Archiv für das Tag 'Adipositas'

Sonne macht schlank! Und das nicht nur, weil ein gebräunter Körper schlanker aussieht, sondern mit dem Sonnenschein-Vitamin D ganz real durch die Unterstützung des Fettabbaus bei Übergewicht.

Diese nicht mehr ganz neue Erkenntnis wird jetzt in einer klinischen Studie mit Nahrungsergänzung von Vitamin D und Kalzium in Orangensaft bestätigt.  171 übergewichtige Teilnehmer an dem Versuch tranken über einen Zeitraum von 16 Wochen drei Gläser Orangensaft täglich – entweder mit oder ohne Vitamin D- und Kalzium-Zusätzen.  Außerdem wurde in regelmäßigen Abständen das Bauchfett der Teilnehmer gemessen.

Am Ende des Experiments hatten die Probanden mit dem Vitamin D- und Kalzium-verstärkten Orangensaft fast zehn Mal so viel an Bauchfett verloren wie die Gruppe mit dem “normalen” Orangensaft-Konsum, obwohl die Gewichtsabnahme insgesamt nur geringfügig zwischen den beiden Gruppen variierte.

Quelle: PubMed

Studie:  Jennifer L Rosenblum et al., Calcium and vitamin D supplementation is associated with decreased abdominal visceral adipose tissue in overweight and obese adults, American  Journal of Clinical Nutrition, Januar 2012, vorab online 14. Dezember 2011

Dickes Kind - falsche Ernährung - Vitamin D-Mangel - Diabetes 2

Dickes Kind hat Vitamin D-Mangel: Diabetes 2 - Foto: fatihoca/iStockphoto

Dicke Kinder leiden sehr viel häufiger unter einem Vitamin D-Mangel als Kinder mit Normalgewicht. Eine bedrohliche Gesundheitsfolge unter vielen: Das Diabetes-Risiko steigt bei übergewichtigen Kindern erheblich an. Den ganzen Beitrag lesen »

Übergewicht bei Kindern steigt in Deutschland, wie in den meisten Industrieländern, steil an und wird zu einem der bedeutendsten Gesundheitsrisiken.  Je nach Definition sind 40 Prozent (Verbraucherministerium) oder strenger gefasst: 17 Prozent (s. Graphik) der deutschen Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder gar adipös.

Übergewicht bei Kindern führt allzu häufig zu  Diabetes 2 und Gefäßerkrankungen.

Eine soeben erschienene Studie bestätigt nun früher Forschungen, dass die Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen haben kann. Kinder mit einem Vitmain D-Mangel nahmen schneller zu und entwickelten einen “Speckgürtel” um die Taille im Vergleich zu gut versorgten Kindern, so die Studie von der University of Michigan, USA. Den ganzen Beitrag lesen »

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Bermuda-Dreieck für Sonnenschein-Vitamin

Just hatte eine deutsche Studie den Übergewichtigen, eine Mehrheit in diesem Land,  Hoffnung gemacht und ihnen sogar – bei mäßigem Übergewicht -  ein längeres Leben als die Normalgewichtigen in Aussicht gestellt, da kommt es aus den USA schon wieder knüppeldick:

Wissenschaftler an der renommierten Harvard Medical School, Boston,  vermaßen die diversen Fettgewebe von fast 4.000 Probanden, um herauszufinden, wieso und in welchem Umfang das Übergewicht verantwortlich ist für Vitamin D-Mangel. Ein Mangel, der von der neueren Forschung als eine der Ursachen für viele chronische Krankheiten bezeichnet wird, darunter neben Osteoporose und Osteomalazie viele Autoimmun- und Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Fehlsteuerung bei der Zellteilung und dem Zelltod mit der Gefahr der Krebsentstehung.

Das Ergebnis ist für die 60 Prozent der übergewichtigen Deutschen (ab BMI 25 kg/m2) eingermaßen deprimierend:  Drei mal so häufig wurde bei den stark Übergwichtigen (Adipositas) ein Vitamin D-Mangel unter 20 ng/L festgestellt wie bei den Schlanken.

Diese gefährliche Lücke wurde noch erweitert im sogenannten “Vitamin D-Winter”.  Empfohlen wird eine Vitamin D-Supplementierung und/oder UVB-Bestrahlung im Solarium (80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins wird durch UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium in der Haut gebildet).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine australische Studie. Versuche, ein Vitamin D-Defizit durch kurzfristige Supplementierung auszugleichen. Fast 40 Prozent des normalen Effekts “verpuffte” bei stark Übergewichtigen.

Dass der Vitamin D-Mangel nicht nur Folge sondern auch Ursache von Übergewicht sein kann, haben Forscher schon in früheren Untersuchungen vermutet. Der Zusammenhang:  Vitamin D Mangel bremst offensichtlich die Ausschüttung des Hormons Leptin. Dieses Hormon signalisiert dem Körper, wenn er genügend Fett aufgenommen hat. Fehlt das Leptin ist die “Fett-Fress-Bremse” gelockert, Übergewicht droht.

Aber zurück zu den guten Nachrichten: Die im Deutschen Ärzteblatt in diesen Tagen vorab publizierte Übersichts-Studie über 42 wissenschaftliche Arbeiten von der Universität Hamburg räumt mit der verbreiteten Meinung auf, dass Übergewicht per se das Leben verkürzt.  Im Gegenteil, ein gewisses, maßvolles Übergewicht scheint danach das Leben eher etwas zu verlängern.

Allerdings: Bei starkem  Übergewicht – Adipositas – sieht das schon wieder anders aus.  Hier sind die Schlanken mit 20 Prozent im Vorteil. Die extrem Fettleibigen haben sogar ein um immerhin 200 Prozent erhöhtes Mortalitätsrisiko.

Das Risiko, sich bestimmte Krankheiten zuzuziehen, schwankt zwischen Normalgewichtigen und leicht Übergewichtigen. Bei den Schwergewichten allerdings ist der Trend eindeutig negativ. Adipositas führt tendentiell zu mehr Krankheiten und einem früheren Tod.

Wie und in welchem Unfang hier durch das “Sonnenschein-Vitamin” gegengesteuert werden könnte, war nicht Gegenstand dieser Untersuchung.

Dass Dicke mehr Sonne(nschein-Vitamin) brauchen als schlanke Zeitgesnossen hatten wir schon früher berichtet, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  ScienceDaily/Deutsches Ärzteblatt

Studien:

Susan Cheng et al.,  Adiposity, Cardiometabolic Risk, and Vitamin D Status: the Framingham Heart Study, Diabetes, 05. Oktober 2009, vorab online

P Lee, JR Greenfield, MJ Seibel, JA Eisman, and JR Center, Adequacy of vitamin D replacement in severe deficiency is dependent on body mass index, American Journal of  Medicine, November 1, 2009; 122(11): 1056-60.

Matthias Lenz, Tanja Richter, Ingrid Mühlhauser,  The Morbidity and Mortality Associated With Overweight and Obesity in Adulthood: A Systematic ReviewDeutsches Ärzteblatt International, 2009; 106(40): 641

Mehr Sonne für die Dicken

Mehr Sonne für die Dicken

Dass Übergewichtige oft unter einem Vitamin D-Magel leiden ist bekannt. Die Erklärung bisher: Das fettlösliche Vitamin lagert sich im Fettgewebe ab und wird bei Übergewichtigen nicht ausreichend wieder freigesetzt.

Jetzt ist eine Studie mit einer sehr viel einfachere Erklärung erschienen:  Dicke gehen – genau wie ältere Menschen – weniger an die Sonne, bilden also auch weniger Vitamin D über die Haut. Das führt zu vielen der chronischen Krankheiten, die sowohl für übergewichtige wie für alte Menschen typisch sind.

Nachtrag: 17.05.09

Nicht nur schwankt der Vitamin D-Spiegel – 25 (OH)D -  im Blut dicker Menschen stärker als die Norm sondern auch die unmittelbar wirksame Form des Vitamins oder hier besser: Hormons, 1,25-dihydroxyvitamin D, das im Körper normalerweise “nach Bedarf” in der Niere produziert und daher auch über die Jahreszeiten hinweg eher konstant gehalten wird, schwankt bei Übergewichtigen zusammen mit der Vorform des im Körper verfügbaren Vitamin D, 25 (OH)D.

Diese Entdeckung des bekannten norwegischen Vitamin D-Forschers Johan Moan und Kollegen am Rikshospitalet-Radiumhospitalet Medical Centre, Oslo, unterstreicht die besondere Gefährdung übergewichtiger Menschen durch Vitamin D-Mangel vor allem in den sonnenarmen Jahreszeiten.

Quelle: NewsWise

Studien:
M. Kull et al., Body mass index determines sunbathing habits: implications on vitamin D levels. Intern Med J. 2009 Apr;39(4):256-8

J. Moan et al., Seasonal variation of 1,25-dihydroxyvitamin D and its association with body mass index and age. J Steroid Biochem Mol Biol. 2009 Feb;113(3-5):217-21

Die Langen haben`s besser

Die Langen haben`s besser

Es wird viel geschrieben über den “epidemischen” Vitamin D-Mangel weltweit bei älteren und kranken Menschen, die nicht genug Sonne abbekommen oder deren Haut die Vitamin D-Synthese durch die UVB-Strahlen nicht mehr in ausreichendem Maße zulässt (jüngstes Beispiel hier *).

Wenig bekannt aber ist, dass auch mehr als die Hälfte der jungen Frauen in einem “Sonnenstaat” wie Kalifornien an einem Mangel an “Sonnenschien-Vitamin” leidet – und das vor allem die Dicken. Besser dagegen geht es den großgewachsenen jungen Frauen. Bei ihnen tritt der Mangel seltener auf als beim Durchschnitt.

Das fanden zu ihrer Überraschung kanadische und kalifornische Forscher bei der Untersuchung von Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren.

59 Prozent der Teilnehmerinnen waren defizitär (≤29 ng/ml). Ein deutlicher Zusammenhang zeigte sich zwischen allen Messungen von Übergewicht bzw. Körperfett und Vitamin D-Mangel. Vitamin D wird im Fettgewebe des Körpers eingelagert und gebunden.

Keine Erklärung allerdings fanden die Forscher für das Phänomen:  Je größer die Frauen waren, desto günstiger war ihre Vitamin D-Versorgung.

Quelle:  Science Daily

Studie:  Richard Kremer et al., Vitamin D Status and Its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 94, No. 1 67-73

Wie die Jungen so die Alten:

*Studie:Eric Orwoll et al., Vitamin D Deficiency in Older Men, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, published online on  January 27, 2009

Dicke brauchen mehr Sonne

Dicke brauchen mehr Sonne

Stärker als Nomalgewichtige leiden dicke Menschen vor allem im sogenannten Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Mitte Oktober und März) an einem akuten Vitamin D-Defizit mit seinen möglicherweise gravierenden gesundheitlichen Folgen.

Forscher am Kantonsspital St. Gallen untersuchten 248 Übergewichtige beiderlei Geschlechts (Body Mass Index: 30.1- 68.9) und überprüften die Schwankungen des Vitamin D-Serums im Blut (25-hydroxyvitamin D3) im Wechsel der Jahreszeiten.

Wie auch frühere Studien schon gezeigt hatten,  war der Vitamin D-Spiegel je niedriger desto höher der BMI und die gemessene Fettmasse war.  Erstaunlicher schon die Schwankungen zwischen Sommer und Winter.  Im Winter wiesen 91,2 Prozent der Studienteilnehmer ein Vitamin D-Defizit (kleiner als 50 nmol/L) auf im Gegensatz zu nur 24,3 Prozent im Sommer, eine Steigerung immerhin um das 3,8fache.

Ohnehin eine Risikogruppe für Vitamin D-Mangel sollten Übergewichtige sich vor allem im “Vitamin D-Winter” durch Vitamin D-reiche Ernährung (Milch, fetter Fisch, Pilze), Besonnung im Solarium oder Nahrungsergänzungsmittel vor den gefährlichen Folgen eines extremen Vitamin D-Defizits schützen.

Studie: Barbara Ernst et al., Seasonal Variation in the Deficiency of 25-Hydroxyvitamin D(3) in Mildly to Extremely Obese Subjects, Obesity Surgery, 2008 Jul 29. vorab online

Foto: flickr/schurkehans