Archiv für das Tag 'Solarien'

In der Schweiz werden in diesen Tagen die Ergebnisse zweier Umfragen publiziert, die Aufschluss über das Verhalten von Solarien-Nutzern und über ihre Wünsche geben sollen. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonne und Solarium “erholen” sich allmählich von 40 Jahren “feindlicher Propaganda” von “interessierter Seite”. Dazu bedurfte es einer überwältigenden Fülle wissenschaflticher Publikationen (allein 2.400 Studien im Jahr 2009) und solcher Schriften, wie sie jetzt vom Mankau Verlag vorgelegt wird. Das Buch der beiden Experten Profs. Spitz und Grant wird im Oktober erscheinen. Hier die Information des Verlags:

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Über viele  Jahrhunderte nutzte die Medizin ihre heilende Kraft. Durch intensive Angst-Kampagnen von Dermatologen und Krebsorganisationen, gefördert von Kosmetik- und Pharmaindustrie,  ist sie zum bösen Dämon mutiert, der nur noch unsere Gesundheit bedroht. Antibiotika und die Angst vor Hautkrebs haben die positiven Eigenschaften der Sonnenstrahlen vergessen lassen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie wichtig das Sonnenlicht für unsere Gesundheit ist. Denn ohne Sonne kommt es zu einem Defizit an Vitamin D, das für die Regulation zahlreicher Prozesse in nahezu allen Körperzellen benötigt wird.  Eine deutliche Mehrheit aller Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden an Vitamin-D-Unterversorgung und wissen nicht, dass dieser Mangel in vielen Fällen zu Krebs führen kann.

Das “Sonnenhormon” kann nicht nur bei Betroffenen die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern, sondern ist vor allem maßgeblicher Schlüssel zur Prävention: Vitamin D senkt das Krebsrisiko und unterdrückt das Wachstum bösartiger Tumore. Außerdem schützt es vor Rachitis und Diabetes, verlangsamt Knochenschwund, kräftigt die Muskulatur, fördert das Immunsystem, produziert körpereigene Antibiotika, schützt die Nervenzellen (auch vor Multipler Sklerose) und senkt den Blutdruck.

Präventionsmediziner Prof. Dr. Jörg Spitz und Vitamin-D-Experte Prof. Dr. William B. Grant schildern die neuesten Forschungsergebnisse zum UV-Licht und zum Sonnenhormon, erläutern, wie der eigene Vitamin-D-Spiegel ermittelt und reguliert werden kann und geben wertvollen und konkreten Rat, wie mithilfe der Heilkraft der Sonne Krankheiten wie Krebs oder Multiple Sklerose vermieden oder gelindert werden können.
Ein Plädoyer für einen gesundheitsbewussten Umgang mit dem Sonnenlicht!

Auf einige der hier behandelten Themen geht Prof. Spitz in einem Gespräch mit der Redaktion ein, das hier und auf dem YouTube-Kanal “Sonne ist Leben” zu sehen ist:

Wissenschaftler kritisiert unsaubere Untersuchungsmethodik der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) – IARC-Bericht sei fehlerhaft, da unterschiedliche Hauttypen nicht berücksichtigt wurden.

Einer der weltweit renommiertesten Vitamin-D-Forscher, William B. Grant, geht mit der Methodik, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer – IARC) bei ihren Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko anwendet, hart ins Gericht.

Die IARC hat für eine sogenannte Meta-Analyse insgesamt 19 Studien als Basis herangezogen und kam nach der Datenauswertung zu dem Schluss, dass für die Altersgruppe der unter 35jährigen eine Verbindung zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko besteht. Von diesen 19 Studien bezogen sich fünf auf Menschen, die den Hauttyp eins aufweisen. Da dieser Hauttyp genetisch bedingt mit einem höheren Risiko, an Hautkrebs zu erkranken verbunden ist, wird dieser Bevölkerungsgruppe seit jeher dringend geraten, Besonnung – sei es unter dem Solarium oder im Freien – zu vermeiden. Um methodisch sauber zu arbeiten, muss man diese Gruppe gesondert betrachten. Das hat die IARC ganz offensichtlich versäumt“, erläutert William B. Grant.

Nehme man, so Grant weiter, diese getrennte Betrachtung vor, ergäben sich keine kausalen Zusammenhänge zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko. Über die kritische Beurteilung der IARC-Ergebnisse durch führende internationale Wissenschaftler hatten wir hier, hier und hier berichtet. Eine kritische Einschätzung der IARC-Kategorisierung von Sonne und Solarien finde Sie hier.

Studie: William B. Grant, Critique of the International Agency for Research on Cancer’s meta-analyses of the association of sunbed use with risk of cutaneous malignant melanoma (A critical review of Vitamin D and Cancer ), in: Dermato-Endocrinology 1:6, 1-7; November/December 2009“.

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Fast gleichzeitig mit der Verabschiedung des “Solariengesetzes” debattierten in Düsseldorf mehr als 500  Wissenschaftler aus aller Herren Länder beim Jahreskongress ICP der Photobiologen auch über die schützende und heilende Wirkung von Sonne und Solarien einerseits und die Gefahren übermäßiger UV-Bestrahlung andererseits.

Hier eine Zusammenfassung der Diskussion und drei der Kontrahenten im Interview:

Sonne, Solarium, Vitamin D und Gesundheit

Eine ausführliche Version der Interviews mit Profs.  Michael F. Holick, Boston, und Johan Moan, Oslo, sowie Dr. Rüdiger Greinert, Hamburg, werden wir in den nächsten Tagen hier online stellen.

Vitamin D-Mangel weltweit – der IOF-Report

Gerade rechtzeitig zum Kongress und sozusagen als Kontrapunkt zur laufenden Diskussion über das “Solariengesetz” veröffentlicht die International Osteoporosis Foundation spektakuläre Daten über einen weltweiten Mangel an Vitamin D in Form einer Review-Studie mit sechs regionalen Einzelstudien.

Die Defizite an “Sonnenschein-Vitamin” sind sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Regionen und sozialen Gruppen. Eine deutliche Unterversorgung aber wurde für alle Regionen festgestellt.

Als Risikofaktoren für Vitmian D-Defizite nennen die Autoren:
Höheres Alter, weibliches Geschlecht, höhere Breitengrade, Winter, dunkle Haut, geringere Sonnenexposition, Ernährungsgewohnheiten und eine Mangel an Nahrungsergänzungen mit Vitamin D, Wohnen in der Stadt und Arbeiten in geschlossenen Räumen sowie gesellschaftliche Normen, die das Vermeiden von Sonne und Besonnung und die Bedeckung der Haut verlangen.

Quelle: IOF-Website (mit Verweisen zu Zusammenfassungen der sechs Regional-Studien)

Studie:  A. Mithal, D.A. Wahl, J-P. Bonjour et al. on behalf of the IOF Committee of Scientific Advisors (CSA) Nutrition Working Group,  Global vitamin D status and determinants of hypovitaminosis D Osteoporosis International (2009) , online vorab publiziert.

Sonne im Park

Willkommen beim Photomed-Kongress - Dr. Norbert Schmid-Keiner

(Wie immer: Ein Klick auf die Fotos ruft das Bild in Originalgröße auf. Das Kongress-Video, s.u., kann auch in höherer Auflösung hier heruntergeladen werden.)

Die Sonne hatte die Botschaft verstanden und spielte mit beim 2. Europäischen Fachkongress Solarien und Besonnung. Alles was Rang und Namen hat in der Solarienbranche hatte sich im Europaparkt in Rust zum Jahresevent rund und Sonne und Besonnung versammelt.

Im noblen Colosseo mit leicht antikem Flair ging es denn auch im ersten Teil des Programms um die “böse” und die “gute” Sonne und um die Entscheidung für eine von beiden.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=kmompaD6VLI]
Neuorientierung auf die Trendsetter!

Das Sonnenstudio der Zukunft - Bernhard HeinzlmaierDie Botschaft des Trendforschers Bernhard Heinzlmaier hätte nicht eindeutiger ausfallen können:
In seinem Vortrag zum “Sonnenstudio der Zukunft” geißelte er ebenso witzig wie zielsicher alles, was auch nur von weitem an Turbo-Bräune und Deko-Palmen seligen Angedenkens erinnerte. Mit Hilfe von sogenannten Sinus-Milieus, Typen sozialer Lebenswelten und sozialer Schichten, demonstrierte er den gebannt zuhörenden Studio-Betreibern die Notwenigkeit, ihre Denke, Kommunikation und Stilsprache einer Klientel anzupassen, die, so Heinzlmaier, bisher eher selten den Weg in die Sonnenstudios gefunden Gespannte Aufmerksamkeithätte und die alles Schrille und Übertriebene verabscheue: Die besser ausgebildeten und besser betuchten mittleren und Trendsetter-Schichten von der “bürgerlichen Mitte” bis zu den “Modernen Performern” und den “Experimentalisten“.

Diese neuen Meinungsführer setzten auf drei Trends, denen das Studio der Zukunft gerecht werden müsste:

  • Sicherheit durch nachprüfbare Qualität,
  • Gesundheit und individuelle Gesundheisförderung (Heinzlmaier: ” Die große Differenzierung der Schichten und Lebenswelten in Deutschland spielt sich gerade über die Gesundheitsfrage ab“),
  • klar erkennbarer Produktnutzen,

und das in einer stilsicheren, eher zurückhaltenden aber bildhaften Ansprache.

Sein Rat an die Branche: Setzen Sie auf diese neuen Zielgruppen und damit auf die Trendsetter, die anderen werden schon folgen!

Ohne die Initiative Sanftes Sonnen einiger Betreiber zertifizierter Studios beim Namen zu nennen, hatte Heinzlmaier zielgenau deren Programm beschrieben. Und lieferte nicht nur damit dem nächsten Redner eine Steilvorlage.

Staatliche Regulierung der Solarien - Dr. Karl-Eugen HuthmacherDie staatliche Regulierung aller Solarien kommt

Der Vertreter der Bundesregierung, der Leiter der Strahlenschutzabteilung im Bundesumweltministerium, Dr. Karl Eugen Huthmacher, nahm den Ball dankbar auf. Mit einer freundlichen Geste in Richtung zertifizierter Studios im allgemeinen und der Initiative Sanftes Sonnen im besonderen ließ Dr. Huthmacher aber keinen Zweifel an der Entschlossenheit seines Ministeriums, die wichtigsten Kriterien des Runden Tisch Solarien (RTS) für alle Studios durchzusetzen – und die 0,3W/m² auch für Altgeräte ohnehin.

Noch nicht alle scheinen das Problem richtig verstanden zu haben!” und in Richtung der versammelten Studio-Betreiber: “Die gesetzlichen Regeln gelten immer und für alle. Die Sicherheit der UV-Bestrahlung muss von allen gewährleistet werden.”

Bei der Frage nach den Übergangsfristen gab er sich zwar konziliant, verwies aber auf die verstrichene Zeit seit Einführung der Zertifizierung. Trotz de Feststellung: “es bewegt sich etwas, die Branche ist im Aufbruch!” sei nach der jahrelangen Hinhaltetaktik der Branche der Eingriff des Gesetzgebers unvermeidlich geworden.

Fragen zum Solarien-Gesetz und zu SolarkosmetikAuch in den Detailfragen, wie etwa der Beratungsqualität und er Zulässigkeit von SB-Studios oder bei dem geforderten Unbedenklichkeitsnachweis für Solarkosmetika bezog der Regierungsvertreter klare Positionen:

  • Kein Betrieb von Solarien ohne qualifizierte Beratung von Erstnutzern,
  • keine Solarkosmetik vor der Besonnung ohne Unbedenklichkeitsnachweis.

Zu dem zweiten Punkt dann noch eine Klarstellung in der anschliessenden Fragerunde, die kein Ende nehmen wollte und den Zeitplan des Kongresses zu sprengen drohte:
Auch in zertifizierten Studios kann alle Solarkosmetik verkauft werden, es muss aber von ihrem Gebrauch vor der Besonnung abgeraten werden – bis die Bescheinigung vorliegt.

Auf die Frage, warum hier wieder einmal nur die Solarien, nicht aber der Verkauf anderswo von ähnlichen Solarkosmetika auf`s Korn genommen würde, hatte Dr. Huthmacher nur ein freundlich verständnisvolles Schulterzucken, mit dem ein “selbst schuld” zumindest angedeutet wurde.

Der Weg sei vorgezeichnet, die Erfolgsvoraussetzungen für die Zukunft seien die vom Vorredner skizzierten: Der Ministerialbeamte als Trendforscher.

Sonne, Vitamin D und sanftes Sonnen - Prof. Dr. Jörg ReichrathDie Wissenschaft auf Seiten der (sanften) Sonne

Auf solidem wissenschaftlichen Boden aber mit gleicher Richtung dann das Wort aus der Forschung: Prof. Dr. Jörg Reichrath referierte, was manchem im Saal revolutionär vorkam, was aber Lesern des Photomed-Weblog und der Photomed-News sehr vertraut klang:
Sanftes Sonnen” ist nicht nur der Stil der Zukunft sondern auch ein besonders effizientes Gesundheitskonzept. Solarium und Gesundheit können ein harmonisches Paar sein oder zumindest werden.

[youtube=http://de.youtube.com/watch?v=-5qwEY0tBKM]Der weltweit renommierte Forscher mit dem fast schüchternen Gestus versuchte, die komplexen Zusammenhänge einem aufmerksamen Publikum verständlich zu machen: Die Wiederentdeckung der “heilenden Sonne”.

Sanftes Sonnen und Vitamin D - Die Botschaft kommt anSein Vortrag galt vor allem den erstaunlichen Erkenntnissen aus neuerer Zeit über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins“, Vitamin D. Moderate, auf die individuellen Voraussetzungen abgestimmte Besonnung könne ein probates Mittel zur Bekämpfung des weitverbreiteten Vitamin D-Mangels sein, bekräftigte Reichrath auch auf dem “roten Photomed-Sofa” beim Video-Interview (die vollständigen Vorträge und Interviews von Prof. Jörg Reichrath, Dr. Karl-Eugen Huthmacher und Bernhard Heinzlmaier können auf DVD beim Photomed-Verband bestellt werden).

Prof. Reichrath erläuterte ausführlich den für das Sonnenverhalten entscheidenden Unterschied bei der Entstehung des relativ harmlosen „weissen“ zum gefährlicheren „schwarzen“ Hautkrebs. Der „weisse“ Hautkrebs entstehe vor allem im Alter nach langanhaltender, andauernder Sonnenbestrahlung. Der „schwarze“ Hautkrebs dagegen werde begünstigt durch abrupte, starke UV-Bestrahlung mit Sonnenbränden vor allem im Kindesalter, während sich hier eine andauernde, mäßige UV-Bestrahlung gerade umgekehrt, nämlich als langfristiger Schutz vor dem „schwarzen“ Hautkrebs auswirke.

Sanftes Sonnen als wichtiger Auslöser der Vitaemin D-Synthese sei inzwischen als Vorsorge gegen Krebs, Osteoporose, Multiple Sklerose, Diabetes, Tuberkulose und wohl auch verschiedene psychische Erkrankungen solide belegt. Er warnte allerdings vor pauschalen Aussagen. Zu viel Sonne oder zu wenig Sonne, das könne immer nur individuell entschieden werden.

Sicher sei allerdings, dass die gelegentlich hysterischen Warnungen vor der Sonne zu weit gegangen seien. Auch in Deutschland habe deshalb bei Gesundheitsorganisationen und auch bei den Dermatologen ein Umdenken eingesetzt

Reichrath:”Man kann sich auf zwei verschiedene Arten schädigen: Durch zuviel UV und durch zu wenig UV.” Im Moment sei der Schaden durch zu wenig UV-Bestrahlung und Vitamin D-Defizit sicher größer als der mögliche Schaden durch zuviel Sonne.

Die Wissenschaft hat hier längst die Richtung gewiesen. Nun muss nur noch die Praxis auf breiter Front folgen.

Öffentlichkeitsarbeit für Sonnenstudios - Michael MärzheuserTipps und Tricks für die Studio-Praxis

Die Praxis kam denn auch im Folgeprogramm ausgiebig zu ihrem Recht.

Die schwierige Öffentlichkeits- und Pressearbeit zwischen globalen Imageproblemen und lokaler Kontaktpflege schilderte mit vielen Tipps für die Arbeit vor Ort der Münchener PR-Profi Michael Märzheuser.

Marketing mit kleinem Budget - Stefanie GriesbaumNoch ein Stück näher an der Studio-Praxis: Der Workshop “Werbung mit kleinem Budget” mit der branchen-erfahrenen Moderatorin Stefanie Griesbaum.

Der rechte Umgang mit dem Kunden war dann Gegenstand gleich mehrerer Vorträge und Workshops, in denen – nicht immer unwidersprochen – eine Fülle von praktischen Hinweisen und Verhaltenstipps geliefert wurden.

Und dann durfte auch noch gelacht werden, und zwar lautstark und anhaltend: Bärbel Hinz-Käfer übte mit den Teilnehmern ansteckende Fröhlichkeit. Nich nur “Sex sells” sondern auch “Smile sells“.

Heiterkeit und Zuversicht für dei Solarienbranche - Joachim BullermannNach der dann folgenden, markerschütternden Heiterkeit beim atemberaubenden Vortrag des Motivations-Oldies Joachim Bullermann zu urteilen hat die Branche – allen Unkenrufen zum Trotz – den kollektiven Depri längst hinter sich gelassen und ist im brüderlichen Schulterschluss der Qualitäts-Studios auf dem Weg zur Sanften Sonne und zur Freiheit von Überlebensangst.

(Videos und Tonaufzeichnungen aller Vorträge und der Interviews mit Dr. Huthmacher, Prof. Reichrath,
Bernhard Heinzlmaier
können beim Photomed-Verband gegen eine geringe Gebühr bestellt werden).

Der nächste Photomed-Kongress 2009, der
3. Europäische Fachkongress Solarien und Besonnung
findet am 09. Mai 2009 in Berlin statt.

logo-euroskin.jpgDass die “gute Sonne”, die biopositiven Wirkungen von Sonne und Solarien, eine so bedeutende Rolle bei der diesjährigen Konferenz der EUROSKIN – organisiert von den führenden Köpfen der Anti-Solarien-Bewegung in der “Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention” – spielen würde, war nicht von vornherein abzusehen. Die Veranstalter hatten bereits im Vorfeld ihre Absicht deutlich gemacht: “EUROSKIN rät ab von künstlicher Besonnung“.

Die Konferenz mit Wissenschaftlern aus verschiedenen europäischen Ländern, USA und Kanada sollte vor allem auch der Forderung nach einem Verhaltens-Code (Code of Practice) für den Betrieb von Solarien den nötigen Schub verleihen.

Solarien “Code of Practice”Allerdings war dann schon die Vorlage des Codes eine gewisse Überraschung: Die dort aufgestellten Forderungen sind praktisch eine Kopie der Regularien, die bereits vor vier Jahren am “Runden Tisch Solarien” unter aktiver Mitwirkung der Solarienverbände verabschiedet worden waren. Lediglich das Drängen nach direkten staatlichen Eingriffen setzten diese Forderungen ab von der damals beschlossenen und erst im vergangenen September bekräftigten freiwilligen Zertifizierung von Sonnenstudios und anderen kommerziell betriebenen Solarien unter dem Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

Während der “Code of Practice“-Entwurf ausschliesslich auf den – von allen Beteiligten immer schon vertretenen – notwendigen Schutz vor mißbräuchlicher Nutzung von Sonnenbänken und den Folgen für die Hautgesundheit abhebt, zeigten die Vorträge und Diskussionen in den drei Konferenztagen, dass es bei dieser Frage keineswegs nur oder auch nur überwiegend um Schutz vor UV-Strahlung und im Extremfall Hautkrebs geht, sondern um das Thema “Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit“. Die Referate so bekannter Forscher aus Übersee wie die Professoren Reinhold Vieth und William B. Grant zeigten die überragende Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” D für die Vorbeugung vor und Heilung von zahllosen Erkrankungen.

Die Bekämpfung des “epidemischen” Mangels an Vitamin D vor allem in den Industrieländern werde mit seinen Folgen für die “Volksgesundheit” und damit auch für die solidarisch finanzierten Gesundheitssysteme durch die Entdeckungen der Wissenschaft in den letzten Jahren immer drängender.

Prof. Vieth von der Universität Toronto zitierte die jüngsten Revisionen der offiziellen Richtlinien und der Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen zum “Sonnenschein-Vitamin” (wir hatten über Diskussionen zu Neufassungen kanadischer, US-amerikanischer und australischer Richtliniern und Empfehlungen verschiedentlich berichtet, z.B. hier, hier, hier, hier und hier).

Prof. Grant von der Universität San Diego, Kalifornien: “Die positiven Gesundheitswirkungen einer mäßigen UV-Bestrahlung überwiegen bei weitem die Gesundheitsrisiken, solange die UVB-Dosis angemessen ist.”

Genau über diese “angemessene Dosis” wurde heftig gestritten ebenso wie über die Frage, wie diese Dosis gemessen werden sollte.

Dass sich auch das Thema “Sonne, Sonnenbank und Hautkrebs” nicht für schlagwortartige Verkürzungen eignet, zeigten Vorträge wie die der Profs. Doré und Autier (s. auch den Bericht über dessen jüngste Veröffentlichung). Vor allem gibt es keine abschliessende Antwort auf die Frage: ” Sind Sonne und (welche Art von) Solarien und in welcher Dosis und Häufigkeit mitverantwortlich für die Entstehung von `schwarzem` Hautkrebs (Melanom)?”. Prof. J.F. Doré dazu: “Unregelmäßige (intermittierende) Besonnung und Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, sind ein bedeutenes Umweltrisiko (neben den diversen Erbfaktoren etc., d. Red.) für Melanombildung, während fortgesetzte Besonnung eher einen leicht schützenden Effekt gegen Melanoma ausübt.

Tatsächlich gehen in vielen Ländern, so einge Referenten, die Steigerungsraten beim Melanom zurück trotz steigender Solariennutzung in diesen Ländern.

Geprüftes SonnenstudioIn der abschliessenden Pressekonferenz heute wiederholten die Veranstalter, flankiert von Vertretern des Bundesumweltministerium, der EU, der Deutschen Krebshilfe und der Strahlenschutzkommission, die bekannten Positionen und Forderungen – einschliesslich der Regelung von Solarienbesuchen Minderjähriger im Rahmen einer umfassenden Umweltgesetzgebung.

Übereinstimmend unterstrichen alle die besondere Bedeutung der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

In einer ersten Stellungnahme zeigten sich Vertreter der deutschen und europäischen Solarienverbände zufrieden mit der sichtbar gewordenen Chance, in vielen Fragen einen breiten Konsens für die Zukunft der künstlichen Besonnung schaffen zu können:

ESA und Photomed begrüßen die Anstrengungen zu einer europaweiten Harmonisierung der Regelungen für die Nutzung von Sonnenbänken“. Erfreulich sei auch die sich allmählich durchsetzende Erkenntnis über die Bedeutung der positiven Gesundheitswirkungen von UV-Strahlung, insbesondere bei der Versorgung breiter Bevölkerungskreise mit dem lebenswichtigen Vitamin D. Dass dabei der künstlichen Besonnung in fachlich kontrollierten Solarien eine immer größere Bedeutung zukomme, werde sich auch in EUROSKIN-Kreisen langfristig durchsetzen. (Original der ESA Pressemeldung).

(Alle Zitate sind Übersetzungen aus dem Englischen durch die Redaktion)

frau-nah-sonnenbank-solarent.jpgDie Nutzung von Solarien hat nichts mit der Entstehung von “schwarzem” Hautkrebs (Melanom) zu tun. Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie, die in diesen Tage in der internationalen Fachzeitschrift “Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine” veröffentlicht wurde.

Die Forscher waren von der Annahme ausgegangen, dass sich ein Unterschied in der Entwicklung der Melanom-Fälle seit der Erfindung und dem Boom der Sonnenbank in Dänemark zwischen Männern und Frauen durch die wesentlich höher Nutzung der Sonnenbank durch Frauen ergeben müsste.

Zu ihrer Überraschung aber entwickelten sich die Kurven der Melanom-Fälle (Inzidenz) von Frauen und Männern völlig gleich, sowohl in den Jahren vor (1977-89) wie nach (1990-2004) dem Solarien-Boom. Und das obwohl die Frauen drei-viermal häufiger ein Solarium nutzten als die Männer.

Auch die Erklärung, dass sich halt die Männer in dieser Zeit statt im Solarium häufiger im Freien sonnten, erwies sich als nicht stichhaltig. Es gab keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern in ihrem Freizeitverhalten an der Sonne über den gesamten untersuchten Zeitraum.

Ein Einfluss der Sonnenbank auf die Entstehung von schwarzem Hautkrebs sei damit sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher allerdings nach Lage der Daten ein Zusammenhang von Solariennutzung und dem harmloseren Basaliom.

Quelle: PubMed

Studie: A. Faurschou , H.C Wulf, Ecological analysis of the relation between sunbeds and skin cancer, Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine, 2007; 23(4):120-5