Archiv für die Kategorie 'UVA'

Tomatenpaste gegen UV-SchädenTomatenmark schützt die Haut vor Sonnenbrand und UV-Schäden bei übertriebener Besonnung.  Tomaten enthalten viel Lycopin, in Tomatenmark ist diese Konzentration um mehr als das 10fache höher. Dieses Karotinoid wirkt als Antioxydantium gegen die zerstörerischen “Freien Radikalen“, die vor allem durch die UVA-Strahlen in den Hautzellen übermäßig angeregt werden und auch für die vorzeitige Hautalterung mit verantwortlich sind.
Dabei setzt das Tomatenmark mit seiner schützenden Wirkung gleich an mehreren Stellen an. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnenschein ohne Sonnenschein-Vitamin - Foto: iStockphoto

Sonnenschein ohne Sonnenschein-Vitamin - Foto: iStockphoto

Wieviel Sonnenlicht dringt durch Fensterglas? Wieviel UV-Strahlen erreichen den typischen Büroangestellten und andere Menschen, die sich tagsüber in geschlossenen Räumen aufhalten (müssen)? Und was sind die Folgen?

Diesen Fragen sind jetzt brasilianische Wissenschaftler nachgegangen. Sie maßen die UVA- und die UVB-Strahlen an einer Strahlenquelle und  in verschiedenen Abständen hinter normalem Fensterglas und hinter Verbundglas verschiedener Dicke und verglichen die Ergebnisse:

UVB wurde in allen Fällen durch das Fensterglas ausgefiltert. UVA drang noch zu knapp 75 Prozent durch normales Fensterglas, wurde aber vom Verbundglas ebenfalls völlig ausgefiltert. Grünes Glas erwies sich als effektivster UV-Blocker. Erstaunlicherweise machte die Dicke des Glases keinen Unterschied bei der UV-Durchlässigkeit.

Die gute Nachricht hinter diesem Forschungsergebnis: Einen Sonnenbrand muss im Büro bei geschlossenen Fenstern niemand befürchten.

Die schlechte Nachricht: Auch wenn die Sonne noch so freundlich durch das Bürofenster scheint, zur Versorgung mit dem lebenswichtigen “Sonnenschein-Vitamin D” trägt sie nichts bei. Vitamin D wird ausschließlich von den UVB-Strahlen in der Haut gebildet.

Auf den Mangel an Vitamin D durch fehlende UVB-Bestrahlung führen viele Experten die erstaunliche Tatsache zurück, dass Büroangestellte häufiger an einem Melanom erkranken als Menschen, die im Freien arbeiten.

Erst im April dieses Jahres hatte eine Studie der US-Food and Drug Administration (FDA – Center for Devices and Radiological Health) diese Tatsache neu bestätigt und sowohl die höhere UVA-Belastung der Büroarbeiter als auch den deutlich niedrigeren Vitamin D-Pegel im Blut durch mangelnde UVB-Bestrahlung für die höhere Melanom-Inzidenhz bei Menschen im Büro verantwortlich gemacht.

Quelle:  Hautstadt.de

Studien:
Ida Duarte et al.,  The role of glass as a barrier against the transmission of ultraviolet radiation: an experimental study, Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine 25 (4): 181-184

D.E. Godar et al.,  Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D(3) levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma, Medical Hypotheses. April 2009 ;72(4):434-43

Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Er hat`s besser: Mehr Sonne, weniger Hautkrebs

Gängige Ansichten, die auch als  Basis für die Vorschläge zum “Solariengesetz” und seinen Ausführungsverordnungen dienen, lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:

  1. Der “schwarze” Hautkrebs, das Melanom, wird hauptsächlich und immer durch die Bestrahlung der Haut mit UVB-Strahlen (290–320 nm) verursacht.
  2. Dabei spielen die Solarien in jeder Form eine wesentliche, verstärkende Rolle.

Beide Behauptungen sind falsch, wie jetzt eine Meta-Studie der offiziellen US Food and Drug Administration nachweist.

Ohnehin hatte sich als wissenschaftlicher Konsens aus Studien der vergangenen Jahre und Monate herausgebildet, dass nicht etwa die Bestrahlung mit UVB-Strahlen an sich krebsauslösend sind, sondern nur die unvorbereitete, abrupte, oft mit einem Sonnenbrand verbundene Besonnung die Bildung eines Melanoms unter bestimmten Voraussetzungen fördere – die regelmäßige und maßvolle Besonnung dagegen habe  eine eher schützende Wirkung .  (Wir hatten verschiedentlich über diese Studien berichtet).

Die neue Untersuchung der Food and Drug Administration unter Leitung der renommierten Dermatologin und Radiologin Dianne Godar aber kommt darüber hinaus zu bemerkenswerten Ergebnissen:

  1. Die Zahl der Melanom-Neuerkrankungen (in den USA, aber ebenso in allen anderen Ländern mit überwiegend hellhäutiger Bevölkerung) nimmt seit den 40ger Jahren des vorigen Jahrhundert ständig zu. Dabei ändert sich die Steigung der Wachstumskurve über die Jahrzehnte kaum. Mit der Einführung der Sonnenbank und der massenhaften Verbreitung in den 90ger Jahren ist keine zusätzliche Steigerung verbunden.  Der Einfluss der Solarien auf die Hautkrebsrate ist also gleich oder nahe Null. (Im übrigen zeigen sich ähnliche Steigerungen auch in Ländern, in denen Solarien keine oder nur eine geringe Rolle spielen.)
  2. Die Zuwächse bei den Melanom-Erkrankungen treffen nur auf Büroarbeiter und andere Berufe zu, die in geschlossenen Räumen, nicht aber auf Berufe wie Gärtner oder Landwirte, die ständig im Freien ausgeübt werden. Die Studie weist nach, dass regelmäßige UV-B-Bestrahlung die Gefahr einer Melanom-Erkrankung sogar senkt.

Die Autoren führen dieses Phänomen auf die unterschiedliche Versorgung mit Vitamin D3 zurück, das zum weit überwiegenden Teil durch die kontinuiertliche und maßvolle Bestrahlung der Haut mit UVB gebildet wird. Vitamin D3, umgeformt in das Serum Calcitriol (1,25-dihydroxyvitamin D), bremst das Wachstum der Krebszellen und beschleunigt ihren Zelltod.

Tatsächlich ist  der Vitamin D-Spiegel etwa eines durchschnittlichen Büroarbeiters um ein Vielfaches niedriger als der eines Gärtners. Darüber hinaus ist die Vitamin D-Bildung bei diesen gleichmäßig und konstant, während die Büroarbeiter unter der Woche so gut wie keine UVB-Strahlung aufnehmen und kein Vitamin D bilden können. Lediglich am Wochenende und vor allem – mit negativen Konsequenzen – in den Ferien steigt ihr Vitamin D-Spiegel an. Einzige Möglichkeit: Regelmäßiges Sonnen im Solarium – auch als Hautkrebs-Prävention!

Ist UVA und nicht UVB der Schuldige?

Warum aber der so krasse Unterschied zwischen Büroarbeitern und Arbeitern unter freiem Himmel?

Die Antwort der Forscher:  UVA-Strahlen!
Anders als die UVB-Strahlung wird das UVA nicht durch die Fensterscheiben des Büros absorbiert. UVA-Bestrahlung in den Räumen hat damit immerhin noch 25% der Bestrahlungstärke draußen.

Folge:
Einerseits erhalten die Bürarbeiter zu wenig Sonne (UVB) für eine ausreichende Vitamin D-Synthese, andererseits aber sorgt die UVA-Strahlung nicht nur für Schädigungen der Hautzellen sondern wichtiger noch für die Unterdrückung des bereits gebildeten Vitamin D, das auf diese Weise seine Funktion als “Hautkrebs-Bremse” nicht mehr ausreichend ausüben kann.

Als die Menschheit sich von der Evolution abkoppelte durch ein Arbeitsleben tagsüber in geschlossenen Räumen und durch künstliche Barrieren, Fensterglas, UVB von UVA trennte, erhöhte sie gleichzeitig damit Ihre Hautkrebsrate,” so die Forscher in ihrem Resume.

Quelle: PubCrawler

Studie:  D.E. Godar et al.,  Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D(3) levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma, Medical Hypotheses. April 2009 ;72(4):434-43 (online vorab veröffentlicht.

eincremen-vitd-nationalreviewofmedicine.jpgEin neues System von Kennzeichnungen für Sonnenschutzmittel soll den Verbraucher schon in diesem Sommer vor falschen Behauptungen und gefährlichen Fehleinschätzugen schützen.

Das System, zu dem sich die europäische Kosmetikindustrie freiwillig verpflichtet hat, basiert auf einer Leitlinie der EU-Kommission und soll für klarere Informationen sorgen. Je nach Schutzwirkung ist auf dem Produkt die Kategorie «geringer Schutz», «mittlerer Schutz», «hoher Schutz» oder «sehr hoher Schutz» angegeben.

Außerdem sollte ein neues «UV-A»-Logo zu sehen sein.

Bis spätestens zum Sommer 2008 soll die neue Etikettierung flächdeckend gültig sein.

Ob dieser zweifellose Fortschritt die in letzter Zeit in verschiedenen Studien nachgewiesenen Gefahren einer eher verstärkten als geminderten Hautkrebsgefahr durch falsche Anwendung und falsches Sicherheitsbewusstsein beim Gebrauch von Sonnenschutzmitteln (wir hatten berichtet) deutlich vermindern kann, bleibt abzuwarten.

Foto: National Review of Medicine

Sonnenstrahlen reinigen Wasser (SODIS)Sonnenstrahlen und eine PET-Flasche genügen – mit dieser einfachen und kostengünstigen Methode lassen sich in Entwicklungsländern Infektionskrankheiten aufgrund von Keimen im Wasser bekämpfen.

Dem Erfinder dieser Methode, Martin Wegelin, Leiter des Fachbereiches Wasser an der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag), wurde jetzt vom Schweizerischen Roten Kreuz den erstmals vergebenen Preis für humanitäre Leistungen verliehen.

Wegelins Methode ist einfach: Wasser wird in einer Pet-Flasche während mindestens sechs Stunden in die Sonne gelegt. Durch die Sonneneinwirkung werden die Keime abgetötet.

SODIS (Solar Water Disinfection) – so wird die Methode genannt – wenden heute rund zwei Millionen Menschen in zwanzig Ländern an.

Tatsächlich ist das Verfahren so einfach, dass Forscher, Politiker und die betroffenen Menschen in den Entwicklungsländern zunächst skeptisch waren. Das Schwierige an Sodis ist nicht die Handhabung, sondern den Menschen zu vermitteln, wie wichtig sauberes Trinkwasser ist und wie einfach sie es erhalten können.

Doch so simpel, wie das Prinzip Sodis auf den ersten Blick wirkt, ist die Wasserdesinfektion durch das Sonnenlicht nicht. «Auch einfache Verfahren brauchen oft Spitzenforschung», sagte Alexander Zehnder, Präsident des ETH-Rats und ehemaliger Leiter der Eawag.

Dazu mussten sie genauer untersuchen, wieso die Keime absterben. Ist das Sonnenlicht der entscheidende Faktor oder die Wärme? Zwar sind die Abläufe noch nicht im Detail verstanden. Aber die Forscher wissen, dass der Anteil des Sonnenlichts, der auch die Haut bräunt, eine entscheidende Rolle spielt. Schon bei 20 Grad Celsius richten die UVA-Strahlen erste Schäden bei den Organismen im Wasser an. «Wir haben dazu Versuche im Labor mit Sonnenlicht und künstlichem Licht gemacht», erklärt Thomas Egli von der Eawag.

Vermutlich schädigt der UVA-Anteil im Sonnenlicht die Hülle der Bakterien, ihre Membranen. Diese sind für den Nährstofftransport in der Zelle nötig. Die Erreger werden dadurch geschwächt und sterben bei hoher Bestrahlung ab.

Die unscheinbaren, billigen Wasserflaschen können Menschenleben retten. Das zeigen epidemiologische Studien. Seitdem ganze Dörfer ihre Wasserdesinfektion mit Pet-Flaschen im Alltag durchführen, nahmen Durchfallerkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren um 30 bis 70 Prozent ab.

Quelle: NZZOnline