Archiv für das Tag 'Diabetes'

Sonnenschein-Vitamin D gegen Übergewicht

Sonne Macht schlank Foto:Fotolia

Macht Sonnenmangel dick? Es scheint so – auf Umwegen sozusagen.

Die Einlagerung und das “Management” von Fett im menschlichen Körper ist ein komplizierter Prozess. Ein Hormon mit der Bezeichnung “Adiponektin” spielt dabei eine wichtige Rolle. Da das Adiponektin die Wirsamkeit des Insulins fördert, erhöht ein zu niedriger Adiponektin-Pegel im Blut die Gefahr einer Diabetes-Erkrankung. Zusammen mit weiteren Hormonen, wie  dem “Leptin“,  reguliert das Adiponektin auch das Hungergefühl. Den ganzen Beitrag lesen »

Einmal mehr konnte jetzt in einer großen Stichprobe (2.465 Teilnehmer der Studie “US Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial”) der Zusammenhang von Diabetes mit einem Vitamin D-Defizit nachgewiesen werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Vitamin D-Winter

Wenn die Sonne fehlt ... Foto:Pixelio

Mit dem Beginn des “Vitamin D-Winters” beginnt auch der Vitamin D-Spiegel im Blut abzufallen. Mit dem sinkenden Vitamin D-Spiegel aber steigt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Normalerweise werden etwa 90 Prozent  des “Sonnenschein-Vitamins D3″ durch die UVB-Strahlen der Sonne in der Haut gebildet. Das aber wird in der kalten Jahreszeit durch mehr Kleidung, weniger Aufenthalt im Freien und vor allem durch den niedrigen Stand der Sonne verhindert. Nahrungsergänzung und /oder Sonnenbank sind jetzt die Alternativen. Den ganzen Beitrag lesen »

Ein Vitamin D-Mangel erhöht die Gefahr für Dialyse-Patienten, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben um fast das Dreifache.

In einer deutsch-niederländischen Untersuchung mit den Daten von fast 800 Dialyse-Patienten der holländischen NECOSAD-Studie im Alter zwischen 45 und 75 Jahren konnte der Nachweis geführt werden, dass ein Vitamin D-Spiegel unterhalb von 10 ng/ml das Sterberisiko insgesamt verdoppelte. Das Risiko für eine tödliche Herzkrankheit aber lag noch wesentlich höher.

Die Autoren fordern dringend klinische Studien, die diese Ergebnisse bestätigen könnten.

Gleichzeitig belegt eine spanische Studie den Einfluss von Vitamin D auf die Verkalkung der Blutgefäße und damit eine der wichtigsten Todesursachen bei fortgeschrittener Diabetes. Von 210 untersuchten Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz wiesen lediglich 18 Prozent einen normalen Vitamin D-Spiegel (>30 ng/ml) im Blut auf. Nur 14 Prozent waren ohne Verkalkung der Herzkranzgefäße. Je stärker der Vitamin D-Mangel, desto deutlicher die Verkalkung der Gefäße.

Forscher an der Universität Bratislava, Slowakei, fanden bei einer Untersuchung von 120 Patienten mit chronischem Nierenleiden im frühen Stadium einen deutlichen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Insulin-Resistenz.

Quelle: PubMed

Studien:
Christiane Drechsler et al.,  Vitamin D status and clinical outcomes in incident dialysis patients: results from the NECOSAD study, Nephrology Dialysis Transplantion, online vorab veröffentlicht 13. Oktober 2010

C. Garcia–Canton et al., Vascular calcification and 25-hydroxyvitamin D levels in non-dialysis patients with chronic kidney disease stages 4 and 5, Nephrology Dialalysis Transplantation (2010) vorab online publiziert, 18. Oktober 2010

K Stefikova et al., Insulin resistance and vitamin D deficiency in patients with chronic kidney disease stage 2-3, Physiological Research, vorab online publiziert 15. Oktober 2010

Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Aufenthalt an der Sonne und dem Zucker-Stoffwechsel.

Forscher am berühmten Karolinska Institut in Stockholm und er Universtität Lund untersuchten die Daten von fast 20.000  Frauen aller Altersgruppen, repräsentativ für die südschwedischen Bevölkerung, die bereits in den Jahren 1990-1992 zu ihren Gewohnheiten im Umgang mit der Sonne befragt worden waren. Diese Befragung wurde zehn Jahre später noch einmal wiederholt.

Bei Frauen, die sich häufig an der Sonne aufhielten oder gewohnheitsmäßig Sonnenbäder nahmen,  stellte ich in dieser Zeit zu einem Drittel seltener eine Diabetes mellitus ein, als bei den Frauen, die eher den Aufenthalt an der Sonne vermieden. Wie auch schon bei ähnlichen Studien spielte auch hier Übergewicht eine mitentscheidende Rolle.

Schlussfolgerung der Autoren: “Unsere Studie stützt die Vermutung, dass Sonnenlicht eine wichtige Rolle beim Glukose-Stoffwechsel spielt.”

Sonnenschein-Vitamin D verlängert das Leben von Diabetikern

Eine weitere soeben veröffentlichte Langzeitstudie untersuchte die Auswirkungen des Vitamin D-Mangels auf die Entwicklung der Symptome bei Diabetes 2 und auf die Rate der Todesfälle generell und aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Über maximal 23 Jahre verfolgten Wissenschaftler von verschiedenen _Forschungsinstituten in Dänemark den Krankheitsverlauf von 289 Patienten mit Diabetes 2. Die untersten 10 Prozent der Probanden wurden als “schwer defizitär” definiert und  lagen bei Werten von <13.9 nmol/l.
68 Prozent der Teilnehmer starben im Untersuchungszeitraum.

Das Risiko, an einer beliebigen Folgekrankheit zu sterben, war für die Gruppe der Patienten mit einem schweren Vitamin D-Defizit doppelt so hoch (196 bzw. 203 Prozent) wie bei den Patienten mit normalem oder optimalem Vitamin D-Wert. Ebenso hoch das der Unterschied beim Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Über Studien mit ähnlichem Ergebnis hatten wir bereits hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet

Quelle: PubCrawler

Studien:
P.G. Lindquist et al., Are active sun exposure habits related to lowering risk of type 2 diabetes mellitus in women, a prospective cohort study?,  Diabetes Research and Clinical Practice, Oktober 2010 ;90(1):109-14.

Christel Joergensen et al., Vitamin D Levels and Mortality in Type 2 Diabetes, Diabetes Care, vol. 33/10, Oktober 2010

Menschen mit einem Mangel an Vitamin D erkranken um 40 Prozent häufiger an Diabetes 2 als ihre optimal versorgten Zeitgenossen.

In einer von verschiedenen US-Stiftungen für Gesundheitsforschung geförderten Untersuchung haben Forscher von der Tufts Universität in Boston, USA,  Daten von 1.700 Teilnehmern an der großen Framingham Offspring  Studie im Verlauf von sieben Jahren ausgewertet. In dieser Zeit erkrankten 133 Teilnehmer an Diabetes 2.

Nach Ausschluss aller anderen bekannten Auslöser für eine Diabetes-Erkrankung zeigte sich, dass die Teilnehmer im oberen Drittel der Vitamin D-Versorgung zu 40 Prozent seltener an Diabetes 2 erkrankt waren als die Teilnehmer im unteren Drittel.  Die Autoren fassen ihre Ergebnisse in dem Rat zusammen:
Eine wichtige Strategie zur Vorbeugung und Verhinderung von Diabetes ist das Erreichen und Erhalten optimaler Vitamin D-Werte.

Diese und ähnliche Ergebnisse kommentiert der bekannte deutsche Vitamin D-Forscher, Prof. Armin Zittermann vom Herzzentrum Bad Oeynhausen, in der Zeitschrift Diabetes Ratgeber . Sein Tipp:
Dreimal in der Woche in der Mittagszeit 15 bis 20 Minuten an die Sonne – das reicht. In den Mittagsstunden ist der UV-B-Anteil  am höchsten. Vormittags oder Nachmittags müssten Sie länger Sonne tanken, um vergleichbar viel Vitamin D zu bilden. Das ist auch deshalb ungünstig, weil dann der Anteil der UV-A-Strahlen größer ist, die die Haut schädigen, aber für die Vitamin-D-Produktion nichts bringen. Wichtig: Die Sonne sollte mindestens ein Viertel der Körperoberfläche erreichen. Das heißt: Hose und Ärmel hochkrempeln.”

Quelle: Science Daily/Diabetes Ratgeber

Studie:  Enju Liu et al.,   Predicted 25-hydroxyvitamin D score and incident type 2 diabetes in the Framingham Offspring Study, American  Journal of  Clinical  Nutrition,  online vorab 14. April 14, 2010

Ausreichende Sonnen-Exposition hilft bei der Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen.

Diese Ergebnisse lang andauernder Studien am renommierten Intermountain Medical Center Heart Institute im US-Bundesstaat Utah stellten die Forscher gestern beim internationalen 59. Fachkongress des American College of Cardiology in Atlanta, Georgia, vor.

Auch die Frage: Wieviel Vitamin D ist notwendig für die Vorbeugung von Herzkranzgefäß-Erkrankungen? wurde beantwortet.

Dr. J. Brent Muhlestein, Leiter der kardiologischen Forschungsabteilung am Intermountain Medical Center Heart Institute:  “Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Bedeutung des Vitamin D für die Behandlung und Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen und anderen chronischen Krankheiten sehr viel größer ist , als wir ursprünglich gedacht haben.

Vorgestellt wurden zwei Studien. In der ersten Studie wurde 9.400 Patienten mit niedrigen Vitamin D-Werten geraten, durch Vitamin D-Pillen oder Sonnen-Exposition ihre Werte deutlich zu steigern. Bei der Kontroll-Messung nach einem Jahr zeigte sich, dass die Teilnehmer, die ihren Vitamin D-Spiegel auf das “Normal-Maß” erhöhten, ihr Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 47 Prozent vermindert hatten.

In einer zweiten Studie wurden 31.000 Patienten in drei Gruppen eingeteilt, je nach Höhe ihres Vitmain D-Spiegels im Blut.  Dabei stellte sich heraus, dass die Teilnehmer, die über einen gewisssen Zeitraum ihre Werte auf 43 ng/ml oder mehr erhöht hatten,  ihr Risiko deutlich senken konnten, an Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten, Herzinfarkt, Herzversagen, Bluthochdruck, Depression und Nierenversagen zu erkranken.  Weniger von diesen Patienten starben im Vergleich zu den Gruppen mit einer Vitamin D-Unterversorgung.

Allgemein gilt eine Vitamin D-Spiegel von 30 ng/ml als “normal”. Es zeige sich aber zunehmend, dass dieser Wert zu niedrig sei, um die optimale Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” zu erzielen.

20-30 Minuten an der Sonne (im Sommer) reiche aus, so Dr. Muhlestein, um 10.000 IE (internationale Einheiten) Vitamin D zu produzieren. Dabei sei allerdings immer ein Sonnenbrand oder Hautirritationen zu vermeiden.

Nachtrag

Ein Feature der Presseagentur pte vor dem Hintergrund des oben erwähnten ACC-Kongresses und ein Interview mit dem Stoffwechselexperten Dr. Rudolf Gasser von der Uniklinik Innsbruck ist überschrieben:

Quelle: Science Daily/Eurekaltert

Optimale Vitamin D-Versorgung -  ein Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 80 nmol/L -  das gesamte Jahr über ist ein wichtiger Schutz gegen die Volkskrankheit Diabetes.

Eine Studie von der Massey University Neu-Seeland untersuchte die Wirkung von täglichen Vitamin D-Gaben (4.000 IE) auf die Insulin-Bildung bei 81 zufällig ausgewählten Frauen im Alter von 23 – 68 Jahren im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe. Die Insulin-Ausschüttung wurde ebenso wie die Aufnahmefähigkeit der Zellen für das Insulin (Insulinsensitivität und Insulinresistenz) bei diesen optimalen Vitamin D-Werten wesentlich verbessert.

Die Autoren plädieren aufgrund dieser Ergebnisse für eine deutliche Erhöhung der Richtwerte für Vitamin D bei der Vorbeugung und Behandlung von Diabetes.

Über Studien zum Zusammenhang von Vitamin D und Diabetes 1 und 2 hatten wir in der Vergangenheit hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle:  PubMed

Studie:  P.R. von Hurst, W. Stonehouse , J. Coad,  Vitamin D supplementation reduces insulin resistance in South Asian women living in New Zealand who are insulin resistant and vitamin D deficient – a randomised, placebo-controlled trial, British Journal of Nutrition 2009 Sep 28:1-7

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Nierenversagen haben eine fast um die Hälfte größere Überlebenschance, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut optimal ist im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Mangel.

Wissenschaftler am NRW Herz-Zentrum der Universität Bochum in Bad Oeynhausen unter Leitung von Dr. Armin Zittermann begleiteten 510 Herzpatienten über ein Jahr lang und untersuchten den Serum-Spiegel der biologisch aktiven Form des Vitamins,  1,25(OH)2D3, der Teilnehmer.  Nach der Höhe des Spiegels wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Während die Überlebensrate in der Gruppe mit dem niedrigsten Vitain D-Spiegel im Blut bei nur 66,7 Prozent lag, erhöhte sich diese Quote kontinuierlich mit dem Grad der Vitamin D-Versorgung und erreicht im obersten Fünftel eine Überlebensrate von 96,1 Prozent.

In anderen Worten: Das erste Jahr nach der Erkrankung überlebten fast alle Patienten mit einer guten Vitamin D-Versorgung, während ein Drittel der mit einem niedrigen Serum-Spiegel im Blut in dieser Zeit starben.

Quelle:  PubCrawler

Studie: A. Zittermann et al.,  Circulating Calcitriol Concentrations and Total Mortality,  Clinical Chemistry 55: 1163-1170, 2009

Wenn einem “eng ums Herz” wird, ist oft die Verkalkung der Herzkranzgefäße schuld. Menschen mit ausreichender Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D3″ haben ein wesentlich niedrigeres Riskio einer Arterienverkalkung als Menschen, die die Sonne meiden oder aus anderen Gründen unter einem Vitamin D-Mangel leiden.

Forscher der University of Washinton in Seattle und der Johns Hopkins University in Baltimore, USA,  kamen zu diesem Ergebnis bei der Untersuchung der Daten von1370 Teilnehmern an der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis.

Fazit der Autoren: Die beschleunigte Entwicklung von Arteriosklerose durch Vitamin D-Mangel könnte der Grund sein für den in verschiedenen früheren Studien (wir hatten hier, hier, hier, hier, hier, hierhier, hier, hier und hier berichtet) festgestellten Zusammenhang von Vitamin D-Defizit und Herzerkrankungen bzw. Herztod.

Da Menschen, die unter einer chronischen Nierenerkrankung leiden, sind besonders durch Arterienverkalkung gefährdet. Die positive Wirkung des Sonnenschein-Vitamins für die Überlebenschancen dieser Patienten ist seit langem bekannt.

Eine französischen Studie, die diesen Zunsammenhang untersuchte, kam nun zu einem erstaunlichen Ergebnis:  Die Patienten mit einem normalen oder optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut wiesen nicht nur eine geringere Verkalkung der Gefäße auf im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Defiziten,  sie hatten auch dann eine deutlich höhere Lebenserwartung, wenn die Gruppe mit Arterienverkalkung von der Analyse ausgeschlossen wurden.

Das bedeutet nach Meinung der Forscher, dass es auch andere, bisher unbekannte Wirkmechanismen geben müsse, die den Patienten mit ausreichender Vitamin D-Versorgung ein längeres Leben bescheren.

Quelle:  HighWire

Studien:
Ian H. de Boer et al., 25-Hydroxyvitamin D Levels Inversely Associate with Risk for Developing Coronary Artery Calcification, Journal of the American Society of Nephrology, vorab publiziert 14. Mai 2009

Ziad A. Massy et al., Vitamin D Affects Survival Independently of Vascular Calcification in Chronic Kidney Disease, Clinical Journal of the American Society of Nephrology, vorab online publiziert, 14. Mai 2009.


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