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Melanotan

Per Spritze oder als Implantat - die Barbie-Droge Melanotan

Ärzte und Apotheker (ABDA) warnen wieder einmal vor dem “schwarzen Markt” mit Melanotan, ein Medikament, das unter dem Spitznamen “Barbie-Droge” im Internet Karriere gemacht hat (wir haben hier, hier, hier, hier, hier und hier darüber berichtet) und neben brauner Haut auch Schlankheit, Potenz und andere heiss ersehnte Wirkungen verspricht.

Aufhänger war jetzt der Fall einer Frau in Niedersachsen, die sich sich 15 Milligramm des Mittels “Melanotan II” gespritzt und auf nahtlose Bräune gehofft hatte. Stattdessen bekam sie Bauchschmerzen und musste sich erbrechen und als Notfall in eine Klinik eingeliefert werden. Den ganzen Beitrag lesen »

Die “Barbie-Droge” Melanotan (wir haben früher bereits darüber berichtet: hier, hier, hier und hier) verspricht vielen vieles gleichzeitig: Idealgewicht, Potenzsteigerung und sonnenlose Bräune. Die nicht zugelassene Droge wird illegal im Internet gehandelt – mit steigendem Profit. Die Droge hat erhebliche Nebenwirkungen. Ihr Vertrieb steht bei uns unter Strafe.

Einer der entscheidenden Gründe für den Erfolg der “Barbie-Droge”: Die von Dermatologen- und Krebsorganisationen geschürte Angst vor der Sonne. Menschen, die den undifferenzierten Warnungen vor den UV-Strahlen der Sonne und des Solariums glauben, aber dennoch ihre Haut bräunen möchten, greifen zunehmend zu chemischen Selbstbräunern oder eben zu Hormon-Drogen, die die Melanin-Produktion steigern – mit doppeltem Schaden für ihre Gesundheit: Den ganzen Beitrag lesen »

spritze2maedchen-herausforderndTurbo-Bräune ist immer noch gefragt.* Viele Menschen, die sich durch die   millionenschweren Angstkampagnen  einiger Dermatologen-Verbände und Institutionen vom “sanften” und kontrollierten Sonnen auf qualitätsgesicherten Sonnenbänken in “Geprüften Sonnenstudios” abschrecken lassen, greifen stattdessen zu illegalen Drogen, wie der Bräunungs-Spritze Melanotan.

In England schlägt jetzt die Gesundheitsbehörde Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) Alarm. Trotz einer monatelangen Kampagne mit Warnungen vor Schäden am menschlichen Immun- und Herz-Kreislaufsystem durch diese nicht zugelassene Droge boomt der illegale Handel mit der sogenannten “Barbie-Droge”, wie das medizinische Fachorgan British Medical Journal jetzt berichtet.  Die Droge macht, daher der Name, angeblich nicht nur braun, sondern auch schlank und sogar noch potent.

In den klinischen Studien der vergangenen Jahre hatten sich darüber hinaus Übelkeit und Erbrechen, Bluthochdruck und “fliegende Hitze” bei Testpersonen gezeigt.

(Wir hatten in den letzten Monaten bereits hier und hier über dieses Phänomen berichtet. Nähere Informationen hier).

In Deutschland dürfte die Situation kaum anders aussehen. Entsprechende Untersuchungen gibt es allerdings noch nicht.

Quelle: BBC

*Das bestätigt auch eine aktuelle Repräsentativumfrage des mind`s research Instituts. Danach finden 81 Prozent der Deutschen eine braune Haut “gut” oder “sehr gut” – unverändert gegenüber den gleichen Umfragen in 2002 und 2005.

sonnenbrand-karikaturZwei einigermaßen haarsträubende aktuelle Meldungen lassen dieser Tage wieder ahnen, wo die Probleme mit Bräunungs-Freaks wirklich liegen – und das zu einem Zeitpunkt, da mal wieder Solariengegner ihre Pferde satteln zum nächsten Kreuzzug gegen die Sonnenbank.

Am Sonnenstrand von Honolulu, Hawaii, beobachteten Wissenschaftler vom Cancer Research Center of Hawaii 90 Sonnensucher beiderlei Geschlechts und befragten sie nach ihren Gründen und Motiven für ihr Verhalten am Strand, ihr Wissen über UV-Strahlen und Sonnenschutz jeweils vor und nach dem Strandbesuch.

Die Ergebnisse liessen die Forscher in der Sonne Hawaiis erbleichen:

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Sonne (die Zeit im Schatten und vollständig bekleidet wurde abgezogen) lag bei drei Stunden. Bei der Intensität der südlichen Sonne entsprach das der fünffachen (5x) Dosis, die bei ungeschützter weisser Haut ein Erythem (Hautrötung) verursacht.

Unglaubliche 40 Prozent der Probanden hatten sich erst kürzlich – innerhalb der vorangegangenen 48 Studen – einen Sonnenbrand zugezogen und zeigten sich wild entschlossen, das auch künftig zu tun, wenn es denn dem knackig-braunen Hautton dienen sollte. Und tatsächlich hatten sich 44 Prozent der derart Verbrannten am Tag der Untersuchung wieder einen Sonnenbrand geholt. Fast ein Viertel der Befragten hatte sich zusätzlich noch in den vergangenen 30 Tagen auf eine Sonnenbank gelegt.

Der schwarze Markt mit der Bräune

Die zweite, nicht weniger frappierende Meldung, hatte sich auch in diesem Weblog schon wiedergefunden: Die auf seine Nebenwirkungen noch nicht abschließend untersuchte, nur für einen engen Indikationsbereich (schwere Formen der Lichtdermatose) gedachte Bräunungs-Droge “Melanotan” wird massenhaft und ohne große Behinderungen – einige Dutzend Abmahnungen – im Internet gehandelt und die Nachfrage nach der Bräune aus der Spritze (oder dem Implantat) explodiert. In Frauenzeitschriften wird das Verfahren als “ungefährliche” Alternative zu Sonne und Solarium gepriesen, sozusagen als Fortsetzung der Empfehlungen einiger Dermatologen und ihrer Organisationen für die Bräune aus der Kosmetik-Industrie.

Dabei wird in Kauf genommen, dass Melanotan, wie jede sehr dunkle Hautpigmentierung, die Bildung von Vitamin D über die Haut be- oder sogar verhindert und dass die kosmetische Bräune – anders als die “echte” – den Sonnenbrand nicht verhindert und dem Hautkrebs Vorschub leistet durch die Illusion von Sonnenschutz.

Unkontrollierte Verbrennungen am tropischen Strand (oder am Baggersee), unvorhersehbare Nebenwirkungen von Drogen und Kosmetika und die Verstärkung eines ohnehin schon epidemischen Vitamin D-Defizits mit den inzwischen bekannten desaströsen Gesundheitsfolgen sind den Zeloten unter den Besonnungsgegnern allemal weniger wichtig als der Kampf gegen ein kontrolliertes, moderates und entspanntes Sonnen (zumindest in “Geprüften Sonnenstudios”) in der Kombination von sanftem Bräunen und biopositiven Wirkungen der UV-Strahlen – weit unter der Sonnenbrand-Grenze.

Quelle: ScienceDaily

Studie: David L. O’Riordan et al,  A Day at the Beach While on Tropical Vacation -Sun Protection Practices in a High-Risk Setting for UV Radiation Exposure, Arch Dermatol. 2008;144[11]:1449-1455 (PDF kostenlos)

Gefährliche Bräune aus der Spritze

Gefährliche Bräune aus der Spritze

Bräunung auf Teufel komm raus!? Die Droge Melanotan II, über die wir in der Vergangenheit verschiedentlich ausführlich berichtet haben (hier, hier und hier zum Beispiel), wird seit einger Zeit aggressiv über das Internet illegal verbreitet. Nach den US-Gesundheitsbehörden und der britischen Arzneibehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHPR) warnen jetzt auch die ärztlichen Fachorgane in Deutschland dringend vor diesem als “Barbie-Droge” (macht angeblich schlank, braun und potent) bezeichneten Medikament.  Strafverfahren gegen die Online-Händler sind eingeleitet.

Die nicht berechenbare Gefahr für die Anwender hat gleich drei verschiedene Gründe:

  1. Die Droge ist als spezialisiertes Medikament mit sehr begrenztem Anwendungsbereich erst in der klinischen Erprobung und Nebenwirkungen, auch gefährliche, sind nicht auszuschließen.
  2. Im Internet wird die Droge in einer Form vermarktet, die die Anwendung über eine regelmäßige Injektion erfordert. Unsachgemäße Handhabung kann dabei zu Infektionen und schweren gesundheitlichen Schäden führen.
  3. Außerdem muss die Substanz mit Wasser verdünnt werden. Es wir nicht jedem und immer gelingen, dies völlig steril zu gestalten mit den bekannten gefährlichen Folgen.

Nachdem in jährlichen Angstkampagnen viele Menschen vom Sonnen und sanften Bräunen in der kontrollierten Umgebung zertifizierter Sonnenstudios (Qualitätssiegel “Geprüftes Sonnenstudio”) abgeschreckt und auf kosmetische Mittel verwiesen wurden, dürfte es jetzt um so schwerer fallen, die um so viel gefährlichere Nutzung dieser “Lifesyle-Droge” einzudämmen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Bräune aus dem Implantat - melanotan redivivus

Bräune aus dem Implantat - melanotan redivivus

Vor einigen Jahren war sie der Hit der Saison: die “Barbie-Droge” die gleichzeitig sexy, potent, schlank und braun machte. Ein winziges Implantat unter die Haut gespritzt garantierte monatelange “echte” Bräune. Damals hieß sie noch “Melanotan” und wurde in zwei Richtungen als “Melanotan I” und “Melanotan II” von unterschiedlichen Pharmafirmen in USA (Palatin) und Australien (Epitan jetzt: Clinuvel) entwickelt. (Ausführlich dazu hier, hier und hier).

Jetzt taucht die Droge wieder als News in den Medien auf. Es scheint, dass Clinuvel sein umpositioniertes Präparat CUV1647 (gestartet als Bräunungsmittel für Menschen mit Hautproblemen, jetzt als Prävention gegen seltene Sonnenallergien) sicher durch die letzte Testphase (Phase III) steuert und die Markteinführung bevorsteht. Gleichzeitig hat Palatin auf  Druck der Aufsichtsbehörden die Entwicklung von Melanotan II als Sex-Droge unter der Bezeichnung PT-141 aufgegeben.

Dass aber die Faszination der ehemaligen “Barbie-Droge” ungebrochen ist, zeigen

  1. die jüngsten Presseberichte aus der Forschung einerseits (hier zur klinischen Erprobung und ihren Resultaten) und zu den kosmetischen Möglichkeiten und Anwendungen andererseits (Bericht in der Frauenzeitschrift Vogue), vor allem aber
  2. der lebhafte “Underground” – der schwunghafte Handel mit illegalen Präparaten und Derivaten aus der Melanotan-Forschung auf der Sex- und Party-Bräune-Schiene. Die Droge PT-141 wird derzeit massenhaft über das Internet für rund 30 Euro vertreiben – überwiegend aus China.

Zu den Phase III Studien mit licht-intoleranten Patienten (EPP, CEP) erläutert die Chefärztin Elisabeth Minder am Triemli-Spital Zürich:
Mit CUV 1647 konnten die Patienten zum ersten Mal in ihrem Leben auf Berge steigen, Skifahren oder ins Strandbad. Die Testpersonen konnten sich durchschnittlich 11 Mal länger am Licht aufhalten.”

Sonnenschutz durch “natürliche” Melaninbildung und Hautbräune aus der Spritze.

Populärer dagegen die Melanotan II-Richtung mit knackiger Bräune auch für Menschen mit lichtempfindlicher Haut oder Hauttyp 1. Vogue berichtet von Angeboten durch Dermatologen für rund 800 Euro. “Nach einer 14-tägigen Peptidhormon-Behandlung plus UV-Licht-Kabine entwickelt sich eine gleichmäßige Bräune, die ein halbes Jahr hält.

Vor allem die unkontrollierte Anwendung illegal erworbener Präparate ist wegen der nicht unbeträchtlichen Nebenwirkungen vor allem von PT-141 höchst gefährlich (z.B. die Steigerung des Bluthochdrucks und die Unterdrückung der Vitamin D-Bildung über die Haut).  Für alle, die nicht aus medizinischen Gründen Sonne und Solarium meiden müssen, bleibt die Sonnenbank im Qualitäts-Studio (“Geprüftes Sonnenstudio”) die mit Abstand sicherste und gesundeste Alternative: Bräune plus Vitamin D zum kleinen Preis.

Quellen: Schweizer Fernsehen (SF), Vogue

Videos:
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