Archiv für das Tag 'Bluthochdruck'

Jungeldiche als "moderne Höhlenbewohner"

Früher ..................Heute Foto:Philartphace/Fotolia

Das “metabolische Syndrom” ist ein oft tödlicher Mix aus verschiedenen Risikofaktoren für koronare Herz-Erkrankungen: Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Werte der “bösen” Fette (LDL, Triglyzeride) und Insulinresistenz (Vorstufe und Anzeichen für Diabetes). Diese gefährliche “Entgleisung” des Stoffwechsels tritt immer häufiger auch schon bei Jugendlichen auf. Neben falscher Ernährung ist Grund dafür ein zunehmender Bewegungsmangel und immer weniger Zeit für den Aufenthalt im Freien und an der Sonne. Auch die Jugendlichen werden zunehmend zu “modernen Höhlenbewohnern” (Prof. Spitz).

Weniger Sonne bedeutet weniger “Sonnenschein-Vitamin”. Die Frage lag also nahe, wie wirkt sich dieser grassierende Mangel auf das “metabolische Syndrom” und damit auf die Gefahr einer gefährlichen Herzerkrankung aus. Den ganzen Beitrag lesen »

Foto: iStockphoto

Ein Vitamin D-Mangel auch bei ansonsten gesunden Menschen führt zu einer Versteifung der Blutgefäße und zu Problemen der Gefäße bei der Reaktion auf unterschiedliche Leistungs-Anforderungen. Das erklärt auch den seit langem bekannten Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit der Rückkehr zu einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung, bildet sich diese Versteifung im Laufe der Zeit wieder zurück. Den ganzen Beitrag lesen »

Vitamin D-Winter

Wenn die Sonne fehlt ... Foto:Pixelio

Mit dem Beginn des “Vitamin D-Winters” beginnt auch der Vitamin D-Spiegel im Blut abzufallen. Mit dem sinkenden Vitamin D-Spiegel aber steigt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Normalerweise werden etwa 90 Prozent  des “Sonnenschein-Vitamins D3″ durch die UVB-Strahlen der Sonne in der Haut gebildet. Das aber wird in der kalten Jahreszeit durch mehr Kleidung, weniger Aufenthalt im Freien und vor allem durch den niedrigen Stand der Sonne verhindert. Nahrungsergänzung und /oder Sonnenbank sind jetzt die Alternativen. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonne und Vitamin D halten das Herz gesund und den Blutdruck in Grenzen.

Gleich zwei Review- und Meta-Studien in der internationalen Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine vom März dieses Jahres fassen den Stand der wissenschaftlichen Forschung zusammen:

Das Harvard-Team um Prof.  Lu Wang wählte aus der Fülle der jüngsten Literatur die methodisch gesichertsten 17 Studien über die Wirkung von Vitamin D- und Kalzium-Supplementierung auf das Herz-Kreislauf-System.  Sie kommen zu dem Ergebnis auf der Basis dieser noch vorläufigen Datenlage, wie die Forscher anmerken,  dass Vitamin D in mäßiger oder hoher Dosis offensichtlich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich reduziert. Für Kalzium dagegen scheint diese Wirkung nur gering oder nicht vorhanden zu sein.

In der zweiten Studie vom Medial Center der Tufts University in Boston beurteilten 11 Wissenschaftler die verfügbare Literatur und wählten 31 Studien für ihre Analyse aus. Drei Studien belegten bei einem Vitamin D-Defizit ein um 80 Prozent erhöhtes Bluthochdruck-Risiko, während diese Verbindung in fünf von sieben Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden wurde.

Auch hier sahen die Forscher noch erheblichen Bedarf an weiteren Untersuchungen, bevor ein abschließendes Urteil möglich sei.

Quelle: MedWire

Studien:
Lu Wang et al.,  Systematic Review: Vitamin D and Calcium Supplementation in Prevention of Cardiovascular Events,   Annals of internal Medicine, März 2010,   vol. 152,  no. 5,  315-323

Anastassios G. Pittas et al.,  Systematic Review: Vitamin D and Cardiometabolic Outcomes, Annals of internal Medicine, März 2010,   vol. 152  no. 5,  307-314

Wenn bei Menschen mit einem Bluthochdruck die Vitamin D-Synthese durch erbliche Belastung behindert wird,  stellt sich häufig eine Herzinsuffizienz ein. Mit diesem Forschungsergebnis einer Gruppe von Wissenschaftlern am Medical College of Wisconsin, USA, bestätígen sich die Befunde aus früheren Studien mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen:
Vitamin D-Mangel schwächt das Herz!

Die Forscher hatten 205 Patienten mit Hochdruck und Herzinsuffizienz,  206 Patienten mit Bluthochdruck allein und weitere 206 gesunde Kontrollpersonen mit einer bestimmten Genvariate (Gen CYP27B1) untersucht, das einen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Vitamin D im Körper ausübt.  Bei den Patienten mit Hochdruck und Herzinsuffizienz war dieses Gen degeneriert, die Vitamin D-Versorgung funktionierte nicht richtig.

Bei den Patienten mit Bluthochdruck und dem beschädigten Gen verdoppelte sich das Risiko, an Herzschwäche zu erkranken.

Der Leiter der Studiengruppe,  Prof. Robert U. Simpson,  äusserte sich zuversichtlich, dass mit dieser Erkenntnis einer schweren Herzerkrankung bei Bluthochdruck-Patienten rechtzeitig vorgebeugt werden könnte.

Vor einigen Monaten erst hatte Prof. Simpson und Kollegen in einer umfassenden Übersichtsstudie die positiven Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins gegen Bluthochdruck und Herzversagen unterstrichen.

Einmal mehr: Hab Sonne im Herzen!

Quelle:  Science Daily

Studien:
R.A. Wilke , R.U. Simpson et al., Genetic variation in CYP27B1 is associated with congestive heart failure in patients with hypertension, Pharmacogenomics 2009 Nov;10(11):1789-97

C.W. Nemerovski , M.P. Dorsch, R.U. Simpson, H.G. Bone ,  K,D. Aaronson, B.E.Bleske,  Vitamin D and cardiovascular diseasePharmacotherapy 2009 Jun;29(6):691-708.

Vitamin D-Mangel erhöht Bluthochdruck-Gefahr

Vitamin D-Mangel erhöht Bluthochdruck-Gefahr - Foto: iStockphoto

Junge Frauen mit niedrigen Vitamin D-Serumwerten im Blut verdreifachen ihr Risiko, 15 Jahre später an Bluthochdruck zu leiden.

Im Jahre 1993 hatten Wissenschaftler von der University of Michigan School of Public Health im US-Bundesstaat Michigan den Vitamin D-Spiegel im Blut von 559 Frauen im Alter zwischen 24 und 44 Jahren gemessen. Damals wurden zwei (2) Prozent dieser Frauen wegen Bluthochdruck behandelt. Bei weiteren vier (4) Prozent war der Hochdruck noch diagnostiziert worden.

Vier von fünf Frauen hatten einen Vitamin D Spiegel von unter 80 nmol/L (Nanomol pro Liter), ein Maß das damals als Unterversorgung definiert wurde. Ein Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Unterversorgung wurde zu dem Zeitpunkt nicht festgestellt.

15 Jahre später jedoch, im Jahre 2008,  war bei 19 Prozent der Frauen ein Bluthochdruck festgestellt worden und weitere seche (6) Prozent litten unerkannt darunter. In der Gruppe mit Vitamin D-Unterversorgung war der Anteil der Hochdruck-Kranken mehr als drei Mal so hoch  wie in der Gruppe mit dem Vitamin D-Wert von 80 nmol/L oder mehr – und das, obwohl bereits Faktoren wie Übergewicht, Rauchen und relatives Alter berücksichtigt wurden.

Dieses Ergebnis wurde jetzt auf der Jahreskonferenz der Hochdruck-Forscher in der American Heart Association in Chicago vorgestellt.

Sonnenstrahlen auf der Haut ist der effizienteste Weg zu einem optimalen Vitamin D-Spiegel. Vitamin D-Defizit ist  einer der Haupt-Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall “, so Flojaune C. Griffin, eine der AutorInnen der Studie.

Prof. Dr. John P. Forman von der Harvard Medical School, Boston, und “Nestor” der Vitamin D-Forschung dazu: “Diese Studie unterstreicht die wachsende Kenntnis über den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Bluthochdruck.  Unter den zahlreichen Studien zu diesem Thema ist diese Arbeit wohl diejenige mit dem längsten Untersuchungszeitraum.

Bluthochdruck als Vorläufer von Herz-Kreislauf- und anderen Erkrankungen wird auch als der “silent killer” bezeichnet, weil kaum mehr als die Hälfte der Erkrankten sich überhaupt der Tatsache bewusst sind, dass sie unter Hochdruck leiden.

Quelle:  Diverse Berichte von der American Heart Association High Blood Pressure Research Conference, Chicago.

tippenDass Kinder und Jugendliche neben den alten Menschen jenseits der 65 eine Risikogruppe für Vitamin D-Mangel ist, war schon aus anderen nationalen Studien bekannt. Das ist auch in Deutschland laut Robert-Koch-Institut nicht anders.

Der Umfang aber der Unterversorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin” bei amerikanischen Kindern und Jugendlichen überrascht doch: 61 Prozent der Kinder und Jugendlichen litt unter einer Vitamin D-Unterversorgung. Weitere 9 Prozent sogar unter einem akuten Vitamin D-Defizit. Das entspricht 58,4 Millionen junger Amerikaner mit unzureichender Vitamin D-Versorgung.

Eine Forschergruppe verschiedener Medizin-Institute in New York und Atlanta, Georgia, hatte Daten des National Health and Nutrition Examination Survey 2001–2004 ausgewertet, einer für die Gesamtbevölkerung der USA repräsentativen Untersuchung von Kindern und Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr. Dabei ging es nicht nur um das Ausmaß des Vitamin D-Mangels sondern auch um dessen Folgen, vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Überdurchschnittlich defizitär waren die älteren Jugendlichen, die Mädchen, die Übergewichtigen, die Dunkelhäutigen, aber auch Jugendliche die überdurchschnittlich lange am Computer saßen oder mehr als 4 Stunden täglich vor dem Fernseh- oder Video-Gerät.

Vitamin D- Mangel stand bei diesen Jugendlichen in einem deutlichen Zusammenhang mit überhöhten Schilddrüsen-Hormonen, Bluthochdruck und niedrigerem Kalzium- und HDL-Cholesterin-Spiegel.

In der gleichen Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift “Pediatrics” erschien eine zweite Studie auf der gleichen Datenbasis von forschern der Johns Hopkins Universität und der Universität von Californien , die die fatalen Folgen des Vitamin D-Mangels bei Kindern und Jugendlichen bestätigt: Jugendliche mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut litten mehr als doppelt so häufig wie die Jugendlichen mit den besten Vitamin D-Werten unter Bluthochdruck und einem zu hohen Blutzuckerspiegel und sogar fast vier Mal so häufig unter dem sogenannten Metabolischen Syndrom, einer Stoffwechselstörung mit verschiedenen Ausprägungen – eine der wichtigsten Verursacher von koronaren Herzkrankheiten.

Quelle: MedWise

Studien:
Juhi Kumar et. al, Prevalence and Associations of 25-Hydroxyvitamin D Deficiency in US Children: NHANES 2001–2004, Pediatrics, 3. Augsut 2009, vorab online publiziert.

Jared P. Reis et al., Vitamin D Status and Cardiometabolic Risk Factors in the United States Adolescent Population, Pediatrics. 0: 200902131-200902133, 3. August 2009, vorab online

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Nierenversagen haben eine fast um die Hälfte größere Überlebenschance, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut optimal ist im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Mangel.

Wissenschaftler am NRW Herz-Zentrum der Universität Bochum in Bad Oeynhausen unter Leitung von Dr. Armin Zittermann begleiteten 510 Herzpatienten über ein Jahr lang und untersuchten den Serum-Spiegel der biologisch aktiven Form des Vitamins,  1,25(OH)2D3, der Teilnehmer.  Nach der Höhe des Spiegels wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Während die Überlebensrate in der Gruppe mit dem niedrigsten Vitain D-Spiegel im Blut bei nur 66,7 Prozent lag, erhöhte sich diese Quote kontinuierlich mit dem Grad der Vitamin D-Versorgung und erreicht im obersten Fünftel eine Überlebensrate von 96,1 Prozent.

In anderen Worten: Das erste Jahr nach der Erkrankung überlebten fast alle Patienten mit einer guten Vitamin D-Versorgung, während ein Drittel der mit einem niedrigen Serum-Spiegel im Blut in dieser Zeit starben.

Quelle:  PubCrawler

Studie: A. Zittermann et al.,  Circulating Calcitriol Concentrations and Total Mortality,  Clinical Chemistry 55: 1163-1170, 2009

Entspannt in der Sonne

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, ganz überwiegend durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium, schützt vor Bluthochdruck.

Eine soeben erschienene Studie von der Harvard Medical School in Boston untersuchte in einer Langzeitstudie 1484 anfangs gesunde Frauen im Alter zwischen 32 to 52 Jahren. Auch wenn alle anderen Faktoren berücksichtigt waren, die mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht werden können, ergab sich eine um 66% erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck zu erkranken für Frauen mit sehr niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut gegenüber Frauen mit optimaler Vitamin D-Versorgung.

Selbst Frauen mit einem eher durchschnittlichen Vitamin D-Serumgehalt im Blut hatten immer noch  ein um 49 Prozent niedriges Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

Vor wenigen Wochen erst war eine Studie auf Basis der Women’s Health Initiative erschienen, die einen solchen Zusammenhang verneinte. Dieses negative Ergebnis allerdings sei, so Kritiker, auf  die methodischen Besonderheiten der Studie zurückzuführen.

in der Vergangenheit hatten wir immer wieder über Studien zu diesem Thema berichtete: hier, hier, hier, hier und hier.

Quelle: PubMed

Studien:
John P. Forman et al,  Plasma 25-Hydroxyvitamin D Levels and Risk of Incident Hypertension Among Young Women, Hypertension, 6. Oktober 2008 (vorab online)

Karen L. Margolis, Effect of Calcium and Vitamin D Supplementation on Blood Pressure: The Women’s Health Initiative Randomized Trial, Hypertension 2008;52;847-855.

Johanna Marianna Geleijnse, Vitamin D and Hypertension – Does the Women’s Health Initiative Solve the Question? Hypertension. 2008;52:803-804

Einen deutlichen Zusammenhang zwischen Sonnen-Exposition und vermindertem Hochdruck-Risikio bestätigt eine Studie der Harvard Medizin-Fakultät, die jetzt auf der Website der Fachzeitschrift “Hypertension” (Hochdruck) vorab online veröffentlicht wurde.

Die Forschergruppe um John P. Forman, Edward Giovannucci und Heike A. Bischoff-Ferrari untersuchte die Daten über den Vitamin D-Spiegel (25-hydroxyvitamin D [25(OH)D]) im Blut von 613 Männern und 1.198 Frauen aus zwei verschiedenen Projekten über 4 bis 8 Jahre hinweg und darüber hinaus Daten von 38.388 Männern und 77.531 Frauen aus zwei weiteren Forschungs-Datenbanken über einen Zeitraum von 16 bis 18 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, an Bluthochdruck zu erkranken, war bei Männern mit einem Vitamin D-Defizit (weniger als 15 ng/ml)mehr als sechs (6) Mal höher als in der Gruppe der am besten mit Vitamin D Versorgten (mehr als 30 ng/mL). Bei Frauen war der Unterschied nicht ganz so groß, betrug aber immer noch das 2,67fache.

Studie: John P. Forman et al., Plasma 25-Hydroxyvitamin D Levels and Risk of Incident Hypertension, Hypertension 2007, vorab online March 19, 2007