des BMU einzusehen.

Wie im gescheiterten Umweltgesetzbuch – IV. Buch – sind alle substantiellen Regelungen, ausser dem Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren, späteren Verordnungen vorbehalten.  Aber schon im wenig später tagenden Koalitionsausschuss wurde man sich nicht wirklich über die Eckpunkte, wie etwa das Solarienverbot Jugendlicher, einig. Das sollten die Fraktionen im Bundestag untereinander ausfechten, so hieß es.

Dennoch winkte das Kabinett die Vorlage in seiner Sitzung am 11. März durch. Das Parlament und seine Ausschüsse sind jetzt am Zug. Das müsste nun schon eine Art ICE sein, wenn das Gesetz noch vor Ende der Legislaturperiode am Ziel sein sollte. Ein „Fahrplan“ sieht die Verabschiedung des Gesetzes spätestens im Juli vor:

  • 1. Lesung Bundestag 07.05.2009
  • Erste Lesung Bundesrat 15.05.2009
  • 2. und 3. Lesung -Verabschiedung Bundestag 19.06.2009
  • Verabschiedung Bundesrat 10.07. 2009
  • Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt

6 Monate nach Unterzeichnung und Veröffentlichung tritt das Gesetz in Kraft – sprich:  Ende 2009/Anfang 2010

Ob und wann die Ausführungsverordnungen dann folgen – und damit die eigentlichen Inhalte – ist offen.

Anders als das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundeswassergesetz könnte das „Solariengesetz“ (das Gesetz und die inhaltlich entscheidenden Ausführungsverordnungen) bei seiner Vorgeschichte den Wettlauf mit dem Ende der Legislaturperiode also dennoch verlieren und erst im nächsten Bundestag neu verhandelt werden. Im Interesse der „Planungssicherheit“ für alle Teilnehmer im Besonnungsmarkt wäre das bedauerlich.

zerti-neuFreiwillige gegen staatliche Regelung – wirklich ein Gegensatz?

Eng verbunden mit dem Schicksal des “Solariengesetzes” ist die weitere Entwicklung des Gütesiegels “Geprüftes Sonnenstudio“.

Hier entwickelte sich ein merkwürdiges Zusammenspiel von Solariengegnern und Teilen der Solarienbranche:  Während das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die zweifellos negativen – wenn auch nicht annähernd im behaupteten Umfang-  Ergebnisse der Kontrollen bei den zertifizierten Studios dankbar zum Anlass nahm, mit der groben Keule die “Geprüften Sonnenstudios” zu prügeln, um die unbedingte Notwendigkeit eines umfassenden Gesetzes zur Detailregelung des Besonnungsmarktes zu “beweisen”, verfielen Vertreter der Solarienbranche in eine trotzige “dann-eben-nicht”-Haltung und erklärten die Zertifizierung für gescheitert. Eigene Anstrengungen und Initiativen seien da nun nicht mehr nötig und sinnvoll. Wo alle Studios gleich gemacht seien, wäre eine Differenzierung durch Qualität nicht mehr möglich und vor allem nicht mehr wirtschaftlich. Ein Qualitätssiegel hätte damit seinen Sinn verloren.

Denkblockaden lösen!

Nicht zuletzt diese wechselseitige Denk-Blockade scheint mitverantwortlich zu sein für den fatalen Schwebezustand, in dem alle Initiativen und Anstrengungen für eine notwendige Fortentwicklung der Besonnungs-Dienstleistungen zu ersticken drohen.

In Wirklichkeit aber verhindern die „Extremisten“ auf beiden Seiten die nahe liegende und sowohl in anderen Branchen als auch für die Solarienbranche in anderen Ländern längst funktionierende Lösung des Problems im Konsens:
Eine gesetzliche „Basisregelung“, die eine gesunde Grundlage für gleiche Wettbewerbsbedingungen unter den Sonnenstudios, Herstellern und Dienstleistern schafft, aber ausreichend Raum lässt für die kreative Fortentwicklung der Besonnungsleistungen und für Angebote überlegener Qualität zu angemessenen Preisen.

Zum Wohle keineswegs nur der Solarienbranche und der gut geführten Sonnenstudios, sondern viel mehr noch im Interesse des mündigen Verbrauchers, der sehr wohl beurteilen kann, wo er die Wohlfühleffekte der Sonnenbank gekoppelt mit den zahllosen positiven Wirkungen für die physische und psychische Gesundheit im Vertrauen auf ein professionelles und leidenschaftlich interessiertes Studio-Management entspannt genießen kann – und wo eben nicht.

Und wenn ihm dabei ein strikt kontrolliertes, freiwilliges Gütesiegel die Wahl erleichtert, um so besser! Der Bürokraten-Traum von der totalen Regulierung schliesst jeden Qualitäts-Wettbewerb um den kritischen Verbraucher aus und hinterlässt: Gleichgültigkeit! Wer will das schon!

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Vorbgebräunt?

Was macht die typische Europäerin, um sich für den Urlaub vorzubereiten? Die Antwort ist einfach: Das volle Programm! Und das Nachdenken darüber hat mitten im Winter längst begonnen.

Wenn der Bikini angesagt ist,  darf die gezeigte Haut nicht käsig sein und einen Sonnenbrand möchte Frau auch nicht riskieren. Also: Vorbräunen im Sonnenstudio!

Wer nun glaubt, die Frauen aus den nördlichen Ländern seien Europameisterinnen im Vorbräunen, erlebt bei der Umfrage des Reiseportals TripAdvisor mit über 3.210 reisenden Europäerinnen eine Überraschung:

Künstliche Bräune vor dem Urlaub ist ausgerechnet in sonnigen Regionen am stärksten gefragt: 12 % der Spanierinnen und 11 % der Italienerinnen legen sich vor dem Urlaub zum Vorbräunen auf die Sonnenbank, dicht gefolgt allerdings dann von hellhäutigen Engländerinnen und Deutschen.  Schlusslicht sind die Französinnen: Nur 8 % bräunen vor.

Diätstress vor der Urlaubserholung spüren vor allem die Britinnen (23%), die vor der Reise für die Bikinifigur fasten. Die anderen Nationen sehen dem Bikiniauftritt gelassener entgegen:  Nur 15 % der Spanierinnen und 12 % der Französinnen wollen noch ein paar Kilos vor dem Urlaub verlieren. Hier bilden die Deutschen mit 9 % und die Italienerinnen mit 8 % die Nachhut.

Haarschnitt vor dem Reiseantritt ist der Renner! Für überraschende 73 % der Britinnen ist der Frisörtermin fester Bestandteil der Urlaubsvorbereitungen.  Immerhin die Hälfte der spanischen Frauen lässt sich vor der Reise die Frisur stylen, gefolgt von 46 % der Deutschen, 45 % der Französinnen und 44 % der Italienerinnen.

Quelle:  TripAdvisor

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Abkehr von der Sonne - Vitamin D-Defizit Foto: freioel

Die Versorgung mit dem lebenswichtigen “Sonnenschein-Vitamin D” wird immer schlechter. Das hat jetzt – zumindest für die USA – eine Studie des National Center for Health Statistics belegt. Der Grund vor allem:  Weniger Sonne auf der Haut des modernen Menschen mit überwiegend “sonnenarmem” Lebensstil.

Die Studie vergleicht auf breiter Basis den durchschnittlichen Stand des Vitamin D-Serums im Blut von 18 158 Menschen in den Jahren 1988–1994 mit den zehn Jahre später erhobenen Daten von 20 289 Teilnehmern. Die Werte sanken in diesen 10 Jahren um durchschnittlich 5–20 nmol/L. Auch nach Berücksichtigung von methodischen Unterschieden der Erhebungen blieb eine besorgniserregende Differenz.

Durchaus auch ein “Verdienst” der rabiaten Kampagnen gegen Sonne und Solarien durch Dermatologenverbände und Kosmetikindustrie. Die Studie weist in einer separaten Untersuchung nach, dass der Sonnenschutz wesentlich zu den Vitamin D-Defiziten beiträgt.

Dagegen haben Studien in jüngster Zeit nachgewiesen, dass diese Kampagnen ihr eigentliches Ziel, die Bekämpfung des Hautkrebs, insbesondere des Melanoms, nicht erreichen, dass Sonnenschutzmittel nicht vor dem Melanom schützen.

Paradoxes Resultat:  Angst-Kampagnen gegen die UV-Strahlen von Sonne und Solarium helfen nicht im Kampf gegen den Krebs sondern unterdrücken einen wichtigen Faktor in der Krebsvorbeugung, das Vitamin D.

In anderen Worten, die Kampagnen erweisen sich als hilflos gegen die “böse”, die krank machende Sonne, als wirkungsvoll aber gegen die “gute”, heilbringende Sonne. Statt den irrationalen, besinnungslosen Sonnenwahn von Millionen Strandurlaubern zu bremsen, verhindern sie erfolgreich die gezielte, dosierte Nutzung der UV-Strahlen beim sanften Sonnen in der kontrollierten Umgebung qualitätsgeprüfter Sonnenstudios für die fast unüberschaubarer Fülle präventiver und heilender Gesundheitswirkungen.

Quelle: PubMed

Studie:  Anne C. Looker et al., Serum 25-hydroxyvitamin D status of the US population: 1988–1994 compared with 2000–2004American Journal of Clinical Nutrition, 2008, 88: 1519

Editorial der Ausgabe: Anthony W Norman,  A vitamin D nutritional cornucopia: new insights concerning the serum 25-hydroxyvitamin D status of the US population, AJCN 2008, 88: 1455-1456.

Sonnenstrahlen schützen

Sonnenstrahlen schützen (Foto: fvs)

Häufigeres und regelmäßigeres Sonnen scheint das Risiko deutlich zu senken, an Lymphknotenkrebs zu erkranken.

Mit diesem Bericht über eine mehrjährige Studie erregten Forscher von der University of Rochester aus dem US-Staat New York Aufsehen beim laufenden Kongress der American Society of Hematology.

In der Studie hatten die Wissenschaftler von 2005 bis 2007 140 neu mit Lymphom diagnostizierte Patienten und ebenso viele Kontrollpersonen  untersucht auf ihren aktuellen und früheren (5-10 Jahre) Vitamin D-Spiegel und ihr Verhalten im Freien und an der Sonne.

Aufenthalt an der Sonne (Sonnenbaden) und Tätigkeit im Freien in der Vergangenheit reduzierte das Lymphom-Risiko um deutlich mehr als die Hälfte. Beim Vergleich der Vitamin D-Spiegel zwischen den an Lymphom Erkrankten und den Teilnehmern der Kontrollgruppe dagegen zeigte sich kein statistisch relevanter Unterschied. Daraus schliessen die Forscher, dass es eine schützende Wirkung der Sonnenstrahlen vor einer Tumorbildung in den Lympknoten auch ohne den “Umweg” über das “Sonnenschein-Vitamin” D3 geben müsste.

Quelle: HighWire

Studie:  Laura M. Calvi et al., Vitamin D, Sun Exposure, and Lymphoma Risk, Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2008 112: Abstract 1783

Ähnlich allerdings mit einer vermuteten kurzfristigen Schutzwirkung von Vitamin D:
Unhee Lim et al., A prospective investigation of serum 25-hydroxyvitamin D and risk of lymphoid cancers, Internatinal  Journal of Cancer,  September 9, 2008

Sonne macht Spermien munter

Sonne macht Spermien munter

Mann o Mann! Sonne macht Männer nicht nur sexy sondern auch fruchtbar! Gesunde Spermien brauchen das Sonnenschein-Vitamin D3.

Mit dieser Botschaft überrascht das Männer-Journal “Men`s Health” seine potenzbewusste Leserschaft – just in dem Moment, da die Sonne (im Gegensatz zu den Lesern) ihre Kraft immer mehr verliert und schon bald im “Vitamin D-Winter” das begehrte Vitamin, besser: Hormon, nicht mehr in der männlichen Haut produzieren kann.  Ein Mangel an Vitamin D aber, so Men`s Health, könne zu Unfruchtbarkeit führen.

Die Zeitschrift beruft sich auf eine australische Studie: “Die Wissenschaftler einer auf Reproduktion spezialisierten Klinik in Sydney zeigten, dass Vitamin-D-Mangel ein wichtiger Faktor bei männlicher Unfruchtbarkeit ist. Von den knapp 800 untersuchten unfruchtbaren Männern wurde bei über einem Drittel ein Vitamin-D-Mangel festgestellt…

Von den 100 unfruchtbaren Teilnehmern an der Studie erlangten 40 ihre Zeugungsfähigkeit zurück, nachdem sie den Bürosessel häufiger mit dem Strand tauschten, das Rauchen aufgaben und sich vernünftiger ernährten. Der Vitamin D-Spiegel im Blut stieg und so auch die Qualität der Spermien.

Der dringende Rat der Forscher, sich täglich um die Mittagszeit mindestens 15 Minuten im Freien aufzuhalten um UV-Strahlen für die Vitamin D-Produktion zu tanken mag auf den Antipoden wirken – dort beginnt der Sommer! Der deutsche Mann aber hat im “Vitamin D-Winter” keine andere Wahl: Ein- zweimal die Woche ins Sonnenstudio (mit Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“) reicht völlig, um den Vitamin D-Hormon-Haushalt zu optimieren.

Eine andere aktuelle Studie, die der Frage mit Hilfe von Reagenzglas und Mikrspkop nachgeht, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Vitamin D und der Vitamin D-Rezeptor spielen eine entscheidende Rolle bei der Überlebens- und Zeugungsfähigkeit der Spermien.

Quelle: Men`s Health

Studie: S. Aquilaet al., Human sperm anatomy: ultrastructural localization of 1alpha,25-dihydroxyvitamin D receptor and its possible role in the human male gamete., J Anat. 2008 Nov;213(5):555-64.

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