Archiv für das Tag 'Bräune'

Bräune der natürliche Sonnenschutz

Bräune, der "Sonnenschirm der Natur", schützt besser als Sonnencremes vor DNA-Schäden durch "Freie Radikale". Foto: iStockphoto

Mit einigen weit verbreiteten Ansichten räumt eine aktuelle Studie auf, die den Zusammenhang zwischen Besonnung (UV-Strahlen), Pigmentierung und Zellschädigung (oxidativem Stress) an 127 jüngeren Teilnehmern und im Labor an haarlosen Mäusen mit normaler und starker Pigmentierung untersuchte.

Erste Überraschung: Nur die Intensität der Sonnenstrahlen, nicht aber die Dauer oder die Art der besonnten Hautfläche erhöhte die Anzeichen (Marker: 8-oxo-dG) für DNA-Schädigungen durch “Freie Radikale” beim Aufenthalt an der Sonne.

Zweite Überraschung: Die Bräunung der Haut – aber nicht der Gebrauch von Sonnencremes -  schützte die Haut vor den Schäden durch oxidativen Stress (“Freie Radikale”) bei den menschlichen Teilnehmern. Bei den Labormäusen traten diese Schäden nur auf bei den wenig pigmentierten Mäusen, nicht aber bei den Mäusen mit starker Bräunung. Den ganzen Beitrag lesen »

Wer in jungen Jahren regelmäßig sonnt (und bräunt) stärkt seine Knochen und tut etwas gegen Knochenschwäche im Alter.

Das haben Wissenschaftler im sonnigen Hawaii in einer Studie mit knapp 100 jungen Frauen festgestellt. Wieviel Sonnenstrahlen eine Teilnehmerin über eine länger Zeit abbekommen hatte, wurde gemessen an dem Unterschied zwischen dem natürlichen Hauttyp (gemessen am inneren Oberarm) und der “erworbenen” Bräune (gemessen an der Stirn). Die Knochendichte wurde mit den übliche Mitteln (DXA) gemessen.

Je größer der Unterschied zwischen ungebräunter und gebräunter Haut, also je regelmäßiger die Teilnehmerin sich an der Sonne aufhielt, desto höher die Knochendichte sowohl im Rückgrat als auch in der Hüfte und an anderen Körperstellen.

Quelle: PubCrawler

Studie: D.L. Osborne et al.,  Tanning predicts bone mass but not structure in adolescent females living in Hawaii,  American  Journal of Human Biology, vorab veröffentlicht 14. April 2011

Melanotan

Per Spritze oder als Implantat - die Barbie-Droge Melanotan

Ärzte und Apotheker (ABDA) warnen wieder einmal vor dem “schwarzen Markt” mit Melanotan, ein Medikament, das unter dem Spitznamen “Barbie-Droge” im Internet Karriere gemacht hat (wir haben hier, hier, hier, hier, hier und hier darüber berichtet) und neben brauner Haut auch Schlankheit, Potenz und andere heiss ersehnte Wirkungen verspricht.

Aufhänger war jetzt der Fall einer Frau in Niedersachsen, die sich sich 15 Milligramm des Mittels “Melanotan II” gespritzt und auf nahtlose Bräune gehofft hatte. Stattdessen bekam sie Bauchschmerzen und musste sich erbrechen und als Notfall in eine Klinik eingeliefert werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnen im Park

Entspannen an der Sonne im Park

Sonnen im Park. Entspannung, Vitalisierung - Sonnenbrand? (c)iStockphoto

Einzige Chance der Stadtbewohner, unter der Woche Sonne zu tanken, ist neben der Sonnenbank der Spaziergang oder bei warmem Wetter das Sonnenbad im Park. Dass dabei der Sonnenhunger der “modernen Höhlenbewohner” (Prof. Spitz) gelegentlich über`s Ziel hinausschiesst, ist nicht verwunderlich. Den ganzen Beitrag lesen »

Die “Barbie-Droge” Melanotan (wir haben früher bereits darüber berichtet: hier, hier, hier und hier) verspricht vielen vieles gleichzeitig: Idealgewicht, Potenzsteigerung und sonnenlose Bräune. Die nicht zugelassene Droge wird illegal im Internet gehandelt – mit steigendem Profit. Die Droge hat erhebliche Nebenwirkungen. Ihr Vertrieb steht bei uns unter Strafe.

Einer der entscheidenden Gründe für den Erfolg der “Barbie-Droge”: Die von Dermatologen- und Krebsorganisationen geschürte Angst vor der Sonne. Menschen, die den undifferenzierten Warnungen vor den UV-Strahlen der Sonne und des Solariums glauben, aber dennoch ihre Haut bräunen möchten, greifen zunehmend zu chemischen Selbstbräunern oder eben zu Hormon-Drogen, die die Melanin-Produktion steigern – mit doppeltem Schaden für ihre Gesundheit: Den ganzen Beitrag lesen »

Bräunen ohne Sonne mit Melanin-Produktion

Braun ohne Sonne?

“Natürliche” Bräune ohne oder mit wenig Sonne – in regelmäßigen Abständen machen sensationelle Meldungen über wissenschaftliche Entdeckungen die Runde, die den Bleichgesichtern in nördlichen Ländern neue Hoffnung auf mühelos gebräunte Haut machen. Nach dem Hype um die “Barbie-Droge” Melanotan (siehe hier, hier, hier und hier) war im Zeitalter der Gen-Manipulationen diese Meldung absehbar:
Schalter für die Melanin-Produktion entdeckt!

Melanin ist der Stoff, aus dem die Bräune kommt. Es wird, durch die UVB-Strahlen der Sonne (und im Solarium) angeregt in den Melanozyten tief in der Haut gebildet und wandert dann an die Hautoberfläche, wo es von den UVA-Strahlen von Sonne oder Solarium “eingedunkelt” wird. Dieser Prozess ist die natürliche Anpassung der Haut an die unterschiedliche Intensität der Sonnenstrahlen. Je dunkler die Haut, je mehr Melanin vorhanden, desto mehr der UV-Strahlen wird bereits an der Hautoberfläche abgeblockt. Auf diese Weise reguliert die Natur die Balance zwischen der  “guten” Sonne, die für Gesundheit und Wohlbefinden unverzichtbar ist (z. B. für die Vitamin D-Produktion), und der überschüssigen “bösen” Sonne, die die Hautzellen beschädigen und Hautkrankheiten verursachen kann.

Schon seit längerem ist das Transportmittel, ein Molekül mit der Bezeichnung cAMP,  bekannt, mit dem der “Befehl” zur Melanin-Produktion von der Hautoberfläche ins Zellinnere der Melanozyten weitergeleitet wird.

Die Wissenschaftler am Cutaneous Biology Research Center des  Massachusetts General Hospital in Boston haben nur ein Enzym entdeckt mit dem nüchternen Namen PDE-4D3 , das diesen Befehlsweg zu Produktion und Transport des Melanin steuert, vor allem aber eine Überproduktion von Melanin verhindert. Wenn man nun, so die Überlegung der Forscher, dieses Enzym einfach abschaltet, müsste die Melanin-Fabrik in den Melanozyten ständig Überstunden machen und große Mengen Melanin auf die Reise an die Hautoberfläche schicken.

Tiefenbräune ohne langes und wiederholtes Sonnen wäre auf diese Weise möglich. Die Natur wäre ausgetrickst. Die Menschen in nördlichen Ländern hätten eine Hautbräune, wie sie von der Natur eigentlich nur für Menschen in südlichen Ländern vorgesehen ist – mit der Konsequenz allerdings, dass mit den “bösen” Strahlen der Sonne auch die “guten” abgeblockt würden. Der Super-Sonnenschutz würde dazu führen, dass etwa der ohnehin schon epidemische Vitamin D-Mangel in Deutschland noch gesteigert  würde und die Folgen für die Entwicklung chronischer Krankheiten noch dramatischer ausfiele.

Nun ist es allerdings bis zur “Produktionsreife” eines “Abschalters” für das Enzym PDE-4D3 noch ein weiter Weg. Bisher ist es den Wissenschaftlern nur bei Mäusen gelungen, den Schalter sozusagen “per Hand” im Labor zu betätigen.  Die Kosmetikindustrie sieht hier aber schon einen neuen Markt am Horizont auftauchen: Eine Creme, die gleichzeitig tiefe Bräune und Sonnenschutz garantiert – ohne die zuckrigen chemische Färbemittel der Selbstbräuner heute.

Voraussetzung für den Erfolg allerdings: Die wirkungsvolle Verteufelung von Sonne und Solarium, für die hier ja ausreichend Ersatz angeboten würde. Das “Sonnenschein-Vitamin D3″ wird per “Schalter” aus der Betrachtung ausgeblendet.

Daher hat, um nicht in den Verdacht der Entwicklung einer neuen “Barbie-Droge” zu geraten, der Leiter der Studiengruppe, Dr. David Fisher, denn auch gleich den passenden PR-Slogan parat: “Das Haupt-Ziel bei der Stimulierung der Melanin-Produktion ist natürlich die Vorbeugung von Hautkrebs. Nicht nur würde das zusätzliche Melanin die UV-Strahlen direkt abblocken, sondern dieser alternative Weg zu einer braunen Haut würde die Leute davon abhalten, sich an der Sonne oder im Solarium zu bräunen...” (Übers. d. Red.)

Die Studie wird im November in der Fachzeitschrift “Genes & Development” veröffentlicht

Quelle: Eurekalert

Der Traum von der perfekten, gleichmäßigen Ganzkörper-Bräune ist ausgeträumt.

Ausgerechnet Forscher aus Schottland, dem Land mit den meisten keltischen Hauttyp-1-Bewohnern, sind für diese Nachricht verantwortlich. Und nicht die schlappe Rache von neidischen Leuten, die ja ohnehin nicht bräunen, sondern tatsächlich harte Wissenschaft steckt hinter dieser Botschaft.

Die Wissenschaftler um den Dermatologen Prof. Jonathan Rees von der Universität Edinburgh konnten bei einem Experiment mit 98 Teilnehmern nachweisen, dass unterschiedliche Stellen des Körpers unterschiedlich bräunen und folglich ganz unterschiedlich besonnt werden müssten, um nahtlose Bräune zu erzeugen.
Wir haben nicht wirklich eine Haut oder einen Hauttyp sondern mehrere in den verschiedenen Haut-Regionen unseres Körpers, die unterschiedlich auf UV-Strahlen reagieren“, so Rees.

Die Teilnehmer waren in sechs Besonnungs-Sitzungen mit UVB-Bestrahlung auf dem Bauch liegend gleichmäßig besonnt worden. Aber schon eine Woche nach der ersten Bestrahlung stellten die Forscher fest, dass der Rücken sehr viel brauner geworden war als der Hintern und die Beine.

Wenn die Sonne gleichmäßig auf verschiedene Körperteile scheint, entwickelt sich die Bräune an einigen Stellen doppelt so schnell und intensiv wie an anderen. Bei der Hautrötung beträgt der Unterschied sogar 1:5. Was an der einen Stelle noch mäßige Besonnung ist, kann an einer anderen Stelle schon Sonnenbrand bedeuten.”

Die Wissenschaftler führen diese Unterschiede auf die unterschiedliche Dicke der Haut an den verschiedenen Körperstellen zurück.  Zwar hätten die Ausgangsbräune der Haut, Erbfaktoren, Geschlecht und der Hauttyp neben der Bestrahlungsstärke und der Körperregion einen Einfluss auf die Bräunung, aber bei einer Einbeziehung der Hautrötung seien lediglich noch die UV-Dosis und die Körperregion von Bedeutung.

Die ernste Seite dieses Experiments ist die Einsicht, dass es einen einfachen Sonnenschutz für den gesamten Körper nicht geben kann. Die Sonnenbrandgefahr ist bei verschiedenen Stellen der Haut sehr unterschiedlich. Faustregeln für einen gesunden Aufenthalt an der Sonne seien daher wertlos.

Die unterschiedliche Empfindlichkeit der Haut sei, so glauben die Forscher, auch verantwortlich dafür, dass bestimmte Hautschäden bis hin zum Hautkrebs an bestimmten Stellen häufiger auftreten als an anderen.

Quelle: Eurekalert

Studie: Jonathan L. Rees et al.,  The physiological and phenotypic determinants of human tanning measured as change in skin colour following a single dose of ultraviolet B radiationExperimental Dermatology, Volume 19 Issue 7, Pages 667 – 673

spritze2maedchen-herausforderndTurbo-Bräune ist immer noch gefragt.* Viele Menschen, die sich durch die   millionenschweren Angstkampagnen  einiger Dermatologen-Verbände und Institutionen vom “sanften” und kontrollierten Sonnen auf qualitätsgesicherten Sonnenbänken in “Geprüften Sonnenstudios” abschrecken lassen, greifen stattdessen zu illegalen Drogen, wie der Bräunungs-Spritze Melanotan.

In England schlägt jetzt die Gesundheitsbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) Alarm. Trotz einer monatelangen Kampagne mit Warnungen vor Schäden am menschlichen Immun- und Herz-Kreislaufsystem durch diese nicht zugelassene Droge boomt der illegale Handel mit der sogenannten “Barbie-Droge”, wie das medizinische Fachorgan British Medical Journal jetzt berichtet.  Die Droge macht, daher der Name, angeblich nicht nur braun, sondern auch schlank und sogar noch potent.

In den klinischen Studien der vergangenen Jahre hatten sich darüber hinaus Übelkeit und Erbrechen, Bluthochdruck und “fliegende Hitze” bei Testpersonen gezeigt.

(Wir hatten in den letzten Monaten bereits hier und hier über dieses Phänomen berichtet. Nähere Informationen hier).

In Deutschland dürfte die Situation kaum anders aussehen. Entsprechende Untersuchungen gibt es allerdings noch nicht.

Quelle: BBC

*Das bestätigt auch eine aktuelle Repräsentativumfrage des mind`s research Instituts. Danach finden 81 Prozent der Deutschen eine braune Haut “gut” oder “sehr gut” – unverändert gegenüber den gleichen Umfragen in 2002 und 2005.

Gefährliche Bräune aus der Spritze

Gefährliche Bräune aus der Spritze

Bräunung auf Teufel komm raus!? Die Droge Melanotan II, über die wir in der Vergangenheit verschiedentlich ausführlich berichtet haben (hier, hier und hier zum Beispiel), wird seit einger Zeit aggressiv über das Internet illegal verbreitet. Nach den US-Gesundheitsbehörden und der britischen Arzneibehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHPR) warnen jetzt auch die ärztlichen Fachorgane in Deutschland dringend vor diesem als “Barbie-Droge” (macht angeblich schlank, braun und potent) bezeichneten Medikament.  Strafverfahren gegen die Online-Händler sind eingeleitet.

Die nicht berechenbare Gefahr für die Anwender hat gleich drei verschiedene Gründe:

  1. Die Droge ist als spezialisiertes Medikament mit sehr begrenztem Anwendungsbereich erst in der klinischen Erprobung und Nebenwirkungen, auch gefährliche, sind nicht auszuschließen.
  2. Im Internet wird die Droge in einer Form vermarktet, die die Anwendung über eine regelmäßige Injektion erfordert. Unsachgemäße Handhabung kann dabei zu Infektionen und schweren gesundheitlichen Schäden führen.
  3. Außerdem muss die Substanz mit Wasser verdünnt werden. Es wir nicht jedem und immer gelingen, dies völlig steril zu gestalten mit den bekannten gefährlichen Folgen.

Nachdem in jährlichen Angstkampagnen viele Menschen vom Sonnen und sanften Bräunen in der kontrollierten Umgebung zertifizierter Sonnenstudios (Qualitätssiegel “Geprüftes Sonnenstudio”) abgeschreckt und auf kosmetische Mittel verwiesen wurden, dürfte es jetzt um so schwerer fallen, die um so viel gefährlichere Nutzung dieser “Lifesyle-Droge” einzudämmen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Gibt es eine Bräunung ohne UV-Strahlen und ohne streifige, abfärbende, orangenfarbige Selbstbräuner? Möglicherweise bald!

Wissenschaftler an der Universität von Kentucky, USA, basteln an einer Methode, der eigenen Haut vorzugaukeln, sie werde von der Sonne beschienen und damit die Produktion von Melanin anzuregen. Der Trick hat einen Namen: Forskolin, ein Derivat der Buntnessel Pletranthus barbatus.

Eine Lotion mit dem Extrakt dieser Pflanze auf die Haut gerieben, hat auf die Hautpigmente die gleiche Wirkung wie die Sonne: es bildet sich mehr Melanin und wandert an die Hautoberfläche.  Hier wirkt es dann, wieder ebenso wie die Sonnenbräune, als Schutz gegen Sonnenbrand und DNA-Schäden durch die UV-Strahlen.

Wir wissen, dass Forskolin die Melanin-Produktion in der Haut anregt. Jetzt testen wir nur noch, ob das auch ohne Nebenwirkungen abgeht. Im Moment sieht es sehr vielversprechend aus,” behautpet im Interview der Leiter der Forschungsgruppe Dr. John D’Orazio am Markey Cancer Center und Graduate Center for Toxicology der Universität von Kentucky.

Die Wissenschaftler glauben, auf diese Weise zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können: “Natürliche”, zumindest hauteigene Bräunung verbunden mit dem natürlichen Sonnenschutz durch das Melanin.

Quelle: Eurekalert