Archiv für das Tag 'BMI'

Übergewicht bei Kindern steigt in Deutschland, wie in den meisten Industrieländern, steil an und wird zu einem der bedeutendsten Gesundheitsrisiken.  Je nach Definition sind 40 Prozent (Verbraucherministerium) oder strenger gefasst: 17 Prozent (s. Graphik) der deutschen Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder gar adipös.

Übergewicht bei Kindern führt allzu häufig zu  Diabetes 2 und Gefäßerkrankungen.

Eine soeben erschienene Studie bestätigt nun früher Forschungen, dass die Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3 einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen haben kann. Kinder mit einem Vitmain D-Mangel nahmen schneller zu und entwickelten einen “Speckgürtel” um die Taille im Vergleich zu gut versorgten Kindern, so die Studie von der University of Michigan, USA. Den ganzen Beitrag lesen »

fvs-frau-am-felsen-strand-stehendSonnen senkt das Diabetes 2-Risiko. Frauen mit häufigem, bewussten Aufenthalt an der Sonne erkranken um ein Drittel weniger an Diabetes als Frauen mit weniger aktivem Sonnen-Aufenthalt.

Forscher vom Karolinska Institut, Stockholm und der Universität von Lund in Südschweden befragten in den Jahren von 1990-92  40.000 Frauen im Alter von 25 bis 64 nach ihren Gewohnheiten im Umgang mit Sonne und Aufenthalt im Freien.  Bei einer zweiten Befragung elf Jahre später glichen die Wissenschaftler die Sonnen-Gewohnheiten mit den inzwischen eingetretenen Diabetes-Erkrankungen ab und kamen zu dem Ergebnis, dass die Frauen mit “aktiver Sonnen-Exposition” ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken, um 30 Prozent senken konnten. Allerdings galt das deutlich weniger für übergewichtige Frauen (BMI).

In der Zusammenfassung bestätigen die Autoren: “Unsere Untersuchungen belegen einen deutlichen Zusammenhang von Besonnung und Glukose-Metabolismus“.

Über ähnliche Forschungen aus jüngster Zeit haben wir hier berichtet.

Quelle: PubCrawler

Studie: Pelle G. Lindqvist et al.,  Are active sun exposure habits related to lowering risk of type 2 diabetes mellitus in women, a prospective cohort study? Diabetes Research and Clinical Practice,  vorab online veröffentlicht  8. Juli 2010

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

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Die Fitness von Frauen “in den besten Jahren” wird wesentlich mitbestimmt durch ihre ausreichende Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D.

Forscher von der Iowa State University, USA, testeten die physischen Leistungsfähigkeit und Fitness von 242 gesunden Frauen mit im Durchschnitt 54 Jahren und verglichen die Resultate mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut der Teilnehmer. Der durchschnittliche Body Mass Index (BMI) der Frauen lag bei 25.

63,6 Prozent der Teilnehmerinnen wiesen einen mehr oder minder großen Vitamin D Mangel auf (weniger als 75 nmol/L).

Bei allen Fitness-Messungen zeigten sich deutlich bessere Ergebnisse bei den Frauen mit guten oder sehr guten Vitamin D-Werten.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Aussagen früherer Studien über den Zusammenhang von ausreichender Vitamin D-Versorgung (zu 80-90 Prozent durch UVB-Strahlen von Sonne oder Sonnenbank auf der Haut) mit physischer Kraft, Gleichgewicht und allgemeiner Fitness bei jüngeren wie älteren Frauen.

Quelle: JournalWatch

Studie:  Stewart JW et al., Serum 25-hydroxyvitamin D is related to indicators of overall physical fitness in healthy postmenopausal women. Menopause 2009 Nov/Dec; 16:1093-1101

flickr/circo de invierno)

Zu dick, zu klein, zu wenig Sonnenschein (Foto: flickr/circo de invierno)

Dass ein Mangel an Vitamin D Erwachsene für viele “Volkskrankheiten” wie Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs  empfänglich macht,  ist hinreichend bekannt. Auch über den besonders großen Mangel an “Sonnenschein-Vitamin” bei Jugendlichen haben wir berichtet (z.B. hier und hier).

Neu ist aber die Erkenntnis, dass Vitamin D-Mangel bei Jugendlichen zu Übergewicht und Wachstumsstörungen führen kann.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem Sonnenstaat Kalifornien (McGill University und University of Southern California). Die Wissenschaftler untersuchten den Vitamin D-Status (25-hydroxy vitamin D), das Körperfett und das Längenwachstum bei 90 Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 22 Jahren. 59 Prozent der Teilnehmer an der Studie litten unter einem Vitamin D-Mangel.

Wir waren erstaunt über das Ausmaß des Vitamin D-Mangels bei den jungen Leuten aus einem so sonnenreichen Staat,” so einer der Co-Autoren der Studie, Prof. Richard Kremer. “Wir fanden heraus, dass Mädchen und junge Frauen mit einem Vitamin D-Defizit erheblich schwerer waren, einen höheren Body Mass Index und erheblich mehr Bauchfett aufwiesen als Mächen mit normalem Vitamin D-Spiegel.

Unerwartet auch die Verbindung von Vitamin D-Mangel und Körpergrösse. Gerade in Zeiten des beschleunigten Wachstums, so die Autoren, sei ein Vitamin D-Defizit verantwortlich für eine Verzögerung und Reduzierung des Wachstums.

Da ein Vitamin D-Mangel zu Fett-Ansammlung im Körper und einem erhöhten Risiko führt, an chronischen Leiden zu erkranken, sollte unbedingt die richtige Dosis, der optimale Stand an Vitamin D-Serum im Blut,  für die Gesundheit der jungen Menschen erforscht werden,” fügte Prof. Vicente Gilsanz, vom Children’s Hospital Los Angeles of the University of Southern California, in einem Interview mit Science Daily hinzu.

Quelle:  Science Daily

Studie:  Kremer et al., Vitamin D Status and its Relationship to Body Fat, Final Height, and Peak Bone Mass in Young Women. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism,  November 2008 (online vorab publiziert, PDF kostenlos)

Schlank durch "Sonnenschein-Vitamin"

Schlank durch "Sonnenschein-Vitamin"

Für alle Frauen, die heroisch mit ihrer Sommer-Traum-Figur-Diät gerungen und verloren haben,  gibt es jetzt eine tröstende Erklärung: Nicht unkontrolliertes Naschen sondern zu wenig Sonne ist der Grund für die hartnäckigen Fettpölsterchen. Mit dem neuen Sommer-Hoch oder dem regelmäßigen Sonnenbad auf der Sonnenbank steigt also die Chance, die letzten überschüssigen Pfunde loszuwerden.

So in etwa könnte man das Ergebnis einer Studie aus Großbritannien deuten, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem “Sonnenschein-Vitamin” D herstellt. Frauen mit deutlichem Übergewicht in und nach den Wechseljahren  litten danach sehr viel häufiger als Normalgewichtige an einem eklatanten Vitamin D-Mangel mit stark erhöhtem Osteoporose-Risiko.

Die Forscher untersuchten mehr als 3.000 Frauen in Großbritannien nach ihrem Vitamin D-Spiegel im Blut, ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, ihrem Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium (“selten”, “gelegentlich”, “oft”) und Aufenthalten in südlichen Ländern und Regionen.  Die Gruppe der Frauen mit dem häufigsten und intensivsten Aufenthalt an der Sonne oder im Solarium hatten den höchsten Vitamin D-Spiegel im Blut und die gesundeste Knochenstruktur (geringstes Osteoporose-Risiko).

Die Probandinnen mit dem höchsten Übergewicht (BMI) wiesen den niedrigsten Vitamin D-Spiegel auf – auch dann noch, wenn viele andere Faktoren wie Rauchen, körperliche Bewegung, sozio-ökonomischer Status etc. berücksichtigt wurden.

Dr. Helen Macdonald, Leiterin der Forschungsgruppe an der University of Aberdeen und dem Royal Liverpool University Hospital, warnt allerdings vor voreiligen Ratschläge. Ob das Überwicht tatsächlich durch den Vitamin D-Mangel bedingt ist oder ob umgekehrt die Fettpolster den Vitamin D-Mangel verursachen (das Vitamin D lagert sich im Fettgewebe ab, wird dort also sozusagen für schlechte Zeiten gespeichert), ist ungewiss.

Quelle: Daily Telegraph, NHS Knowledge Service

Studie: H.M. Macdonald,  A. Mavroeidia , R.J. Barr , et al. Vitamin D status in postmenopausal women living at higher latitudes in the UK in relation to bone health, overweight, sunlight exposure and dietary vitamin D. Bone 2008; 42:996–1003

Vitamin D-Mangel bei Schwangeren und NeugeborenenSchwangere und Übergewichtige gehören zu den “Riskiogruppen” für ein Vitamin D-Defizit mit oft gravierenden gesundheitlichen Folgen vor allem auch für die Neugeborernen. Eine US-Studie untersuchte jetzt die Wirkungen beider Risikofaktoren im Zusammenhang und versuchte Wege zu einer Lösung aufzuzeigen.

Es zeigte sich, dass stark übergewichtige schwangere Frauen (Body Mass Index, BMI, von 34) doppelt so häufig an Vitamin D-Mangel leiden wie Frauen mit einem BMI von 22. Entsprechend unterschied sich der Vitamin D-Spiegel im Blut der Neugeborenen.

Welche Folgen der Vitamin D-Mangel während der Schwangerschaft für die Gesundheit der Kinder haben kann, wurde bereits in verschiedenen Studien der vergangenen Monate und Jahre beschrieben, über die wir u.a. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet haben.

Die Forscher mahnen mehr Aufmerksamkeit für dieses “ernste Problem der öffentlichen Gesundheit” an. Vor einigen Monaten hatten bereits deutsche Frauenärzte und ihr Verband (BVF) schwangeren Frauen zu häufigerem, mäßigen Aufenthalt an der Sonne und Vitamin D reicher Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmitteln geraten.

Vitamin D (Serum 25-hydroxyvitamin D) wird zu etwa 90% in der Haut durch die UVB-Strahlen der Sonne oder durch künstliche Besonnung gebildet.

Quelle: HighWire

Studie: Lisa M. Bodnar et al, Prepregnancy Obesity Predicts Poor Vitamin D Status in Mothers and Their Neonates, Journal of Nutrition, 137:2437-2442, November 2007