
Mit der Sonne geht man besser Foto: fotolia
Wer sonnt kann schneller gehen! Was auf den ersten Blick verblüffend scheint ist schnell erklärt: Das Sonnenschein-Vitamin ist nicht nur beim Knochenaufbau und Knochenstoffwechsel sondern auch beim Muskelaufbau und der Muskel-”Qualität” ein eintscheidender Faktor. (Dazu frühere Beiträge hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier)
Die Tatsache wird einmal mehr bestätigt durch eine Studie der französischen Universität von Angers mit fast 800 älteren Frauen. Die Forscher untersuchten den Vitamin D-Spiegel im Blut der Probandinnen und führten Geh-Tests durch in unterschiedlichen Geh-Geschwindigkeiten. Faktoren wie Alter, Gewicht, Einnahme von Medkamenten, chronische Krankheiten, physische Aktivitäten und Gehirnleistung wurden berücksichtigt.
Das Ergebnis war eindeutig: Je größer das Vitamin D-Defizit war gegenüber einem “normalen” Vitamin D-Wert von 30 ng/ml, desto geringer die Fähigkeit zum schnellen Gehen. Die Forscher schließen daraus einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung und der neuro-muskulären Leistungsfähigkeit (nicht nur) bei älteren Menschen.
Auch die Sportler profitieren
In einem längeren Artikel fasst der Sportler-Blog “Runner`s World” die neueren Erkenntnisse über die Bedeutung des Sonnenschein-Vitamins gerade für Sportler zusammen:
http://www.runnersworld.com/article/0,7120,s6-242-301–13364-2-1-2,00.html
Quelle: PubCrawler
Studie: C. Annweiler et al., Cross-sectional association between serum vitamin D concentration and walking speed measured at usual and fast pace among older women: The EPIDOS study, Journal of Bone and Mineral Research, online vorab publiziert, 4. März 2010

An die Leistungsgrenze mit dem Sonnenschein-Vitamin
Wer den Vitamin D-Spiegel im Blut ständig auf einer optimalen Höhe hält – auch im Winter, wenn die Sonne selbst kein Vitamin D in der Haut erzeugen kann – ist deutlich leistungsfähiger als Menschen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel - und zwar sowohl in der Muskelleistung als auch in der Leistungskapazität des Herz-Kreislauf-Systems.
Das belegt eine neue Studie, die jetzt beim Jahreskongress der American Heart Association vorgestellt wurde.
Die Forscher von der Emory University, Atlanta, USA, hatten 163 gesunde Männer und Frauen mittleren Alters ohne jeden erkennbaren Risikofaktor extremen körperlichen Belastungen ausgesetzt und die Sauerstoffaufnahme sowie die Gefäßbelastung bei Extremleistungen gemessen. Es zeigte sich, dass die Leistungsgrenze bei den gut mit Vitamin D versorgten Probanden deutlich höher lag als bei den Testpersonen mit unterdurchschnittlichem Vitamin D-Gehalt im Blut. Sowohl die Blutzufuhr zu den belasteten Muskeln als auch die Belastbarkeit der Gefäßwände war abhängig von der Vitamin D-Versorgung.
Berichte über ähnliche Forschungsergebnisse finden Sie hier, hier, und hier.
Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass damit noch nicht eine eindeutige Abhängigkeit der Herz-Kreislauf-Leistungen vom Vitamin D-Status erwiesen sei. Der Vitamin D-Status könne auch einfach eine Art Anzeiger (Biomarker) für die Leistungsfähigkeit der Herz-Kreislauf-Systeme des Menschen sein.
Quelle: HighWire/AHA
Studie: Ibhar Al Mheid et al., Vitamin D Levels Are Associated With Exercise Capacity and Measures of Endothelial Function in Healthy Humans, Circulation 2009;120:S551
Eine höhere Dosis an Vitamin D – mehr als 400 Internationale Einheiten (IE) – als Supplement senkt das Risiko eines Knochenbruchs bei älteren Menschen um 20-29 Prozent.
Eine Meta-Studie von Autoren verschiedener Universitäten der Schweiz und der Harvard School of Public Health kommt zu diesem Schluss nach Sichtung von 20 Studien zu Hüft- und anderen Brüchen mit mehr als 80.000 Teilnehmern im Alter über 65 Jahren. In diesen Studien war die Wirkung von Vitamin D- und Kalzium-Gaben gemeinsam und/oder separat untersucht worden.
Die Wirkung bei Knochenbrüchen (ausser Wirbelsäule) lag mit 29 Prozent Risikominderung höher als bei Hüftbrüchen. Diese Wirkung wurde erzielt durch die Gabe von Vitamin D als Supplement gleichgültig ob zusätzlich Kalzium verordnet wurde oder nicht.
Am anderen Ende der Alters-Skala ein ähnliches Ergebnis:
Junge Mädchen mit einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut (über 50 nmol/L) verfügten über eine deutlich höhere Knochenmasse und Knochendichte und über kräftigere Muskeln als Mädchen mit unzureichendem Vitamin D-Status.
So das Ergebnis einer chinesisch-australischen Studie mit 301 weiblichen Jugendlichen. 57.8% der Teilnehmerinnen zeigten einen Vitamin D-Mangel. 31.2% waren stark defizitär (weniger als 25 nmol/L).
Fazit der Autoren: “Ausreichender Vitamin D-Status im Jugendalter ist wichtig für die optimale Knochenbildung – auch im späteren Alter - und Vitamin D-Mangel führt zu Muskelschwäche.”
Quelle: PubCrawler
Studien:
Heike A. Bischoff-Ferrari et al., Prevention of Nonvertebral Fractures With Oral Vitamin D and Dose Dependency. A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials, Archives of Internal Medicine, 2009;169(6):551-561
Leng Huat Foo et al., Low Vitamin D Status Has an Adverse Influence on Bone Mass, Bone Turnover, and Muscle Strength in Chinese Adolescent Girls, Journal of Nutrition (online vorab March 25, 2009)