Archiv für das Tag 'Immunsystem'

Sendung über Vitamin D-Mangel dim Winter und die Folgen

Sendung über Vitamin D-Mangel im Winter und die Folgen für die Gesundheit

Die Berichterstattung über das “Sonnenschein-Vitamin D”, seine Quellen, vor allem die Sonne, und seine Wirkungen  wird im deutschen Fernsehen nicht nur immer häufiger sondern – zumindest im öffentlich-rechtlichen Bereich – immer informativer und ausgewogener.

Auffällig aber bleibt der seltsame Widerspruch zwischen der Information, z.B. dass 90 Prozent unserer Vitamin D-Versorgung durch UB-Strahlen auf der Haut “hergestellt” wird, und dem geradzu jungfräulich scheuen Umgang mit dem Thema Sonne und Besonnung. Der Hinweis auf die Sonnenbank als Vitamin D-Quelle wird in der Regel ohnehin ängstlich vermieden. Den ganzen Beitrag lesen »

Eine Epidemie, die sich weltweit am schnellsten ausbreitet und schon in 15 Jahren über 400 Millionnen Menschen betreffen wird, ist die Diabetes, im Volksmund “Zuckerkrankeit ” genannt. Schon heute fordert die Krankheit jährlich 3,8 Millionen Opfer, so eine jüngst erschienene Studie zur “globalen Last der Diabetes”.

Zum “Welt-Diabetestag” am 14. November erscheint jetzt ein Video, das uns die Situation der Menschen mit Diabetes in kurzen Schlaglichtern nahebringt (Video zum Weltdiabetestag):

Heilbar ist die Krankheit nicht und eine verlässliche Vorbeugung gibt es kaum, zumal für die Diabetes Typ 1, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Den ganzen Beitrag lesen »

Mann und Frau in der Sonne - Kornfeld

Gleiche Sonne - ungleiche Wirkung Foto:Fotolia

Männer tun sich schwerer mit positiven Gesundheitswirkungen der Sonne als Frauen.

Genauer gesagt: Die Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins D auf das Immunsystem und auf den Schutz vor Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose sind bei Frauen deutlich stärker aufgeprägt als bei Männern.

Argentinische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass überschiessende Immunreaktionen der T-Zellen bei Frauen durch Vitamin D stärker gebremst werden. Gleichzeitig wiesen Frauen weniger Enzyme auf, die eine Aktivierung des “aktiven” Vitamin D 3 (1,25 hydroxyvitamin D3) verhindern oder bremsen können. Auf der anderen Seite verfügten sie über mehr von den  Proteinen, die als “Transportmittel” für das Vitamin D im Körper zuständig sind.

Dieser Unterschied in der “Verarbeitung” des Sonnenschein-Vitamins zwischen Frauen und  Männern führte in der Untersuchung der argentinischen Forscher dazu, dass sich das aktive Vitamin D in den weiblichen Zellen besser einlagern konnte und dadurch einen deutliche stärkeren anti-entzündlichen Effekt erzielten.

Bei diesen Prozessen spielte das weibliche Hormon, Östrogen, eine entscheidende Rolle.

Die Forscher folgern daraus, dass die schützende Kraft des Sonnenschein-Vitamins vor allem bei Infektionen und bei Überreaktionen des Immunsystems ihre Wirkung bei Frauen stärker entfalten kann als bei den Männern.

Quelle: PubMed

Studie:  Jorge Correale et al., Gender Differences in 1,25 Dihydroxyvitamin D3 Immunomodulatory Effects in Multiple Sclerosis Patients and Healthy Subjects, The Journal of Immunology, 2010, 185, 4948 -4958

Eine der wichtigsten und erst allmählich wissenschaftlich erforschten Funktionen des Vitamin D ist die Immunssteuerung im menschlichen Körper. Nachgewiesen ist das längst für Krankheiten wie Tuberkulose, Wundheilung oder Grippe. Die Vermutung lag nahe, dass die antibakterielle und antivirale Wirkung des Sonnenschein-Vitamins auch bei der Bekämpfung von HIV hilfreich sein könnte.

Eine Studie an der Harvard Universität in Boston, USA, fand jetzt erste Belege für die Richtigkeit dieser Vermutung.  Die Forscher verfolgten den Krankheitsverlauf von 884 HIV-infizierten, schwangeren Frauen in Tansania über einen Zeitraum von knapp sechs Jahren. Die Vitamin D-Werte der Frauen wurden ermittelt.

Es zeigte sich, dass die Frauen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut (25-hydroxyvitamin D geringer als 32 ng/ml) bedeutend früher ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung erreichten als die Frauen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das Risiko einer Anämie war bei Vitamin D-Mangel um 46 Prozent, die Sterblichkeitsrate um 42 Prozent höher im Vergleich mit dem am besten versorgten Fünftel der Probanden.

Quelle: PubMed

Studie:  S. Mehta, E. Giovannucci et al., Vitamin D status of HIV-infected women and its association with HIV disease progression, anemia, and mortality, PLoS One 2010 Jan 19;5(1):e8770 (PDF kostenfrei)

Die Sonne wurde schon vor mehr als hundert Jahren für die Therapie der Tuberkulose eingesetzt. Aber erst heute ist die Wissenschaft in der Lage, diese antibakterielle und antivirale Wirkung der Sonne zu erklären. Seither ist die Bedeutung der Sonne und des “Sonnenschein-Vitamins D” für Vorbeugung und Behandlung von Infektionen von der Wundinfektion bis zur Influenza einerseits und von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und MS andererseits in hunderten von Studie erforscht worden.

In einer Review-Studie fasst jetzt der Forscher Adrian F. Gombart vom Linus Pauling Institut, Oregon, USA,  den aktuellen  Stand des Wissens zusammen. Der Schlüssel zum Verständis dieser weitreichenden Bedeutung des Vitamin D bei der Infektionsabwehr liegt in dessen “Fähigkeit” zur Steuerung eines Peptids mit antibiotischer Wirkung, des Cathelicidin, das in dieser Form nur beim Menschen und Primaten vorkommt.

Kein Zweifel mehr, dass die Natur das Vitamin D als “Feuerwehr” gegen alle Arten von Infektionen und Fehlssteuerungen des Immunsystems vorgesehen hat.  Um so dramatischer der weit verbreitete Vitamin D-Mangel, vor allem im “Vitamin D-Winter”. In der Zeit von Okotber bis März funktioniert die bei weitem wichtigste Quelle für die Beschaffung des lebenswichtigen Vitamins nicht:  Die UVB-Strahlen der schräg einfallenden Sonne sind für die Vitamin D-Synthese in der Haut nicht stark genug.

Der Vitamin D-Spiegel im Blut sinkt bis auf einen Tiefstand Ende Februar, Anfang März. Und das ist auch die Zeit der Grippe-Epidemien.

Etwa  70Prozent der US-Bevölkerung hat unzreichende Vitamin D-Werte,” so Gombart, “ein umso zentraleres Thema,  je mehr wir erfahren über die vielen Rollen, die das Vitamin D spielt beim Kampf gegen Infektionen, beim Ausbalancieren des Immunsystems, der Regulierung bei Autoimmun- und sogar Herzkrankheiten.

Die Angst vor einer Schweinegrippe-Pandämie hat jetzt die Diskussion über dieses gefährliche Defizit beschleunigt. Erstaunlicherweise aber läuft diese Diskussion völlig losgelöst von einer anderen parallel sich immer schriller äussernden Diskussion über die Gefahren der UV-Strahlen von Sonne und Solarium.  Statt der Suche nach einer optimalen Balance bei der Dosierung der natürlichen Heilkraft von UV-Strahlen der Sonne oder des Solariums wird mancherorts mit manischer Verbissenheit an Abschreckungsszenarien und Verhüllungsempfehlungen gebastelt bis hin zu grotesken Ersatzstrategien vom Pillenschlucken bis zum Aufsprühen chemischer Bräunungsmittel.

Eine Übersichtsstudie aller methodisch anspruchsvollen wissenschaftlichen Arbeiten seit 1948 war kürzlich zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen und hatte den Einsatz von Vitamin D für die Therapie und weiterere klinische Studien zur Wirksamkeit des “Sonnenschein-Vitamins” für Tuberkulose, Influenza und Atemwegserkrankungen angefordert.

Quelle: Science Daily

Studien:
A.F. Gombart,  The vitamin D–antimicrobial peptide pathway and its role in protection against infectionFuture Microbiology, November 2009, Vol. 4, No. 9,  1151-1165

Alexandra V. Yamshchikov et al., Vitamin D for Treatment and Prevention of Infectious Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials, Endocrine Practice, American Association of Clinical Endocrinologists, Volume 15, Number 5 / July – August 2009