Archiv für das Tag 'sonnenlicht'

Sonnenlicht und Regenwald

Foto: Dieter/pixelio

Die ungeheure Vielfalt der Pflanzen und vor allem der Bäume im tropischen Regenwald wurde bisher immer vor allem dem – wie der Name schon sagt – reichlichen Regen zugeschrieben. Jetzt fanden Forscher heraus: Nicht der Regen sondern die Sonne sorgt für die Menge der Baum-Arten, die für die tropischen Urwälder so typisch ist.

Auf wenigen Hektar Wald wachsen dort hunderte von Baum-Arten. Die Verfügbarkeit von Wasser und vor allem Sonnenlicht bestimmt dann, welcher Baum sich in welcher Nische entwickeln kann. Den ganzen Beitrag lesen »

Gene Gern genommen von Dermatologen und Medien die Behauptung: zu mehr als 90 Prozent seien die UV-Strahlen der Sonne oder der Sonnenbank “schuld” am “schwarzen” Hautkrebs, dem Melanom. Das war immer schon Unsinn, aber mit den Fortschritten bei der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, tauchen immer mehr Belege dafür auf, dass ein Großteil der Melanom-Fälle durch diese Erbfaktoren erklärt werden können. Den ganzen Beitrag lesen »

Zu den wesentlichen Gründen für die Entstehung der Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS) zählen neben einer genetischen Disposition vor allem fehlendes Sonnenlicht und das Epstein-Barr-Virus. Das berichten jetzt englische Forscher von der Oxford University in England. “Die Krankheit wurde schon bisher mit den beiden Umweltfaktoren in Verbindung gebracht. Wir wollten überprüfen, ob man mit diesen beiden Faktoren die unterschiedliche Verbreitung der Erkrankung in England erklären kann“, erklärt Studienleiter Prof. George C. Ebers. Den ganzen Beitrag lesen »

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament  Foto: David Cheskin/PA Wire

Ryan McLaughlin vor dem schottischen Parlament Foto: David Cheskin/PA Wire

Ein 14-jähriger Schüler und seine Protestaktionen führen jetzt zur Einberufung einer internationalen Konferenz über die Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamin D”.

Ryan McLaughlin aus dem schottischen Glasgow hatte sich mit einer Petition an das schottische Parlament gewandt: Er habe erfahren, dass Vitamin D und der besonders in Schottland weit verbreitete Sonnen- und damit Vitamin D-Mangel eine wichtige Rolle bei der Multiplen Sklerose seiner Mutter spielen könnte. Der Schüler wollte das Parlament veranlassen, Richtlinien über die Versorgung mit Vitamin D zu erlassen und über das richtige Verhalten an der Sonne besser zu informieren – statt die Angst vor den Sonnenstrahlen noch zu schüren.

Seiner Bitte hatte er mit Mahnwachen vor dem Parlament Nachdruck verliehen und in den Medien damit einige Aufmerksamkeit erregt. Jetzt hat das Parlament und die Regierung darauf positiv reagiert:

Die schottische Regierung stellte einen “dringenden Bedarf” nach öffentlichen Informationen fest,  sowohl für Ärzte als auch für medizinische Laien, besonders Mütter.  Eine entsprechende Kampagne wurde in Auftrag gegeben.

Ausserdem wurde für den 27. April dieses Jahres eine wissenschaftliche Konferenz einberufen, an der Experten zu Sonnenlicht, Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) aus aller Welt teilnehmen werden.

Abgeordnete und Regierungsmitglieder beglückwünschten Ryan McLaughlin zu seinem ungewöhnlichen Erfolg.

Quelle: Times Online

junger-mann-in-der-sonneMännliche Hormone (Androgene) richten sich nach der Sonne.  Männer mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 30 ng/l haben deutlich höhere Testosteron-Werte (insbesondere an nicht gebundenem, verfügbarem und daher wirksamen Testosteron) als Männer mit niedrigeren Vitamin D-Werten (20-29 oder gar <20 ng/l).
Diese Werte sind – genau wie die Vitamin D-Werte – von der Sonneneinstrahlung abhängig. Ende März – am Ende des “Vitamin D-Winters” -  ist der Testosteron-Spiegel am niedrigsten, Ende August am höchsten. Flapsig gesprochen: Je höher die Sonne steigt, desto männlicher der Mann!

Ganz so drücken es zwar die Forscher an der Medizinischen Universität Graz nicht aus, die diesen Zusammenhang untersucht haben und jetzt die Ergebnisse in der Fachzeitschrift “Clinical Endocrinology” veröffentlichten.  Ihre Untersuchungen von 2299 Männern über einen  Zeitraum von vier Jahren bestätigen aber einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der  Versorgung mit dem “Sonnenschein-Vitamin D”, saisonalen Einflüssen und der Höhe des wirksamen männlichen Hormon-Pegels.

Da 80-90 Prozent des “Sonnenschein-Vitamins”  durch die UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium über die haut im Körper selbst gebildet wird, reicht die Ernährung für eine ausreichende Versorgung nich annnähernd.  “Das UVB-Licht ist und bleibt der wichtigste Lieferant, wer zu wenig in der Sonne ist, muss Vitamin D zusätzlich einnehmen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Dr. Winfried März vom Synlab Medizinischen Versorgungszentrum Heidelberg, im Interview mit pte.

Vor allem im Winter könne künstliches Sonnenlicht in Solarien das fehlende Sonnenlicht  ersetzen. “Die nötige Menge ist nicht einmal besonders hoch. Eine Exposition von 15 bis 20 Minuten reicht dafür aus“, so der Mediziner abschließend.

Quelle:  ScienceDaily/pte

Studie: E. Wehr, S.  Pilz, B.O. Boehm , W. März, B. Obermayer-Pietsch, Association of vitamin D status with serum androgen levels in menClinical Endocrinology 29. Dezember 2009

Zuviel Sonnenschutz birgt Osteoporose-Gefahr

Zuviel Sonnenschutz birgt Osteoporose-Gefahr

Die Kampagnen gegen das Sonnen sind zu weit gegangen. Die verbreitete Angst vor der Sonne schadet zunehmend der Gesundheit. So die Meinung der britischen Osteoporose-Gesellschaft (National Osteoporosis Society, NOS).

Nach einer repräsentative Umfrage der NOS glauben inzwischen weite Teile der Bevölkerung, es gäbe kein sicheres Sonnen im Freien oder im Solarium. Viele Menschen sind dazu übergegangen, die Sonne gänzlich zu meiden. Drei Viertel der Befragten hielten es für notwendig, immer und bei jedem noch so kurzen Aufenthalt an der Sonne Sonnenschutzmittel anzuwenden.

Diese Haltung, so warnt die Osteoporose-Gesellschaft, könne zu Knochenschwäche und Osteoporose führen.

Regelmäßige Besonnung deutlich unterhalb der Sonnenbrand-Schwelle (MED) sei für die Knochengesundheit unerläßlich. Die Menschen sollten Ihre Mittagspausen nutzen, um die täglich notwendigen 15-20 Minuten UV-Strahlen für die ausreichende Produktion von Vitamin D zu erreichen.

Vitamin D ist notwendig für die Einlagerung von Kalzium in den Knochenbau und damit für Dichte und Festigkeit der Knochen. 90 Prozent des notwendigen Vitamin D wird über die Bestrahlung durch UVB, ein Bestandteil der Sonnenstrahlen, im Körper selbst produziert.

Professor Dr. Roger Francis, Sprecher des medizinischen Beirats der NOS, warnt allerdings vor dem Mißverständnis, dass viel Sonne auch in jedem Fall viel hilft: “Wir raten nicht zu beliebig langen Sitzungen unter der Sonne. Zu viel Sonne kann gesundheitlichen Schaden anrichten.  Wochenlang am Strand liegen und in der Sonne braten führt keineswegs zu mehr Vitamin D.”

Auch die britische Krebsforschungsgesellschaft (Cancer Research UK) unterstützt diese Position. Ihre Sprecherin, Caroline Cerny: “Wir alle brauchen genügend Sonnenlicht, aber wir sollten bedenken,  dass die ausreichende Dosis Sonnenstrahlen für die Vitamin D-Produktion weit unter der Menge liegt, die einen Sonnenbrand verursachen kann – und diese Menge ist sehr verschieden je nach Hauttyp, Tages- und Jahreszeit und die Weltgegend, in der wir uns gerade befinden.”

Quelle: BBC HealthNews

Wenn die Sonne sinkt - PolarlichtDas Risiko, an Leukämie zu erkranken, ist in Finnland in der dunklen Jahreszeit um 58 Prozent höher als im Sommer. Wesentlicher Grund dafür ist das verbreitete Vitamin D-Defizit in der sonnenarmen Saison.

Finnische Wissenschaftler von der Universität Oulu stiessen auf diesen Zusammenhang bei der Untersuchung von 7,423 Leukämie-Fällen in Finnland in den Jahren 1964-2003.

Studie: T. Timonen et al., Are sunlight deprivation and influenza epidemics associated with the onset of acute leukemia? Haematologica, 2007 Nov;92(11):1553-6.

SonneSonnenlicht schützt vor Gebärmutterhalskrebs. Ein weltweiter Vergleich nationaler Erkrankungszahlen in 107 Ländern zeigt, dass diese Tumorart in sonnigen Ländern näher dem Äquator wesentlich seltener auftritt als in höheren Breitengraden.

Das Forscherteam um die Professoren Cedric F. Garland und William B. Grant von der Universität von Kalifornien in San Diego machen dafür die im Süden stärkere UVB-Strahlung verantwortlich, die die Bildung von Vitamin D3 im Körper ermöglicht. Die Forscher hatten in früheren Studien schon den Schutzeffekt von Sonnenlicht für Darm-, Nieren-, Brust- und Eierstockkrebs mit ähnlichen Ergebnissen untersucht.

In der neuen Studie verglichen sie die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs in bestimmten Ländern mit deren Entfernung vom Äquator. Resultat: Mit zunehmender Distanz vom Äquator steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Tumoren. Neben dem Vitamin D-Mangel aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung steigern, nach dieser Studie, auch Übergewicht und ein hoher Anteil tierischer Fette an der Ernährung der Bevölkerung das Krebsrisiko.

Quelle: AP

Studie: Cedric F. Garland et al., Is ultraviolet B irradiance inversely associated with incidence rates of endometrial cancer: an ecological study of 107 countries, Preventive Medicine, Volume 45, Issue 5, November 2007, Pages 327-331

Foto: Flickr/burmeister

Brustkrebs und Vitamin DSonnenlicht (und die UVB-Strahlen des Solariums) schützen vor Brustkrebs – besonders Frauen mit heller Haut.

Mit diesem Ergebnis einer Studie an ca. 4.000 Frauen zwischen 35 und 79 Jahren bestätigen die Forscher an verschiedenen Universitäten der US-Westküste frühere Ergebnisse ihrer Kollegen von anderen Forschungsinstituten weltweit zu den Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” D3 bei der Vorbeugung verschiedener Krebsarten.

Die Forscher hatten die “natürliche” Pigmentierung der Haut am Unterarm der Frauen gemessen (eine Stelle, die von der Sonne so gut wie nie erreicht wird) und mit der Pigmentierung an der der Sonne zugewandtesten Stelle des Körpers, der Stirn, verglichen und damit das Ausmaß der Sonnen-Exposition gemessen. Ergebnis: Die Frauen mit der höchsten Sonnen-Exposition hatten das niedrigste Risiko, an einem gefährlichen Brustkrebs zu erkranken. Bei dunkelhäutigen Frauen, z. B. den Afro-Ameriknerinnen, konnte dieser Effekt allerdings nicht nachgewiesen werden.

Wir glauben, dass Sonnenlicht zu einem niedrigern Brustkrebsrisiko verhilft, weil der Körper selbst das aktive Vitamin D durch Sonneneinstrahlung bildet“, so die Studienleiterin Esther John vom Northern California Cancer Center. Die Tatsache, dass die Wirkung besonders bei fortgeschrittenem Brustkrebs zu beobachten ist, erklären die Forscher mit der regulierenden Wirkung von Vitamin D, die das Wachstum der Krebszellen im Körper bremst.

Eine deutsche Studie vom Krebsforschungs-Zentrum in Heidelberg kommt fast gleichzeitig zu ähnlichen Ergebnissen bei überwiegend jüngeren Frauen. Die Heidelberger Wissenschaftler gingen der Fragen nach, ob eine Vitamin D-reiche Ernährung bzw. Nahrungsergänzung allein oder nur in Kombination mit ausreichender Kalzium-Zufuhr einen Schutz gegen den Brustkrebs bildet – oder überhaupt nicht.

Ergebnis: Die optimale Versorgung mit Vitamin D allein halbierte das Brustkrebs-Risiko bei der untersuchten Gruppe von Frauen vor der Menopause. Die Kalzium-Zufuhr hatte keinen positiven Zusatz-Effekt.

Quelle: PubCrawler/EurekAlert

Studien:
Esther M. John, Gary G. Schwartz, Jocelyn Koo, Wei Wang, and Sue A. Ingles, Sun Exposure, Vitamin D Receptor Gene Polymorphisms, and Breast Cancer Risk in a Multiethnic Population, American Journal of Epidemiology, 2007 166(12):1409-1419; online vorab publiziert 12 October 2007

Abbas  S, Linseisen J, Chang-Claude J., Dietary Vitamin D and Calcium Intake and Premenopausal Breast Cancer Risk in a German Case-Control Study. Nutrition and Cancer 2007;59(1):54-61

Update 2009:
Abbas, S. et al., Plasma 25-hydroxyvitamin D and premenopausal breast cancer risk in a German case-control study. Int J Cancer 2009;124:250-5