Archiv für das Tag 'Sonnenstrahlen'

Fetter Fisch statt Sonne

Dermatologen-Empfehlung: Sonnenschein-Vitamin D ohne Sonne. Viel fetter Fisch!

Nach hinhaltendem Widerstand in den vergangenen Jahren und gelegentlich haarsträubenden Rückzugsgefechten mit merkwürdigen Argumenten haben jetzt auch die Dermatologen die Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins”, Vitamin D, offiziell zur Kenntnis genommen. Nachdem andere medizinische Fachverbände längst neue Leitlinien, Grenzwerte und Empfehlungen zu Vitamin D verabschiedet hatten, ziehen jetzt auch die Dermatologen nach – wie in diesen Tagen die American Academy of Dermatology (AAD).

Dabei stehen die Organisationen der Dermatologen vor einem unlösbaren Dilemma: Nach jahrzehntelangen kostspieligen Feldzügen Seite an Seite mit der Kosmetik- und Pharmaindustrie gegen die Sonne und vor allem gegen das Solarium, würde eine radikale Kehrtwende die Glaubwürdigkeit beider irreparabel beschädigen. Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnen im Park

Entspannen an der Sonne im Park

Sonnen im Park. Entspannung, Vitalisierung - Sonnenbrand? (c)iStockphoto

Einzige Chance der Stadtbewohner, unter der Woche Sonne zu tanken, ist neben der Sonnenbank der Spaziergang oder bei warmem Wetter das Sonnenbad im Park. Dass dabei der Sonnenhunger der “modernen Höhlenbewohner” (Prof. Spitz) gelegentlich über`s Ziel hinausschiesst, ist nicht verwunderlich. Den ganzen Beitrag lesen »

Mann und Frau in der Sonne - Kornfeld

Mittagssonne geniessen! Foto:Fotolia

Die Mittagssonne war mega-out! Jetzt ist sie wieder voll im Trend!

Mehr als 30 Jahre lang gehörte die Warnung vor der Mittagssonne, vor allem im Sommer, zum Mantra der Ratgeber-Redaktionen in sämtlichen Medien und natürlich bei den “Souffleuren” aus der “Anti-Sonne-und-Solarien”-Kamarilla mit ihren Sonnen-Angst-Kampagnen. 30 Jahre lang hat der falsche Rat:
“Meide die Mittagssonne um jeden Preis!
einen vernünftigen und gesundheitsfördenden Umgang mit der Sonne, mit ihren UV-Strahlen und mit der Vitamin D-Versorgung verhindert.

Jetzt wendet sich der Trend! Gesundheitsorganisationen und offizielle Stellen revidieren ihre Aussagen und Empfehlungen – und die Medien werden, wie immer, in einigem Abstand folgen. Der neue Rat:
“Nutze die Mittagssonne, mit Verstand!” Den ganzen Beitrag lesen »

Sonnenschein hilft gegen Brustkrebs

Frauen zur Sonne!

Das Brustkrebsrisiko für Frauen könnte schon mit einer relativ geringen Verbesserung der Vitamin D-Versorgung durch mehr Sonne, Nahrungsergänzung oder Solarium um 27 Prozent gesenkt werden.

Das Sonnenschein-Vitamin reguliert, wie die Forschung der vergangenen Jahre gezeigt hat, die Zellteilung und verhindert das Wachstum entarteter Zellen.  Dass diese Wirkung auch im Zellgewebe der Brust wirkt, zeigt das Vorhandensein sogenannter Vitamin D-Rezeptoren, den “Empfangschefs” oder “Schleusern” für das wirksame Vitamin D in das Innere der Zellen, an den Zellen der weiblichen Brust.

Eine französische Studie mit 636 an Brustkrebs erkrankten und 1.272 gesunden Teilnehmerinnen kommt zu dem Ergebnis, dass die Frauen im oberen Drittel der Vitamin D-Werte im Blut ihr Brustkrebsrisiko gegenüber den Frauen im unteren Drittel um gut ein Viertel senken.

Diese Wirkung trat vor allem ein bei Frauen vor der Menopause und nimmt danach deutlich ab. In anderen Worten: Gerade bei den Jüngeren ist die schützende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins besonders groß.

Ob der Vitamin D-Spiegel im Blut  am wirkungsvollsten durch den Aufenthalt an der Sonne (normalerweise in unseren Breiten für 80-90 Prozent der Versorgung “zuständig”)  oder, etwa im “Vitamin D-Winter”, im Solarium oder durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln erreicht wird, dazu äussern sich die Autoren nicht.

Diese Ergebnisse bestätigen früher, vor allem epidemologische Studien, über die wir berichtet haben (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Quelle:  ReutersHealth

Studie: F Clavel-Chapelon et al., Serum 25(OH) Vitamin D and Risk of Breast Cancer: A Nested Case-Control Study from the French E3N Cohort, Cancer Epidemiological, Biomarkers & Prevention, September 1, 2010; 19(9): 2341-50

Winter-Sonne reicht nicht

Winter-Sonne reicht nicht Foto: iStockphoto

Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet in der deutschen Bevölkerung. Vor allem im Vitamin D-Winter (bei uns zwischen Oktober und März) trifft es viele der „Problemgruppen“, vor allem die Alten und die Jugendlichen. Eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D bei 80 Prozent dieser Gruppen hat dramatische Auswirkungen vor allem auf chronische Erkrankungen und „Volkskrankheiten“ wie Osteoporose, Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs und Infektionskrankheiten, Demenz und Depression.

Die Kosten für das Gesundheitssystem gehen in die Milliarden. Kosten, die vermeidbar wären. Die im Winter fehlenden UVB-Strahlen der Sonne lassen sich nämlich durch künstliche Besonnung problemlos ersetzen. Schon mit einer kleinen Serie von UVB-Bestrahlungen oder Bestrahlungen mit Sonnen-ähnlichen Geräten kann eine erhebliche Verbesserung des Vitamin D-Spiegels erreicht werden.

Bei dem besonders langen Winter im hohen Norden ist es nicht verwunderlich, dass sich vor allem auch finnische Wissenschaftler mit dieser Möglichkeit beschäftigen, der Natur auf die Sprünge zu helfen. Ein Forschergruppe aus Lahti im finnischen Norden testeten mit 56 gesunden Frauen aller Altersgruppen die Wirkungen einer Bestrahlung mit ausschließlich UVB und alternativ mit simulierten Sonnenstrahlen auf die Vitamin D-Bildung über die Haut.

77 Prozent der Frauen wiesen zu Beginn der Versuche einen Vitamin D-Mangel (weniger als 50 nmol/L) und 11 Prozent sogar einen schweren Mangel (weniger als 25 nmol/L) aus.

Schon nach sieben Bestrahlungen mit insgesamt 13 SED (Standard Erythema Units) auf den gesamten Körper war der Vitamin-d-Spiegel um 11,4 nmol/L gestiegen, bei der Bestrahlung nur von Gesicht und Armen immerhin um 1,0 nmol/L. Bei den Bestrahlungen mit sonnenähnlichem Licht erhöhte sich der Spiegel im Durchschnitt um 3,8 nmol/L.

Selbst bei Messungen nach zwei Monaten lag der Vitamin D-Spiegel der UVB-bestrahlten Gruppe noch deutlich über der der nicht bestrahlten Kontrollgruppe.

Es hat sich gezeigt, dass schon eine kurze, niedrig dosierte UVB-Bestrahlung die Vitamin D-Versorgung im Winter deutliche verbessern kann,“ so fassen die finnischen Wissenschaftler das Ergebnis Ihrer Tests zusammen.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle: Highwire

Studie: K. Vähävihu et al., Narrow-band UVB course improves vitamin D balance in women in winter, British Journal of Dermatology 2010, Jan 22. (online vorab veröffentlicht)

Von den zu Herzen gehenden Sonnenstrahlen singen viele Volkslieder. Dass sie damit eine medizinisch-wissenschaftliche Tatsache besingen, ist den Sängern in der Regel unbekannt.

Diese Tatsache bestätigt dieser Tage wieder eine wissenschaftliche Studie veranlasst vom finnischen Nationalen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt:

Bereits 1978-80 waren in Finnland mehr als 6.000 gesunde Frauen und Männer in einer nationalen Studie untersucht und befragt worden.  In den folgenden 25 Jahren starben 640 Teilnehmer an einer Herz- und  293 an einer Gefäßkrankheit. Da bereits zu Beginn der Studie auch der Vitamin D-Spiegel im Blut der Probanden gemessen worden war, konnte jetzt untersucht werden, ob es einen Unterschied in der Entwicklung dieser Krankheiten zwischen Menschen mit hohem und Menschen mit niedrigem Vitamin D-Serumgehalt im Blut gab.

Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben ist um 24 Prozent höher bei Menschen mit einen Vitamin D-Mangel im Vergleich zu Menschen mit normaler Vitamin D-Versorgung. Besonders ausgeprägt war dieser Unterschied bei Gefäßerkrankungen und Schlaganfall.

(Über ähnliche Ergebnisse wissenschaftlicher Studien haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet)

Quelle: HighWire

Studie:  Annamari Kilkkinen et al., Vitamin D Status and the Risk of Cardiovascular Disease DeathAmerican Journal of Epidemiology, vorab online 17.  September, 2009

\Als Joe Cocker seinen Song “You can leave your hat on” komponierte, war er sich der Zustimmung mancher Dermatologen in ihrem Kampf gegen die Sonne gewiß, ahnte aber noch nicht, dass ihm dereinst der Direktor des Amts für Öffentliche Gesundheit (Director of Public Health) von Tasmanien, der Insel südlich von Australien, im Mai 2008 heftig widersprechen würde.

Nach Jahren militanter Kampagnen gegen jeden Aufenthalt an der Sonne, vor allem zur Mittagszeit, und für das Tragen breitkrempiger Hüte stellt sich jetzt heraus, dass die Bewohner und vor allem die Kinder und Jugendlichen dieser Insel unter einem Vitamin D-Mangel leiden – mit den bekannten weitreichenden Folgen für die Gesundheit.

Also startete jetzt der Gesundheits-Direktor, Roscoe Taylor, eine Gegenampagne unter dem Titel: “Take Your Hat Off!”, mit der die Menschen in Tasmanien angeregt werden sollen, zumindest im Winter (der jetzt Down Under eben beginnt) auch zur Mittagszeit keine Hüte zu tragen, damit die Sonne eine Chance bekommt, die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D in der Haut anzustoßen.

Zum Entsetzen der Kosmetik-Industrie, die in der Vergangenheit die Anti-Sonnen-Kampagnen gesponsert hatte, empfahl Taylor auch gleich noch, in dieser Zeit die Sonnencreme wegzulassen. In einem Aufruf an die Eltern der tasmanischen Jugendlichen schreibt Taylor:

“…Es ist jetzt bis in das Frühjahr hinein sicher für die Kinder und Jugendlichen, keine Hüte in der Mittagspause zu tragen. Vitamin D ist wichitg für die Knochengesundheit und für ein starkes Immunsystem und wird im Körper gebildet durch die Sonnenstrahlen auf der Haut. Deshalb sollten die Menschen ihren Vitamin D-Bedarf nicht unnötig durch Sonnenschutz gefährden, wenn es dazu keinen Anlass gibt.

Quelle: Tasmania Government Media Release