Archiv für das Tag 'Multiple Sklerose'

Die vorbeugende und schützende Wirkung des Sonnenschein-Vitamin D bei Multipler Sklerose, ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen, ist sehr gut belegt. Aber bisher war nicht bekannt, wie es zu dieser Wirkung von Vitamin D auf den Verlauf der Multiplen Sklerose kommt. Eine gemeinsame Studien der University of Medicine and Dentistry of New Jersey und der Stanford University deckt diesen Zusammenhang jetzt auf: Das Vitamin D blockt die Zufuhr eines Proteins, das für die Entwicklung der Multiplen Sklerose wichtig ist. Den ganzen Beitrag lesen »

Zu den wesentlichen Gründen für die Entstehung der Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS) zählen neben einer genetischen Disposition vor allem fehlendes Sonnenlicht und das Epstein-Barr-Virus. Das berichten jetzt englische Forscher von der Oxford University in England. “Die Krankheit wurde schon bisher mit den beiden Umweltfaktoren in Verbindung gebracht. Wir wollten überprüfen, ob man mit diesen beiden Faktoren die unterschiedliche Verbreitung der Erkrankung in England erklären kann“, erklärt Studienleiter Prof. George C. Ebers. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonne schützt vor Multipler Sklerose

Sonne schützt die Nervenhüllen

Wer häufiger und länger sonnt und sich so einen hohen Vitamin D-Spiegel “ersonnt”, schützt seine Nerven vor Schäden an den Hüllen, die die Nerven im menschlichen Körper umgeben. Schon seit langem ist bekannt, dass die Menschen in den südlichen Ländern und Regionen zum Beispiel weit seltener an der unheilbaren Multiplen Sklerose erkranken als Menschen in nördlicheren Gefilden.
Allerdings erklären Sonnen-Exposition und Vitamin D nur einen Teil dieses Nord-Süd-Gefälles. Den ganzen Beitrag lesen »

Die immunregulierende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins ist inzwischen unbestritten.  Immer mehr wissenschaftliche Studien beweisen die Bedeutung des Vitamin D beim Kampf gegen die steil ansteigende Anzahl der Autoimmunerkrankungen wie Diabetes 1 oder Multiple Sklerose (MS). Die Krankheiten treten oft schon in frühester Kindheit auf. Der Sonnen- und Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft gehört unter anderem zu den Auslösern dieser Krankheit bei Neugeborenen.

Mehrere Studien zu diesen Themen wurden jetzt bei der Jahrestagung der European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) im schwedischen Göteborg vorgestellt. Den ganzen Beitrag lesen »

Mann und Frau in der Sonne - Kornfeld

Gleiche Sonne - ungleiche Wirkung Foto:Fotolia

Männer tun sich schwerer mit positiven Gesundheitswirkungen der Sonne als Frauen.

Genauer gesagt: Die Wirkungen des Sonnenschein-Vitamins D auf das Immunsystem und auf den Schutz vor Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose sind bei Frauen deutlich stärker aufgeprägt als bei Männern.

Argentinische Wissenschaftler konnten jetzt nachweisen, dass überschiessende Immunreaktionen der T-Zellen bei Frauen durch Vitamin D stärker gebremst werden. Gleichzeitig wiesen Frauen weniger Enzyme auf, die eine Aktivierung des “aktiven” Vitamin D 3 (1,25 hydroxyvitamin D3) verhindern oder bremsen können. Auf der anderen Seite verfügten sie über mehr von den  Proteinen, die als “Transportmittel” für das Vitamin D im Körper zuständig sind.

Dieser Unterschied in der “Verarbeitung” des Sonnenschein-Vitamins zwischen Frauen und  Männern führte in der Untersuchung der argentinischen Forscher dazu, dass sich das aktive Vitamin D in den weiblichen Zellen besser einlagern konnte und dadurch einen deutliche stärkeren anti-entzündlichen Effekt erzielten.

Bei diesen Prozessen spielte das weibliche Hormon, Östrogen, eine entscheidende Rolle.

Die Forscher folgern daraus, dass die schützende Kraft des Sonnenschein-Vitamins vor allem bei Infektionen und bei Überreaktionen des Immunsystems ihre Wirkung bei Frauen stärker entfalten kann als bei den Männern.

Quelle: PubMed

Studie:  Jorge Correale et al., Gender Differences in 1,25 Dihydroxyvitamin D3 Immunomodulatory Effects in Multiple Sclerosis Patients and Healthy Subjects, The Journal of Immunology, 2010, 185, 4948 -4958

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je geringer der Aufenthalt der Schwangeren an der Sonne und je niedriger die Sonne am Horizont steht, desto größer das Risiko einer MS-Erkrankungen bei den Neugeborenen. Nachdem bereits Studien in der Ländern der nördlichen Hemisphäre diese vermutung bestättigt hatten (hier, hier und hier), kommt jetzt auch eine australische Studie zu diesem Ergebnis.

In einer Studie auf der Basis von bevölkerungs- und gesundheitsstatischen und meteorologischen Daten seit 1920 entdeckte die Professorin Dr. Anne-Louise Ponsonby und ihr Team am Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Wohnort (Breitengrad) der Mütter,  ihrem Aufenthalt an der Sonne und dem Geburtsmonat der Kinder mit der Häufigkeit von Erkrankungen der Kinder an Mutlipler Sklerose.

Kinder von Müttern mit Wohnort im australischen Norden, -  also, anders als bei uns, näher zum Äquator, die im May-Juni, dem Beginn des australischen Winters, geboren wurden hatten ein deutlich erhöhtes MS-Risiko im Vergleich zu Babies, die im November-Dezember z.B. in Tasmanien im Süden des Kontinentes geboren wurden. Im ersten Fall lag die Schwangerschaft, vor allem die ersten drei Monate, überwiegend in den Sommer-, im zweiten Fall überwiegend in den Winter-Monaten.

Von ausschlaggebender Bedeutung aber erwies sich der Aufenthalt an der Sonne selbst, gemessen in Sonnentagen während der Schwangerschaftmonate.  Je häufiger, länger und intensiver die Sonne in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft geschienen hatte, umso geringer die Rate der MS-erkrankten Kinder.

Ob und inwieweit der Mangel an Sonnenstrahlen vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten durch künstliche Besonnung (Solarium) behoben werden könnte, war nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: Newswise

Studie: A. L. Ponsonby et al. BMJ,  Low maternal exposure to ultraviolet radiation in pregnancy, month of birth, and risk of multiple sclerosis in offspring: longitudinal analysis, British Medical Journal, 340 (291): c1640. (2010) – PDF kostenlos

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

Babies von Frauen, die die größte Zeitspanne ihrer Schwangerschaft in den sonnenreichsten Monaten des Jahres verbrachten,  litten seltener unter Multipler Sklerose, als Babies aus Schwangerschaften in den “dunkleren” Monaten des Jahres.

Schwedische Wissenschaftler der Umeå University untersuchten 9.361 Geburten nach den Schwangerschaftsmonaten und verglichen sie mit den Daten aller Geburten in Schweden zwischen 1900 und 2007.
Ergebnis: Die Zahl der Neugeborenen mit MS lag im Juni um 11 Prozent über dem Durchschnitt der Fälle in den übrigen Monaten. Im Dezember und Januar Geborene dagegen wurden im gleichen Verhältnis seltener mit MS diagnostiziert.

Fazit der Forscher: “Geringerer Aufenthalt an der Sonne (und geringere Intensität der Sonnenstrahlen) im Winter mit der Konsequenz niedrigerer Vitamin D-Werte während der Schwangerschaft scheinen diese Ergebnisse zu erklären.”

Eine fränzösische Studie der Universität Marseille, die zur gleichen Zeit der gleichen Frage nachging, ermittelte den November als den Monat mit den niedrigsten MS-Erkrankungen bei Neugeborenen. Auch hier zogen die Forscher den gleichen Schluss:  Der hohe Vitamin D-Spiegel  durch die Sommermonate während der Schwangerschaft scheint einer Multiplen Sklerose bei den Babies vorzubeugen.

Auch eine andere, soeben erschienen Studie europäischer und kanadischer Forscher mit fast 10.000 Teilnehmern bestätigen das Ergebnis der französischen Untersuchung:
Im November wurden wesentlich weniger Kinder mit dem “MS-Gen” HLA-DRB1 geboren als in irgedeinem anderen Monat.
Der April war der Monat mit den häufigsten Geburten von Teilnehmerinnen mit dem entsprechenden Gen HLA-DRB1*15.

Quelle: High-Wire

Studien:
J. Slazer et al.,  Season of birth and multiple sclerosis in Sweden, Acta Neurologica Scandinavica,  23. November 2009 (online vorab veröffentlicht).

D.A. de Abreu et al. , Season of birth and not vitamin D receptor promoter polymorphisms is a risk factor for multiple sclerosis. Multiple Sclerosis, 2009 Oct;15(10):1146-52

G. C. Ebers et al, HLA-DRB1 and month of birth in multiple sclerosis, NEUROLOGY 2009;73:2107-2111

Joanne K. Rowling, Autorin der “Harry Potter” Bücher, unterstützt die Kampagne “Shine on Scotland“, die von dem 14jährigen Ryan McLaughlin ins Leben gerufen wurde. Seine Mutter leidet an Multiple Sklerose, wie es auch bei Joanne K. Rowlings Mutter der Fall war.

Auf der Harry-Potter-Website schreibt sie:

Ryan möchte die schottische Regierung davon überzeugen, dass alle schwangeren Frauen und alle Kinder in Schottland freien Zugang zu Vitamin D über den National Health Service erhalten sollen. Ein Vitamin D – Mangel wird als Ursache von MS angesehen.

Ich fühle mich geehrt, dass ich Ryan in seinem Bestreben Vitamin D als Prävention gegen MS frei zugänglich zu machen, unterstützen darf. Wie meine Mutter leidet auch seine an MS. Ich bedauere, dass ich mit 14 nicht den selben Verstand hatte und mich ans Parlament gewendet habe. Ich wünsche ihm und allen anderen, die ihn unterstützen und an dem Protestmarsch in Edinburgh teilnehmen, das Beste.”

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Vitamin D3 für die Immunregulierung und damit für die Vorbeugung und Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose eine zentrale Bedeutung hat.

In diesen Tage ist dazu eine weitere Studie erschienen, die von den Autoren so zusammenfasst wird:
Insgesamt weisen unsere Daten darauf hin, dass 1,25(OH)2D3 eine wichtige Rolle spielt bei der Regulierung der T-Zellen im Verlauf der MS-Krankheit. Das Vitamin D-Defizit bei der Mehrheit der Patienten sollte also bei der Behandlung dieser Krankheit dringend ausgeglichen werden.”

(Frühere Berichte zu diesem Thema finden Sie hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  Harry-Potter-Website

Studie: Jorge Correale et al, Immunomodulatory effects of Vitamin D in multiple sclerosis, Brain 2009 132(5):1146-1160 (vorab online)

kind-shirt-strandDas “missing link” zwischen dem “Sonnenschein-Vitamin” D und der Entstehung und Entwicklung von Multipler Sklerose scheint jetzt gefunden zu sein. Forscher an der Universität Oxford berichten im PLOS Genetics Journal über das Zusammenspiel von Vitamin D und einem Gen, das als Ursache für ein erhöhtes MS-Risiko bekannt ist.

Eine optimale Vitamin D-Versorgung der werdenden Mütter und der neugeborenen Babies kann demnach die Entstehung von Multipler Sklerose verhindern.

Unsere Studie belegt, dass die Versorgung mit ausreichend Vitamin D in der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren die Gefahr einer Multiplen Sklerose später im Leben deutlich vermindert,” so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr.  Sreeram Ramagopalan.

Aus zahlreichen früheren Studien war bereits bekannt, dass Menschen in sonnenarmen Regionen eine wesentlich größeres Risiko tragen, Multiple Sklerose zu bekommen als Menschen in südlichen Ländern.

Vitamin D reguliert, so das Ergebnis der Oxforder Studie, das Gen DRB1*1501.  Dieses Gen erhöht das MS-Risiko um das 3fache und um das 10fache, wenn dieses Gen bei einem Menschen  doppelt auftritt. Wie genau die durch Vitamin D aktivierten Proteine im Umfeld dieses Gens ihre schützende Funktion ausüben, ist noch nicht bekannt.

Einer der Autoren, Dr. George Ebers, vom Wellcome Trust Centre for Human Genetics an der Oxford Universität stellt im Interview die naheliegende Frage: „Kann es bei diesem Stand des Wissens richtig sein, gegen den Aufenthalt an der Sonne und das Sonnenbaden anzugehen?
90 Prozent der Vitamin D-Bildung wird durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium bewirkt.

Über die Immun-regulierende Wirkung von Vitamin D und ihre Bedeutung für Autoimmun-Erkrankungen sind in den vergangenen Jahren zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten erschienen. Über einige davon haben wir hier und hier berichtet.

Quelle: BBC News/Science Daily

Studie: S.V. Ramagopalan et al., Expression of the multiple sclerosis-associated MHC class II Allele HLA-DRB1*1501 is regulated by vitamin D, PLoS Genetics, 2009 , vorab online publiziert 6. Februar 2009 .

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