Archiv für das Tag 'Asthma'

Schwangere und ihre Neugeborenen leiden unter Vitamin D-Mangel. Richtlinien und Verhalten ändern!

Schwangere Frauen sind eine der “Problemgruppen” bei der Versorgung mit dem lebenswichtigen “Sonnenschein-Vitamin D”. Die Folgen für Mutter und Kind können gravierend sein. Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder über entsprechende Studien berichtet (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Eine aktuelle Studie an der Universität Giessen unterstreicht jetzt das dramatische Ausmaß dieses Problems:
90 Prozent der schwangeren Frauen in dieser Studie und 88 Prozent ihrer Neugeborenen leiden unter einem Vitamin D-Mangel. Den ganzen Beitrag lesen »

Vitamin D-Mangel verstärkt Asthma und behindert Lungenfunktion bei Kindern

Vitamin D-Mangel verstärkt Asthma und behindert Lungenfunktion bei Kindern

Die immer geringere Freizeit im Freien an der Sonne und zusätzlich die Panikmache mancher “Aufklärungs”-Kampagnen zum Sonnenschutz führen zu steigendem Vitamin D-Mangel bei Kindern und Jugendlichen mit gravierenden Folgen für die Gesundheit.

Ein Beispiel ist das immer häufiger schon bei Kindern auftretende Asthma. Eine Gruppe von britischen Wissenschaftler am Imperial College and King`s College in London unter Leitung von Prof. Atul Gupta bestätigten jetzt frühere Studienergebnisse, nach denen ein Mangel an Sonnenschein-Vitamin die Lungenfunktion bei Kindern und Jugendlichen einschränkt und die Symptome der Asthmaerkrankung deutlich verschlimmert. Den ganzen Beitrag lesen »

Kinder, die in feuchten Regionen mit wenig Sonnenschein leben, haben sehr viel häufiger Asthma als ihre Altersgenossen in südlicheren und sonnigeren Gegenden. Der Grund: 90 Prozent der Vitamin D-Versorgung beim Menschen geschieht durch die Sonnenstrahlen (UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium). Kinder in sonnenärmeren Gegenden haben häufig einen Vitamin D-Mangel. Den ganzen Beitrag lesen »

Baby mit Atemnot

Foto: Fotolia

Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft kann zu Atemnot beim Baby führen.

In einer neuseeländischen Studie mit fast 1.000 Neugeborenen stellte sich heraus, dass die Babies mit  einem niedrige Vitamin D-Spiegel während der ersten drei Lebensmonate doppelt so oft Atemwegsinfekte und Atembeschwerden (engl. Wheezing) hatten wie Neugeborene mit normalen Vitamin D-Werten. Den ganzen Beitrag lesen »

Ausreichende Versorgung mit Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, kann für Mukoviszidose-Patienten überlebenswichtig werden.

Bei Vitamin-D-Mangel reagieren Asthma- und Mukoviszidose-Kranke besonders heftig auf einen weit verbreiteten Schimmelpilz, der bei Gesunden kaum allergische Reaktionen hervorruft: Aspergillus fumigatus. Für die Kranken aber kann der Pilz zu einer tödlichen Bedrohung werden.

Forscher am Health Sciences Center in New Orleans verglichen zwei Gruppen von Mukoviszidose-Patienten, die den Pilz trugen: Ein Teil der Probanden hatte allergisch auf den Pilz reagiert, die andere Gruppe dagegen nicht.

Dabei stellte sich heraus, dass die Vitamin-D-Versorgung eine ausschlaggebende Rolle spielte:
Je höher der Vitamin D-Spiegel im Blut desto geringer das Vorkommen eines Proteins, das die allergische Reaktion auslösen kann, und um so höher die Bildung von Eiweissen, die die überschießenden Immunreaktionen bremsen.

«Unsere Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass Vitamin D auf breiter Front zur menschlichen Gesundheit beiträgt», so der Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Jay Kolls.

In einer klinischen Studie soll nun der Einsatz von Vitamin D zur Vorbeugung dieser allergischen Reaktionen getestet werden.

(Zum Thema Sonne, Vitamin D und Atemwege haben wir in der Vergangenheit häufiger berichtet: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Ausführlichen infos auch hier: www.OnMeda.de/krankheiten/asthma.html

Quelle: curado.de

Studie:  J.L. Kreindler et al., Vitamin D3 attenuates Th2 responses to Aspergillus fumigatus mounted by CD4+ T cells from cystic fibrosis patients with allergic bronchopulmonary aspergillosis, Journal of Clinical Investigation,  16. Aug 2010 (online vorab veröffentlicht)

Kinder und Jugendliche sind eine “Problemgruppe” bei der Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D. Nicht nur die Studien zum Vitamin D-Mangel weltweit sondern immer häufiger auch Detailstudien über den Zusammenhang von Sonnen-/Vitamin D-Mangel und einzelnen Krankheiten bei jungen Menschen bestätigen diese Einschätzung.

In den vergangenen Wochen sind ein halbes Dutzend solcher Studien erschienen. Zwei davon behandeln ein weit verbreitetes Problem bei Kindern und Jugendlichen: Atemwegserkrankungen, Allergien, Enzündungen, Asthma.

Gleichzeitig fordern die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die Vitamin D Versorgung von Kindern mit Asthma regelmäßig zu kontrollieren. Kinder mit geringem bis mittelschwerem Asthma seien stärker gefährdet, Asthmaanfälle zu erleiden, wenn sie einen Mangel an Vitamin D aufwiesen.

50 Prozent mehr Asthma-Anfälle bei Vitamin D-Mangel

Forscher am Brigham and Women’s Hospital, Boston, USA, hatten 1024 Kinder mit leichtem bis mittelschwerem Asthma auf ihren Vitamin-Spiegel im Blut getestet und dann über einen Zeitraum von vier Jahren der Fortgang der Krankheit, Einlieferung in eine Klinik oder eine Notfall-Behandlung beobachtet. 35 Prozent der Kinder hatten einen ausgeprägten Vitamin D-Mangel.

Die Kinder mit niedrigem Vitamin D-Spiegel (<30 ng/ml) hatten ein um 50 % erhöhtes Risiko, einen Asthma-Anfall zu erleiden, der in der Klinik oder einer Notfallstation behandelt werden musste.

Je besser der Vitamin D-Spiegel desto weniger Medikamente nötig

In einer weiteren Studie mit 100 Asthma-kranken Kindern untersuchten Wissenschaftler vom National Jewish Health Institut in Denver, Colorado, USA, den Zusammenhang von Vitamin D-Status und der Entwicklung der Krankheit, insbesondere unter Kortison-Therapie.  Auch hier war das Ergebnis eindeutig:

Alle Tests und Messwerte für entzündliche und allergene Asthma-Reaktionen verbesserten sich mit steigenden Vitamin D-Werten. Je höher der Vitamin D-Spiegel, desto geringer auch die benötigten Kortison-Mengen. Der Wirkungsgrad der Medikamente steigerte sich mit zunehmender Vitamin D-Versorgung.

Quelle: PubMed

Studien:
J.M. Brehm et al. (Childhood Asthma Management Program Research Group und weitere 258 Mitautoren),  Serum vitamin D levels and severe asthma exacerbations in the Childhood Asthma Management Program study, Journal of Allergy and  Clinical Immunology. 2010 Jul;126(1):52-8.e5

D.A. Searing et al., Decreased serum vitamin D levels in children with asthma are associated with increased corticosteroid use, Journal of Allergy and  Clinical Immunology, 2010  May;125(5):995-1000

Drei weitere Studien zu diesem Thema – mit besonderem Akuent auf Unterschiede der Rassen/Ethnien:

Freishtat RJ et al., High prevalence of vitamin D deficiency among inner-city African American youth with asthma in Washington, DC. J Pediatr 2010 Jun; 156:948

Dong Y et al., Low 25-hydroxyvitamin D levels in adolescents: Race, season, adiposity, physical activity, and fitness, Pediatrics 2010 Jun; 125:1104.

Brehm JM et al., Serum vitamin D levels and markers of severity of childhood asthma in Costa Rica, Am J Respir Crit Care Med 2009 May 1; 179:765

asthmaVitamin D verbessert die Lungenfunktion,  reduziert die Anfälligkeit für Asthma-Attacken und unterstützt die Cortisol-Therapie.

Eine Forschergruppe an der Universtität von Colorado in Denver, USA,  hatte bei 54 erwachsenen Nichtrauchern aller Altersgruppen, die unter Asthma litten, einen durchschnittlichen Vitamin D-Spiegel von 28 ng/ml (70 nmol/L) gemessen. Die Patienten mit höheren Vitamin D-Werten schnitten bei einem Lungenfunktionstest deutlich besser ab: Je zusätzlichem Nanogramm an Vitamin D verbesserte sich die Lungenfunktion um 22,7 Messeinheiten Atemkapazität (Einsekundenkapazität, FEV1).

Allergische Reaktionen auf  Umwelteinflüsse war bei den Patienten mit Vitamin D-Mangel (<30 ng/ml) so stark erhöht, dass das Atemvolumen bei entsprechenden Reizungen auf fast die Hälfte zurückging im Vergleich zu Patienten mit ausreichender Vitamin D-Versorgung.

In einem Kommentar zu Studie erläutert Prof. Michael F. Holick: “Die Studie bestätigt frühere Beobachtungen, dass Vitamin D die Lungenfunktionen stärkt. Darüber hinaus aber wissen wir, dass Glucocorticoide Vitamin D vernichten und so bei Asthma-Patienten leicht ein Vitamin D-Defizit hervorrufen. Dieses Defizit wiederum hemmt die Lungenfunktion und verschlimmert so die Krankheit.”

Die Autoren empfehlen daher eine bessere Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin als Teil und zur Unterstützung der üblichen Asthma-Therapien.

Vitamin D-Defizit steigert Gefahr von Asthma-Anfällen auch bei Kindern

Eine ebenfalls in diesen Tagen erschienene Studie belegt den Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Asthma bei Kindern, vor allem aber mit akuten Asthma-Anfällen und Klinik-Einweisungen. Über einen Zeitraum von vier Jahren hatten Forscher verschiedener US-Universitäten 1024 Kinder mit Asthma  und ihren Vitamin D-Spiegel beobachtet.  Die Wahrscheinlichkeit einer Klinik-Einweisung oder Notfall-Aufnahme lag bei den Kindern mit unzureichenden Vitamin D-Werten (<30 ng/ml) um 50 Prozent höher als die ihrer ausreichend versorgten Altersgenossen.

Quelle: PubMed

Studien:
E. Rand Sutherland et al.,  Vitamin D Levels, Lung Function, and Steroid Response in Adult AsthmaAmerican Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Vol 181. pp. 699-704, (2010)

John M. Brehm et al., Serum vitamin D levels and severe asthma exacerbations in the Childhood Asthma Management Program study, Journal of Allergy and Clinical Immunology, vorab online publiziert 08.Juni 2010

Noch ist die Sonne nicht starkt genug!

Noch ist die Sonne nicht starkt genug!

Noch leistet der Winter Widerstand und die Sonne steht noch nicht hoch genug, um warm vermummten Spaziergängern die notwendigen UVB-Strahlen für die Vitamin D-Produktion auf die Haut zu schicken. Der Stand des Vitamin-Serums im Blut ist jetzt, am Ende des “Vitamin D-Winters”, auf dem niedrigsten Stand. Das freut Viren und Bakterien: Das “Sonnenschein-Vitamin” spielt eine entscheidende Rolle bei der Immun-Antwort des Körpers auf die unterschiedlichsten Erreger. (Erst vor Kurzem hatten wir über die Entdeckung des Wirkmechanismus hinter dieser Immunreaktion berichtet).

Zwei soeben erschienene Studien befassen sich mit diesem Thema.

In einer klinischen Studie mit 334 japanischen Schulkindern fanden Wissenschaftler an der Jikei University School of Medicine in Tokio eine deutlich niedrigere Rate an Grippe-Erkrankungen (Influenza)  bei der Gruppe mit ausreichender Vitamin D Versorgung gegenüber der Plazebo-Gruppe (10,8 gegenüber 18,6 Prozent erkrankte Kinder).

Noch deutlicher der Unterschied bei Kindern mit einer Asthma-Vorerkrankung: Bei der Gruppe mit Vitamin D-Ergänzung gab es im Untersuchungszeitraum (Dezember 2008 bis März 2009) nur zwei, in der Plazebo-Gruppe aber 12 Asthma-Attacken.

Bei Erwachsenen kommt eine norwegische Studie zu ähnlichen Ergebnissen:

Die Forschergruppe um Prof. Johan Moan, Oslo, untersuchte die Todesfälle bei Influenza und Lungenentzündung zwischen 1980 und 2000 in Norwegen und verglichen den Stand der Vitamin D-Versorgung, der in einer Reihe früherer Studien erhoben worden war:

Die mit Abstand größte Zahl an Todesfällen durch beide Krankheiten fiel in die Zeit des “Vitamin D-Winters” mit besonders niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut der Bewohner. Die Forscher schliessen daraus, dass ein Vitamin D-Spiegel in etwa in der durchschnittlichen Höhe des Hochsommers einen großen Teil der Todesfälle durch Grippe und Lungenentzündung verhindern könnte.

Quelle: PubMed

Studien:
Mitsuyoshi Urashima et al., Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren, American Journal of Clinical Nutrition, 10. März 2010, vorab online veröffentlicht.

Johan E. Moan et.al., Influenza, solar radiation and vitamin D, Dermato-Endocrinology, Volume 1, Issue 6 November/December 2009

Die alarmiernde Zunahme von Asthma bei Kindern und Jugendlichen wird augenscheinlich mit verursacht durch neue Lebensgewohnheiten mit immer weniger Freizeit an der frischen Luft, häufigeren Einsatz von Sonnenschutzmitteln und dadurch einer Unterversorgung mit Vitamin D, dem “Sonnenschein-Vitamin“.

Diesen Schluss ziehen Forscher der Harvard Universität und Bostoner Kliniken in einer Untersuchung des Vitamin D-Mangels bei Asthma-kranken Kindern im mittelamerikanischen Costa Rica.

Von den 616 untersuchten Kindern und Jugendlichen mit Asthma litten etwa etwa ein Drittel an einem Vitamin D-Defizit. Je höher der Vitamin D-Spiegel im Blut war, desto seltener mussten entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden und umso seltener wurden die Kinder in ein Krankenhaus eingewiesen.

Mit einem völlig anderen Ansatz kamen kürzlich Forscher von derVanderbilt University School of Medicine, Nashville, Tennessee, zu ähnlichen Ergebnissen, also sie mehr als 95.000 Kinder untersuchten, die zwischen 1995 und 2000 zur Welt kamen.

Demnach war das Asthma-Risiko bei denjenigen, die im Dezember oder Januar gezeugt und dann ungefähr vier Monate vor dem Höhepunkt der jährlichen Erkältungs- und Grippewellen des Winterhalbjahrs geboren wurden, um 30 Prozent erhöht. In anderen Worten, der saisonal bedingte Vitamin D-Mangel führt zu eine Schwächung des Immunsystems der Mütter  und damit auch der Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten.

Die Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hatte erst kürzlich die Lungenärzte auf diesen Zusammenahng hingewiesen.

Quelle:  HealthDay News/ÄrzteZeitung

Studien:
John M. Brehm et al., Serum Vitamin D Levels and Markers of Severity of Childhood Asthma in Costa Rica, American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine Vol 179. pp. 765-771, (2009)

Wu Pingsheng et al., Evidence of a Causal Role of Winter Virus Infection during Infancy in Early Childhood Asthma, American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine Vol 178. pp. 1123-1129, (2008)