Archiv für das Tag 'Sonnenexposition'

Sonne ist gut für die Gesundheit. Aber die Sonne ist auch mitverantwortlich für Hautkrebs, insbesondere für den weniger gefährlichen “weissen” Hautkrebs.

Dänische Wissenschaftler haben jetzt eine interessante Rechnung aufgemacht und das Ergebnis beim diesjährigen Kongress der European Artheriosclerosis Society in Göteborg vorgetragen:

Menschen mit einem “weissen” Hautkrebs, und damit vermutlich einem längerem und intensiverem Aufenthalt an der Sonne,

  • erleiden wesentlich seltener einen Herzinfarkt (34 Prozent),
  • brechen sich um ein Drittel seltener den Hüftknochen und
  • haben insgesamt eine um fast die Hälfte niedrigere Sterberate! Den ganzen Beitrag lesen »
Jugendliche in der Sonne am Strand

In der Sonne am Strand - Problem oder/und Lösung?

Die Warnungen vor der Sonne und ihrem “kleinen Bruder”, der Sonnenbank, werden umso schriller, je jünger die Zielgruppen der Kampagnen sind. Dabei schrecken diese Kampagnen nicht vor der Manipulation von Hautkrebsstatistiken bei Jugendlichen zurück, um dem Ganzen den rechten Horror-Drive zu verpassen.

Gleichzeitg aber entwickelt sich in der wissenschaftlichen Forschung ein Konsens darüber, dass

  • gerade für Kinder und Jugendliche ein ausreichendes (nicht übertriebenes) Maß an Sonne und damit an “Sonnenschein-Vitamin D” immer wichtiger wird für das Zellwachstum, die Knochenfestigkeit und den Muskelaufbau, und auch für die Vorbeugung chronischer Erkrankungen, vor allem der Osteoporose, Diabetes, virale und bakterielle Infektionen und Autoimmunerkrankungen, unbedingt notwendig ist, -
  • aber gerade Jugendliche sich immer seltener an der Sonne aufhalten und der Vitamin D-Mangel vor allem in der Altergruppe zwischen 12 und 18 Jahren ständig zunimmt.

Zwei aktuelle Studien belegen jetzt diesen Sonnen- und Vitamin D-Mangel bei Jugendlichen in Europa und den USA. Den ganzen Beitrag lesen »

Der Aufenthalt an der Sonne hat offensichtlich auch ohne die Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins D” eine schützende Wirkung vor bestimmten Krebsarten.

Für Lymphknoten- und Knochenmark-Krebs hat das jetzt eine Gruppe von Wissenschftlern an verschiedenen kalifornischen Forschungsinstituten nachgewiesen. Den ganzen Beitrag lesen »

Woher kommen die Falten

Woher die unterschiedliche Faltenbildung?

Woher kommen die Falten?

Natürlich mit dem Alter. Zu dieser Erkenntnis käme man vermutlich auch ohne eine umfangreiche Studie.  Interessanter daher die Aussagen über  die anderen mehr oder weniger bekannten “Faltenmacher”. Unter diesen hat sich in der öffentlichen und vor allem in der veröffentlichten Meinung ein Hauptübeltäter fest eingeprägt: die Sonne! Genauer: Die UVA-Strahlen der Sonne und besonders der Sonnenbank.

In dieses vor allem von Dermatologenverbänden liebevoll gemalte Feindbild frisst jetzt eine aktuelle Studie häßliche Löcher: Verantwortlich für die Falten ist, neben dem Alter selbstverständlich, starkes Rauchen – und das männliche Geschlecht. Männerhaut faltet sich halt früher und stärker als Frauenhaut. Der Aufenthalt an der Sonne dagegen hat kaum eine Bedeutung für die Faltenbildung. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnenscheihn-Vitamin gegen Brustkrebs

Sonne schützt vor Brustkrebs

Häufigere Aufenthalte an der Sonne verringern in allen Altersstufen das Risiko einer Brustkrebserkrankung.

Der Zusammenhang von Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, und der Vorbeugung von Brustkrebs ist in den vergangenen Jahren in etlichen Studien belegt worden. (Wir haben hierhier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier darüber brichtet). Oft ging es dabei um den Vitamin D-Status durch Ernährung oder Mahrungsergänzung. Die Forscher um Prof. Laura N. Anderson an der Universität von Toronto aber fragten in ihrer Studie ausschließlich nach Vitamin D aus einer Quelle, dem Sonnenschein. Den ganzen Beitrag lesen »

Fast beschwörend klingt es in den neuen Empfehlungen der Kinderärzte (Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin):
Die Kinder- und Jugendärzte sollten die Eltern darauf hinweisen, wie bedeutsam die tägliche intensive Bewegung (mindestens 1 h) ihrer Kinder im Freien ist. Über die Sonnenlichtexposition wird die Vitamin-D-Versorgung verbessert und über die Bewegung der Aufbau der Knochenmasse zusätzlich gesteigert. Diese Effekte führen zum Aufbau einer maximalen Knochenmasse („peak-bone-mass“) und damit zu einer Prävention der Osteoporose im späteren Alter. Da Lebensumfeld und Freizeitgestaltung im Kinderalltag kaum noch diesen optimalen, täglichen und ausgiebigen Aufenthalt im Freien zulassen, erscheint angesichts der allgemein unzureichenden Vitamin-D-Versorgungung eine Supplementierung ratsam.”

Während in den Medien und in der PR der Dermatologenverbände immer noch gebetsmühlenartig vor den Gefahren der Mittagssonne gewarnt wird, empfehlen die Kinder- und Jugendärzte jetzt “als effektivste Form der der Verbesserung des Vitamin-D-Status“: “Eine Sonnenexpositionsdauer in den Monaten April bis September von 5–30 min 2-mal pro Woche zwischen 10 und 15 Uhr mit unbedecktem Kopf, freien Armen und Beinen ist zur adäquaten Vitamin-D-Produktion im Kindes- und Jugendalter (Hauttyp 2 und 3) ausreichend …” Wenn schon nicht genug Sonne, dass wenigstens Ergänzungspillen. Den ganzen Beitrag lesen »

Wer im täglichen Leben sich häufiger an der Sonne aufhält verringert sein Risiko, an einem der tödlichsten Krebsarten, dem Lymphknotenkebs, zu erkranken. Den ganzen Beitrag lesen »

Im Winter, wenn die Sonnenstrahlen in nördlichen Ländern selbst zur Mittagszeit so schräg einfallen, dass die UVB-Strahlen kaum die Erde erreichen, steigen die Fälle von Eklampsie, einer typischen, gefährlichen Schwangerschafts- und Geburts-Komplikation, auf das Doppelte an.

Ärzte am berühmten Karolinska Institut in Schweden analysierten die Daten von 482,759 Erstgeburten von schwedischen Frauen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dabei stellten Sie fest, dass Komplikationen im letzten Drittel der Schwangerschaft und bei der Geburt in den dunklen Monaten des Jahres fast zwei Mal so häufig auftraten wie in den übrigen Monaten.

Die Forscher resumieren: “Ein Mangel an Sonnenlicht erhöht die Anfälligkeit der Frauen für eind Eklampsie – wahrscheinlich aufgrund eines Vitamin D-Mangels.”

Quelle: PubMed

Studie:  A. Rylander, P.G. Lindqvist, Eclampsia is more prevalent during the winter season in Sweden, Acta Obstet Gynecol Scand. 2011 Jan;90(1):114-7

Outdoor Worker

Hat gut lachen!

Die Arbeit im Freien und an der Sonne schützt vor neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson`schen Krankheit.

Forscher vom Institute of Cancer Epidemiology der Danish Cancer Society (Dänischen Krebs-Gesellschaft), von der Harvard Medical School und der University of California (UCLA) werteten die Daten zum Arbeitsleben und zur Arbeitssituation von 3.819 Männern mit Parkinson-Diagnose in den Jahren 1995–2006 und verglichen sie mit einer repräsentativen Auswahl von 19.282  Männer in den gleichen Altersgruppen.

Nach dem Umfang der Arbeiten im Freien wurden die Männer in vier Gruppen eingeteilt und daraus Schlüsse auf die jeweilige Sonnen-Exposition gezogen: Ausschließlich Arbeit in geschlossenen Räumen einerseits und wenige, häufige und ausschließliche Arbeiten im Freien andererseits.

Die Männer mit einer Arbeit ausschließlich im Freien – und daher am meisten der Sonne ausgesetzt – hatten ein um 28 Prozent niedrigeres Risiko, an “Parkinson” zu erkranken als die Männer, deren Arbeitsleben sich in geschlossenen Räumen abspielt, wie z. B. Büroangestellte. Bei den Männern mit häufigem Aufenthalt im Freien lag der Wert bei  14 Prozent und bei den Männern mit geringerem Anteil an Außenarbeiten immerhin noch bei 10 Prozent.

Inwieweit dieser Unterschied auf den unterschiedlichen Vitamin D-Werten beruhte, müsste im Einzelnen, so die Autoren, in einer weiteren Studie untersucht werden.

Quelle: Science Daily

Studie: Line Kenborg et a., Outdoor work and risk for Parkinson’s disease: a population-based case–control study, Occupational and Environmental Medicine, Published Online First 30 September 2010

spray on tan

Aufgesprüht: Die "bessere" Bräune? Foto Flickr/riz94107

Dass wissenschaftliche Studien nicht selten mit einem “Erkenntnisziel” und nicht “ergebnisoffen” durchgeführt werden, ist bekannt. Nicht immer aber wird das so deutlich wie in der jüngsten Pressekampagne in den USA, mit der wissenschaftliche Studien zum Einsatz von Selbstbräunern “vermarktet” werden. Selbstbräuner als Alternative zu, und Entwöhnungsvehikel für, Sonne und Solarium.

Ein Schwerpunktheft der renommierten Fachzeitschrift “Archives of Dermatology” lässt schon im Editorial keinen Zweifel am “Erkenntnisinteresse” aufkommen. Überschrift (Übers. d. Red.):
“Absichtliches Bräunen – Da ist mehr als ein Hammer notwendig, um das Verhalten zu ändern” (gemeint ist das Bräunen am Strand und im Solarium).

Die erste der beiden Studien zu diesem Thema im Heft gibt sich denn auch alle Mühe, den Effekt von “Aufklärung” (sprich: aufwändige Multi-Media-Kampagne für Selbstbräuner) über Selbstbräuner vs. Sonne und Solarien nachzuweisen:

Die Studie unter Leitung von Dr. Sherry L. Pagoto an der University of Massachusetts Medical School, Worcester, USA, begleitete einen Werbefeldzug für Selbstbräuner und meldet wissenschaftlich gestützen Vollzug:
Für die Studie wurden 250 Frauen beim Sonnen am Strand rekrutiert. Die Hälfte von ihnen wurden dann in einem Zelt am Strand von “Trainern” mit multimedialem “Informationsmaterial” und heftigem Zuspruch traktiert. Inhalt: Selbstbräuner sind gut, Sonne und vor allem Solarien sind lebensgefährlich.

Ihnen wurden zur Abschreckung UV-Tiefenphotographien von besonnter Haut mit deutlich markierten Sonnenschäden gezeigt, kostenlose Selbstbräuner und Sonnencremes wurden großzügig verteilt und die Probandinnen in den Gebrauch eingewiesen.

Die Gruppe der 125 nicht traktierten Frauen erhielten nur allgemein kosmetische Produkte ohne direkte Verbindung zu Sonnenschutz oder Selbstbräuner.

Über den Erfolg dieser Prozedur (“Gehirnwäsche” wäre sicher ein zu drastischer Ausdruck) berichten die Forscher mit spürbarem Stolz:
Bei der Befragung nach zwei Monaten hatten die bearbeiteten Teilnehmerinnen gegenüber den Frauen in der Kontrollgruppe den Verbrauch von Selbstbräunern deutlich gesteigert, ihren Aufenthalt an der Sonne spürbarer eingeschränkt, seltener einen Sonnenbrand erlitten und trugen häufiger schützende Kleidung.

Nach einem Jahr allerdings fielen die Kontrollen schon weit weniger erfreulich aus für die Selbstbräuner-Advokaten. Zwar bestand immer noch ein leichter Unterschied zwischen beiden Gruppen beim Sonnen im Freien oder im Solarium und auch beim Gebrauch von Selbstbräunern. Aber ausgerechnet bei den Sonnenbränden war ein Unterscheid nicht mehr auszumachen.  Die Autoren der Studie verhehlen ihre Enttäuschung darüber nicht.

Die zweite Studie, von Beginn an weniger “parteilich” angelegt und von bekannten WissenschaftlerInnen wie Prof. Vilma E. Cokkinides von der American Cancer Society, Atlanta, oder Prof. Martin A. Weinstock von der Brown University, Rhode Island, USA, geleitet ist noch weit weniger hilfreich für die Sache der Selbstbräuner-Promotoren.

Die Forscher befragten per Telefon 1.600 Jugendliche im Alter von 11 bis18 Jahren und deren Eltern nach ihre Gewohnheiten beim Aufenthalt an der Sonne, ihrem Selbstbräuner-Gebrauch, nach der Zahl der Sonnenbrände im vergangenen Jahr und nach ihrer Solariennutzung. Das erstaunliche und für die Dermatologen deprimierende Ergebnis:

Die Studie ergab zwar, dass fast 11 Prozent der Younsters Selbstbräuner nutzten. Aber gegen alle Erwartung waren das dieselben Leute, die auch am häufigsten ein Solarium nutzten (2,5 mal häufiger als Nicht-Nutzer von Selbstbräunern) und sich vor allem sehr viel häufiger am Strand einen Sonnenbrand zuzogen (5 oder mehr Sonnenbrände pro Sommer). Auf den Einsatz von Sonnenschutzmitteln hatte der Gebrauch von Selbstbräunern keinen Einfluss.

Bescheiden dann auch die Schlussfolgerung. Prof. Cokkinides: “Wenn jemand rasch  gut aussehen will für die Abschlussfeier, dann könnten Selbstbräuner hilfreich sein und den Einsatz von Solarium oder von längerem Aufenthalt am Strand verhindern.”

Quelle: PubMed, Eurekalert, Science Daily

Studien:
Sherry L. Pagoto et. al., A Beach Randomized Trial of a Skin Cancer Prevention Intervention Promoting Sunless Tanning, Archives of  Dermatology, 2010;146(9):979-984.

Vilma E. Cokkinides et al., Use of Sunless Tanning Products Among US Adolescents Aged 11 to 18 Years, Archives of Dermatology, 2010;146(9):987-992

Editorial:  June K. Robinson, Joel Hillhouse, Rob Turrisi, Intentional Tanning – More Than One Hammer Needed to Change Behavior, Arch Dermatol. 2010;146(9):1029-1030

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