Archiv für das Tag 'Kalzium'

Sonne macht schlank! Und das nicht nur, weil ein gebräunter Körper schlanker aussieht, sondern mit dem Sonnenschein-Vitamin D ganz real durch die Unterstützung des Fettabbaus bei Übergewicht.

Diese nicht mehr ganz neue Erkenntnis wird jetzt in einer klinischen Studie mit Nahrungsergänzung von Vitamin D und Kalzium in Orangensaft bestätigt.  171 übergewichtige Teilnehmer an dem Versuch tranken über einen Zeitraum von 16 Wochen drei Gläser Orangensaft täglich – entweder mit oder ohne Vitamin D- und Kalzium-Zusätzen.  Außerdem wurde in regelmäßigen Abständen das Bauchfett der Teilnehmer gemessen.

Am Ende des Experiments hatten die Probanden mit dem Vitamin D- und Kalzium-verstärkten Orangensaft fast zehn Mal so viel an Bauchfett verloren wie die Gruppe mit dem “normalen” Orangensaft-Konsum, obwohl die Gewichtsabnahme insgesamt nur geringfügig zwischen den beiden Gruppen variierte.

Quelle: PubMed

Studie:  Jennifer L Rosenblum et al., Calcium and vitamin D supplementation is associated with decreased abdominal visceral adipose tissue in overweight and obese adults, American  Journal of Clinical Nutrition, Januar 2012, vorab online 14. Dezember 2011

Eine Kombination aus Kalzium und Vitamin D kann das Risiko halbieren, an einem Melanom zu erkranken – jedenfalls bei Frauen mit einem erhöhten Melanom-Risiko und bei Frauen, die schon einmal an einem vergleichsweise harmlosen “weissen” Hautkrebs erkrankt waren. Den ganzen Beitrag lesen »

Die immunregulierende Wirkung von Vitamin D und seine Bedeutung für die Vorbeugung und Therapie von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes 1 ist bekannt. Dass das Sonnenschein-Vitamin eine schützende Wirkung auch vor der Diabetes 2 hat, oft als “Altersdiabetes” bezeichnet, wurde erst in den letzten Jahren überzeugend belegt (wir berichteten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Jetzt unterstreicht eine australische Studie diese Erkenntnis im Rahmen einer Langzeit-Untersuchung (Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study). Den ganzen Beitrag lesen »

Milch gegen Knochenbrüche

Milch allein hilft nicht gegen Knochenbrüche

Milch allein schützt nicht vor Stürzen und (Hüft-)Knochenbrüchen.

Milch ist reich an Kalzium und (etwas) Vitamin D. Von Dermatologen mit obsessiver Sonnen-Phobie wird sie daher gern als Alternative zu Sonne und Solarium gepriesen. Aber so gesund das tägliche Glas Milch – oder mehr – auch ist, auf das Risiko von Knochenbrüchen, vor allem den im Alter so gefährlichen Hüftbrüchen,  hat es keinen Einfluss – zumindest bei Frauen nicht!

Ein Forscherteam am Zentrum für Alter und Mobilität der Universität Zürich unter Leitung von Prof. Heike Bischoff-Ferrari war in einer umfassenden Meta-Studie mit insgesamt über 190.000 teilnehmenden Frauen der Frage nachgegangen, ob mit einer Ernährung reich an Milch und Milchprodukten die Gefahr von Knochenbrüchen vor allem bei älteren Frauen vermindert werden könnte – mit enttäuschendem Ergebnis: Ein Zusammenhang von Milchkonsum mit Hüftknochenbrüchen konnte nicht beobachtet werden, gleichgültig wieviel Milch die Frauen täglich zu sich nahmen.

Bei den Männern allerdings, ging das Risiko von Hüftbrüchen mit zunehmendem Milchkonsum leicht (9 Prozent) zurück.

Ernährung allein reicht nicht zur Vorbeugung von Knochenbrüchen

Bestätigt wird dieses Ergebnis der züricher Meta-Studie durch eine sehr viel breiter angelegte Untersuchung , an der  im Rahmen der EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and nutrition) Studie mehr als ein Dutzend europäischer Forschungsinstitute der Frage nachgingen, ob durch gezielte Ernährung das Risiko von Hüftbrüchen bei älteren Menschen gesenkt werden könnte.

Auch hier stellte sich heraus, dass die Ernährung mit Milchprodukten die Gefahr von Hüftbrüchen nicht minderte.

In der Studie waren insgesamt über 10.000 Männer und fast 20.000 Frauen aus fünf europäischen Ländern mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet worden.

Einen ganz leicht positiven Einfluss zeigen die Studienergebnisse bei einer Diät mit reichlich Gemüsen und Fisch. Negative Folgen für die Knochengesundheit hatten vor allem die ungesättigten Fette in der Nahrung.

Quelle: PubCrawler

Studien:
H. A. Bischoff-Ferrari et. al., Milk intake and risk of hip fracture in men and women: A meta-analysis of prospective cohort studies, Journal of  Bone and Mineral Research, 14. Okober 2010 (online vorab publiziert)

V. Benetou et al., Diet and hip fractures among elderly Europeans in the EPIC cohort, European Journal of Clinical Nutrition, 13. Oktober 2010 (online vorab publiziert)

Osteoporotische Knochen

Kalzium gegen Osteoporose nur mit Vitamin D

Knochen brauchen Kalzium. ein Kalzium-Mangel schwächt die Knochen und führt zu Osteoporose. Die Einnahme von Kalzium-Tabletten allerdings kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen: der “Verkalkung” der Blutgefäße mit dem Risiko von Schlaganfall und Herzinfarkt. Es sei denn, im Körper steht ausreichend Vitamin D zur Verfügung!

Das Sonnenschein-Vitamin (zu 90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium im Körper selbst gebildet) ist nicht nur notwendig für die Einlagerung des Kalziums in die Knochen sondern verhindert auch die  Ablagerung von atherosklerotischen Plaques in den Wänden der Butgefäße und damit die Verengung der Adern bis hin zum Verschluss.

Eine Metastudie aus insgesamt 15 wissenschaftlichen Studien kam zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Kalzium ohne die Erhöhung der Vitamin D-Werte das Herzinfarkt-Risiko um bis zu 30 Prozent erhöht . Auch die Häufigkeit von Schlaganfällen und die Sterberate waren in dieser Meta-Analyse aus Neuseeland und den USA leicht erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin warnt daher vor einem unkontrollierten Gebrauch von Kalzium-Tabletten, die ja überall ohne Verschreibung zu kaufen sind.
Die Empfehlung für den “Normalfall” lautet also:
Eine kalziumreiche Vollwert-Ernährung und viel Sonnenschein!

Die bekannte schweizerische Vitamin D-Forscherin Prof. Dr. Heike Bischoff-Ferrari erläutert im Interview mit dem Schweizer Fernsehen die “Lehren” aus dieser Studie:

Quelle: idw

Studie: Bolland et.al.: Effect of calcium supplements on Risk of myocardial infarction and cardiovascular events: meta-analysis; BMJ 2010; 341: c3691

Sonnenschein und Vitamin D hilft schlank zu werden

Mit Sonnenschein-Vitamin zur Traumfigur

Wer sich vorgenommen hat,  schlanker zu werden, tut gut daran, seine Vitamin D und Kalzium-Versorgung (aus Milch und Milchprodukten) zu optimieren. Beides hilft beim Abnehmen!

Israelische und deutsche Forscher (von der Universität Leipzig), unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), beobachteten 126 zufällig ausgewählte Probanden über einen Zeitraum von sechs Monaten bei ihren Bemühungen um eine schlankere Linie. Beim Start der Studie hatten die stärker Übergewichtigen einen deutlich niedrigeren Vitamin D-Spiegel als die Teilnehmer mit einem etwas moderateren Body Mass Index (BMI).

Nach einem halben Jahr hatte das Drittel der Teilnehmer mit dem höchsten Vitamin D-Spiel im Blut deutlich mehr Pfunde verloren (- 5,6 kg) als die Teilnehmer im mittleren (-3, 8 kg) und die im unteren Drittel (-3,1 kg).  Ähnlich die Ergebnisse beim Kalzium.

Kein Zweifel also:  Milch und Sonnenschein (Milchprodukte und Vitamin D) helfen auf dem Weg zur Wunschfigur!

Weniger Gewicht – mehr Vitamin D

Und umgekehrt wird auch ein Schuh draus! Wer abnimmt, verbessert damit auch seine Vitamin D-Versorgung und – sozusagen als Bonus obendrauf -  reduziert die Blutfette und schützt vor Diabetes  durch Erhöhung der Insulin-Ausschüttung.  Dieser Zusammenhang zwischen Vitamin D und Insulin war auch in früheren Studien schon beobachtet worden.

Die griechische Studie hatte 44 übergewichtige Frauen mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren und einem BMI von durchschnittlich 36,7  bei einer kalorienarmen Diät über 20 Wochen begleitet. Zu Beginn, nach vier Wochen und am Ende der Diät wurden in zahlreichen Tests die Werte für Körpergewicht, -umfang, -fett und körperliche Fitness erhoben ebenso wie der Vitamin D-Spiegel und die PTH-Werte.

Zu Beginn der Messungen lagen die Vitamin D-Werte der übergewichtigen Frauen um fast 30 Prozent niedriger als bei der Kontrollgruppe “Normalgewichtiger”. Nach zwanzig Wochen, in denen die Frauen im Durchschnitt 10 Prozent ihres Gewichts und ihres BMI (Body Mass Index) verloren, stieg der Vitamin D-Spiegel im Blut um knapp 20 Prozent auf einen Wert von 18.3  ng/ml.

Quelle: PubMed

Studien:
Danit R Shahar et al., Dairy calcium intake, serum vitamin D, and successful weight loss, American Journal of Clinical Nutrition, 1. September 2010 (vorab online veröffentlicht)

Themistoklis Tzotzas et al.,  Rising Serum 25-Hydroxy-Vitamin D Levels after Weight Loss in Obese Women Correlate with Improvement in Insulin Resistance, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, September 2010;95(9):4251-7

72302893Eine höhere Dosis an Vitamin D – mehr als 400 Internationale Einheiten (IE) – als Supplement senkt das Risiko eines Knochenbruchs bei älteren Menschen um 20-29  Prozent.

Eine Meta-Studie von Autoren verschiedener Universitäten der Schweiz und der Harvard School of Public Health kommt zu diesem Schluss nach Sichtung von 20 Studien zu Hüft- und anderen Brüchen mit mehr als 80.000 Teilnehmern im Alter über 65 Jahren. In diesen Studien war die Wirkung von Vitamin D- und Kalzium-Gaben gemeinsam und/oder separat untersucht worden.

Die Wirkung bei Knochenbrüchen (ausser Wirbelsäule) lag mit 29 Prozent Risikominderung höher als bei Hüftbrüchen. Diese Wirkung wurde erzielt durch die Gabe von Vitamin D als Supplement gleichgültig ob zusätzlich Kalzium verordnet wurde oder nicht.

Am anderen Ende der Alters-Skala ein ähnliches Ergebnis:

Junge Mädchen mit einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut (über 50 nmol/L) verfügten über eine deutlich höhere Knochenmasse und Knochendichte und über kräftigere Muskeln als Mädchen mit unzureichendem Vitamin D-Status.

So das Ergebnis einer chinesisch-australischen Studie mit 301 weiblichen Jugendlichen. 57.8% der Teilnehmerinnen zeigten einen Vitamin D-Mangel. 31.2% waren stark defizitär (weniger als 25 nmol/L).

Fazit der Autoren: “Ausreichender Vitamin D-Status im Jugendalter ist wichtig für die optimale Knochenbildung – auch im späteren Alter -  und Vitamin D-Mangel führt zu Muskelschwäche.”

Quelle: PubCrawler

Studien:
Heike A. Bischoff-Ferrari et al.,  Prevention of Nonvertebral Fractures With Oral Vitamin D and Dose Dependency. A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials Archives of Internal Medicine, 2009;169(6):551-561

Leng Huat Foo et al., Low Vitamin D Status Has an Adverse Influence on Bone Mass, Bone Turnover, and Muscle Strength in Chinese Adolescent Girls, Journal of  Nutrition (online vorab March 25, 2009)

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Mit Sonnenschein gegen Osteoporose

Osteoporose ist eine der am dramatischsten zunehmenden Volkskrankheiten in westlichen Ländern. Schätzungsweise 30% aller Frauen nach der Menopause erkranken an Knochenschwund. Fast jede zweite Frau und jeder siebte Mann über 50 Jahre hat statistisch das Risiko eines osteoporosebedingten Knochenbruchs.

Traditionell wird für Prävention und Therapie der Osteoporose und anderer Knochenerkrankungen wie Rachitis die Aufnahme zusätzlichen Kalziums durch Änderung der Ernährung oder durch Nahrungsergänzung empfohlen.

Tatsächlich aber bleibt diese Maßnahme wirkungslos, wenn der Körper nicht über ausreichend Vitamin D verfügt, um die Einlagerung des Kalzium in die Knochen zu “organisieren”. Das “Sonnenschein-Vitamin” ist notwendig für den Knochenstoffwechsel. Nur wer genügend Vitamin D hat, kann das Kalzium optimal verwerten.

Mit dem “Sonnenschein” aber hapert es bei immer mehr Menschen durch Lifestyle, Büroberufe, Alter oder Krankheit.

Eine breit angelegte Studie an der Harvard Medical School, Boston,  mit 4.958 Frauen und 5003 Männern über 20 Jahren (Daten des US NHANES III-Surveys)  verglich jetzt die relative Bedeutung von Kalzium- und Vitamin D-Therapien für die Entwicklung der Knochendichte.

Dabei stellten die Forscher fest, dass die Aufnahme von zusätzlichem Kalzium keine Wirkung auf die Knochendichte zeigte, wohl aber die zusätzliche Gabe von Vitamin D – und zwar je deutlicher desto höher die Vitamin D-Dosierung war. Lediglich bei Frauen – nicht aber bei Männern – mit einem sehr niedrigen Vitamin D-Spiegel im Blut (<50 nmol/l) erhöhte sich die Knochendichte nach Einnahme von Kalzium.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler:  Bei Männern und Frauen gleichermaßen ist der Vitamin D-Status der entscheidende Faktor für die Entwicklung der Knochendichte und damit für die Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose.

Eine heute online vorab veröffenltichte holländische Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

Quelle: PubMed

Studien:
Heike A Bischoff-Ferrari et al.,  Dietary Calcium and Serum 25-hydroxyvitamin D Status in Relation to Bone Mineral Density Among U.S. AdultsJournal of Bone and Mineral Research, December 29, 2008

Paul Lips et.al., Relationships of serum 25-hydroxyvitamin D to bone mineral density and serum parathyroid hormone and markers of bone turnover in older persons, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, online vorab publiziert 21.01.2009

Osteoporose, Knochenbrüche und Vitamin DUm Muskelschwäche, Fallen und Knochenbrüche bei älteren Menschen zu vermeiden, muss Vitamin D und Kalzium in ausreichender Menge zugeführt werden. In der Vergangenheit wurde bei vielen “offiziellen” Empfehlungen von viel zu niedriger Dosierung ausgegangen.

Diese Einsicht unterstreicht eine neue Meta-Studie (Zusammenfassung von Daten aus 17 früheren Untersuchungen) der University of Western Sydney in Australien. Damit liesse sich das Risiko von Knochenbrüchen vor allem bei Osteoporose um bis zu 24% verringern.

Die Analyse der Daten von 52 625 Personen über 50 Jahren und einer mittleren Behandlungsdauer von 3,5 Jahren zeigten, dass erst eine Dosierung von über 1.200 Milligramm Kalzium und über 800 IU (Internationalen Einheiten) an Vitamin D zu optimalen Ergebnissen führte.

Die Autoren weisen allerdings auch auf die Schwierigkeiten hin, die viele ältere Menschen mit der regelmäßigen Einnahme einer entsprechende Dosis hätten.

Nicht Gegenstand der Untersuchung war die Frage, ob nicht eine ausreichende Vitamin D-Versorgung auch, besser, verläßlicher und ggf. billiger durch (künstliche) Besonnung erreicht werden könnte.

Quelle: Ärztezeitung

Studie: B Tang et al., Use of calcium or calcium in combination with vitamin D supplementation to prevent fractures and bone loss in people aged 50 years and older: a meta-analysis. Lancet 2007; 370: 657-666