Archiv für die Kategorie 'Vitamin D-Winter'

Grippe-Impfung und/oder Vitamin D

Vitamin D statt Grippe-Impfung, oder beides? (Foto: Fotolia)

Je weiter die dunkle Jahreszeit fortschreitet, desto näher kommt die nächste Grippewelle. Schweinegrippe? Mexikanische Grippe? Kein Mensch weiss heute schon, wann und in welcher Form die Grippe wieder massenhaft zuschlägt. Impfung wird empfohlen und ist vor allem für ältere Menschen sicher wichtig, trotz der vielen Unwägbarkeiten.

Wichtiger aber, und hilfreicher, wäre ein optimaler Vitamin D-Spiegel in der breiten Bevölkerung. Denn das “Sonnenschein-Vitamin” scheint der ausschlaggebende Faktor für den Ausbruch der Epidemien und Pandemien in der Vergangenheit gewesen zu sein. Den ganzen Beitrag lesen »

Rheumtaische Arthritis

Mehr Sonne - und Solarium - bei chronischem Schmerz (Foto: Fotolia)

Der Berufsverband Deutscher Rheumatologen rät den Patienten mit rheumatoider Arthritis, ausreichend Vitamin D aufzunehmen. Ein Mangel verstärke häufig die Gelenkschmerzen und könne das Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten erhöhen.

Patienten sollten vom Hausarzt regelmäßig ihren Vitamin-D-Spiegel messen lassen und einen eventuellen Mangel durch ergänzende Präparate ausgleichen.

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Vitamin d-spiegel und Gene

Den Unterschied macht allein die Sonne - Foto: iStockphoto

Eine Zwillingsstudie bringt es an den Tag: Nicht nur der Spaziergang in der Sonne oder der Besuch im Sonnenstudio bestimmen über die Höhe des Vitamin D-Spiegels und damit über die Vorbeugung vor chronischen Krankheiten, sondern auch die Gene: Ist der Vitamin D-Spiegel also “erblich”?

Die Antwort: Teilweise!  Das zeigt eine Studie mit 300 eineiigen und 200 zweieiigen Zwillingen aus einer Zwilliingsstudie der US-Armee im Alter von durchschnittlich 55 Jahren, deren Vitamin-Serum im Blut sowohl am Ende des Sommers als auch am Ende des Winters gemessen wurde. Der Unterschied zwischen Winter- und Sommer-Werten war erheblich.

Im Winter konnte der Unterschied zwischen den Vitamin D-Werten der Teilnehmer tatsächlich zu 70  Prozent durch die genetischen Unterschiede erklärt werden – genetisch identische Zwillinge hatten zu 70 Prozent die gleichen Vitamin D-Spiegl im Blut, unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie Ernährung, Sonneneinstrahlung etc.

Anders im Sommer: Hier spielten die UV-Strahlen der Sonne und andere Umweltfaktoren eine ausschlaggebende, die Gene eine untergeordnete oder gar keine Rolle.  Der wichtigste Grund ist vermutlich der “Vitamin D-Winter”, der auch in großen Teilen der USA in den Monaten rund um die Jahreswende keine Vitamin D-Synthese durch die UVB-Strahlen der Sonne in der Haut zulässt. Wenn der wichtigste “Produzent” des “Sonnenschein-Vitamins” ausfällt, übernehmen andere Faktoren die “Regie” – wie eben die genetische Ausstattung.

Quelle: Science Daily

Studie:  C. Karohl et al.,  Heritability and seasonal variability of vitamin D concentrations in male twins, American Journal of Clinical Nutrition, online vorab veröffentlich, 13. Oktober 2010

Mann und Frau in der Sonne - Kornfeld

Gleiche Sonne - ungleiche Wirkung Foto:Fotolia

Männer tun sich schwerer mit positiven Gesundheitswirkungen der Sonne als Frauen.

Genauer gesagt: Die Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins D auf das Immunsystem und auf den Schutz vor Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose sind bei Frauen deutlich stärker aufgeprägt als bei Männern.

Argentinische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass überschiessende Immunreaktionen der T-Zellen bei Frauen durch Vitamin D stärker gebremst werden. Gleichzeitig wiesen Frauen weniger Enzyme auf, die eine Aktivierung des “aktiven” Vitamin D 3 (1,25 hydroxyvitamin D3) verhindern oder bremsen können. Auf der anderen Seite verfügten sie über mehr von den  Proteinen, die als “Transportmittel” für das Vitamin D im Körper zuständig sind.

Dieser Unterschied in der “Verarbeitung” des Sonnenschein-Vitamins zwischen Frauen und  Männern führte in der Untersuchung der argentinischen Forscher dazu, dass sich das aktive Vitamin D in den weiblichen Zellen besser einlagern konnte und dadurch einen deutliche stärkeren anti-entzündlichen Effekt erzielten.

Bei diesen Prozessen spielte das weibliche Hormon, Östrogen, eine entscheidende Rolle.

Die Forscher folgern daraus, dass die schützende Kraft des Sonnenschein-Vitamins vor allem bei Infektionen und bei Überreaktionen des Immunsystems ihre Wirkung bei Frauen stärker entfalten kann als bei den Männern.

Quelle: PubMed

Studie:  Jorge Correale et al., Gender Differences in 1,25 Dihydroxyvitamin D3 Immunomodulatory Effects in Multiple Sclerosis Patients and Healthy Subjects, The Journal of Immunology, 2010, 185, 4948 -4958

Während die Vorbeugung vor Rachitis, sozusagen die klassische Gesundheitswirkung des Sonnenschein-Vitamins, in den entwickelten Ländern seine Bedeutung (fast) verloren hat, bleibt die Verformung der Knochen bei Kindern und Jugendlichen (med. Genu varum/valgum) ein oftmals nicht ausreichend beachtetes Phänomen.

Eine aktuelle französisch-moldawische Studie untersuchte 226 offensichtlich gesunde, europäische Heimkinder mit einer Fleisch- und Milch-armen Ernährung.  21 Prozent der Kinder mit einem ausgesprochenen Vitamin D-Mangel (<25 nmol/L)  litten unter einer Verformung der Beine und Füsse im Vergleich zu Heimkindern mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Vor allem im Winter und Frühjahr trat der Vitamin D-Mangel und im Zusammenhang damit bei 74 Prozent der Kinder mit unzureichenden Vitamin D-Werten (<50 nmol/L) ein akuter Kalzium-Mangel auf.

Quelle: PubMed

Studie: Laure Esterle et al., High prevalence of Genu varum/valgum in European children with low vitamin D status and insufficient dairy products/calcium intakes, European Journal of Endocrinology 2010, 25. August 2010 (vorab online veröffentlicht)

Vitamin D-Produktion durch Sonne im Sommer reicht nicht für Vitamin D-Winter

In unseren Breiten reicht der Sommer-Sonnen-Vorrat für den Vitamin D-Winter zumeist nicht aus

Dieser Frage gingen jetzt Wissenschaftler der Universität Manchester nach. Sie bestimmten den Vitamin D-Spiegel am Ende des Sommers über einige Wochen, wenn die Vorräte im Fettgewebe der Menschen am höchsten sind, von 125 Männern und Frauen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren aus der Region Manchester. Die Stadt liegt etwa auf einem Breitengrad mit Berlin. Gleichzeitig wurden die Ernährung und die Dauer des Aufenthalts an der Sonne geprüft.

Die gleiche Prozedur wurde jeweils in jeder der vier Jahreszeiten wiederholt.

Die Vitamin D-Zufuhr durch Ernährung spielte in allen Jahreszeiten eine gleichmäßige aber zu vernachlässigende Rolle.  Die Sonnenexposition dagegen war – wie zu erwarten – im Frühling und Sommer relativ hoch, im Herbst gering und im Winter praktisch nicht vorhanden.

Der Vitamin D-Spiegel war am höchsten im September mit allerdings immer noch nicht optimalen 28.4 ng/mL im Durchschnitt der Teilnehmer (das Optimum wird derzeit von den meisten Experten bei >32 ng/mL angesetzt)  und im Februar am niedrigsten mit 18.3 ng/mL, also einem Vitamin D Mangel.

Um zumindest den auf 20 ng/mL angesetzten Grenzwert zwischen einem Mangel und lediglich einer Unterversorgung zu erreichen, mussten die Teilnehmer im September durch die Sommersonne mindestens Vitamin D-Werte von durchschnittlich 30,4 ng/mL bei Frauen und 34,9 ng/mL bei den Männern angesammelt haben.

Optimale Werte von 32 ng/mL und darüber erreichte keiner der Teilnehmer.

Immerhin reichte der im Sommer angesammelte Vitamin D-Vorrat für die Hälfte der Teilnehmer aus, um einen akuten Vitamin D-Mangel, also weniger als 20 ng/mL,  im Winter zu verhindern. Bei 50 Prozent der Probanden aber fielen die Werte so weit ab, dass hier die Risiko-Schwelle   für viele chronische Erkrankungen bei einem Vitamin D-Mangel überschritten wurde.

Für die Autoren ist klar, die Menschen in diesen Breiten müssten sich in den sonnenreicheren Monaten häufiger und länger an der Sonne aufhalten, um ihre “Vitamin D-Tanks” für den “Vitamin D-Winter” ausreichend zu füllen.

Ein mögliches Fazit: Ergänzung des Sonnenlichts durch künstliche Besonnung im Solarium – nicht nur in den Wintermonaten, wenn die Sonne keinerlei Vitamin D über die Haut produzieren kann, sondern auch im Frühjahr und Sommer.

Quelle: PubMed

Studie: A.R. Webb et al., The role of sunlight exposure in determining the vitamin D status of the UK white Caucasian adult population, British Journal of Dermatology 2010 (vorab online veröffentlicht 12. August 2010)

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je geringer der Aufenthalt der Schwangeren an der Sonne und je niedriger die Sonne am Horizont steht, desto größer das Risiko einer MS-Erkrankungen bei den Neugeborenen. Nachdem bereits Studien in der Ländern der nördlichen Hemisphäre diese vermutung bestättigt hatten (hier, hier und hier), kommt jetzt auch eine australische Studie zu diesem Ergebnis.

In einer Studie auf der Basis von bevölkerungs- und gesundheitsstatischen und meteorologischen Daten seit 1920 entdeckte die Professorin Dr. Anne-Louise Ponsonby und ihr Team am Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Wohnort (Breitengrad) der Mütter,  ihrem Aufenthalt an der Sonne und dem Geburtsmonat der Kinder mit der Häufigkeit von Erkrankungen der Kinder an Mutlipler Sklerose.

Kinder von Müttern mit Wohnort im australischen Norden, -  also, anders als bei uns, näher zum Äquator, die im May-Juni, dem Beginn des australischen Winters, geboren wurden hatten ein deutlich erhöhtes MS-Risiko im Vergleich zu Babies, die im November-Dezember z.B. in Tasmanien im Süden des Kontinentes geboren wurden. Im ersten Fall lag die Schwangerschaft, vor allem die ersten drei Monate, überwiegend in den Sommer-, im zweiten Fall überwiegend in den Winter-Monaten.

Von ausschlaggebender Bedeutung aber erwies sich der Aufenthalt an der Sonne selbst, gemessen in Sonnentagen während der Schwangerschaftmonate.  Je häufiger, länger und intensiver die Sonne in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft geschienen hatte, umso geringer die Rate der MS-erkrankten Kinder.

Ob und inwieweit der Mangel an Sonnenstrahlen vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten durch künstliche Besonnung (Solarium) behoben werden könnte, war nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: Newswise

Studie: A. L. Ponsonby et al. BMJ,  Low maternal exposure to ultraviolet radiation in pregnancy, month of birth, and risk of multiple sclerosis in offspring: longitudinal analysis, British Medical Journal, 340 (291): c1640. (2010) – PDF kostenlos

Sonnenschein Vitamin D für Mutter und Kind - Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin für Mutter und Kind - Foto: Fotolia

Damit es ein gesundes Baby wird: Ausreichend Sonnenschein-Vitamin tut not, während der Schwangerschaft – und auch schon davor!

Während der Schwangerschaft brauchen Frauen mehr Vitamin D. Das ist besonders wichtig sowohl zur Vorbeugung gegen Komplikationen bei der Geburt als auch für die Gesundheit des Neugeborenen.

Gerade in der Schwangerschaft aber leiden die Mehrheit der Frauen an einem akuten Vitamin D-Mangel, der dann oftmals nicht mehr ausreichend durch Vitamin D-reiche Ernährung oder Vitamin D Pillen ausgeglichen werden kann. Grund ist nach Meinung von US-Wissenschaftlern: zu wenig Sonne!

In einer umfangreichen aktuellen Studie hatten Forscher von der Medizinischen Universität von Colorado und von der Kinderklinik vopn Massachussetts, Boston, einen Vitamin D- Mangel bei 70 % der Schwangeren festgestellt.

Prof. Adit Ginde, Leiter der Studiengruppe: “Wir wissen längst, dass Vitamin D wichtig ist für die Knochengesundheit von Mutter und Kind. Aber wir haben eben erst angefangen, an der Oberfläche der vielen möglichen Gesundheitsvorteile von Vitamin D während der Schwangerschschaft  zu kratzen.”

Vor allem im “Vitamin D-Winter” (Oktober bis März) und bei Frauen in nördlichen Ländern, Frauen mit dunklerer Haut und religiös oder kulturell bedingter Kleidung, die den gesamten Körper bedeckt, ist das Problem besonders gravierend.

Die Empfehlung der Wissenschaftler: Frauen sollten möglichst Monate vor Beginn Ihrer Schwangerschaft auf ihren Vitamin D-Spiegel im Blut achten! Aufenthalt an der – natürlichen oder künstlichen – Sonne das ganze Jahr über, notfalls auch zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten, immer allerdings nach Kontrolle des Vitamin D-Spiegels im Blut, könnten den Risiken durch einen Vitamin D-Mangel vor allem bei den Babies vorbeugen.

In den vergangenen Jahren hatten medizinische Studien nicht nur Rachitis, sondern auch Krankheiten wie Wachstumsstörungen, Atemwegserkrankungen, Multiple Sklerose oder Autismus mit einer mangelnden Vitamin D-Versorgung beginnend im Mutterleib in Verbindung gebracht.

Probleme bei der Geburt vermeiden

Über ähnliche Ergebnisse einer Studie an der Medizinischen Universität von South Carolina, USA, mit knapp 500 schwangeren Frauen, berichtete die Leiterin der Studie,  Prof. Carol L. Wagner, und Prof. Bruce W. Hollis, seit 30 Jahren in der Vitamin D-Forschung aktiv, beim Jahreskongress der Pediatric Academic Societies (PAS) in Vancouver, British Columbia, Canada.

Die Studie versucht, die optimale Vitamin D-Dosis in der Schwangerschaft zu bestimmen.

Dr. Wagner: “Ernährung allein reicht nicht aus für die optimale Versorgung, und wir gehen heutzutage nicht mehr annähernd so oft an die Sonne, wie es eigentlich nötig wäre!”

Die Teilnehmerinnen an der Studie waren in drei Gruppen eingeteilt worden. Die erste Gruppe erhielt eine zusätzliche Vitamin D-Gabe von 400 IE (Internationalen Einheiten), die zweite 2.000 IE und die dritte Gruppe 4.000 IE.  Regelmäßige Kontrollen sicherten die Teilnehmerinnen gegen mögliche Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen ab. Keine der Frauen zeigte negative Auswirkungen der Vitamin D-Supplementierung.

Wichtiger noch:
Je höher die Vitamin D-Einnahme war, desto geringer das Risiko von Geburts-Komplikationen, vor allem von Frühgeburten und Infektionen.

Quelle: Eurekalert, Science Daily, Science Direct

Studie: A. A. Ginde et al.,  Vitamin D insufficiency in pregnant and nonpregnant women of childbearing age in the United States, American Journal of Obstetrics and Gynecology, 2010, 202 (5): 436.e1-436.e8 (PDF kostenlos)

Sonnenscheinn überall!

Sonnenscheinn überall!

Am Ende des “Vitamin D-Winters”, bei uns also Ende  März bis in den April hinein, steht es schlecht um die männliche Sexualität.  Der Grund:  Ein Mangel an “Sonnenschein-Vitamin D”! Noch steht zu dieser Zeit die Sonne am Himmel nicht hoch genug, um mit ihren UV-Strahlen das Vitamin D über die Haut in nennenswerten Mengen zu erzeugen, gleichzeitig aber sind die im Fettbewebe des Körpers eingelagert Vorräte verbraucht.

Was das mit der männlichen Zeugungskraft zu tun hat?

In den männlichen Geschlechtorganen befinden sich überall sogenannte Vitamin D-Rezeptoren, die das  Sonnenschein-Vitamin in die Zellen befördern, die für die Bildung und Weiterleitung des Spermas verantwortlich sind. Dieser Zusammenhang ist jetzt wieder einmal von zwei Forschergruppen in Graz, Österreich, und in Koopenhagen, Dänemark, untersucht worden – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Die Grazer Forscher um Prof.  W. März hatten eigentlich den Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel  und einer Erkrankung der Herzkranzgefäße untersucht. Bei der Analyse der Serumproben von 2.299 älteren Männern stiessen sie auf regelmäßig starke Schwankungen der Testosteron-Werte parallel zu den saisonalen Schwankungen des Vitamin D-Spiegels im Blut. Vor allem am Ende der Winterzeit ging der Vitamin D-Mangel einher mit einem um die Hälfte gesunkenen Testosteron-Spiegel.

Insgesamt zeigte sich, dass Männer mit optimalen Vitamin D-Werten einen signifikant höheren Testosteron-Spiegel aufwiesen als Männer mit einem Vitamin D-Defizit.

Die folgen eines Testosteronmangels geht weit über den Einfluss auf die “Männlichkeit” hinaus und ist nicht nur ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen sondern ist  nachweislich auch für eine erhöhten Sterblichkeit bei Männern verantwortlich. Die Vermutung, dass der Vitamin D-Mangel der Grund für die Testosteron-Schwankungen sein könnte und nicht eine zufällige Begleiterscheinung war bereits früher in Tierversuchen und bei Untersuchungen auf molekularer Ebene erhärtet worden.

Erste Ergebnisse der gleichen Forschergruppe scheinen darauf hinzudeuten, dass  die Sonne und das Vitamin D bei Frauen genau die gegenteilige Wirkung erzeugt. Das Sonnenschein-Vitamin senkt offensichtlich den Testosteron-Spiegel bei Frauen.

Das Interesse der Forscher an der Universität Kopenhagen galt vor allem den Mechnismen, durch die das Vitamin D in den männlichen Geschlechtsorganen und im Sperma wirksam wird: den Vitamin D-Rezeptoren und den transportierenden Enzymen. Aus der überraschend großen Zahl an Rezeptoren und Vitamin D-verarbeitenden Enzymen schliessen die Wissenschaftler auf die erhebliche Bedeutung des Sonnenschein-Vitamins für die männliche Fruchtbarkeit und damit für die menschliche Fortpflanzung.

Erst kürzlich hatten wir über drei Studien zu ähnlichen Themen hier und hier berichtet .

Eine heute online erschienene Studie liest sich wie ein Kommentar zu dieser Meldung:  Wissenschaftler an der University of Western Australia hatten in den Jahren 2001-2004 mehr als 3.600 ältere Männer zwischen 70–88 Jahren auf ihre körperliche Fitness untersucht und hatten diese untersuchungen in den Jahren 2008 – 2009 wiederholt. Gleichzeitig wurden die Testosteron-Werte erhoben.

Es zeigte sich, dass die Männer mit vergleichsweise niedrigen Testosteronwerte sowohl in der Ausgangs-  als auch in der Folgeuntersuchung deutlich mehr und stärkere Symptome von Gebrechlichkeit aufwiesen und entwickelten als die Männer mit höheren Werten.

Es zeigt sich, dass die Sonne und “ihr” Sonnenschein-Vitamin über die Wirkung auf die Testosteron-Werte nicht nur die Fruchtbarkeit von Männern in jüngeren Jahren sondern auch die Fitness und Beweglichkeit im späteren Alter positiv beeinflusst. (Ähnliche Ergebnisse einer Studie hier).

Quelle: Pressemitteilung der Universität Graz

Studien:

Wehr E., Obermayer-Pietsch B. et al., Association of vitamin D status with serum androgen levels in men, Clinical Endocrinology 2010 Aug;73(2):243-8

Pilz S, Frisch S, Koertke H, Kuhn J, Dreier J, Obermayer-Pietsch B, Wehr E, Zittermann A. Effect of vitamin D supplementation on testosterone levels in men. Horm Metab Res. 2011 Mar;43(3):223-5.

Martin Blomberg Jensen et al.,  Vitamin D receptor and vitamin D metabolizing enzymes are expressed in the human male reproductive tract,  Human Reproduction 2010 25(5):1303-1311

Zoë Hyde et al., Low Free Testosterone Predicts Frailty in Older Men: The Health in Men Study, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , published online on  April 21, 2010

In einer Übersichtsstudie zum aktuellen Stadt der Forschung um Vitamin D, Sonne und UV-Strahlen kommt einer der bekanntesten deutschen Vitamin D-Forscher (wir haben über Studien seiner Forschergruppe hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet), Dr. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, zu dem Ergebnis, dass durch eine deutliche Verbesserung der Unterversorgung mit Vitamin D (40-45 Prozent der deutschen Bevölkerung) und vor allem des akuten Vitamin D Mangels (weitere 15-30 Prozent) im deutschen Gesundheitssystem jährlich ein Betrag von fast 40 Milliarden Euro eingespart werden könnte.

Zittermann berücksichtigt bei seinen Kalkulationen lediglich die “tragfähigsten” Ergebnisse der jüngeren Forschung, vor allem Studien zu Osteoporose und einigen chronischem Erkrankungen wie Diabetes, MS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es müsse, so der Forscher, möglich sein, in Deutschland den Vitamin D-Mangel innerhalb von 5 – 10 Jahren zu beseitigen – durch kontrollierte UV-Bestrahlung (Sonne und Solarium) und/oder Nahrungsergänzung in einer Größenordnung von 25 g täglich.

Dr. Zittermann:
Die derzeitigen offiziellen Sonnenschutz- und Ernährungs-Empfehlungen verursachen zweifellos den gegenwärtigen Vitamin-Mangel. Daher ist es dringend notwendig, die Sonnenschutz-Politik und die Vitamin D-Empfehlungen für Ernährung und Nahrungsergänzung drastisch zu ändern.”

Gleichzeitig erscheint eine Studie zu den gesundheitsökonomischen Effekten des Vitamin D-Mangels in Kanada. Die Autoren vom Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, kommen in ihren Berechnungen  zu dem Ergebnis, dass bei ausreichender Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung durch UVB-Strahlen der Sonnen oder im Solarium bzw. durch Nahrungsergänzung in Kanada allein 37.000, also etwa 16 Prozent, der jährlichen Todesfälle vermieden werden könnten. Die eingeparten Gesundheitskosten lägen bei 14,4 Milliarden Dollar, knapp 7 Prozent der Gesamtkosten.

Quelle: PubCrawler

Studien:
A. Zittermann, The estimated benefits of vitamin D for Germany, Molecular Nutrition & Food Research, online vorab publiziert 01.04.2010

W.B. Grant et al., An estimate of the economic burden and premature deaths due to vitamin D deficiency in Canada, Mol Nutr Food Res., 29. März 2010, vorab online publiziert

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