Archiv für das Tag 'Sonnenbrand'

Eincremen schützt nicht vor Sonnenbrand

Eincremen schützt nicht unbedingt vor Sonnenbrand - im Gegenteil.

Wer sich regelmäßig mit Sonnencreme vor einem Sonnenbrand schützt, sitzt möglicherweise einer Illusion auf. Eine repräsentative US-Studie zeigt, dass der “Normal-Nutzer” von Sonnenschutzmitteln nicht weniger sondern eher mehr Sonnenbrände pro Jahr erleidet als der typische “Sonnencreme-Muffel”. Als “Entschädigung” die Erkenntnis, dass bei dieser Art der Sonnencreme-Anwendung auch nicht viel an Vitamin D-Bildung über die Sonnenbestrahlung der Haut verloren geht. Den ganzen Beitrag lesen »

Zum ersten Mal: Ozonloch über der Arktis

Ozonloch über der Arktis - ernst nehmen, aber die Kirche im Dorf lassen!

Eigentlich ist die Nachricht inzwischen ziemlich abgestanden: Im Spätwinter/Frühling 2011 hatte sich zum ersten Mal über der Arktis ein Ozonloch gebildet. Das kannten wir bisher nur aus der Antarktis – aus sicherer Entfernung, sozusagen.

Plötzlich im Herbst und lange nach dem Verschwinden des Ozonlochs taucht es nun  in den Medien wieder auf. Den ganzen Beitrag lesen »

In der Schweiz werden in diesen Tagen die Ergebnisse zweier Umfragen publiziert, die Aufschluss über das Verhalten von Solarien-Nutzern und über ihre Wünsche geben sollen. Den ganzen Beitrag lesen »

Die Ozonloch-Posse

Seit Ende März geisterte die Schreckenmeldung vom nie dagewesen-großen Ozonloch über der Arktis durch sämtliche Medien. Mit jedem Tag wurden die Meldungen schriller und jede Tageszeitung, jedes Magazin beeilte sich, die Konkurrenz mit Horrorszenarien zu überbieten. Wie immer ein gutes Beispiel: BILD

Jetzt kommt per dpa die Entwarnung, Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnenschutz

Vorbräunen oder Eincremen - was ist der bessere Sonnenschutz?

Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, wo manche Presseagenturen ins Archiv greifen und die Vorjahrsmeldungen zum Thema Sonnenschutz und “Vorbräunen” recyclen. Beispiel hier die AFP.

Die Argumentation ist seit jeher ebenso stereotyp wie falsch:
Vorbräunen auf der Sonnenbank führe nicht zu mehr Sonnenschutz, weil Solarien (fast) nur UVA abstrahle. UVA sei aber nur für die “Sofortbräune”, also das Einfärben des Melanins zuständig. Für den Melanin-Nachschub und die Bildung der sogenannten “Lichtschwiele” dagegen sei das UVB verantwortlich.

Tatsache ist, dass moderne Solarien zwar im Vergleich zur Natursonne einen höheren UVA-Anteil im Strahlenspektrum haben, dass aber zumeist der UVB-Anteil durchaus noch ausreicht für ein schützendes Vorbräunen.

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Menschen, die in Ihrem Urlaub im Süden regelmäßig Sonnencremes benutzen, erleiden fast doppelt so  häufig (OR 1,91) einen Sonnenbrand wie die Sonnenschutz-Muffel.

Das ist eines der interessanten Ergebnisse einer umfassenden Studie der Dänischen Krebsgesellschaft (Danish Cancer Sociey) über mehrere Jahre. Die Forscher befragten 11.158 repräsentativ ausgewählte Dänen im Alter von 15—59 Jahren nach ihren Urlaubsreisen, ihrem Verhalten an der Sonne, mit welcher Absicht sie in die sonnigen Gefilde reisten und wie oft sie sich dabei einen Sonnenbrand zuzogen. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnen im Park

Entspannen an der Sonne im Park

Sonnen im Park. Entspannung, Vitalisierung - Sonnenbrand? (c)iStockphoto

Einzige Chance der Stadtbewohner, unter der Woche Sonne zu tanken, ist neben der Sonnenbank der Spaziergang oder bei warmem Wetter das Sonnenbad im Park. Dass dabei der Sonnenhunger der “modernen Höhlenbewohner” (Prof. Spitz) gelegentlich über`s Ziel hinausschiesst, ist nicht verwunderlich. Den ganzen Beitrag lesen »

Tomatenpaste gegen UV-SchädenTomatenmark schützt die Haut vor Sonnenbrand und UV-Schäden bei übertriebener Besonnung.  Tomaten enthalten viel Lycopin, in Tomatenmark ist diese Konzentration um mehr als das 10fache höher. Dieses Karotinoid wirkt als Antioxydantium gegen die zerstörerischen “Freien Radikalen“, die vor allem durch die UVA-Strahlen in den Hautzellen übermäßig angeregt werden und auch für die vorzeitige Hautalterung mit verantwortlich sind.
Dabei setzt das Tomatenmark mit seiner schützenden Wirkung gleich an mehreren Stellen an. Den ganzen Beitrag lesen »

spray on tan

Aufgesprüht: Die "bessere" Bräune? Foto Flickr/riz94107

Dass wissenschaftliche Studien nicht selten mit einem “Erkenntnisziel” und nicht “ergebnisoffen” durchgeführt werden, ist bekannt. Nicht immer aber wird das so deutlich wie in der jüngsten Pressekampagne in den USA, mit der wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Selbstbräunern “vermarktet” werden. Selbstbräuner als Alternative zu, und Entwöhnungsvehikel für, Sonne und Solarium.

Ein Schwerpunktheft der renommierten Fachzeitschrift “Archives of Dermatology” lässt schon im Editorial keinen Zweifel am “Erkenntnisinteresse” aufkommen. Überschrift (Übers. d. Red.):
“Absichtliches Bräunen – Da ist mehr als ein Hammer notwendig, um das Verhalten zu ändern” (gemeint ist das Bräunen am Strand und im Solarium).

Die erste der beiden Studien zu diesem Thema im Heft gibt sich denn auch alle Mühe, den Effekt von “Aufklärung” (sprich: aufwändige Multi-Media-Kampagne für Selbstbräuner) über Selbstbräuner vs. Sonne und Solarien nachzuweisen:

Die Studie unter Leitung von Dr. Sherry L. Pagoto an der University of Massachusetts Medical School, Worcester, USA, begleitete einen Werbefeldzug für Selbstbräuner und meldet wissenschaftlich gestützen Vollzug:
Für die Studie wurden 250 Frauen beim Sonnen am Strand rekrutiert. Die Hälfte von ihnen wurden dann in einem Zelt am Strand von “Trainern” mit multimedialem “Informationsmaterial” und heftigem Zuspruch traktiert. Inhalt: Selbstbräuner sind gut, Sonne und vor allem Solarien sind lebensgefährlich.

Ihnen wurden zur Abschreckung UV-Tiefenphotographien von besonnter Haut mit deutlich markierten Sonnenschäden gezeigt, kostenlose Selbstbräuner und Sonnencremes wurden großzügig verteilt und die Probandinnen in den Gebrauch eingewiesen.

Die Gruppe der 125 nicht traktierten Frauen erhielten nur allgemein kosmetische Produkte ohne direkte Verbindung zu Sonnenschutz oder Selbstbräuner.

Über den Erfolg dieser Prozedur (“Gehirnwäsche” wäre sicher ein zu drastischer Ausdruck) berichten die Forscher mit spürbarem Stolz:
Bei der Befragung nach zwei Monaten hatten die bearbeiteten Teilnehmerinnen gegenüber den Frauen in der Kontrollgruppe den Verbrauch von Selbstbräunern deutlich gesteigert, ihren Aufenthalt an der Sonne spürbarer eingeschränkt, seltener einen Sonnenbrand erlitten und trugen häufiger schützende Kleidung.

Nach einem Jahr allerdings fielen die Kontrollen schon weit weniger erfreulich aus für die Selbstbräuner-Advokaten. Zwar bestand immer noch ein leichter Unterschied zwischen beiden Gruppen beim Sonnen im Freien oder im Solarium und auch beim Gebrauch von Selbstbräunern. Aber ausgerechnet bei den Sonnenbränden war ein Unterscheid nicht mehr auszumachen.  Die Autoren der Studie verhehlen ihre Enttäuschung darüber nicht.

Die zweite Studie, von Beginn an weniger “parteilich” angelegt und von bekannten WissenschaftlerInnen wie Prof. Vilma E. Cokkinides von der American Cancer Society, Atlanta, oder Prof. Martin A. Weinstock von der Brown University, Rhode Island, USA, geleitet ist noch weit weniger hilfreich für die Sache der Selbstbräuner-Promotoren.

Die Forscher befragten per Telefon 1.600 Jugendliche im Alter von 11 bis18 Jahren und deren Eltern nach ihre Gewohnheiten beim Aufenthalt an der Sonne, ihrem Selbstbräuner-Gebrauch, nach der Zahl der Sonnenbrände im vergangenen Jahr und nach ihrer Solariennutzung. Das erstaunliche und für die Dermatologen deprimierende Ergebnis:

Die Studie ergab zwar, dass fast 11 Prozent der Younsters Selbstbräuner nutzten. Aber gegen alle Erwartung waren das dieselben Leute, die auch am häufigsten ein Solarium nutzten (2,5 mal häufiger als Nicht-Nutzer von Selbstbräunern) und sich vor allem sehr viel häufiger am Strand einen Sonnenbrand zuzogen (5 oder mehr Sonnenbrände pro Sommer). Auf den Einsatz von Sonnenschutzmitteln hatte der Gebrauch von Selbstbräunern keinen Einfluss.

Bescheiden dann auch die Schlussfolgerung. Prof. Cokkinides: “Wenn jemand rasch  gut aussehen will für die Abschlussfeier, dann könnten Selbstbräuner hilfreich sein und den Einsatz von Solarium oder von längerem Aufenthalt am Strand verhindern.”

Quelle: PubMed, Eurekalert, Science Daily

Studien:
Sherry L. Pagoto et. al., A Beach Randomized Trial of a Skin Cancer Prevention Intervention Promoting Sunless Tanning, Archives of  Dermatology, 2010;146(9):979-984.

Vilma E. Cokkinides et al., Use of Sunless Tanning Products Among US Adolescents Aged 11 to 18 Years, Archives of Dermatology, 2010;146(9):987-992

Editorial:  June K. Robinson, Joel Hillhouse, Rob Turrisi, Intentional Tanning – More Than One Hammer Needed to Change Behavior, Arch Dermatol. 2010;146(9):1029-1030

Sonnenschutz mit Köpfchen

Sonnenschutz besser mit Köpfchen!

Wie in jedem Jahr schwappt auch in diesem Frühjahr mit den ersten wirklich sonnig-warmen Tagen die Welle der Sonnen-Warnungen durch die Medien. Dabei hat sich eine Art hysterischer Folklore eingebürgert, die gelegentlich kuriose, manchmal auch gefährlich falsche Blüten treibt.

Zu den Standards dieser Folklore zählt – nachdem zunächst die schrecklichen Folgen sommerlichen Sonnens in grellen Farben geschildert werden – die Mahnung, sich immer und überall durch Eincremen mit Sonnenschutzmitteln mit Lichtschutzfaktor (LSF) 20-50 zu schützen – mit dem Versprechen, dadurch die Eigenschutzzeit um das 20-50fache zu erhöhen und das Gespenst des “schwarzen” Hautkrebs zu vertreiben.

Diese, auch von einigen Dermatologen gern genommenen, Warnungen und Versprechungen sind durch den wissenschaftlichen Nachweis  des Gegenteils offensichtlich nicht im mindesten zu erschüttern.

Schützen Sonnenschutzmitel wirklich vor Hautkrebs?…

Seit vielen Jahren gibt es immer wieder gut dokumentierte Studien, die belegen, dass der Anteil der Melanom-Erkrankungen bei Menschen mit regelmäßigem Sonnenschutz-Gebrauch gleich hoch oder gar höher liegt als bei Sonnenschutz-Muffeln – eine soeben erschienene Studie, die eigentlich die Gefährlichkeit von Solarien belegen will, beweist eher “versehentlich” auch die Melanom-fördernde Wirkung rigorosen Sonnencremens. Falsches Eincremen und falsches Sicherheitsgefühl werden dafür in der Regel verantwortlich gemacht. Konsequenzen in der Medien-Berichterstattung hat das bisher nicht.

Vielleicht ändert sich das, wenn es nicht mehr um das “ferne” Melanom sondern um den unmittelbar schmerzlich erlebten Sonnenbrand geht.  In anderen Worten wenn sich herausstellt, dass das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln nicht zu weniger, sondern  sogar zu mehr Sonnenbränden führen kann.

Diesen Nachweis tritt jetzt eine Studie der dänischen Krebsgesellschaft an, die 3.499 Teilnehmer im Alter von 15–59 Jahren nach ihrem Verhalten an der Sonne, nach dem Gebrauch von Sonnenschutzmitteln und nach der Zahl der  Sonnenbrände befragte.

Im Durchschnitt der Befragten hatten 35 Prozent  in den vergangenen 12 Monaten mindestens einen Sonnenbrand erlitten. Bei den Jüngeren lag die Quote mehr als vier Mal so hoch wie bei  den Älteren.

Überraschender aber:  Die Quote der Sonnenbrände lag in der Gruppe der Sonnencreme-Nutzer höher als in der Gruppe der Nicht-Nutzer.

Bei denen, die bewusst ein Sonnenbad nahmen, kam es mit oder ohne Sonnenschutzmittel gleich häufig zu einem Sonnenbrand.  Bei denen, die sich eher zufällig an der Sonne aufhielten, kam es öfter zu einem Sonnenbrand in der Gruppe der Sonnencreme-Nutzer als in der Gruppe der Nicht-Nutzer.

Zwei Drittel der Befragten, die einen Sonnenbrand meldeten, hatten sich mit Sonnenscreme eingerieben, um die Eigenschutzzeit für den Aufenthalt an der Sonne entsprechend zu verlängern – eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellte.

Die Autoren schliessen aus ihren Ergebnissen, dass sich künftige Kampagnen zur Vermeidung von Sonnenbränden

  • vor allem an junge Leute wenden,
  • vom Gebrauch der Sonnencremes zur Verlängerung von Sonnenbädern abraten und
  • generell eher Bekleidung und Schatten als Sonnenschutz empfehlen sollten.

Die Studie unterstreicht damit drastisch, wie häufig und vor allem unberechenbar das Sonnen im Freien zu Sonnenbrand und damit verbunden zu Hautschädigungen führen kann – im Gegensatz zum kontrollierten Sonnen und Vorbräunen im (Qualitäts-) Sonnenstudio.

Hinzu kommt, dass das propagierte Eincremen jederzeit und überall

  • nicht nur zu falschen Erwartungen, falschem Verhalten und dadurch zu fatalen Konsequenzen wie Verbrennungen und Hautschäden führt,
  • sondern gleichzeitig auch die Bildung des lebenswichtigen Vitamin D in der Haut verhindert.

… und wer schützt unsere Haut vor den Sonnenschutzmitteln?

Dass  Sonnenschutzmittel selbst als “chemische Coctails” gefährliche Stoffe enthalten, die ihrerseits (Haut-)Krebs fördern, ist immer mal wieder in Testberichten dokumentiert worden (zuletzt in der Zeitschrift ÖkoTest vom Mai 2010, die allerdings sehr viel freundlicher urteilt). Aber dass selbst offiziell (z.B. von der US-Food and Drug Adminsitration) verbotene Substanzen Jahrzehnte lang in weit verbreiteten Cremes überdauerten, ist kaum ins öffentliche Bewusstsein gedrungen.

Jetzt hat die US-Verbraucherorganisation Environmental Working Group (EWG) 500 Sonnenschutz-Produkte daraufhin untersucht und nur 39, also ganz 8 Prozent, als unbedenklich klassifiziert. Der Report kann hier heruntergeladen werden
http://www.ewg.org/2010sunscreen

Auch die enragiertesten Solariengegner sollten bei kommenden Kampagnen mit ihren Hinweisen auf die rettenden Sonnencremes vorsichtiger sein. Dem Verbraucherschutz ist das Verwirrspiel zwischen Böcken und Gärtnern sicher nicht zuträglich.

Dabei ist die Botschaft doch so einfach und absolut konsensfähig:  Sonne genießen, solange es dem Körper und der Psyche nützt, die Sonne meiden, bevor zuviel des Guten ins Böse umschlägt. Das Chamäleon hat es uns doch vorgemacht …

Quelle:  Newswise/Environmental Working Group

Studie:  Brian Køster et al.,  Prevalence of sunburn and sun-related behaviour in the Danish population: A cross-sectional studyScandinavian Journal of Public Health, online vorab 19. Mai 2010

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