Archiv für das Tag 'UV-Strahlung'

Bräunen ohne Sonne mit Melanin-Produktion

Braun ohne Sonne?

“Natürliche” Bräune ohne oder mit wenig Sonne – in regelmäßigen Abständen machen sensationelle Meldungen über wissenschaftliche Entdeckungen die Runde, die den Bleichgesichtern in nördlichen Ländern neue Hoffnung auf mühelos gebräunte Haut machen. Nach dem Hype um die “Barbie-Droge” Melanotan (siehe hier, hier, hier und hier) war im Zeitalter der Gen-Manipulationen diese Meldung absehbar:
Schalter für die Melanin-Produktion entdeckt!

Melanin ist der Stoff, aus dem die Bräune kommt. Es wird, durch die UVB-Strahlen der Sonne (und im Solarium) angeregt in den Melanozyten tief in der Haut gebildet und wandert dann an die Hautoberfläche, wo es von den UVA-Strahlen von Sonne oder Solarium “eingedunkelt” wird. Dieser Prozess ist die natürliche Anpassung der Haut an die unterschiedliche Intensität der Sonnenstrahlen. Je dunkler die Haut, je mehr Melanin vorhanden, desto mehr der UV-Strahlen wird bereits an der Hautoberfläche abgeblockt. Auf diese Weise reguliert die Natur die Balance zwischen der  “guten” Sonne, die für Gesundheit und Wohlbefinden unverzichtbar ist (z. B. für die Vitamin D-Produktion), und der überschüssigen “bösen” Sonne, die die Hautzellen beschädigen und Hautkrankheiten verursachen kann.

Schon seit längerem ist das Transportmittel, ein Molekül mit der Bezeichnung cAMP,  bekannt, mit dem der “Befehl” zur Melanin-Produktion von der Hautoberfläche ins Zellinnere der Melanozyten weitergeleitet wird.

Die Wissenschaftler am Cutaneous Biology Research Center des  Massachusetts General Hospital in Boston haben nur ein Enzym entdeckt mit dem nüchternen Namen PDE-4D3 , das diesen Befehlsweg zu Produktion und Transport des Melanin steuert, vor allem aber eine Überproduktion von Melanin verhindert. Wenn man nun, so die Überlegung der Forscher, dieses Enzym einfach abschaltet, müsste die Melanin-Fabrik in den Melanozyten ständig Überstunden machen und große Mengen Melanin auf die Reise an die Hautoberfläche schicken.

Tiefenbräune ohne langes und wiederholtes Sonnen wäre auf diese Weise möglich. Die Natur wäre ausgetrickst. Die Menschen in nördlichen Ländern hätten eine Hautbräune, wie sie von der Natur eigentlich nur für Menschen in südlichen Ländern vorgesehen ist – mit der Konsequenz allerdings, dass mit den “bösen” Strahlen der Sonne auch die “guten” abgeblockt würden. Der Super-Sonnenschutz würde dazu führen, dass etwa der ohnehin schon epidemische Vitamin D-Mangel in Deutschland noch gesteigert  würde und die Folgen für die Entwicklung chronischer Krankheiten noch dramatischer ausfiele.

Nun ist es allerdings bis zur “Produktionsreife” eines “Abschalters” für das Enzym PDE-4D3 noch ein weiter Weg. Bisher ist es den Wissenschaftlern nur bei Mäusen gelungen, den Schalter sozusagen “per Hand” im Labor zu betätigen.  Die Kosmetikindustrie sieht hier aber schon einen neuen Markt am Horizont auftauchen: Eine Creme, die gleichzeitig tiefe Bräune und Sonnenschutz garantiert – ohne die zuckrigen chemische Färbemittel der Selbstbräuner heute.

Voraussetzung für den Erfolg allerdings: Die wirkungsvolle Verteufelung von Sonne und Solarium, für die hier ja ausreichend Ersatz angeboten würde. Das “Sonnenschein-Vitamin D3″ wird per “Schalter” aus der Betrachtung ausgeblendet.

Daher hat, um nicht in den Verdacht der Entwicklung einer neuen “Barbie-Droge” zu geraten, der Leiter der Studiengruppe, Dr. David Fisher, denn auch gleich den passenden PR-Slogan parat: “Das Haupt-Ziel bei der Stimulierung der Melanin-Produktion ist natürlich die Vorbeugung von Hautkrebs. Nicht nur würde das zusätzliche Melanin die UV-Strahlen direkt abblocken, sondern dieser alternative Weg zu einer braunen Haut würde die Leute davon abhalten, sich an der Sonne oder im Solarium zu bräunen...” (Übers. d. Red.)

Die Studie wird im November in der Fachzeitschrift “Genes & Development” veröffentlicht

Quelle: Eurekalert

Johan Moan, Querdenker, Pionier und einer der weltweit bekanntesten UV- und Vitamin D-Forscher erhält in diesem Jahr den renommierten Forschungspreis der Universität Oslo (UiO). Moan leitet die Forschungsabteilung für Biophysik und Photodynamische Therapie am Universitätsklinikum Oslo und ist Professor am Physikalischen Institut der Universität Oslo. Er wird insbesondere für seine Forschung über die Effekte von Besonnung auf die menschliche Gesundheit ausgezeichnet.

Bei uns auf SonnenNews.de war der Wissenschaftler schon oft “zu Gast” mit bahnbrechenden Einsichten und Erkenntnisen (z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), die er in einem Interview mit der Redaktion zusammenfasst:

Prof. Moan hatte in vielen seiner Forschungsprojekte etablierten dermatologischen Ansichten widersprochen und manchen eher reflexartig von “Experten” in den Medien wiederholten Vorurteile wissenschaftlich begründete Einsichten entgegengestellt. Vor allem der vernünftige Umgang mit dem lange “verteufelten” UVB als Quelle der Vitamin D-Synthese im menschlichen Körper gehört zu seinen zentralen Botschaften. Er gehörte schon zu einer Zeit, da diese Botschaften auch in Wissenschaftskreisen noch praktisch tabuisiert waren, zu den “Verteidigern”  der “guten”, der lebensspendenden Sonne – auch und gerade der Mittagssonne.

Inzwischen gehören die Arbeiten und die Ergebnisse der Forscher um den norwegischen Professor Johan Moan zum aktuellen Stand der Forschung über die Rolle der UV-Strahlen – ob natürlich oder künstlich – für Prävention und Therapie vor allem bei chronischen Erkrankungen.

Die Preisverleihung findet am 2. September 2010 im Zuge des Jahresempfangs der Universität Oslo statt. Der UiO-Forschungspreis ist mit 250.000 Norwegischen Kronen dotiert.

Quelle: Sunlight Research Forum

Sonnenschein ohne Sonnenschein-Vitamin - Foto: iStockphoto

Sonnenschein ohne Sonnenschein-Vitamin - Foto: iStockphoto

Wieviel Sonnenlicht dringt durch Fensterglas? Wieviel UV-Strahlen erreichen den typischen Büroangestellten und andere Menschen, die sich tagsüber in geschlossenen Räumen aufhalten (müssen)? Und was sind die Folgen?

Diesen Fragen sind jetzt brasilianische Wissenschaftler nachgegangen. Sie maßen die UVA- und die UVB-Strahlen an einer Strahlenquelle und  in verschiedenen Abständen hinter normalem Fensterglas und hinter Verbundglas verschiedener Dicke und verglichen die Ergebnisse:

UVB wurde in allen Fällen durch das Fensterglas ausgefiltert. UVA drang noch zu knapp 75 Prozent durch normales Fensterglas, wurde aber vom Verbundglas ebenfalls völlig ausgefiltert. Grünes Glas erwies sich als effektivster UV-Blocker. Erstaunlicherweise machte die Dicke des Glases keinen Unterschied bei der UV-Durchlässigkeit.

Die gute Nachricht hinter diesem Forschungsergebnis: Einen Sonnenbrand muss im Büro bei geschlossenen Fenstern niemand befürchten.

Die schlechte Nachricht: Auch wenn die Sonne noch so freundlich durch das Bürofenster scheint, zur Versorgung mit dem lebenswichtigen “Sonnenschein-Vitamin D” trägt sie nichts bei. Vitamin D wird ausschließlich von den UVB-Strahlen in der Haut gebildet.

Auf den Mangel an Vitamin D durch fehlende UVB-Bestrahlung führen viele Experten die erstaunliche Tatsache zurück, dass Büroangestellte häufiger an einem Melanom erkranken als Menschen, die im Freien arbeiten.

Erst im April dieses Jahres hatte eine Studie der US-Food and Drug Administration (FDA – Center for Devices and Radiological Health) diese Tatsache neu bestätigt und sowohl die höhere UVA-Belastung der Büroarbeiter als auch den deutlich niedrigeren Vitamin D-Pegel im Blut durch mangelnde UVB-Bestrahlung für die höhere Melanom-Inzidenhz bei Menschen im Büro verantwortlich gemacht.

Quelle:  Hautstadt.de

Studien:
Ida Duarte et al.,  The role of glass as a barrier against the transmission of ultraviolet radiation: an experimental study, Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine 25 (4): 181-184

D.E. Godar et al.,  Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D(3) levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma, Medical Hypotheses. April 2009 ;72(4):434-43

sonnenbank-torso-seite

UV-Strahlen lindern Schmerzen und heben die Stimmung

Als Prof.  Steven R. Feldman, Direktor des Dermatologischen Forschungszentrums an der Wake Forest University in Noth Carolina, USA, vor einigen Jahren die “Sonnenbank- oder Bräunungs-Sucht” (Tanerexie - s. hier) entdeckte,  kam er nachträglich ins Grübeln:

Wir erkannten,” so Prof. Feldman,”bei der Tanerexie-Studie, dass das UV-Licht irgendetwas Gutes für die Teilnehmer tat, das über das Augenscheinliche (Bräunung, d. Red.) hinausging.

Das war der erste Schritt zur Entdeckung einer Therapie für ein weit verbreitetes und bisher nur schwer zu behandelndes Leiden, einer chronischen Schmerzkrankheit, die den gesamten Körper, Knochen und Muskel befallen kann:  Fibromyalgie.

UV-Licht, zum Beispiel in einem handelsüblichen Solarium, lindert die Schmerzen bei einem Fibromyalgie-Syndrom.
Dieses Ergebnis einer Pilotstudie an der Wake Forest University wurde jetzt auf der Internet-Seite der Fachzeitschrift “The Journal of Alternative and Complementary Medicine” vorab veröffentlicht.

Die Forscher experimentierten mit zwei Gruppen von Schmerz-Kranken. Beide Gruppen wurden regelmäßig über einen Zeitraum von vier Wochen auf Sonnenbänken bestrahlt – mit dem Unterschied, dass für die erste Gruppe dabei UV-Strahlen verwendet, für die zweite Gruppe aber die UV-Strahlen ausgefiltert wurden. Damit die Gruppe ohne UV-Bestrahlung den Unterschied nicht an der unterschiedlichen Hautfarbe entdecken konnte, wurden beide Gruppen gleichermaßen mit Bräunungs-Sprays “eingefärbt”.

Beide Gruppen mussten in regelmäßigen Abständen über den Zustand ihrer Schmerzen und ihre Stimmungslage berichten.  Dabei stellte sich im Verlauf des Expriments ein immer größerer Unterschied in den Befindlichkeiten der beiden Gruppen heraus. Die “UV-Gruppe” zeigte eine relevante Verbesserung der Schmerzen und des Gesamtbefindens, die Kontrollgruppe dagegen nicht.

Noch größer war die Wirkung auf die Stimmung der Patienten. Die UV-Strahlen verbesserten die Gemütslage nach dem Einsatz der normalen Sonnenbänke sehr viel deutlicher als die nur wärmenden Strahlen in den Bänken der Kontrollgruppe.

Die Forscher möchten allerdings ihre Ergebnisse der Pilotstudie nicht überbewerten.  Eine Studie mit weit mehr Teilnehmern sei nötig, um die Wirkung von UV-Strahlen der Sonnenbank auf Fibromyalgie-Schmerzen zu untersuchen.

Quelle: Newsletter “Wake Forest University Baptist”, 19.01.09

Studie:  Sarah L. Taylor et al., Pilot Study of the Effect of Ultraviolet Light on Pain and Mood in Fibromyalgia Syndrome, The Journal of Alternative and Complementary Medicine, Volume 15, Number 1, 2009.

Menschen in sonnigen Ländern mit häufig wolkenlosem Himmel und geringem Smog-Anteil erkranken weniger oft an Lungenkrebs als Menschen in Regionen, die von der Sonne weniger begünstigt werden.

Beim Vergleich von 111 Ländern der Erde entdeckten Wissenschaftler der University of California, San Diego diesen Zusammenhang von UVB-Strahlung mit einem geringeren Lungenkrebs-Risiko. Je stärker die Sonnenstrahlen von Wolken, Ozon oder Luftverschmutzung gefiltert wird und je geringer daher die Vitamin D-Bildung über die Haut erfolgen kann, desto größer das Risiko an diesem gefährlichen Krebs zu erkranken.

Cedric Garland, einer der federführenden Autoren der Studie, erläuterte in einem Interview, dass Vitamin D die Freisetzung von Chemikalien stimuliert, die in Kombination mit Kalzium eine leimartige Substanz bilden, die die entscheidenden Zellen eng aneinander bindet. Damit wird die Zellteilung gestoppt. Zusätzlich gab es Hinweise darauf, dass Vitamin D das Fortschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung verlangsamen kann.

Garland unterstrich dabei die Notwenigkeit einer vernünftigen Besonnung. Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht erhöhe das Risiko, an einem Melanom (dem “scharzen Hautkrebs”) zu erkranken nicht entscheidend. Die einzige Krebsart, die mit einer geringen Menge an Sonne in Zusammenhang steht, ist das Plattenepithelkarzinom, das kaum jemals zum Tod führt – im Gegensatz zum Lungenkrebs.

Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht sei, so Garland, bei fünf bis 15 Minuten in der Mittagszeit gegeben (außer im sog. “Vitamin D-Winter”), wenn rund 40 Prozent der Haut unbedeckt sind. Auf einen Sonnenschutz sollte man während dieser Zeit verzichten, da er die Synthese von Vitamin D verhindere.

(Weitere Studien dieser Forscher zum Verhältnis von UV-Strahlung, Vitamin D und Krebsrisiko hier, hier, hier und hier)

Quelle: PubMed/pte

Studie: S. B. Mohr, C. F. Garland, E. D. Gorham, W. B. Grant, F. C. Garland, Could ultraviolet B irradiance and vitamin D be associated with lower incidence rates of lung cancer?, Journal of Epidemiology and Community Health 2008;62:69-74 (online vorab veröffentlicht)

Wenn die Sonne sinkt - PolarlichtDas Risiko, an Leukämie zu erkranken, ist in Finnland in der dunklen Jahreszeit um 58 Prozent höher als im Sommer. Wesentlicher Grund dafür ist das verbreitete Vitamin D-Defizit in der sonnenarmen Saison.

Finnische Wissenschaftler von der Universität Oulu stiessen auf diesen Zusammenhang bei der Untersuchung von 7,423 Leukämie-Fällen in Finnland in den Jahren 1964-2003.

Studie: T. Timonen et al., Are sunlight deprivation and influenza epidemics associated with the onset of acute leukemia? Haematologica, 2007 Nov;92(11):1553-6.

logo-euroskin.jpgDass die “gute Sonne”, die biopositiven Wirkungen von Sonne und Solarien, eine so bedeutende Rolle bei der diesjährigen Konferenz der EUROSKIN – organisiert von den führenden Köpfen der Anti-Solarien-Bewegung in der “Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention” – spielen würde, war nicht von vornherein abzusehen. Die Veranstalter hatten bereits im Vorfeld ihre Absicht deutlich gemacht: “EUROSKIN rät ab von künstlicher Besonnung“.

Die Konferenz mit Wissenschaftlern aus verschiedenen europäischen Ländern, USA und Kanada sollte vor allem auch der Forderung nach einem Verhaltens-Code (Code of Practice) für den Betrieb von Solarien den nötigen Schub verleihen.

Solarien “Code of Practice”Allerdings war dann schon die Vorlage des Codes eine gewisse Überraschung: Die dort aufgestellten Forderungen sind praktisch eine Kopie der Regularien, die bereits vor vier Jahren am “Runden Tisch Solarien” unter aktiver Mitwirkung der Solarienverbände verabschiedet worden waren. Lediglich das Drängen nach direkten staatlichen Eingriffen setzten diese Forderungen ab von der damals beschlossenen und erst im vergangenen September bekräftigten freiwilligen Zertifizierung von Sonnenstudios und anderen kommerziell betriebenen Solarien unter dem Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

Während der “Code of Practice“-Entwurf ausschliesslich auf den – von allen Beteiligten immer schon vertretenen – notwendigen Schutz vor mißbräuchlicher Nutzung von Sonnenbänken und den Folgen für die Hautgesundheit abhebt, zeigten die Vorträge und Diskussionen in den drei Konferenztagen, dass es bei dieser Frage keineswegs nur oder auch nur überwiegend um Schutz vor UV-Strahlung und im Extremfall Hautkrebs geht, sondern um das Thema “Sonne, UV-Strahlen und Gesundheit“. Die Referate so bekannter Forscher aus Übersee wie die Professoren Reinhold Vieth und William B. Grant zeigten die überragende Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” D für die Vorbeugung vor und Heilung von zahllosen Erkrankungen.

Die Bekämpfung des “epidemischen” Mangels an Vitamin D vor allem in den Industrieländern werde mit seinen Folgen für die “Volksgesundheit” und damit auch für die solidarisch finanzierten Gesundheitssysteme durch die Entdeckungen der Wissenschaft in den letzten Jahren immer drängender.

Prof. Vieth von der Universität Toronto zitierte die jüngsten Revisionen der offiziellen Richtlinien und der Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen zum “Sonnenschein-Vitamin” (wir hatten über Diskussionen zu Neufassungen kanadischer, US-amerikanischer und australischer Richtliniern und Empfehlungen verschiedentlich berichtet, z.B. hier, hier, hier, hier und hier).

Prof. Grant von der Universität San Diego, Kalifornien: “Die positiven Gesundheitswirkungen einer mäßigen UV-Bestrahlung überwiegen bei weitem die Gesundheitsrisiken, solange die UVB-Dosis angemessen ist.”

Genau über diese “angemessene Dosis” wurde heftig gestritten ebenso wie über die Frage, wie diese Dosis gemessen werden sollte.

Dass sich auch das Thema “Sonne, Sonnenbank und Hautkrebs” nicht für schlagwortartige Verkürzungen eignet, zeigten Vorträge wie die der Profs. Doré und Autier (s. auch den Bericht über dessen jüngste Veröffentlichung). Vor allem gibt es keine abschliessende Antwort auf die Frage: ” Sind Sonne und (welche Art von) Solarien und in welcher Dosis und Häufigkeit mitverantwortlich für die Entstehung von `schwarzem` Hautkrebs (Melanom)?”. Prof. J.F. Doré dazu: “Unregelmäßige (intermittierende) Besonnung und Sonnenbrände, insbesondere im Kindesalter, sind ein bedeutenes Umweltrisiko (neben den diversen Erbfaktoren etc., d. Red.) für Melanombildung, während fortgesetzte Besonnung eher einen leicht schützenden Effekt gegen Melanoma ausübt.

Tatsächlich gehen in vielen Ländern, so einge Referenten, die Steigerungsraten beim Melanom zurück trotz steigender Solariennutzung in diesen Ländern.

Geprüftes SonnenstudioIn der abschliessenden Pressekonferenz heute wiederholten die Veranstalter, flankiert von Vertretern des Bundesumweltministerium, der EU, der Deutschen Krebshilfe und der Strahlenschutzkommission, die bekannten Positionen und Forderungen – einschliesslich der Regelung von Solarienbesuchen Minderjähriger im Rahmen einer umfassenden Umweltgesetzgebung.

Übereinstimmend unterstrichen alle die besondere Bedeutung der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel “Geprüftes Sonnenstudio“.

In einer ersten Stellungnahme zeigten sich Vertreter der deutschen und europäischen Solarienverbände zufrieden mit der sichtbar gewordenen Chance, in vielen Fragen einen breiten Konsens für die Zukunft der künstlichen Besonnung schaffen zu können:

ESA und Photomed begrüßen die Anstrengungen zu einer europaweiten Harmonisierung der Regelungen für die Nutzung von Sonnenbänken“. Erfreulich sei auch die sich allmählich durchsetzende Erkenntnis über die Bedeutung der positiven Gesundheitswirkungen von UV-Strahlung, insbesondere bei der Versorgung breiter Bevölkerungskreise mit dem lebenswichtigen Vitamin D. Dass dabei der künstlichen Besonnung in fachlich kontrollierten Solarien eine immer größere Bedeutung zukomme, werde sich auch in EUROSKIN-Kreisen langfristig durchsetzen. (Original der ESA Pressemeldung).

(Alle Zitate sind Übersetzungen aus dem Englischen durch die Redaktion)