Archiv für die Kategorie 'Zertifizierung'

Kaum war das Umweltgesetzbuch am Widerstand vor allem der CSU gescheitert, schon legte das Bundesumweltministerium ein gesondertes „Solariengesetz“ vor, das praktisch wortgleich dem IV. Buch des Umweltgesetzbuchs formuliert war („Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung, NISG“). Der Entwurf ist auf der Website des BMU einzusehen.

Wie im gescheiterten Umweltgesetzbuch – IV. Buch – sind alle substantiellen Regelungen, ausser dem Solarienverbot für Jugendliche unter 18 Jahren, späteren Verordnungen vorbehalten.  Aber schon im wenig später tagenden Koalitionsausschuss wurde man sich nicht wirklich über die Eckpunkte, wie etwa das Solarienverbot Jugendlicher, einig. Das sollten die Fraktionen im Bundestag untereinander ausfechten, so hieß es.

Dennoch winkte das Kabinett die Vorlage in seiner Sitzung am 11. März durch. Das Parlament und seine Ausschüsse sind jetzt am Zug. Das müsste nun schon eine Art ICE sein, wenn das Gesetz noch vor Ende der Legislaturperiode am Ziel sein sollte. Ein „Fahrplan“ sieht die Verabschiedung des Gesetzes spätestens im Juli vor:

  • 1. Lesung Bundestag 07.05.2009
  • Erste Lesung Bundesrat 15.05.2009
  • 2. und 3. Lesung -Verabschiedung Bundestag 19.06.2009
  • Verabschiedung Bundesrat 10.07. 2009
  • Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten und Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt

6 Monate nach Unterzeichnung und Veröffentlichung tritt das Gesetz in Kraft – sprich:  Ende 2009/Anfang 2010

Ob und wann die Ausführungsverordnungen dann folgen – und damit die eigentlichen Inhalte – ist offen.

Anders als das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundeswassergesetz könnte das „Solariengesetz“ (das Gesetz und die inhaltlich entscheidenden Ausführungsverordnungen) bei seiner Vorgeschichte den Wettlauf mit dem Ende der Legislaturperiode also dennoch verlieren und erst im nächsten Bundestag neu verhandelt werden. Im Interesse der „Planungssicherheit“ für alle Teilnehmer im Besonnungsmarkt wäre das bedauerlich.

zerti-neuFreiwillige gegen staatliche Regelung – wirklich ein Gegensatz?

Eng verbunden mit dem Schicksal des “Solariengesetzes” ist die weitere Entwicklung des Gütesiegels “Geprüftes Sonnenstudio“.

Hier entwickelte sich ein merkwürdiges Zusammenspiel von Solariengegnern und Teilen der Solarienbranche:  Während das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die zweifellos negativen – wenn auch nicht annähernd im behaupteten Umfang-  Ergebnisse der Kontrollen bei den zertifizierten Studios dankbar zum Anlass nahm, mit der groben Keule die “Geprüften Sonnenstudios” zu prügeln, um die unbedingte Notwendigkeit eines umfassenden Gesetzes zur Detailregelung des Besonnungsmarktes zu “beweisen”, verfielen Vertreter der Solarienbranche in eine trotzige “dann-eben-nicht”-Haltung und erklärten die Zertifizierung für gescheitert. Eigene Anstrengungen und Initiativen seien da nun nicht mehr nötig und sinnvoll. Wo alle Studios gleich gemacht seien, wäre eine Differenzierung durch Qualität nicht mehr möglich und vor allem nicht mehr wirtschaftlich. Ein Qualitätssiegel hätte damit seinen Sinn verloren.

Denkblockaden lösen!

Nicht zuletzt diese wechselseitige Denk-Blockade scheint mitverantwortlich zu sein für den fatalen Schwebezustand, in dem alle Initiativen und Anstrengungen für eine notwendige Fortentwicklung der Besonnungs-Dienstleistungen zu ersticken drohen.

In Wirklichkeit aber verhindern die „Extremisten“ auf beiden Seiten die nahe liegende und sowohl in anderen Branchen als auch für die Solarienbranche in anderen Ländern längst funktionierende Lösung des Problems im Konsens:
Eine gesetzliche „Basisregelung“, die eine gesunde Grundlage für gleiche Wettbewerbsbedingungen unter den Sonnenstudios, Herstellern und Dienstleistern schafft, aber ausreichend Raum lässt für die kreative Fortentwicklung der Besonnungsleistungen und für Angebote überlegener Qualität zu angemessenen Preisen.

Zum Wohle keineswegs nur der Solarienbranche und der gut geführten Sonnenstudios, sondern viel mehr noch im Interesse des mündigen Verbrauchers, der sehr wohl beurteilen kann, wo er die Wohlfühleffekte der Sonnenbank gekoppelt mit den zahllosen positiven Wirkungen für die physische und psychische Gesundheit im Vertrauen auf ein professionelles und leidenschaftlich interessiertes Studio-Management entspannt genießen kann – und wo eben nicht.

Und wenn ihm dabei ein strikt kontrolliertes, freiwilliges Gütesiegel die Wahl erleichtert, um so besser! Der Bürokraten-Traum von der totalen Regulierung schliesst jeden Qualitäts-Wettbewerb um den kritischen Verbraucher aus und hinterlässt: Gleichgültigkeit! Wer will das schon!

Geprüftes SonnenstudioWährend alle Welt von den wiederentdeckten Gesundheitswirkungen der Sonne spricht, die Medien fast täglich über das “Sonnenschein-Vitamin“D3 schreiben und selbst die “sonnenskeptischen” Dermatologen- und Krebsverbände ihre Empfehlungen zugunsten von “mehr Sonne” ändern, ist der neue Sonnen-Trend bisher an den Sonnenstudios vorbeigegangen. Negative Presse und zum Teil selbstverschuldete Versäumnisse machen der Branche zu schaffen.

Das will jetzt eine Initiative zertifizierter Studios (Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“) ändern. Die Branche soll “trendfähig” und damit “zukunftsfest” werden – und sich und ihre unbestreitbaren Leistungen in der Öffentlichkeit auch entsprechend darstellen.

Bei der Gründungsversammlung der “Initiative Sanftes Sonnen” heute im hessischen Seligenstadt (nomen est omen!?) beschlossen Repräsentanten der gesamten Solarienbranche ein ehrgeiziges Programm:

  • Das risikolose und gesunde Sonnen im Solarium soll durch Qualitätsverbesserung und -kontrolle aller Dienstleistungen gesichert und durch verstärkte Anstrengungen zur Qualifizierung der Betreiber und Mitarbeiter gewährleistet werden,
  • und dort, wo durch die Anstrengungen der vergangenen Jahre beides bereits durchsetzt ist – vor allem bei den “Geprüften Sonnenstudios” – soll die Öffentlichkeit besser über den wichtigen Beitrag informiert werden, den die Solarien für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen zu leisten imstande sind.

Weite Teile der Bevölkerung – Studien beziffern den Anteil in unseren Breiten auf 50-70% – bewegen sich zu wenig an der Sonne oder, schlimmer noch, konzentrieren ihren Sonnenhunger auf die Ferientage mit oft schmerzhaften und gefährlichen Folgen. Licht- und Vitamin D-Mangel führen zu einer langen Liste von körperlichen und psychischen Störungen.

Anders als im Sonnenstrand oder auf dem Gletscherschnee lässt sich dieser Mangel im Sonnenstudio gezielt, kontrolliert und individuell angepasst beheben – vorausgesetzt das Studio verfügt über die notwendigen Qualitäts- und Qualifikations-Voraussetzungen. Und ein angenehmer Hautton (Turbo-Bräune ist längst out!) ist dabei ebenfalls garantiert.

Als treibende Kraft bei den notwendigen Anpassungen der Branche an diese Anforderungen versteht sich die neu gegründete Initiative Sanftes Sonnen der Qualitäts-Studios (Mitglieder sind ausschliesslich Studios mit dem offiziellen Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio” und Studios im Prozess der Zertifizierung. Etliche Hersteller, Händler und Branchen-Dienstleister unterstützen als “Förderer” diese Initiative).

Spätestens beim Branchen-Kongress am 27. April 2008 im Europapark Rust sollen die konkreten Programme für die Umsetzung dieser Ziele vorgestellt werden.

Hier anmelden:
Aufnahmeantrag (PDF)

Informationen:
Peter Lischka (Sprecher der Initiative)
Hof Güll 5 , 35423 Lich, info@sanftes-sonnen.de

logo-euroskin.jpgDass die “gute Sonne”, die biopositiven Wirkungen von Sonne und Solarien, eine so bedeutende Rolle bei der diesjährigen Konferenz der EUROSKIN – organisiert von den führenden Köpfen der Anti-Solarien-Bewegung in der “Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention” – spielen würde, war nicht von vornherein abzusehen. Die Veranstalter hatten bereits im Vorfeld ihre Absicht deutlich gemacht: “EUROSKIN rät ab von künstlicher Besonnung“.

Die Konferenz mit Wissenschaftlern aus verschiedenen europäischen Ländern, USA und Kanada sollte vor allem auch der Forderung nach einem Verhaltens-Code (Code of Practice) für den Betrieb von Solarien den nötigen Schub verleihen.

Solarien “Code of Practice”Allerdings war dann schon die Vorlage des Codes eine gewisse Überraschung: Die dort aufgestellten Forderungen sind praktisch eine Kopie der Regularien, die bereits vor vier Jahren am “Runden Tisch Solarien” unter aktiver Mitwirkung der Solarienverbände verabschiedet worden waren. Lediglich das Drängen nach direkten staatlichen Eingriffen setzten diese Forderungen ab von der damals beschlossenen und erst im vergangenen September bekräftigten freiwilligen Zertifizierung von Sonnenstudios und anderen kommerziell betriebenen Solarien unter dem Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

Während der “Code of Practice“-Entwurf ausschliesslich auf den – von allen Beteiligten immer schon vertretenen – notwendigen Schutz vor mißbräuchlicher Nutzung von Sonnenbänken und den Folgen für die Hautgesundheit abhebt, zeigten die Vorträge und Diskussionen in den drei Konferenztagen, dass es bei dieser Frage keineswegs nur oder auch nur überwiegend um Schutz vor UV-Strahlung und im Extremfall Hautkrebs geht, sondern um das Thema “Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit“. Die Referate so bekannter Forscher aus Übersee wie die Professoren Reinhold Vieth und William B. Grant zeigten die überragende Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” D für die Vorbeugung vor und Heilung von zahllosen Erkrankungen.

Die Bekämpfung des “epidemischen” Mangels an Vitamin D vor allem in den Industrieländern werde mit seinen Folgen für die “Volksgesundheit” und damit auch für die solidarisch finanzierten Gesundheitssysteme durch die Entdeckungen der Wissenschaft in den letzten Jahren immer drängender.

Prof. Vieth von der Universität Toronto zitierte die jüngsten Revisionen der offiziellen Richtlinien und der Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen zum “Sonnenschein-Vitamin” (wir hatten über Diskussionen zu Neufassungen kanadischer, US-amerikanischer und australischer Richtliniern und Empfehlungen verschiedentlich berichtet, z.B. hier, hier, hier, hier und hier).

Prof. Grant von der Universität San Diego, Kalifornien: “Die positiven Gesundheitswirkungen einer mäßigen UV-Bestrahlung überwiegen bei weitem die Gesundheitsrisiken, solange die UVB-Dosis angemessen ist.”

Genau über diese “angemessene Dosis” wurde heftig gestritten ebenso wie über die Frage, wie diese Dosis gemessen werden sollte.

Dass sich auch das Thema “Sonne, Sonnenbank und Hautkrebs” nicht für schlagwortartige Verkürzungen eignet, zeigten Vorträge wie die der Profs. Doré und Autier (s. auch den Bericht über dessen jüngste Veröffentlichung). Vor allem gibt es keine abschliessende Antwort auf die Frage: ” Sind Sonne und (welche Art von) Solarien und in welcher Dosis und Häufigkeit mitverantwortlich für die Entstehung von `schwarzem` Hautkrebs (Melanom)?”. Prof. J.F. Doré dazu: “Unregelmäßige (intermittierende) Besonnung und Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, sind ein bedeutenes Umweltrisiko (neben den diversen Erbfaktoren etc., d. Red.) für Melanombildung, während fortgesetzte Besonnung eher einen leicht schützenden Effekt gegen Melanoma ausübt.

Tatsächlich gehen in vielen Ländern, so einge Referenten, die Steigerungsraten beim Melanom zurück trotz steigender Solariennutzung in diesen Ländern.

Geprüftes SonnenstudioIn der abschliessenden Pressekonferenz heute wiederholten die Veranstalter, flankiert von Vertretern des Bundesumweltministerium, der EU, der Deutschen Krebshilfe und der Strahlenschutzkommission, die bekannten Positionen und Forderungen – einschliesslich der Regelung von Solarienbesuchen Minderjähriger im Rahmen einer umfassenden Umweltgesetzgebung.

Übereinstimmend unterstrichen alle die besondere Bedeutung der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

In einer ersten Stellungnahme zeigten sich Vertreter der deutschen und europäischen Solarienverbände zufrieden mit der sichtbar gewordenen Chance, in vielen Fragen einen breiten Konsens für die Zukunft der künstlichen Besonnung schaffen zu können:

ESA und Photomed begrüßen die Anstrengungen zu einer europaweiten Harmonisierung der Regelungen für die Nutzung von Sonnenbänken“. Erfreulich sei auch die sich allmählich durchsetzende Erkenntnis über die Bedeutung der positiven Gesundheitswirkungen von UV-Strahlung, insbesondere bei der Versorgung breiter Bevölkerungskreise mit dem lebenswichtigen Vitamin D. Dass dabei der künstlichen Besonnung in fachlich kontrollierten Solarien eine immer größere Bedeutung zukomme, werde sich auch in EUROSKIN-Kreisen langfristig durchsetzen. (Original der ESA Pressemeldung).

(Alle Zitate sind Übersetzungen aus dem Englischen durch die Redaktion)

solarien-veranstaltung.jpgDie europäische Leitmesse der Solarienbranche, die Solaria in Köln (01.-03. November), hat neben einer wachsenden Zahl internationaler Aussteller auch einiges für Information und Fortbildung der Besucher zu bieten.

Die Branchenverbände Photomed und SLS informieren in Vorträgen und Diskussionen über die zwei in diesem Jahr zentralen Veränderungen in den Rahmenbedingungen des Geschäfts mit der künstlichen Besonnung: Die von der EU veranlasste Begrenzung der Bestrahlungsstärke auf 0,3 W/m² und die “runderneuerte” Zertifizierung mit dem neuen Auftritt “Geprüftes Sonnenstudio“.

Die Veranstaltung mit Fachleuten aus den Verbänden und Betrieben startet am 03.11. im Konferenzraum 3 des
Congress-Centrum Ost (CC-Ost) der Kölnmesse.

(Klicken Sie auf die Abbildung für eine lesbare Vergrößerung des Posters)

Geprüftes SonnenstudioGemeinsame Initiative der Bundesregierung, der Deutschen Krebshilfe und der Solarienverbände für sicheres und gesundes Sonnen im „Geprüften Sonnenstudio“

Die „gute“ Sonne genießen, die „böse“ Sonne vermeiden, so ließe sich die heute mit einer Pressekonferenz in Berlin gestartete Aktion für „vernünftiges Sonnen“ mit dem Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ zusammenfassen.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte zur Pressekonferenz am Freitag, 21.09. nach Berlin geladen. Auf dem Podium neben der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, und der Vorsitzende des Bundesfachverbandes Sonnen-Lichtsysteme (SLS), Jörg Wolff.

Das Problem, so die Parlamentarische Staatssekretärin, sei die Strahlenbelastung durch Solarien zusätzlich zu der natürlichen Sonnenstrahlung. Ziel sei der vernünftige Umgang mir den UV-Strahlen. Das Qualitätssiegel „Geprüftes Sonnenstudio“ spiele dabei eine wichtige Rolle.

Schon jetzt sagen wir jedem, der ein Sonnenstudio aufsuchen will: Besuchen Sie nur die Solarien, die nach den Kriterien des Bundesamts für Strahlenschutz zertifiziert sind.

Darüber hinaus kündigte sie gesetzliche Maßnahmen an: “Wir wollen im neuen Umweltgesetzbuch den Solarien-Besuch für Kinder und Jugendliche verbieten und gelichzeitig einheitliche Grenzwerte für die UV-Strahlung in Höhe von 0,3 W/m2 in neuen und alten Solarien schaffen“. Mit der Verabschiedung des Umweltgesetzbuchs werde im Jahre 2009 gerechnet.

Jörg Wolff, SLS-Vorsitzender, begrüßte die gemeinsame Aktion und erinnerte daran, dass die Solarienbranche entscheidend am Kompromiss beim „Runden Tisch Solarien“ mitgewirkt habe.

Der Gesundheitsschutz unserer Kunden liegt uns am Herzen“, so Wolff und ergänzte: “Das geprüfte Sonnenstudio ist der einzig richtige Weg, dem Kunden Sicherheit und Qualität zu bieten.“ Die Branche werde alles tun, um bis Ende 2008 etwa 1.000 zertifizierte Studios nachweisen zu können, mehr als 20% der vorhandenen Sonnenstudios in der Bundesrepublik.

Er erinnerte daran, dass in der kontrollierten Studioumgebung neben dem Wohlfühleffekt der künstlichen Sonnenstrahlen vor allem auch eine Fülle von positiven Gesundheitswirkungen ohne Risiko nutzbar gemacht werde. Zentrale Rolle dabei spiele das lebenswichtige Vitamin D, das zu 90 Prozent durch die UV-Strahlen in der Haut selbst gebildet werde. Aktuelle wissenschaftliche Forschungen aus aller Welt hätten die heilende und vorbeugende Wirkung bei so unterschiedlichen Volks-Krankheiten wie Osteoporose und Rachitis, Diabetes und Multipler Sklerose, Entzündungen und Herz-Kreislauferkrankungen sowie und nicht weniger als 15 verschiedenen Krebsarten belegt.

Der Empfehlung für das „Geprüfte Sonnenstudio“ – zertifiziert nach den Kriterien des Bundesamts für Strahlenschutz – schloss sich auch der Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, an. Die steigende Zahl der Hautkrebsfälle signalisiere dringenden Handlungsbedarf. Aber:”„Wir wollen den Menschen den Spaß an der Sonne nicht verderben“.

Mit einem attraktiven graphischen Erscheinungsbild und der Unterstützung von Regierung, Krebshilfe und Dermatologen im Rücken wird die Solarienbranche in den kommenden Monaten die Umsetzung dieser gemeinsamen Initiative für vernünftiges und gesundes Sonnen im „Geprüften Sonnenstudio“ vorantreiben.

Schon mit einer “normalen” Dosis an Vitamin D (zwischen 300 und 2.000 IU) als Nahrungsergänzung konsumiert verlängert sich die Lebenszeit eines Menschen um eine beträchliche Spanne.

In einer umfassenden Meta-Studie untersuchten zwei der bekanntesten europäischen Krebsforscher, Philippe Autier aus Frankreich und Sara Gandini aus Italien, die “Überlebensraten” von 57 311 Teilnehmern unterschiedlicher Studien in den westlichen Industrieländern über einen Zeitraum von 5,7 Jahren und berücksichtigten dabei alle Todesursachen, d.h. nicht nur solche Krankheiten, für die bisher schon eine oft mehr als 50prozentige Risikominderung durch ausreichende Vitamin D-Versorgung festgestellt worden war.

Selbst in dieser Breite ergab sich ein um 7 Prozentpunkte niedrigeres Risiko für die Menschen, die Vitamin D-Zusätze erhalten hatten im Vergleich zu den Gruppe ohne solche Nahrungsergänzungen.

Die Meta-Studie bezieht sich nur auf den relativ kleinen Teil der Vitamin D-Aufnahme durch die Nahrung. Wesentlich größer dürfte der Unterschied sein, wenn man die ca. 90 Prozent der Vitamin D-Bildung im Körper durch UV-Bestrahlung der Haut in die Untersuchung einbeziehen würde.

Harvard Professor Edward Giovanucci, selbst Autor etlicher Studien zum Thema trägt den “Sonnenschein-Vitamin”-Aspekt in einem längeren Editorial in der gleichen Ausgabe der Zeitschrift nach.

Quelle: PubMed

Studie: Philippe Autier, Sara Gandini, Vitamin D Supplementation and Total Mortality – Meta-analysis of Randomized Controlled Trials, Archives of Internal Medicine. Vol. 167 No. 16, September 10, 2007, 1730-1737.

Editorial: Edward Giovanucci, Can Vitamin D Reduce Total Mortality?, Arch Intern Med. 2007;167:1709-1710

Wolfram König, Präsident des BfSDie Zeitungen schreiben es, aber wir hier in der Photomed-Redaktion glauben`s nicht:

Bei der gestrigen Pressekonferenz des BfS mit dem BfS-Präsidenten Wolfram König und seinem obersten Chef, Bundesminister Sigmar Gabriel, für die Präsentation des BfS-Jahresberichts hätte, laut dpa, WELT und anderen Berichterstattern, Dr. König etwa Folgendes gesagt (Zitat “Berliner Zeitung/Berlin Online“):

Die Hersteller und Betreiber hätten sich geweigert, ein Zertifizierungssystem für die Anlagenqualität einzuführen. Mit einem Gütesiegel sollten zudem die Solarien ausgezeichnet werden, die freiwillig eine qualifizierte Beratung anbieten, hygienische Standards einhalten und Jugendlichen unter 18 Jahren den Zutritt verwehren. Drei Jahre nach Einführung des Siegels sind allerdings erst 80 der über 70 000 Sonnenstudios in Deutschland zertifiziert. Das BfS betrachte das Siegel als gescheitert, sagte König“.

Der RTS-Prozess und der Versuch der Qualitätskontrolle über eine freiwillige Zertifizierung sei endgültig gescheitert, so wird der BfS-Präsident in der Presse zitiert.

Ausserdem kündigte König, die Verabschiedung eines gesetzlichen Solarien-Verbots für Besucher unter 18 Jahren bis Ende des Jahres an.

Übersehen wir mal die völlig falschen Zahlen (knapp 5.000 statt 70.000 Studios, 150 zertifizierte statt 80) … Wenn der BfS-Präsident den seit Anfang des Jahres auf allen Ebenen intensiv geführten Dialog zwischen BfS, BMU, Krebshilfe und den Solarienverbänden über ein groß angelegte, gemeinsam vorgetragene Zertifizierungs-Kampagne und die konkreten Pläne dafür hätte torpedieren wollen, würde man seinen Vorstoß zweifellos als “brilliant” bezeichnen müssen (Mögliche News-Schlagzeile: “König killt Kampagne”).

Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, lassen sich die “königlichen” Äusserungen nur in der Sprache der Diplomatie als “wenig hilfreich” qualifizieren.

Unmittelbar vor dem Start der gemeinsamen Kampagne und nachdem in den letzten Wochen weit mehr Sonnenstudios zertifiziert wurden, als in manchen Jahren davor, gibt es jetzt also wieder Gesprächsbedarf (immer noch Diplomaten-Lingo).

Quellen: Diverse Agenturen und Zeitungsmeldungen online

Von allen bekannten Umweltfaktoren ist die Sonnen-Exposition (und im Zusammenhang damit: der Vitamin D-Status) der wichtigste einzelne Faktor für die Minderung des Risikos bei Multipler Sklerose.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher an der Harvard School of Public Health in Boston, USA, in einer umfassenden Review-Studie zu den Risiko-Faktoren für MS.

Auch eine weitere Langzeitstudie aus Finnland und eine sehr spezifische Studie aus Norwegen über Immunabwehr eines Virus belegen diesen Zusammenhang.

Sonnenlicht und Vitamin D wirken der durch Interleukin-2 aktivierten Nervenzerstörung entgegen. In Äquatornähe ist MS selten, weil die Haut im Sonnenlicht Vitamin D bildet. Im vergleichsweise lichtarmen Mittel- und Nordeuropa tritt MS dagegen gehäuft auf – außer in den Küstenregionen Norwegens, wo der hohe Vitamin-D-Gehalt des Fischöls das Sonnenlicht ersetzt.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir verschiedentlich (hier und hier) bereits berichtet.

Quelle: PubCrawler

Studie 1: A. Ascherio, K.L.Munger, Environmental risk factors for multiple sclerosis. Part II: Noninfectious factors, Ann Neurol. 2007 May 10 (online vorab) -auch:
Ascherio A, Munger K., Epidemiology of multiple sclerosis: from risk factors to prevention, Semin Neurol. 2008 Feb;28(1):17-28.

Studie 2: M Soilu-Hanninen et al., A longitudinal study of serum 25-hydroxyvitamin D and intact PTH levels indicate the importance of vitamin D and calcium homeostasis regulation in multiple sclerosis, J Neurol Neurosurg Psychiatry. vorab online publiziert, 19 June 2007.

Studie 3:Trygve Holmøy, Vitamin D status modulates the immune response to Epstein Barr virus: Synergistic effect of risk factors in multiple sclerosis, Medical Hypotheses, Vol 29, article in press

Rezertifizierung Plaza del SolAls erstes, vor drei Jahren zertifiziertes Sonnenstudio hat sich das Studio “Plaza del Sol” von Dietmar Manz in Friedrichshafen am Bodensee re-zertifizieren lassen und damit die Vertragsdauer um drei Jahre verlängert.

Wie schon unsere Umfrage bei zertifizierten Sonnenstudios zeigte:
Je länger ein Studio zertifiziert ist, desto deutlicher zeigt sich der Erfolg auch im wirtschaftlichen Ergebnis. Für Dietmar Manz war es daher überhaupt keine Frage, sich nach Ablauf des Zertifizierungs-Vertrags von der Zertifizierungsstelle Heraeus Nobelight “auditieren” und neu zertifizieren zu lassen.

Beigetragen zum Erfolg von Plaza del Sol hat sicher auch der innovative werbliche Einsatz für die Verbreitung der “Zertifizierungs-Botschaft” in der Region. Hier z.B. das Studio-Video, das u.a. als Spot im lokalen Fernsehen lief.

Die Pressemeldung zur Rezertifizierung  kann hier heruntergeladen werden.

Begrüßung durch den Photomed-VorsitzendenMinisterialdirigent Huthmacher beim Photomed-KongressDer 1. Europäische Fachkongress Solarien und Besonnung war mit den kongresstypischen Aufs und Abs ein voller Erfolg.

Etwa 250 Mitglieder der Solarienbranche erlebten einen sonnen-warmen Tag im Europapark Rust mit Foren, Diskussionen und Veranstaltungen, die zumal am Anfang und am Ende die Zuhörer von den Stühlen rissen.

Der Tag begann schon früh nach der Begrüßung durch den Photomed-Vorsitzenden, Dr. Norbert Schmid-Keiner, mit dem ersten Highlight: Dr. jur. Karl Eugen Huthmacher, Ministerialdirigent im Bundesumweltministerium fasste den Stand der Entwicklung nach dem “Blitz aus Brüssel” pointiert und sachlich zusammen. Dabei liess er keinen Zweifel an der “Irritation” der Politik über das “unakzeptable” Resultat der Zertifizierung bis dato und dem Willen der politischen Instanzen, darauf energisch zu reagieren.

Trotz drängender Forderungen aus weiten Kreisen der Öffentlichkeit nach einer staatlichen Zwangsregulierung, sei man bereit, noch einmal einen letzten Versuch zu machen, freiwillige Standards durchzusetzen. Darauf seien alle Beteiligten, also auch Krebshilfe und ADP, verpflichtet. Die kurzfristige und kaum begründete Absage beider Organisationen zur Beteiligung am anschliessenden “Roundtable” ließen allerdings im Saal erste Zweifel aufkommen.

Die Branche ist kein verläßlicher Partner der Politik“, so beschrieb Dr. Huthmacher die Grundstimmung in weiten Teilen der Politik, fügte dann aber hinzu:”Wir sind nicht dieser Meinung“.

Was kommt auf die Branche zu?

Nach der Empfehlung der LVD ADCO (wir haben darüber ausführlich berichtet) und dem Auftrag der Kommission an die CENELEC zur Änderung der “Euronorm” werde die O,3W/m2-Regelung in deutsches Recht übernommen (GPSG und 1. GPSGV) und trete am 23.07.07, also nach einer sechsmonatigen Frist, in Kraft.

Danach wird es nicht mehr möglich sein, Geräte mit höheren Bestrahlungsstärken “in Verkehr zu bringen”.

Jugendschutz, Altgeräte, Bestandssicherung zertifizierter Studios

Nach dieser klaren Regelung bleibe für die Politik noch in drei Problemfeldern Lösungen zu finden:

  1. Es werde im Rahmen des Jugendschutzes eine Regelung des Zugangs Jugendlicher zu Solarien geben.
  2. Die Behandlung der Altgeräte, sei politisch in der Hand der Länder (aber auch auf Bundesebene würden die verschiedenen Möglichkeiten ausgelotet), könne aber möglicherweise auch auf der “Brüsseler Schiene” geregelt werden.
  3. Zur Bestandsgarantie zertifizierter Studios fasste Huthmacher das Verhandlungsergebnis aus mehrere Gesprächrunden aus dem Februar und März dieses Jahres folgendermaßen zusammen:
    1. Alle bereits zertifizierten und alle bis Ende Juli 2008 zertifizierten bzw. wiederzertifizierten Studios können die Bestrahlungsstärken (0,6W/m2 für Altgeräte, 0,3 für Neugeräte) bis zum Ende der Vertragszeit, also maximal bis zum Juli 2011, nutzen
    2. Alle nach dem Juli 2008 neu zertifizierten Studios sind auf den neuen Standard 0,3 W/m2 für alle Geräte verpflichtet.

Damit erhalten die Studios sowohl eine großzügige Vorbereitungsszeit als auch eine kaum erwartete Investitionssicherheit, wenn sie sich zertifizieren lassen. Der einzige Wermutstropfen in diesem an sich erfreulichen Szenarium bleibt die Unsicherheit bei den Altgeräten, denn weder für eine Altgeräte-Regelung, egal auf welcher politischer Ebene, noch für die Ergänzung der Jugendschutzgesetze konnte Dr. Huthmacher den Zuhörern eine Zeitperspektive bieten.

Viele Fragen – und einige blieben offen

Der Appell “Zertifizierung jetzt!”, gewürzt mit der leisen Drohung: “Wer sich jetzt nicht zertifiziert, der steht am Pranger!” fand in der Halle ein durchweg positives Echo, das sich in vielen Fragen und sachlich-freundlichen Antworten des Referenten niederschlug – lange über die angesetzte Zeit hinaus.

In der anschliessenden Podiumsrunde versuchten die Vertreter der Branche erst garnicht, Versäumnisse der Vergangenheit zu überspielen. Tatsächlich zeigte sich eine so wohl noch nie dagewesene Einmütigkeit über die Notwendigkeit der Zertifizierung.

Aus dem Publikum kamen durchaus auch selbstkritische Töne. Von Betreibern zertifizierter wie nicht-zertifizierter Studios aber auch die Frage an die Podiumsteilnehmer, warum die Studios bisher bei der Aufklärung über, und Werbung für die zertifizierten Studios  allein gelassen worden seien.

Einigermassen beschämend für die Branche, dass Dr. Huthmacher Kritiken und Forderungen nach einer angemessenen Durchsetzung der Marke “Zertifiziertes Sonnenstudio” in der breiten Öffentlichkeit mit dem Hinweis auf die Eigenverantwortung der Branche und – ausgerechnet – auf die bereits angelaufene Kampagne von Krebshilfe und ADP kontern konnte. Darüber hinaus engagiere sich das BMU gemeinsam mit allen Beteiligten am Runden Tisch für die Zertifizierung, z.B. in einem für Ende Mai geplanten Mailing an alle Sonnenstudios und möglicherweise auch mit Aktonen in der Öffentlichkeit.

Die Reaktionen des Publikums im Saal liesse sich mit “positiv nachdenklich” beschreiben.

Nach diesem gelungenen Einstieg in den Kongress verteilten sich die Teilnehmer auf die zwei angebotenen “Themenstränge”. Dass die Veranstalter hier das richtige Gespür für die Bedürfnisse der Teilnehmer hatten, zeigte sich an der ausgewogenen Verteilung auf diese beiden “Stränge”.

Informationen zu diesen Vorträgen mit einer Online-Bildergalerie werden Sie hier und auf www.photomed.de am kommenden Montag finden.

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