Archiv für das Tag 'Brustkrebs'

Zwei neue Studien aus Europa und USA bestätigen frühere Untersuchungen zu einer Verbindung von Vitamin D mit reduziertem Brustkrebs-Risiko.

Die italienische Studie ergab ein vermindertes Risiko von über 20 Prozent für das Drittel der Untersuchten mit der höchsten Vitamin D-Aufnahme gegenüber dem untersten Drittel. Die Wirkung stellte sich erst bei einer Vitamin D-Aufnahme über die Nahrung ein von täglich mehr als 143 IU (International Units). Internationale Experten empfehlen inzwischen eine tägliche Vitamin D-Dosis über Sonnen-Bestrahlung, Ernährung und Nahrungsergänzung von 1.000 IU.

Die US-Forschungen, an denen auch der bekannte kanadische Vitamin D-Forscher Reinhold Vieth beteiligt war, widmeten sich spezifischen Formen des Bruskrebses – mit im wesentlichen den gleichen Ergebnissen wie ihre italienischen Kollegen.

Quelle: PubMed

Studien:
M. Rossi, J.K. McLaughlin et al., Vitamin D intake and breast cancer risk: a case-control study in Italy, Annals of Oncology. August 2008, online vorab veröffentlicht,
Print: Annals of Oncology 2009 20(2):374-378

K.M. Blackmore et a., Vitamin D From Dietary Intake and Sunlight Exposure and the Risk of Hormone-Receptor-Defined Breast Cancer, American Journal of Epidemiology, 27. August 2008

Sonne gegen Krebs – die Hinweise häufen sich. Fast gleichzeitig sind in diesen Tagen zwei Studien renommierter internationaler Institute erschienen, die einen direkten Zusammenhang herstellen zwischen der Höhe des – zu etwa 90 Prozent durch UV-Bestrahlung im Körper selbst erzeugten – Vitamin D-Spiegels im Blut und dem Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

In einer epidemologischen Studie über 107 Länder der Erde weisen Forscher von der University of California in San Diego, USA, nach, dass das Brustkrebs-Risiko im gleichen Maße abnimmt wie die Häufigkeit und Intensitat der UV-Bestrahlung durch Natur- und künstliche Sonne zunimmt. Dabei wurden andere Riskiofaktoren wie Alter, Übergewicht, Zahl der Geburten, Alkoholkonsum, Rauchen, Kalorienaufnahme etc. ausgeschlossen. Berücksichtigt wurden auch die Bewölkung und die Veränderungen der Ozonschicht.

Eine Studie vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und der Universitätklinik Hamburg-Eppendorf kommt auf völlig anderem Wege zum gleichen Ergebnis: Frauen mit einem sehr niedrigen Vitamin D-Spiegel (25-hydroxyvitamin D, 25(OH)D) im Blut haben ein deutlich erhöhtes Brustkrebs-Risiko.

Die Wissenschaftler um Dr. Jenny Chang-Claude am DKFZ verglichen die Vitamin D-Werte von 1,394 Brustkrebspatientinnen und ebenso vielen gesunden Frauen und waren selbst überrascht von der Eindeutigkeit der Ergebnisse, auch wenn ein zeitweiser Sonnenmangel durch den Klinikaufenthalt der krebskranken Frauen berücksichtigt werden muss.

Außerdem scheint das Vitamin D auch die Risiken einer Östrogen-Behandlung in den Wechseljahren zu senken.

Quellen: ScienceDaily und EurekAlert

Studien:
S.B. Mohr , C.F. Garland , E.D. Gorham , W.B. Grant, F.C. Garland, Relationship between Low Ultraviolet B Irradiance and Higher Breast Cancer Risk in 107 Countries, Breast Journal, März 2008, vorab online publiziert

J. Chang-Claude et al., Vitamin D receptor gene polymorphisms and haplotypes and postmenopausal breast cancer risk, Breast Cancer Res. 2008 Apr 17;10(2):R31 (vorab online veröffentlicht)

Brustkrebs und Vitamin DSonnenlicht (und die UVB-Strahlen des Solariums) schützen vor Brustkrebs – besonders Frauen mit heller Haut.

Mit diesem Ergebnis einer Studie an ca. 4.000 Frauen zwischen 35 und 79 Jahren bestätigen die Forscher an verschiedenen Universitäten der US-Westküste frühere Ergebnisse ihrer Kollegen von anderen Forschungsinstituten weltweit zu den Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” D3 bei der Vorbeugung verschiedener Krebsarten.

Die Forscher hatten die “natürliche” Pigmentierung der Haut am Unterarm der Frauen gemessen (eine Stelle, die von der Sonne so gut wie nie erreicht wird) und mit der Pigmentierung an der der Sonne zugewandtesten Stelle des Körpers, der Stirn, verglichen und damit das Ausmaß der Sonnen-Exposition gemessen. Ergebnis: Die Frauen mit der höchsten Sonnen-Exposition hatten das niedrigste Risiko, an einem gefährlichen Brustkrebs zu erkranken. Bei dunkelhäutigen Frauen, z. B. den Afro-Ameriknerinnen, konnte dieser Effekt allerdings nicht nachgewiesen werden.

Wir glauben, dass Sonnenlicht zu einem niedrigern Brustkrebsrisiko verhilft, weil der Körper selbst das aktive Vitamin D durch Sonneneinstrahlung bildet“, so die Studienleiterin Esther John vom Northern California Cancer Center. Die Tatsache, dass die Wirkung besonders bei fortgeschrittenem Brustkrebs zu beobachten ist, erklären die Forscher mit der regulierenden Wirkung von Vitamin D, die das Wachstum der Krebszellen im Körper bremst.

Eine deutsche Studie vom Krebsforschungs-Zentrum in Heidelberg kommt fast gleichzeitig zu ähnlichen Ergebnissen bei überwiegend jüngeren Frauen. Die Heidelberger Wissenschaftler gingen der Fragen nach, ob eine Vitamin D-reiche Ernährung bzw. Nahrungsergänzung allein oder nur in Kombination mit ausreichender Kalzium-Zufuhr einen Schutz gegen den Brustkrebs bildet – oder überhaupt nicht.

Ergebnis: Die optimale Versorgung mit Vitamin D allein halbierte das Brustkrebs-Risiko bei der untersuchten Gruppe von Frauen vor der Menopause. Die Kalzium-Zufuhr hatte keinen positiven Zusatz-Effekt.

Quelle: PubCrawler/EurekAlert

Studien:
Esther M. John, Gary G. Schwartz, Jocelyn Koo, Wei Wang, and Sue A. Ingles, Sun Exposure, Vitamin D Receptor Gene Polymorphisms, and Breast Cancer Risk in a Multiethnic Population, American Journal of Epidemiology, 2007 166(12):1409-1419; online vorab publiziert 12 October 2007

Abbas  S, Linseisen J, Chang-Claude J., Dietary Vitamin D and Calcium Intake and Premenopausal Breast Cancer Risk in a German Case-Control Study. Nutrition and Cancer 2007;59(1):54-61

Update 2009:
Abbas, S. et al., Plasma 25-hydroxyvitamin D and premenopausal breast cancer risk in a German case-control study. Int J Cancer 2009;124:250-5

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